Bahn weitet Rauchverbot aus

(31.05.) BERLIN - Mit dem Weltnichtrauchertag 2005 am heutigen Dienstag weitet die DB die Flotte komplett rauchfreier Nahverkehrszüge auf fünf Bundesländer aus. In Hannover wird heute die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen und Gesundheit, Dr. Ursula von der Leyen, den ersten Wagen für Niedersachsen und Bremen zum Nichtraucherfahrzeug erklären. Bis Ende des Jahres soll es in den Nahverkehrszügen der beiden Länder keine Raucherabteile mehr geben. Ohne Raucherabteile rollen die Nahverkehrszüge bereits im Freistaat Sachsen, in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Rauchverbot stoße Umfragen zufolge auf Zustimmung des überwiegenden Teils der Fahrgäste, teilte die DB am Montag mit. So akzeptierten selbst drei von vier befragten Rauchern, dass es hier Einschränkungen gebe. Statistisch gesehen verbringt ein Nahverkehrskunde etwa 20 Minuten im Zug. In dieser Zeit könne auf die Zigarette durchaus verzichtet werden, lautete etwa die Auskunft von befragten Rauchern in Sachsen. S-Bahnen sind bundesweit ebenfalls rauchfreie Züge. In den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn ist der Anteil der Nichtraucherplätze ebenfalls kontinuierlich auf mittlerweile rund 80 Prozent gestiegen, und Raucherabteile werden weiter reduziert. Bei Reservierungen von Sitzplätzen sinke die Nachfrage nach Raucherplätzen seit Jahren deutlich, teilte die DB mit.

Die DB verstärkt den Schutz für Nichtraucher auch in den Bahnhöfen. Seit 2002 werden die Bahnhöfe in Deutschland in einem großen Programm als rauchfreie Bahnhöfe umgestaltet. Allein im zurückliegenden Jahr stieg die Zahl der rauchfreien Stationen von 233 auf 1.300 und verfünffachte sich damit. Auch hier begrüßen und akzeptieren laut DB Reisende und Bahnhofsbesucher diese Maßnahme weitgehend. Deshalb werde die Bahn das Programm auf alle Bahnhöfe kontinuierlich ausweiten. Auf den rauchfreien Bahnhöfen ist das Rauchen ausschließlich in ausgewiesenen Raucherbereichen, den gastronomischen Einrichtungen und den DB Lounges gestattet. Alle rauchfreien Bahnhöfe sind mit entsprechenden Schildern und Plakaten ausgestattet. Positive Nebeneffekte: Die Sauberkeit in den Stationen wurde deutlich verbessert, und die Reinigungskosten verringerten sich.

Rewe Touristik droht Bahn mit Verkaufsboykott

(31.05.) BERLIN - Die Touristikgruppe des Handelskonzerns Rewe hat der DB nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" gedroht, den Ticketverkauf einzustellen, falls die Sonderaktionen des Schienenbetreibers zu Lasten der Reisebüros gehen sollten. "Es ist äußerst unsensibel, den stationären Vertrieb von solchen Angeboten auszuschließen", sagte Norbert Fiebig, Geschäftsführer der Rewe Touristik, dem Bericht zufolge vor Journalisten in Reykjavík. "Wir verkaufen deren Tickets nur, solange wir Geld damit verdienen. Ansonsten lassen wir es." Probleme zeichnen sich laut FTD beim Marktführer unter den deutschen Reisebüroketten bereits ab: Der Umsatz mit Bahnfahrkarten sei im laufenden Geschäftsjahr bislang um drei Prozent zurückgegangen.

Mehdorn spricht sich für Verdopplung der LKW-Maut aus

(31.05.) MÜNCHEN - DB-Chef Hartmut Mehdorn hat sich für eine Verdopplung der Lkw-Maut ausgesprochen. "Bereits nach der Einführung der Maut haben wir viele Anfragen von Spediteuren erhalten. Der Preisdruck ist aber noch nicht ausreichend", sagte Mehdorn am Montag auf der Konferenz EurailFreight in München. Mehdorn verwies auch auf höhere Mautgebühren in einigen Nachbarländern Deutschlands. Der Bereich Schienengüterverkehr innerhalb der Bahn wird nach Aussage des Sprechers der Bahn-Tochter Stinnes, Hans von Dewall, auch im laufenden Geschäftsjahr einen Nachsteuerverlust verbuchen. Schwarze Zahlen seien erst 2007/2008 zu erwarten. Im Schienengüterverkehr, der Bahn-Sparte Transport und Logistik ohne die Tochter Schenker fiel 2004 laut dem Sprecher ein Nachsteuerverlust von 15 Millionen Euro an.

Siemens modernisiert Signaltechnik in Portsmouth

(31.05.) ERLANGEN - Siemens Transportation Systems (TS) wird für den britischen Infrastruktur­betreiber Network Rail die Eisenbahninfrastruktur in Portsmouth modernisieren. Der Auftrag umfasst die Erneuerung der Signaltechnik und der Kommunikationseinrichtungen sowie die Errichtung einer Bedienzentrale. Das Auftragsvolumen betrage rund 70 Millionen Euro, hieß es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Das Modernisierungsprojekt an der Strecke zwischen Woking Junction (westlich von London) und Portsmouth Habour umfasst den Streckenabschnitt von Fratton nach Ditcham mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometern. Herzstück der neuen Signalanlagen ist ein elektronisches Stellwerk der Bauform Simis W, das ein mechanisches Stellwerk in Havant und ein Relais­stellwerk in Portsmouth ersetzt. Die neue Bedienzentrale mit integrierter Zuglaufverfolgung wird in Havant errichtet und mit einem Bedienplatzsystem vom Typ Vicos ausgestattet.

Das Simis-Stellwerk steuert insgesamt 488 Weichen. Die Gleisfreimeldung erfolgt über Achszählsysteme vom Typ Az S M (E), die die Ergebnisse von 260 Achszählpunkten auswerten. Die Systeme, die bei der Modernisierung der Signaltechnik in Portsmouth zum Einsatz kommen, haben vor kurzem die einjährige Betriebserprobung auf der Dorset-Coast-Linie erfolgreich beendet. Dorset Coast Resignalling war ein von Siemens durchgeführtes Pilotprojekt, bei dem erstmals in Großbritannien ein mechanisches Stellwerk auf ein elektronisches Stellwerk vom Typ Simis W umgerüstet wurde. Auf einem 26 Kilometer langen Streckenabschnitt bei Bournemouth konnte Siemens nachweisen, dass das elektronische Stellwerk Simis W an die britische Betriebsordnung und britische Standards angepasst werden kann. Diese Anpassung garantiert dem Kunden nun eine effiziente Projektabwicklung.

Neue Billigtickets bei der Bahn

(30.05.) BIELEFELD - Nach dem Erfolg von Sonderaktionen wie dem Verkauf von Billigtickets beim Discounter Lidl wirbt die DB ab 12. Juni erneut mit zwei Sonderangeboten um Kunden. Wie das Bielefelder "Westfalen-Blatt" berichtet, wird zum einen das "Sommer-Spezial"-Ticket, das es bereits im letzten Sommer gab, neu aufgelegt. Damit wird dem Blatt zufolge für 29 Euro zwischen dem 15. Juni und dem 15. August eine einfache Fahrt zweiter Klasse quer durch Deutschland möglich sein. Zum anderen bietet die DB laut dem "Westfalen-Blatt" erneut auch "Europa-Spezial"-Tickets an, die dem Bericht zufolge je nach Distanz 19 bis 39 Euro (einfache Fahrt) kosten und Reisen in elf europäische Staaten von Dänemark, den Benelux-Ländern und die Schweiz, bis Tschechien, Polen, Österreich, Italien, Slowakei und Kroatien ermöglichen. Dieses Angebot gelte bis zum 10. Dezember, hieß es. Startbahnhöfe seien Dresden, Hannover, Köln, Stuttgart, Berlin, Hamburg, München, Nürnberg und Frankfurt. Bei Hin- und Rückfahrt seien die Tickets einen Monat lang gültig. Die Tickets für beide Aktionen können im Internet oder an einem Automaten für den Fernverkehr gekauft werden. Im Reisezentrum sollen sie fünf Euro mehr kosten. Eine Bahn-Sprecherin bestätigte den Bericht weitgehend. Die Preise der Fahrkarten und weitere Details würden kommende Woche bekannt gegeben. "Mit den Tickets will die Bahn an die beiden Aktionen vom vergangenen Jahr anknüpfen", sagte die Bahnsprecherin. Die Bahn habe durch die Angebote im Sommer und im Herbst damals eine Million Fahrkarten verkauft.

Post-Chef kritisiert Bahn in Europa als zu unverlässig und zu langsam

(30.05.) MÜNCHEN (dpa) - Die Bahn in Europa eignet sich nach Ansicht von Post-Chef Klaus Zumwinkel für den Post-Transport nicht als verlässliche Alternative zum Straßenverkehr. Die Bahn sei immer noch zu unzuverlässig und zu langsam, kritisierte Zumwinkel am Sonntag bei einem Kongress anlässlich der Messe "Transport logistic" in München. Die Deutsche Post als weltweites Logistikunternehmen sei bereit, ihren Beitrag zu einem umweltfreundlichen Bahntransport zu leisten. Allerdings müsse der Preis und die Qualität bei der Bahn stimmen. "Aus unserer Sicht ist beides zur Zeit ein Problem", sagte Zumwinkel. Die Kunden seien nicht bereit, der Umwelt zuliebe einen höheren Preis für dieselbe oder eine schlechtere Qualität zu zahlen.

Bahnhof Basel Bad Bf erhält neues DB-ReiseZentrum

(30.05.) STUTTGART - Die DB baut seit Mitte der vergangenen Woche im Bahnhof Basel Bad Bf die Fahrkartenausgabe in ein begehbares DB ReiseZentrum mit offenen Schaltern und modernem Design um. Im Rahmen der Umbauarbeiten wird das DB ReiseZentrum grundlegend renoviert und mit neuen Möbeln im modernen De-Lucchi-Design ausgestattet. Helles Holz, Edelstahl, mattgrünes Glas, harmonische Farben und hochwertige Materialien sind dabei prägende Stilelemente. Für die Dauer des Umbaus - bis vsl. Dezember 2005 - finden Beratung und Verkauf von Fahrscheinen in provisorischen Verkaufsräumen in Bürocontainern vor dem Bahnhofsgebäude statt. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert (montags - sonntags 5.50 Uhr bis 20.00 Uhr). Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Fahrkarten der Bahn und des Regio Verkehrsverbundes Lörrach an den DB-Automaten für den Nah- und Fernverkehr im Bahnhof Basel Bad Bf zu erwerben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Internet unter www.bahn.de, täglich rund um die Uhr, über Fahrpläne und Preise zu informieren, Angebote der Deutschen Bahn zu bestellen, sowie Plätze zu reservieren. Reine Fahrplanauskünfte gibt es über das Sprachdialogsystem der DB unter (0800) 1 50 70 90 gebührenfrei aus dem Festnetz. Für Anrufe aus den Mobilfunknetzen steht die gebührenpflichtige Nummer (0 18 05) 22 11 00 zur Verfügung.

Bahnfahrer saßen in aufgeheiztem Zug fest

(30.05.) DÜSSELDORF - Ein RegionalExpress ist am Freitag Nachmittag wenige Kilometer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof entfernt auf offener Strecke stehen geblieben, nachdem ein Unbekannter die Notbremse gezogen hatte. Drei Stunden dauerte es nach einem Bericht der Zeitung "Express", bis die Fahrgäste den Zug verlassen konnten, der sich aufgrund der ausgefallenen Klimaanlage zudem unerträglich aufheizte. "Das ist wirklich nicht gut gelaufen", zitiert der "Express" Bahnsprecher Peter Grundmann. Der Grund für die langwierige Bergung sei eine Verkettung technischer Probleme gewesen. Erst seien die Bremsen blockiert gewesen, dann habe auch noch die Stromversorgung des Zuges versagt. Da der Zug nur noch in eine Richtung bewegt werden konnte, habe es weitere Verzögerungen gegeben. "Es tauchte eine Schwierigkeit nach der anderen auf." Die Insassen stiegen schließlich auf offener Strecke in einen Ersatzzug um, der sie zurück nach Düsseldorf brachte.

Hauptbahnhof in Oldenburg (Oldb) feierlich eröffnet

(28.05.) HANNOVER - Nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten ist am Freitag der Hauptbahnhof in Oldenburg feierlich eröffnet worden. Die Kosten für die Modernisierung betragen rund 7,5 Millionen Euro, wovon 3,2 Millionen Euro der Bund und 1,3 Millionen Euro das Land Niedersachsen tragen. Die Arbeiten begannen im Oktober 2003. Im Oktober 2003 begann die Sanierung der Bahnsteige. Für alle vier Bahnsteige wurden Personenaufzüge eingebaut. Die Bahnsteige wurden erhöht, so dass das Ein- und Aussteigen in die Züge erleichtert wird. Neue Zugzielanzeiger, moderne Beleuchtung und Lautsprecher sowie zeitgemäßes Mobiliar bieten noch mehr Service und Kundenfreundlichkeit. Die Orientierung im Bahnhof und auf den Bahnsteigen wird durch eine neue Beschilderung und ein taktiles Wegeleitsystem für Sehbehinderte verbessert. Die sogenannten Gleiströge, der Bereich, in dem die Gleise über dem Personentunnel liegen, wurden gründlich saniert. Der Personentunnel wurde von Dezember 2004 an erneuert. Er wurde neu gefliest, frisch verputzt und gestrichen. Neue Beleuchtung, Lautsprecher und Beschilderung runden das Bild ab.

Bereits im Jahr 2002 wurde das Empfangsgebäude aus Eigenmitteln der DB für etwa 2,7 Millionen Euro rundum saniert. Frische Farbe, der sanierte Fliesenfußboden und eine innovative indirekte Beleuchtung schufen ein helles und ansprechendes Entrée zur Innenstadt. Geschäfte auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern bieten alles rund um das Reisen oder für den Einkauf. Mit dem renovierten DB ReiseZentrum - einmalig in seiner Art und eines der schönsten in ganz Deutschland - hat Oldenburg einen architektonisch herausragenden und stilvollen Hauptbahnhof. Alle Arbeiten wurden eng mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Der Hauptbahnhof wurde am 3. August 1915 in Betrieb genommen. Geplant wurde er vom Mainzer Architekten Wolfgang Mettegang, dessen letztes Bauwerk er ist. Das Bahnhofsgebäude wurde aus heimischen Bockhorner Klinkersteinen errichtet, überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet und ist ein Musterbeispiel für die Epoche des Jugendstils. Heute steigen hier täglich durchschnittlich rund 12 000 Fahrgäste ein und aus.

ÖKOMBI-Übernahme durch Rail Cargo Austria ist perfekt

(28.05.) WIEN - Die Übernahme der Firma ÖKOMBI durch Rail Cargo Austria (RCA) ist nun perfekt. Die RCA übernimmt die operativen Geschäfte der ÖKOMBI und führt die "Rollende Landstraße" weiter. Nach der Einigung der langjährigen Partner Rail Cargo Austria und ÖKOMBI auf eine gemeinsame Lösung im Sinne des Kombinierten Verkehrs haben nun auch die zuständigen Gremien beider Unternehmen der ÖKOMBI-Übernahme zugestimmt. Eine Geschäftsänderung der ÖKOMBI war notwendig geworden, nachdem es durch geänderte verkehrspolitische Rahmenbedingungen zu massiven wirtschaftlichen Problemen im Kombinierten Verkehr gekommen war. Der Wegfall der Ökopunkte-Regelung, der ungehinderte Zutritt von LKW aus den neuen EU-Mitgliedsländern und die durch das Road-Pricing bedingte Umfahrung Österreichs führten zu erheblichen Einbrüchen im Kombinierten Verkehr.

Die Geschäfte werden in die "ÖKOMBI neu" ausgelagert, deren Anteile nun komplett auf die RCA übergehen. Damit sind die Kräfte im Kombinierten Verkehr wirtschaftlich sinnvoll gebündelt, und der Fortbestand der "Rollenden Landstraße" ist gesichert. "Wir werden die bisherigen Geschäfte der ÖKOMBI übernehmen und entsprechend den Marktbedingungen weiter führen", sagte Rail Cargo Austria Vorstand Ferdinand Schmidt.

10 Jahre erfolgreiche Usedomer Bäderbahn

(28.05.) HERINGSDORF - Die Usedomer Bäderbahn (UBB) - ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der DB - fährt heute jährlich rund 1,5 Millionen Zugkilometer in Vorpommern und ist mit 142 Beschäftigten und 7 Auszubildenden einer der größten Arbeitgeber auf der Ostseeinsel Usedom. Mehr als 3 Millionen Fahrgäste beförderte die UBB in vergangenen Jahr - das sind zwölf mal mehr als zum Start vor 10 Jahren. Die Usedomer Bäderbahn betreibt heute ein Streckennetz von 80 Kilometern, darunter neben den Strecken auf der Insel Usedom auch die 19 Kilometer lange Strecke zwischen Wolgast und Züssow auf dem Festland und den Streckenabschnitt von Velgast nach Barth. Die 23 modernen, komfortablen Dieseltriebwagen der Baureihe 646.1 verkehren zwischen Züssow und Ahlbeck Grenze sowie zwischen Zinnowitz und Peenemünde im Einstundentakt. Während der Saison in den Monaten Mai bis Oktober wird das Angebot zum Halbstundentakt zwischen Ahlbeck Grenze und Wolgast erweitert.

Seit 2002 verkehrt die UBB im Zweistundentakt direkt von Ahlbeck an der polnischen Grenze bis in die Hansestadt Stralsund sowie von Stralsund nach Barth. Damit entstehen attraktive Verbindungen zwischen den Urlaubsregionen Usedom und Darß. In Stralsund werden jeweils Anschlüsse zur Insel Rügen hergestellt. Grundlage der heutigen Verkehrsverbindungen ist ein langfristiger Verkehrsvertrag zwischen der Usedomer Bäderbahn und dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der im März 2002 geschlossen wurde. Der Vertrag regelt Umfang und Qualität der Verkehrsleistungen bis zum Jahr 2012. Während die Eisenbahn auf der Insel Usedom vor 10 Jahren wirtschaftlich und technisch vor dem Aus stand, sind die blauen Triebwagen der UBB mit der charakteristischen Ostseewelle und dem DB Logo heute sowohl Rückgrat des umweltfreundlichen Verkehrs auf der Insel Usedom als auch fester Bestandteil des Eisenbahnverkehrs in Vorpommern insgesamt.

Rund 25 Millionen Euro wurden seit 1995 schrittweise in die komplette Sanierung der Gleisanlagen und Bahnhöfe investiert. Dazu gehören der neu geschaffene Haltepunkt Ahlbeck Grenze ebenso wie die Sanierung des Bahnhofes Heringsdorf mit seinem Reisezentrum. Viele Bahnübergänge wurden mit modernen Halbschrankenanlagen ausgestattet und an Streckenabschnitten und Bahnhöfen neue Sicherungstechnik installiert, wie beispielsweise die Gleisbildtechnik für den Kreuzungsbahnhof Koserow. Das der UBB gehörende Streckennetz steht selbstverständlich anderen Unternehmen für den Güter- oder Personenverkehr gegen entsprechende Trassengebühren zur Verfügung. Die Deutsche Bahn bietet beispielsweise saisonale Direktverbindungen von Nordrhein-Westfalen sowie aus Berlin auf die beliebte Urlaubsinsel an. Verschiedene mittelständige Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzen die Infrastruktur zwischen Wolgast und Züssow sowie zwischen Velgast und Barth zur Abwicklung von Güterverkehren, wie z. B. Rundhölzern, Kies und Baustoffen.

Auch in den nächsten Jahren will die Usedomer Bäderbahn weiter Erfolgsgeschichte schreiben. "Unser Erfolgsgeheimnis liegt einerseits in der starken regionalen Verankerung des Unternehmens, andererseits aber auch in einer den Besonderheiten der touristischen Region angepassten Kundenorientierung und der Zusammenarbeit mit touristischen Partnern sowie anderen Verkehrsunternehmen", verdeutlicht Jörgen Boße die Vorteile von mittelständischen Strukturen innerhalb eines Großkonzerns.

EgroNet feiert 5-jähriges Jubiläum

(28.05.) LEIPZIG - Das "EgroNet" wird fünf Jahre alt - im Jahr 2000 als ein Projekt für die Weltausstellung Expo in Hannover entstanden, entwickelte sich das Projekt stetig entsprechend den Kundenwünschen. Unter dem Namen EgroNet verbirgt sich ein grenzüberschreitendes Nahverkehrssystem im Vierländereck der Freistaaten Bayern, Thüringen, Sachsen sowie dem tschechischen Böhmen. Auf einer Fläche von mittlerweile 13.000 Quadratkilometern werden die Verkehrsmittel Eisenbahn, Bus und Straßenbahn sinnvoll verknüpft, so dass Reisende in diesem Gebiet mit einem einheitlichen Fahrschein und Fahrpreis ganz bequem fahren können. Das EgroNet-Ticket wurde über die EXPO hinaus als Sonderangebot weitergeführt und feiert am 28. und 29. Mai nun bereits sein fünfjähriges Bestehen.

Das EgroNet erstreckt sich vom tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad), Marianske Lanzne (Marienbad), Cheb (Eger) über Weiden, Hof, Zeulenroda, Gera, Plauen, Reichenbach, Zwickau, Aue bis nach Johanngeorgenstadt. Hauptkoordinator des EgroNet-Gebiets ist der Verkehrsverbund Vogtland. Er ist zuständig für die Zusammenarbeit der teilnehmenden Länder, die Erstellung der Fahrpläne und Tarife, das Marketing, die Finanzüberwachung sowie für die gesamte Organisation auf den 412 regionalen Buslinien und 25 Eisenbahnstrecken. Das Tagesticket im EgroNet kostet 12 Euro, Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder bis einschl. 14 Jahre bzw. Eltern oder ein Elternteil mit beliebiger Anzahl eigener Kinder bis einschl. 14 Jahre) reisen für 24 Euro. Im Jahr 2004 konnten in Deutschland insgesamt über 23.000 Tickets verkauft werden, das ist eine Steigerung von knapp 40 Prozent gegenüber der ersten Bilanz 2001. Neben der Steigerung der Mobilität verbindet die vier Mitgliedsländer auch eine wirtschaftliche, historische, sportliche und kulturelle Vielfalt. Das EgroNet-Ticket ist auch in allen DB ReiseZentren und DB Agenturen im EgroNet-Gebiet erhältlich.

Bahn muss für Schäden bei Auto-Reisezug-Transport haften

(27.05.) KÖLN (dpa/ eig. Ber.) - Wird ein mit dem Auto-Reisezug befördertes Fahrzeug bei dem Transport oder der Verladung beschädigt, muss die Bahn dafür einstehen. Das gehe aus einem Urteil des Amtsgerichts Hildesheim hervor, teilte der Anwalt-Suchservice in Köln mit. In dem Fall hatte ein Autofahrer die DB damit beauftragt, seinen Pkw im Auto-Reisezug von Bozen (Italien) nach Hildesheim zu befördern. Bei der Ankunft stellte der Autobesitzer fest, dass der rechte Außenspiegel abgebrochen war. Das Gericht gab dem Geschädigten Recht. Demnach sind Kraftfahrzeuge in diesem Zusammenhang wie Gepäck zu behandeln: Das Unternehmen muss somit einen Schaden bezahlen, der beim Verladen oder während des Transports entsteht. Von der Schadensersatzpflicht ist die Bahn nur in Ausnahmen befreit. Das gilt zum Beispiel dann, wenn sie beweisen kann, dass die Beschädigung durch ein für das Unternehmen unvermeidbares Ereignis eingetreten ist.

Gutachter empfehlen Bahn höhere Preise

(27.05.) BERLIN - Die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) halten nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" die Ticketpreise im Fernverkehr der DB für zu gering. Unter Berufung auf der Zeitung vorliegende Unterlagen der Bundesregierung hieß es, um die Sparte in die schwarzen Zahlen zu bringen, sei nicht nur eine bessere Auslastung der Zuge erforderlich, sondern auch eine dauerhafte Anhabung der Preise. Andernfalls seien Kapazitätsanpassungen nötig. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch Preiserhöhungen nicht generell ausgeschlossen. Mehdorn verwies auf die andauernd hohen Kosten seines Unternehmens für Strom und Öl. Sollten sie weiter steigen, könnten sie an die Kunden weitergegeben werden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, betonte Mehdorn.

Zusammenschluss von OME und MecklenburgBahn besiegelt

(27.05.) SCHWERIN - Der Zusammenschluss von Ostmecklenburgischer Eisenbahngesellschaft (OME) und MecklenburgBahn (MEBA) ist besiegelt. Das gaben die Geschäftsführer der beiden Gesellschaften, Steffen Höppner und Norbert Klatt, am Mittwoch offiziell bekannt. An der neu gegründeten Ostseelandverkehr GmbH mit Sitz in Schwerin hält die OME-Muttergesellschaft Connex 70 Prozent der Anteile und die MEBA-Muttergesellschaft Nahverkehr Schwerin GmbH 30 Prozent. Die beiden Marken OME und MEBA werden weitergeführt, ebenso bleiben Neubrandenburg und Schwerin als Betriebsstandorte erhalten. Mit dem Zusammenschluss wollen beide Gesellschaften vor allem ihre Wettbewerbsfähigkeit für die anstehenden Ausschreibungen in Mecklenburg-Vorpommern stärken. Das neue Unternehmen erbringt mit 170 Mitarbeitern rund 3,3 Millionen Zugkilometer jährlich.

Die OME ist eine Tochtergesellschaft der Connex-Gruppe und betreibt mit 13 Triebwagen den Nahverkehr auf den Strecken Rostock - Güstrow über Laage, Bützow - Neubrandenburg - Ueckermünde (- Stettin), Stralsund - Neustrelitz, Bergen auf Rügen - Lauterbach Mole sowie die InterConnex-Fernverkehrszüge Rostock - Gera und Stralsund – Berlin - Dresden. Die MEBA ist eine Tochtergesellschaft der kommunalen Nahverkehr Schwerin GmbH und bedient mit sechs modernen Dieseltriebwagen den Schienenpersonenverkehr auf der Strecke Rehna – Schwerin - Parchim.

Mehdorn kündigt Scandlines-Verkauf 2005 an

(27.05.) BERLIN - DB-Chef Hartmut Mehdorn hat den Verkauf der Reederei Scandlines noch für dieses Jahr angekündigt. Für die DB gehöre es "nicht zum Kerngeschäft, Schiffe zu betreiben", erklärte Mehdorn auf der Bilanz-Pressekonferenz seines Konzerns am Mittwoch in Berlin. Scandlines sei in "professionellen Händen besser aufgehoben." Deshalb sei die Entscheidung, sich von der Reederei zu trennen richtig. Hinzu komme, dass die DB in diesem Bereich nicht mehr investieren wolle. Er kündigte an, dass aber ein Käufer gesucht werde, der insbesondere den Standort Rostock und die Arbeitsplätze weiterführe. Die Einigung mit dem dänischen Partner - Scandlines gehört jeweils zur Hälfte der DB und dem Kopenhagener Verkehrsministerium - stehe an. Noch in diesem Jahr werde es "eine Lösung geben."

DB: "Zeit der roten Zahlen vorbei"

(26.05.) BERLIN - Die DB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seit der Bahnreform 1994 aus eigener Kraft einen operativen Gewinn erzielt: Basierend auf einer guten Umsatzentwicklung im Kerngeschäft und straffem Kostenmanagement wurde das Betriebliche Ergebnis nach Zinsen um 425 Millionen Euro verbessert und damit ein positives Ergebnis von 253 Millionen Euro erzielt, teilte das Unternehmen am Mittwoch auf seiner Bilanzpressekonferenz mit. Dazu trugen den Angaben zufolge vor allem der Regionalverkehr und die Spedition Schenker bei, aber auch verringerte Verluste im Bereich Fahrweg und - nach umfassenden Maßnahmen - das Geschäftsfeld Fernverkehr. Positiv entwickelten sich laut DB auch die Bereiche Personenbahnhöfe und Dienstleistungen, während die gute Entwicklung von Schenker im Unternehmensbereich Transport und Logistik durch einen Ergebnisrückgang von Railion überlagert wurde. Der Konzernumsatz stieg 2004 den Angaben zufolge auf vergleichbarer Basis um 4,1 Prozent auf 24 Milliarden Euro, nominal ging er um rund 15 Prozent zurück, weil zum Januar 2004 die nicht zum Kerngeschäft zählenden Aktivitäten Brenntag/ Interfer verkauft wurden. Der Außenumsatz wurde im Wesentlichen von den beiden Unternehmensbereichen Transport und Logistik (48 Prozent) und Personenverkehr (47 Prozent) erwirtschaftet. Hohe Wachstumsraten erzielten erneut die Unternehmensbereiche Personenbahnhöfe und Fahrweg, die von der weiter steigenden Nachfrage konzernfremder Kunden profitierten.

Wie die DB weiter mitteilte, sei trotz des preisaggressiven Wettbewerbsumfelds im Personenverkehr die Verkehrsleistung auf der Schiene erneut um ein Prozent auf 70,3 Milliarden Personenkilometer (Pkm) gesteigert worden, während die Verkehrsleistung im Individualverkehr um 1,5 Prozent und hierdurch bedingt auch der Gesamtmarkt um ein Prozent rückläufig waren. Damit konnte der Verkehrsträger Schiene im fünften Jahr in Folge bei den Marktanteilen leicht zulegen. Auch das Busgeschäft des DB-Konzerns hat sich erneut positiv entwickelt. Mit der deutlich höheren Pünktlichkeit, die die DB auf durchschnittlich 92 Prozent im vergangenen Jahr bezifferte, der gestiegenen Auslastung der Neubaustrecke Köln - Rhein/Main, dem erfolgreichen Start der schnellen Verbindung Hamburg - Berlin sowie preislich besonders attraktiven Angeboten hat sich die Bewertung der Bahn durch die Fahrgäste deutlich verbessert. "Wir konnten bisherige Kunden binden und neue Kreise erschließen. Mit steigender Verkehrsleistung und erfolgreich abgeschlossenen Bestellerverträgen im Regional- und Stadtverkehr ist der Personenverkehr auf gutem Weg", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch.

Während es beim Personenfernverkehr also wieder aufwärts geht und spätestens 2006 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden sollen, bleibt das Sorgenkind der DB weiterhin der Schienengüterverkehr. Zwar konnte die DB-Tochter Railion Deutschland AG 2004 ihre Verkehrsleistung um fünf Prozent auf 77,6 Milliarden Tonnenkilometer (tkm) steigern und so ihren Marktanteil stabilisieren. Einschließlich Railion Nederland N.V. und Railion Danmark A/S konnte Railion eine Verkehrsleistung von 84 Milliarden Tonnenkilometer und damit einen Anstieg um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen. Anders als die Leistungsentwicklung waren allerdings die spezifischen Erlöse durch den vor allem vom Straßengüterverkehr ausgehenden Preisdruck deutlich rückläufig, was zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen führte. Mehdorn kündigte an, die Bahn werde eine "offensive Strategie" entwickeln. Das Unternehmen werde "Qualität, Pünktlichkeit und Geschwindigkeit erhöhen", um im Wettbewerb bestehen zu können. Als Maßnahmen stellt sich die DB vor, die Abläufe im Rangierbetrieb zu verschlanken und den Betrieb auf weniger Zugbildungsanlagen und Instandhaltungsstellen zu konzentrieren. Dabei werde es zu "Verschiebungen in der Belegschaft" kommen, kündigte der DB-Chef an. Allerdings bekannte sich Mehdorn eindeutig zum Einzelwagenverkehr. Dieser stehe "nicht zur Disposition."

Mit dem ersten Quartal 2005 zeigte sich der Vorstand insgesamt zufrieden. Der Umsatz von 5,9 Milliarden Euro lag auf vergleichbarer Basis 3,9 Prozent über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Zwar schrieb die DB in den ersten drei Monaten 2005 wieder rote Zahlen, das Betriebliche Ergebnis nach Zinsen verbesserte sich jedoch gegenüber Januar bis März 2004 deutlich um 44 Millionen Euro auf minus 38 Millionen Euro. In einem erneut rückläufigen Personenverkehrsmarkt konnte der DB-Konzern die Verkehrsleistung auf der Schiene erneut um 0,7 Prozent auf 16,7 Milliarden Personenkilometer steigern. Im schwierigen Güterverkehrsmarkt startete die Railion Deutschland AG mit einem Rückgang der Verkehrsleistung um neun Prozent. Im Geschäftsfeld Railion lag die Verkehrsleistung mit 19,3 Milliarden Tonnenkilometern unter Einschluss der internationalen Aktivitäten insgesamt um 8,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Zur Verbesserung der Wettbewerbsposition von Railion soll das neue kostengünstigere Produktionssystem beitragen. "Insgesamt wird die Bahn auch 2005 wieder ein gutes Ergebnis hinlegen", sagte Mehdorn. Die Umsätze wolle das Unternehmen leicht, den Gewinn nachhaltig steigern, erklärte der DB-Chef.

Mehdorn warnt vor Bahn als Wahlkampfthema

(26.05.) BERLIN - Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat mit Blick auf Börsenpläne und steigende Gewinne die Parteien davor gewarnt, den Staats-Konzern zum Wahlkampfthema zu machen. "Ich glaube nicht, dass das funktioniert", erklärte Mehdorn auf der Bilanzpressekonferenz der DB am Mittwoch. "Wir sind kein politisches Unternehmen. Wir sind eine Aktiengesellschaft." Zu einem möglichen Kurswechsel in der Bahnpolitik bei einem Machtwechsel merkte er an, es sei etwas anders aus der Opposition heraus zu agieren als aus der Regierung. Sowohl sein Verhältnis zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der ihn ins Amt geholt hatte, wie das zur wahrscheinlichen Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel nannte der Bahn-Chef gut. Die DB halte unabhängig vom Ausgang einer vorgezogenen Bundestagswahl am Ziel eines Börsengangs fest, betonte Mehdorn. Der bundeseigene Konzern werde auch einer neuen Regierung keine Probleme bereiten, sondern "Erfolg liefern".

Dessen ungeachtet äußerten Oppositionspolitiker heftige Kritik an der Politik des Konzern-Chefs. Das positive Ergebnis im vergangenen Jahr sei nicht auf "geniales Management" zurückzuführen, sondern auf den arbeitsplatzgefährdenden Investitions- und Ausgabestopp sowie auf Einsparungen im Personalbereich, kritisierte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dirk Fischer. Der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich kündigte in einem Interview mit der "Netzeitung" an, Mehdorn werde nach einem Wahlsieg von Union und FDP sein Amt räumen müssen. "Meine Bahnpolitik und die von Herrn Mehdorn schließen sich gegenseitig aus", so Friedrich. Eine andere Mehrheit im Bund werde deshalb auch zu "einem neuen Bahn-Vorstand führen". Als Mehdorn-Nachfolger sei unter anderem Fraport-Chef Wilhelm Bender denkbar. Für einen Börsengang müssen nach Ansicht von Friedrich zwei Kriterien unbedingt erfüllt sein: Die Bahn müsse zum einen über "mehrere Jahre hinweg schwarze Zahlen schreiben". Zum anderen hält Friedrich die von Mehdorn abgelehnte Trennung von Schiene und Netz für notwendig.

Die Bundesregierung lobte den Vorstand am Mittwoch dagegen für einen "sehr ordentlichen Job", wie Verkehrs-Staatssekretär Ralf Nagel sagte. Forderungen der FDP und von Verbraucherschützern nach einer Trennung von Netz und Betrieb wies Nagel zurück. Die Bilanz der Bahn beweise, dass ein integrierter Konzern wirtschaftlich arbeiten könne, sagte er. "Die Fakten sprechen deutlich gegen die Ideologie." Der Eigner Bund müsse darauf achten, dass das Unternehmen wirtschaftlich arbeite. Der Staatssekretär widersprach auch dem Vorwurf, die Bahn diskriminiere Wettbewerber. Die Umsatzentwicklung des Bereichs Fahrweg zeige, dass die Einnahmen aus der Nutzung der Trassen durch Dritte stiegen.

Klares Bekenntnis zum Güterverkehr auf der Schiene

(26.05.) BERLIN - Das Schienenbündnis Allianz pro Schiene hat sich erfreut über die Rede von Bahnchef Hartmut Mehdorn auf der heutigen Bilanzpressekonferenz der DB in Berlin gezeigt. "Das war ein klares Bekenntnis zum Güterverkehr auf der Schiene, trotz roter Zahlen für die Bahntochter Railion. Die Bahn ist offenbar bereit, ihre Hausaufgaben zu machen, um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Sie widersteht damit dem Reflex anderer Konzerne, ihre Verlustbringer kurzfristigen Renditezielen zu opfern", lobt Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. Ebenfalls erfreulich aus Sicht des Schienenbündnisses ist die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen. "Mit dem gestiegenen Auslastungsgrad der Züge steigt der Umweltvorteil der Bahn weiter. Mehr Fahrgäste in den Zügen entlasten die Straßen und die Umwelt", so Dirk Flege.

Besorgt zeigt sich das Schienenbündnis über die weiterhin verzerrten Wettbewerbsbedingungen auf dem Güterverkehrsmarkt. "Viele LKW-Spediteure bauen ihren Anteil am Güterverkehr mit Hilfe von Sozial- und Sicherheitsdumping aus. Am Ende sind diejenigen die Dummen, die sich korrekt verhalten", kritisiert Dirk Flege. Ebenfalls gravierend sei die Tatsache, dass der LKW-Transport von der Politik faktisch subventioniert werd. Während es längst eine Schienenmaut auf allen Strecken für alle Züge gebe, selbst auf lokalen Gleisen, gelte die LKW-Maut bisher nur auf Autobahnen und erst ab 12 Tonnen. Solange der LKW einen Teil seiner Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen könne, unterbiete er die weitaus umweltfreundlichere und sichere Schiene im ruinösen Preiswettbewerb. Umso erfreulicher ist aus Sicht des Schienenbündnisses, dass die Bahn auch weiterhin am wenig ertragreichen Einzelwagenverkehr festhält. Jetzt ist die Politik am Zug, forderte das Bündnis. "Wer mehr Güter auf der Schiene will, muss dafür sorgen, dass sich auch der Einzelwagenverkehr auf Dauer rechnet, weil er sonst an die LKW verloren geht. Das geht nur, wenn die weiter bestehenden Wettbewerbsnachteile des Schienengüterverkehrs in Deutschland und Europa abgebaut werden", so Dirk Flege.

Transnet kritisiert "bahnpolitischen Kurswechsel" der FDP

(26.05.) BERLIN - Die Bahngewerkschaft Transnet hat scharfe Kritik an Plänen der FDP für einen so genannten bahnpolitischen Kurswechsel geübt. Der verkehrspolitische Sprecher der Liberalen-Bundestagsfraktion, Friedrich, hatte indirekt angekündigt, Netz und Betrieb trennen zu wollen - eine Position, die die FDP bereits mehrfach bekräftigt hat. "Von einem bahnpolitischen Kurswechsel kann insofern keine Rede sein", erklärte Transnet-Chef Norbert Hansen. Vielmehr bemühe Friedrich bereits bekannte "olle Kamellen". Bemerkenswert sei zudem, dass die FDP offenbar schon das Abstimmungsergebnis der Bundestagswahl kenne und Koalitionsvereinbarungen bereits unterzeichnet habe.

Ein "bahnpolitischer Kurswechsel" müsste nach Hansens Ansicht anders aussehen und anders dargestellt werden. Sinnvoll wäre "eine verkehrspolitische Offensive". Diese müsse die Förderung des umweltfreundlichsten Verkehrsträgers zur Folge haben. Dazu zähle die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen zur Straße und zur Luftfahrt. Dazu zähle dann aber auch die Erhöhung der Investitionsmittel für die Schiene. "Damit hätte Herr Friedrich bei Millionen Bahnfahrern punkten können", sagte der Transnet-Chef. Hansen warnte nachdrücklich vor einer Trennung von Netz und Betrieb bei der Bahn: "Ein solches Vorgehen würde das Gesamtsystem Schiene gefährden." Außerdem sei der Nutzen sowohl für die Schienenunternehmen als auch für die Verbraucher "nicht darstellbar und somit mehr als zweifelhaft". Die Äußerungen Friedrichs am Vortag der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bahn AG ließen insgesamt darauf schließen, dass "der FDP-Politiker seinen zwischenzeitlich beruhigten Dauerzwist mit DB-Chef Mehdorn wieder aufleben lassen möchte", vermutet Hansen. Offenbar solle die DB AG als "Wahlkampfthema missbraucht werden."

Hauptbahnhof Koblenz erstrahlt in neuem Glanz

(26.05.) KOBLENZ - Am Mittwoch ist der Hauptbahnhof Koblenz nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten offiziell wieder eröffnet worden. Die DB investierte rund 9 Millionen Euro in das Empfangsgebäude, das nun wieder sein früheres Erscheinungsbild zeigt. Der großzügige Raumeindruck wurde durch die neu gestalteten Fuß- und Deckenböden wieder hergestellt. Durch den Umbau konnten 450 Quadratmeter neue Nutzflächen erschlossen werden, die zusätzlichen Platz für Läden, Lagerflächen und Mieter bieten. Transparente Shopfassaden laden nun Fahrgäste und Anwohner zum Einkaufen ein. Neben dem neuen DB-Reisezentrum im Nordflügel sind zahlreiche Einzelhändler und Dienstleister täglich bis 22.00 Uhr für ihre Kunden da. Der Umbau gliedert sich in zwei Maßnahmen, das Empfangsgebäude und die Verkehrsstation. Der Umbau der Verkehrsstation steht noch an. Im Anschluss an die offizielle Einweihung des Empfangsgebäudes begann das zweitägige Bahnhofsfest, das noch bis Donnerstagnachmittag vielfältige Unterhaltung für alle Besucher bietet.

Erfurt Hauptbahnhof: ab Freitagmittag Personentunnel wieder geöffnet

(26.05.) ERFURT - Am kommenden Freitag um 13.00 Uhr wird im Erfurter Hauptbahnhof der Personentunnel von der Halle des Vorempfangsgebäudes zu den Bahnsteigaufgängen wieder geöffnet. Damit ist nun wieder der direkte Zugang aus der Empfangshalle mit Bahnhofsbuchhandel und DB ReiseZentrum zu den Bahnsteigen möglich. Die bislang genutzten provisorischen Zugänge unter der Eisenbahnüberführung in der Bahnhofstraße bleiben weiter bestehen. Nach dem Richtfest vom 11. März 2005 und den am 10. Mai 2005 durchgeführten Belastungsfahrten auf den Gleisanlagen ist das ein weiterer sichtbarer Ausdruck der zügig voranschreitenden Bauarbeiten. In den Bau des Bahnhofsgebäudes, der Bahnsteighalle sowie der Gleis- und Fahrleitungsanlagen investieren der Bund, der Freistaat Thüringen, die Landeshauptstadt Erfurt und die Deutsche Bahn AG rund 260 Millionen Euro. Der Bahnhof Erfurt wird seit vier Jahren umgebaut und modernisiert. Bis Ende 2007 soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Das historische Vorempfangsgebäude wurde bereits in den Jahren 2002/2003 denkmalgerecht restauriert.

Das Hallendach wird den Bahnhof künftig auf 154 Metern Länge und 90 Metern Breite überspannen. Mit dem Um- und Ausbau entstehen in dem 112 Jahre alten Gebäude im Herzen der Landeshauptstadt eine moderne Verkehrsstation und ein attraktives Dienstleistungszentrum. Es wird nach der Fertigstellung über 3.500 Quadratmeter Handels- und Verkaufsfläche verfügen. Dazu läuft der Ausbau der Ladenstraßen im neuen Dienstleistungszentrum. Zum Weihnachtsgeschäft 2005 sollen hier die ersten von insgesamt rund 30 Geschäften eröffnen.

"WiWo": DB laut Studie noch nicht reif für Börsengang

(25.05.) DÜSSELDORF - Die Voraussetzungen für einen Börsengang der DB sind nach einem Gutachten der Investmentbank Morgan Stanley im Auftrag der Bundesregierung bisher offenbar in kaum einem Punkt erfüllt. Zwar habe die DB 2004 in Sachen Börsenfähigkeit "einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung getan", zitierte die "Wirtschaftswoche" aus der vertraulichen Studie. Besonders bei der für potenzielle Geldgeber wichtigen Kapitalverzinsung habe das Staatsunternehmen mit einem Wert von 3,0 Prozent die Plangröße von 3,3 Prozent so gut wie erreicht. Zugleich aber ließen die Investmentbanker keinen Zweifel, wie weit der Schienenriese in der Praxis noch von einer möglichen Privatisierung entfernt sei. Von rund einem Dutzend "besonders wesentlichen Meilensteinen" auf dem Weg zur Börse habe Bahnchef Hartmut Mehdorn 2004 nur wenige tatsächlich erreicht. Vor allem der Personenfern- und der Güterverkehr gefährdeten laut Gutachten nach heutigem Stand die Börsenfähigkeit der Bahn. Zumindest im Fernverkehr sehen die Experten in der gesteigerten Pünktlichkeit und in der um 2, 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr höheren Verkehrsleistung im letzten Quartal 2004 eine positive Entwicklung. Dagegen sei beim defizitären Schienengüterverkehr keine Besserung in Sicht, hieß es in dem "WiWo"-Bericht unter Berufung auf die Studie weiter. Als Grund für die Probleme sehe Morgan Stanley den steigenden Anteil ausländischer Lkw und Binnenschiffer, den wachsenden Wettbewerb durch andere Eisenbahnunternehmen sowie sinkende Frachtraten.

Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte in der Vergangenheit darauf gedrängt, möglichst noch vor der nächsten Bundestagswahl Klarheit über den Termin für einen Börsengang zu schaffen. Durch die voraussichtliche Entscheidung für eine vorgezogene Wahl in diesem Herbst sind diese Pläne jedoch hinfällig geworden. Die FDP hat am Dienstag bereits angekündigt, im Falle eines Regierungswechsels beispielsweise auf einer Trennung von Netz und Betrieb zu bestehen. "Den Gang an die Börse wird es erst nach mehrjähriger positiver Ergebnisentwicklung geben", sagte Horst Friedrich, verkehrspolitischer Sprecher der FDP. Im Umfeld der DB wird laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" nicht ausgeschlossen, dass nach der Wahl der Posten von DB-Chef Hartmut Mehdorn zur Disposition gestellt wird. "Die personelle Kontrolle über den größten staatseigenen Betrieb wird sich eine neue Regierung unter Angela Merkel nicht entgehen lassen", so ein Bahn-Kenner. Auch die rot-grüne Koalition habe Mehdorns Vorgänger Johannes Ludewig nach einer Schonfrist ausgetauscht.

Bahn prüft nach Lidl-Aktion Ticketverkauf in Supermärkten

(25.05.) HAMBURG - Nach dem großen Erfolg von einer Million verkaufter Tickets innerhalb kürzester Zeit beim Discounter Lidl erwägt die DB nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die ZEIT" nun den dauerhaften Fahrkartenverkauf in Supermärkten. "Natürlich denken wir über solche Konzepte nach", sagte Vertriebschef Jürgen Büchy der Zeitung. "Und wir haben auch schon mit möglichen Partnern gesprochen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. In jedem Fall müssten wir für den Verkauf von Fahrkarten eine spezielle Technik installieren. Letztlich ist es dann egal, ob die Fahrkartenagentur in einem Supermarkt sitzt oder woanders." Fahrkarten, die der Kunde aus dem Regal nimmt wie Butter und Käse, werde es aber nicht geben, betonte Büchy. Vergangenen Woche hatte die Bahn eine Million Tickets im Zweierpaket für Hin- und Rückfahrt zu 49,90 Euro über Lidl angeboten. Sie waren schon kurz nach Ladenöffnung ausverkauft. Laut Büchy dauert es üblicherweise "vier bis fünf Tage", so viele Fahrkarten abzusetzen. Trotzdem werde die Aktion nicht wiederholt. Zur Frage, ob auch das Internetauktionshaus eBay ein Vertriebsweg sein könnte, sagte Büchy im Interview mit der "ZEIT": "Ernsthaft überlegt haben wir das bisher nicht. Aber wenn man sich anschaut, was dort für die Lidl-Tickets geboten wurde, kommt man schon ins Grübeln..." Bahnkreise in Berlin sagten dazu, die Preisentwicklung im Internet werde sehr sorgfältig beobachtet. Es lasse sich daran ohne großen Aufwand erkennen, was der Markt für Fahrkarten zu zahlen bereit sei. Es sei absehbar, daß künftige Sonderaktionen sich an diesen Preisen orientierten.

Unterdessen hat der Discounter Lidl mit dem Verkauf der restlichen Billig-Fahrscheine der DB begonnen. Dazu werden jetzt Kunden informiert, die bei der Aktion keine Tickets mehr bekamen und sich dann auf Wartelisten setzen ließen. Die Fahrscheine stammen nach Angaben einer Firmensprecherin aus Lidl-Filialen in der Provinz, wo die Nachfrage nicht so groß war. Der zweitgrößte deutsche Discounter gab keine Auskunft darüber, wie viele Tickets noch übrig sind. Die Rest-Fahrscheine werden nun an die Kunden verkauft, die auf den Wartelisten ganz oben stehen. "Anschließend werden alle anderen informiert, dass sie bedauerlicherweise kein Ticket bekommen", sagte eine Sprecherin. Die Listen mit Namen, Adresse und Telefonnummer würden dann vernichtet. Einen Weiterverkauf an Adressenhändler schloss Lidl strikt aus.

Brenner-Blockade: RoLa-Angebot wird verstärkt

(25.05.) WIEN - Während die Brenner-Route im Zuge einer Protestkundgebung am 27. Mai für 12 Stunden gesperrt sein wird, fahren die Güter auf der Schiene planmäßig. Rail Cargo Austria und ÖKOMBI werden 24 zusätzliche RoLa-Züge in Betrieb nehmen und damit das Regelangebot auf der Brennerachse um 200 Prozent aufstocken, um die Auswirkungen der Straßenblockade für den Gütertransit zu reduzieren. Mit dem erweiterten RoLa-Angebot können insgesamt mehr als 500 LKW die Bahn über den Brenner nutzen und so den Grenzwartezeiten entgehen. "Wir nutzen sämtliche Kapazitäten, die uns zur Verfügung stehen, und rechnen an diesem Tag mit einer 100%igen Auslastung", betont RCA-Vorstand Gustav Poschalko. Anlaufstellen für die LKW-Fahrer sind die beiden Terminals in Wörgl und Brennersee. "Zwischen diesen beiden Punkten werden die RoLa-Züge in einem verdichteten Takt verkehren. Alle 75 Minuten wird ein Zug einen der beiden Terminals verlassen" fasst RCA-Vorstand Ferdinand Schmidt die Maßnahmen zusammen. Ein RoLa-Zug bietet auf der Relation Wörgl-Brennersee Platz für 18 LKW.

Die Rollende Landstraße kombiniert die Vorteile der Schiene mit der Flexibilität des LKW und bietet eine Reihe wirtschaftlicher Vorteile. So können z.B. Treibstoffverbrauch und Betriebskilometer der LKW-Flotte reduziert, Mautzahlungen eingespart und Stauwartezeiten vermieden werden. Hinzu kommt, dass die LKW auf der Bahn keinem Nachtfahrverbot unterliegen und Fahrer-Ruhezeiten ohne Transportunterbrechung eingehalten werden können.

Für 29 Euro im Nachtzug auch nach Brüssel oder Paris

(25.05.) DORTMUND - Ab sofort gilt das günstige SparNight-Angebot von DB NachtZug auch auf den Strecken nach Belgien und Frankreich. Mit diesem Angebot fahren Reisende schon für 29 Euro im Sitzwagen und ab 39 Euro im Liegewagen von Hamburg, Bremen, Osnabrück sowie von Berlin, Hannover und Bielefeld nach Lüttich, Brüssel und Paris. Von München aus geht es mit den günstigen SparNight-Tarifen via Nürnberg, Ulm, Stuttgart und Karlsruhe nach Paris. Darüber hinaus verbindet ein D-Nacht Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg mit der französischen Hauptstadt. Wer mit der SparNight nach Paris oder Brüssel reist, gewinnt im Schlaf einen ganzen Tag – zum Beispiel für Sightseeing oder Shopping – und kommt mit dem Zug direkt im Herzen der Stadt an. Bei der frühen Ankunft und späten Abfahrt lohnt sich auch ein Tagestrip nach Paris, so dass in diesem Fall keine Hotelkosten anfallen. Zwei Jahre nach Einführung der günstigen SparNight-Tarife gilt dieses Angebot nun im gesamten Streckennetz von DB NachtZug. Auf insgesamt 15 DB NachtZug-Linien stehen über 1.500 nächtliche Verbindungen auf dem Fahrplan, die Ziele in Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien, Tschechien und in der Schweiz miteinander verbinden. Information und Buchung über das Nachtzug Servicetelefon unter 01805 14 15 14 (12 ct/Min., 6-24 Uhr) und überall dort, wo es Fahrkarten gibt.

Gewerkschaften fordern klares Bekenntnis zum Schienengüterverkehr

(25.05.) BERLIN - Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA sowie der Gesamtbetriebsrat (GBR) von Railion haben am Dienstag von der DB ein klares Bekenntnis zum Schienengüterverkehr gefordert. Dazu gehöre vor allem auch der Einzelwagenverkehr, hieß es in einer Pressemitteilung. Hintergrund seien Befürchtungen, das Unternehmen könne sich aus diesem Segment weiter zurückziehen. "Der Einzelwagenverkehr ist für uns unverzichtbarer Bestandteil einer Gesamt-Güter-Strategie", erklärten Transnet-Chef Norbert Hansen, der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel und der GBR-Vorsitzende Jörg Hensel.

Insgesamt müsse Railion in Kürze eine "transparente Strategie" vorlegen, wie sich die Gütersparte der DB weiterentwickeln werde. "Das haben wir heute auch im Aufsichtsrat der DB AG deutlich gemacht", bekräftigten Hansen und Hommel. Bis spätestens Ende Juni müsse Railion Konzepte vorlegen und mit den Arbeitnehmervertretern diskutieren. "Wir brauchen Pläne, die dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern und dem verkehrspolitischen Anspruch gerecht werden", verlangten der Transnet-Vorsitzende und der GDBA-Chef. Die beiden Gewerkschaften und der Gesamtbetriebsrat würden ihrerseits ein eigenes Konzept entwerfen und dann präsentieren. "Die Beschäftigten brauchen klare Zukunftsperspektiven", so Hansen, Hommel und Hensel. Voraussetzung sei, dass das Unternehmen am Wachstum des Gütermarktes "aktiv teilhabe". Dazu wiederum bedürfe es "offensiver Strategien". Ein "Schrumpfkurs" sei der völlig falsche Weg.

Mit der Bahn zum Kirchentag: Ein Beitrag für den Klimaschutz

(25.05.) HANNOVER - Mit dem Schwerpunkt "Klimaschutz und der nachhaltige Umgang mit der Schöpfung" treffen sich vom 25. bis 29. Mai 2005 mehr als 300.000 Menschen auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover. Besucher, die mit der umweltfreundlichen Bahn anreisen, leisten bereits einen wichtigen Beitrag zu der breit angelegten Klimaschutzkampagne, die vom größten Protestantentreffen ausgehen wird. Die Bahn ist in jeder Hinsicht natürlicher Partner, wenn es um Großveranstaltungen unter ökologisch vernünftigen Bedingungen geht. Mobilität und Klimaschutz sind keine Gegensätze. Am Beispiel des vom Kirchentag gecharterten Sonderzugs von Tübingen nach Hannover wird dies deutlich: Für die 615 Kilometer lange Bahnfahrt fallen im gut besetzten Zug auf dieser Strecke pro Person 9,2 Kilogramm Kohlendioxid an, während selbst ein vollbesetzter Mittelklasse-Pkw das mehr als Dreifache des Klimagases emittiert, nämlich pro Person knapp 31,5 Kilogramm. Anders ausgedrückt und umgerechnet auf einen vergleichbaren Energieverbrauch: Die Bahn fährt diese Strecke mit rund fünf Liter pro Reisender, der Pkw hingegen verbraucht insgesamt mehr als 50 Liter.

Während des Kirchentags ist die Bahn mit einem Informationsstand auf dem Expogelände vertreten. Neben Argumenten zur klimafreundlichen Mobilität informiert die Bahn über die Vorteile der BahnCard, die auch unter den Besuchern verlost werden. Die Bahn, ein Gewinn für die Umwelt, die BahnCard ein Gewinn für vernünftige Mobilität. Darüber hinaus gibt es Daten und Fakten zum Umweltprogramm der Bahn. Seine persönliche Mobilitäts-Umweltbilanz kann sich übrigens jeder selbst bequem im Internet unter www.bahn.de/umweltmobilcheck ausrechnen. Weitere Informationen zum Thema Bahn und Umwelt sind unter www.db.de/umwelt zu finden.

DB und SNCF bauen Zusammenarbeit aus

(24.05.) STRASSBURG - Die DB und die Französische Staatsbahn SNCF wollen ab 2007 zusammen grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Paris und Frankfurt am Main sowie Stuttgart betreiben. In Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und dem Französischen Verkehrsminister Gilles de Robien unterzeichneten DB-Chef Hartmut Mehdorn und sein französischer Kollege Louis Gallois eine Absichtserklärung zum Ausbau der Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Danach wollen die DB und SNCF zum 1. Januar 2006 eine gemeinsamen Betriebs- und Marketinggesellschaft mit einer Beteiligung von jeweils 50 Prozent und Sitz in Saarbrücken gründen. Basis ist eine Vereinbarung beider Bahnen für einen gemeinsamen grenzüberschreitenden kommerziellen Betrieb. Damit wird die Regierungsvereinbarung zum grenzüberschreitenden Infrastrukturausbau von La Rochelle aus dem Jahr 1992 zwischen Deutschland und Frankreich in wichtigen Teilen fortgeführt.

Ab Mitte 2007 werden im Korridor Paris - Ostfrankreich - Südwestdeutschland (POS) TGV- und ICE-Züge fahren. Die Nordroute führt von Frankfurt am Main nach Paris mit Halten in Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken, Forbach und Lorraine. Auf der Südroute fahren die Züge von Stuttgart nach Paris und halten in Karlsruhe und Straßburg. Täglich sollen auf der Nordroute fünf und auf der Südroute vier Verbindungen angeboten werden. Die Reisezeit zwischen Paris und Frankfurt am Main beziehungsweise Paris und Stuttgart soll sich dadurch von heute über sechs Stunden auf weniger als vier Stunden verkürzen. Durch dieses attraktive Angebot erwarten DB und SNCF einen Zuwachs um 500.000 Fahrgäste. Dies entspricht mittelfristig einer Zunahme von mehr als 50 Prozent. In Deutschland werden die Arbeiten mit dem 2007 geplanten Anschluss des ICE-Netzes an das französische TGV-Netz noch nicht abgeschlossen sein. Mehdorn versprach am Montag den Bau einer zweiten Eisenbahnbrücke über den Rhein zwischen Straßburg und dem badischen Kehl sowie die Anbindung in Appenweier an die ICE-Strecke Basel-Karlsruhe für die Jahre 2008 bis 2009. Der Ausbau der ersten Phase der Schnellstrecke Paris-Straßburg bis Beaudrecourt (Lothringen) werde 2007 fertig sein, sagte Frankreichs Verkehrsminister Gilles de Robien. "Wir wollen dafür sorgen, dass der Bau der zweiten Phase bis Straßburg ein Jahr früher als bisher geplant bereits 2008 beginnt."

Schon zum Fahrplanwechsel im Juni dieses Jahres werden im deutsch-französischen Schienengüterverkehr - zusätzlich zum Grenzbahnhof Forbach/Saarbrücken - auch alle übrigen Eisenbahn-Grenzübergänge zwischen Deutschland und Frankreich durchgängig ohne Lokwechsel befahren. Davon versprechen sich die Bahnen höhere Produktivität und damit mehr Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Straße. Eingesetzt werden Mehrsystemloks beider Bahnen, die für die Strom- und Signalsysteme beider Länder geeignet sind. Bei Railion und Fret SNCF, den Güterverkehrssparten beider Bahnen, werden dafür insgesamt 40 Lokomotiven und Lokführer eingesetzt. Für die Kunden werden die Transporte auf allen Achsen zwischen Frankreich und Deutschland damit zuverlässiger und um bis zu zwei Stunden schneller - sowohl im Ganzzug- und Einzelwagenverkehr als auch im Kombinierten Verkehr. Außerdem unterzeichneten die beiden Bahnchefs heute eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Tochtergesellschaft RailEuroConcept (REC), die an der Ausgestaltung ihrer Produktionspartnerschaft maßgeblich mitgewirkt hat. Die Gesellschaft soll ab Januar 2006 auch die Produktionsplanung und -steuerung sowie die Qualitätssicherung für grenzüberschreitende Güterzüge übernehmen und somit den Kernpfeiler der interoperablen Produktion bilden. In einer anschließenden, zweiten Phase soll REC dann die Produktion ausgewählter Verkehre eigenverantwortlich übernehmen.

DB, BUND, NABU und WWF bringen "Umwelt-BahnCard" auf den Markt

(24.05.) BERLIN - Die DB, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der WWF Deutschland schmieden eine neue Allianz für die Umwelt. Ab sofort können Mitglieder und Förderer von BUND, NABU und WWF sowie andere Interessierte eine Umwelt-BahnCard 25 oder 50 kaufen und damit die Arbeit ihres Verbands auf innovative Weise fördern. Die DB spendet pro Euro Umsatz, der beim Kauf der Umwelt-BahnCard und dem Fahrscheinkauf mit einer Umwelt-BahnCard während der gesamten einjährigen Geltungsdauer der BahnCard erzielt wird, einen Cent an die jeweilige Umweltorganisation. Der Erwerb der Umwelt-BahnCard ist für die gut eine Million Mitglieder und Förderer von BUND, NABU und WWF zunächst im Rahmen eines Testangebotes bis Ende September möglich. Im Herbst werden die Partner über die Fortführung der Umwelt-BahnCard beraten.

Der BUND wird das Geld für das BUND-Schwerpunktprojekt "Nachhaltige Mobilität und Klimaschutz" einsetzen. Der NABU wird den Betrag für die Renaturierung der Unteren Havel verwenden. Der WWF will seine Einnahmen aus der Umwelt-BahnCard gemäß dem Motto "Zugfahren für – Zugvögel" gezielt in den Schutz der Zugvogel-Biotope im Wattenmeer investieren. Schon heute entscheiden sich die Mitglieder und Förderer von Umweltverbänden überdurchschnittlich häufig für die Bahn als umweltverträglichstes Verkehrsmittel. Nach den Ergebnissen einer Online-Befragung kann eine Umwelt-BahnCard mit Spendenfunktion für die Umwelt noch mehr Reisende zum Umstieg auf die Schiene bewegen. Bahn und Umweltverbände wollen daher mit ihrer neuen Kooperation eine nachweisbare Umweltentlastung erreichen. Im Fernverkehr wird für eine Bahnreise im Vergleich zum PKW nur ein Viertel der klimabelastenden Kohlendioxid-(CO2-)Emissionen in die Atmosphäre abgegeben. Im Vergleich zum Luftverkehr liegt der Bahn-Wert sogar nur bei einem Fünftel.

Die Umwelt-BahnCard, die neben dem DB-Logo auch das Logo des jeweiligen Umweltverbandes trägt, gibt es in den bekannten Varianten BahnCard 25 (50 Euro) und BahnCard 50 (200 Euro, Partnerkarte für 100 Euro), sowie in der Version "First" für die 1. Klasse für 100 bzw. 400 Euro. Bestellscheine für den Kauf der Umwelt-BahnCard erhalten interessierte BUND-, NABU- und WWF-Mitglieder über die Geschäftsstellen der jeweiligen Verbände. Darüber hinaus kann die Umwelt-BahnCard online über die Internetseiten der Umweltverbände oder telefonisch beim BahnCard Service, Telefon 01805 – 340 035, mit dem Stichwort des Umweltverbands bestellt werden. Am Ende der einjährigen Gültigkeit erhält jeder Kunde eine Übersicht über seinen individuellen Spendenbetrag. Die DB verzeichnet seit Monaten eine stark steigende Nachfrage nach der BahnCard. Von Januar bis März wurden 918.000 BahnCards verkauft, 30 Prozent mehr als im ersten Quartal 2004. Besonders hoch waren mit 40 Prozent die Zuwachsraten beim familienfreundlichen "Einsteigermodell" BahnCard 25 (50 Euro). Insgesamt sind gegenwärtig 3,1 Millionen BahnCards im Umlauf – so viele wie noch nie.

Erneuerung der Oberleitung zwischen Hamburg-Eidelstedt und Hamburg-Horn

(24.05.) HAMBURG - Die DB erneuert ab Anfang Juni die Oberleitung der Güterumgehungsbahn zwischen Hamburg-Eidelstedt und Hamburg-Horn. Die Investition hierfür beträgt fast sieben Millionen Euro, die vom Bund und der DB AG getragen werden. Die vorhandene Oberleitungsanlage wurde in den Jahren 1972/73 errichtet und in Betrieb genommen. Da die Nutzungsdauer abgelaufen ist, ist eine Erneuerung erforderlich. Auf dem knapp 15 Kilometer langen Bauabschnitt werden 285 neue Oberleitungsmasten nach dem neuesten Standard gesetzt. Hierfür müssen Rammarbeiten durchgeführt werden. Um den Fahrbetrieb während der Bauarbeiten zu gewährleisten ist es unvermeidlich, diese auch am Wochenende und nachts auszuführen. Darüber hinaus werden auch Tragseile und Fahrdrähte der Oberleitungsanlage erneuert. Trotz des Einsatzes lärmgedämpfter Arbeitsgeräte lassen sich ruhestörende Geräusche nicht ganz vermeiden. Da die Rammarbeiten nur punktuell etwa alle 50 bis 70 m erfolgen und die Baustelle entlang der Strecke "wandert", werden die Lärmbelästigungen für die Anwohner nur von kurzer Dauer sein. Die Arbeiten beginnen ab dem Bf Hamburg-Eidelstedt in Richtung Hamburg-Horn.

Achterbahn auf dem Kopf und ins Gebirge

(24.05.) FRANKFURT/Main - In über 40 Spezialcontainern transportierte Railog die größte mobile Über-Kopf-Achterbahn "Euro Star" für Oscar Bruch Special-Event Management von Frankfurt am Main nach Annaberg im Erzgebirge. Für die Fahrt wurde die Achterbahn mit einem Gesamtgewicht von fast 500 Tonnen in ihre Einzelteile zerlegt. Die größten Elemente sind die jeweils 28 Tonnen schweren Aufhängungen, an denen später die Zugteile der Achterbahn eingeklinkt werden. In Loopings und Wirbeln winden sich die Gondeln um eine Schiene, die wie ein Korkenzieher geformt ist. Aus 38 Metern Höhe rast die Achterbahn mit 100 Stundenkilometern in die Tiefe und beeindruckt auf jedem Volksfest die Besucher. Der Aufbau des "Euro Stars" erfordert eine Woche intensiver Arbeit; die Zeitfenster zwischen den Einsätzen sind auch darum extrem knapp bemessen. Deshalb setzt Railog-Kunde Oscar Bruch Special-EventManagement darauf, dass die Transitzeiten von einem Aufbauort zum nächsten reduziert werden und die Über-Kopf-Achterbahn auf ihrer Tour durch Deutschland rechtzeitig und unbeschadet auf dem jeweiligen Kirmes- oder Volksfestplatz eintrifft. Auch beim Transport für Schausteller kommt es auf die präzise Einhaltung der Fahrpläne an, denn Fehlleitungen und Verspätungen können zu erheblichen Mindereinnahmen führen. Zudem stellt die Beförderung komplexer Fahrbetriebe mit einem Sachwert von mehreren Millionen Euro hohe Anforderungen an die Transportsicherheit. Der "Euro Star" etwa kostet elf Millionen Euro.

Zur Verladung wurden die Container und Schwergutteile der Über-Kopf-Achterbahn mit Hilfe von Seitenladerfahrzeugen von der Frankfurter Frühjahrs-Dippemess zum Gleis gefahren und auf die Güterwaggons gesetzt, bevor sich der 600 Meter lange Zug in Bewegung Richtung Annaberg setzte. Mit Lkw war die kurvenreiche Strecke von Chemnitz nach Annaberg auf der Landstraße nicht wirtschaftlich zu bewältigen. Außerdem hätte der Straßentransport erhebliche Verkehrsbehinderungen verursacht. So wurde die Trasse der Pressnitztalbahn, die eigentlich dem Personenverkehr dient, für den Schienentransport von Railog reaktiviert. Die Steigung im Erzgebirge verlangte den Schienenlogistikern eine weitere individuelle Lösung ab: Lediglich in zwei Halbzügen konnte die Achterbahn ans Ziel gelangen. Immerhin wurden so 3.000 Straßenkilometer auf gebirgigen Straßen eingespart - und reichlich kostbare Zeit. Bereits am folgenden Morgen konnten die ersten Teile in Annaberg für die Montage bereitgestellt werden. Vom 28. Mai an wird der Euro Star neun Tage lang Attraktion der 485. Annaberger Kät sein, bevor die Achterbahn - selbstverständlich wieder mit Railog - nach Hannover weiterreist und die dortigen Schützenfest-Besucher Anfang Juli ein Ticket für die rasante Fahrt über Kopf lösen können.

Mit rund 140 Mitarbeitern an 19 Standorten in acht europäischen Staaten bewegte Railog im Jahr 2004 etwa fünf Millionen Tonnen Güter und disponierte europaweit annähernd 160.000 Waggons. Die meisten Transporte übernimmt dabei Railion, die Güterbahn der Stinnes AG. Damit ist Railog einer der europäischen Marktführer für bahnaffine Logistik in den Bereichen Neumöbel, Ton und Fliesen sowie Weiße Ware. Railog ist zertifiziert nach DIN ISO 9001:2000, betreibt ein Umweltschutz-Management nach DIN ISO 14001 und setzt Arbeitsschutzbestimmungen nach OHSAS:18001 (Occupational Health and Safety Management Systems) um. Railog ist ein Unternehmen der Schenker AG.

BVZ Holding übernimmt auch Gornergrat Bahn

(24.05.) ZERMATT - Zweieinhalb Jahre nach der Furka Oberalp Bahn (FO) übernimmt die BVZ Holding auch die Gornergrat Bahn (GGB). Privataktionäre verkaufen der BVZ Holding 44,3 Prozent der im Jahr 1896 gegründeten Gornergrat Bahn. Sie erhalten dafür 1200 Franken pro Aktie oder insgesamt rund 14,9 Mio. Franken in bar. Den restlichen Aktionären der GGB unterbreitet die BVZ Holding am 20. Juni ein öffentliches Kaufangebot, wie das Unternehmen mitteilte. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen unterstützten die Übernahme, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Damit solle die Tourismusregion Zermatt weiter gestärkt werden. Seit 80 Jahren arbeiten die beiden Schmalspur-Zahnradbahnen eng zusammen.

"Spiegel": DB erzielt 2004 253 Mio. Euro Gewinn

(23.05.) HAMBURG - Die DB hat im vergangenen Jahr laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im operativen Geschäft einen Gewinn von 253 Millionen Euro Gewinn erzielt. Damit schrieb der bundeseigene Verkehrskonzern erstmals ohne staatliche Zuschüsse schwarze Zahlen. Im Jahr zuvor waren noch 172 Millionen Euro Verlust angefallen. Steigende Erträge könnten vor allem die Bereiche Regio und Stadtverkehr melden, auch die Logistiktochter Schenker wachse über Plan, hieß es. Der Konzernumsatz stieg dem Bericht zufolge um 4,1 Prozent auf fast 24 Milliarden Euro. Offiziell werden die Zahlen am kommenden Mittwoch von Bahnchef Hartmut Mehdorn auf der Bilanz-Pressekonferenz vorgelegt.

Last Minute bei DB AutoZug: Zu kleinen Preisen in die Sonne

(23.05.) DORTMUND - Reisende, die mit dem AutoZug in den Sommerurlaub starten, sparen Spritkosten und im Ausland Autobahngebühren, schonen ihr Fahrzeug und gewinnen auf einer Reise über Nacht auf der Fahrt zum Ferienziel zwei Urlaubstage. Die Last-Minute-Angebote von DB AutoZug für Auto- und Motorradfahrer bieten jetzt einen zusätzlichen Preisvorteil: Wer seine Reise kurzfristig, frühestens sechs Tage vor der Abfahrt bucht, erhält 25 Prozent Ermäßigung gegenüber dem Normalpreis. Der DB AutoZug bringt Reisende noch bis Ende Oktober zu verschiedenen Zielen in Deutschland sowie nach Frankreich, Italien, Österreich und Kroatien. Die bequeme Weiterreise nach Spanien oder Skandinavien ist von vielen Terminals problemlos möglich. Alle Last-Minute-Fahrten sind ab sechs Tage vor dem jeweiligen Reisedatum buchbar – solange Plätze verfügbar sind. Umtausch und Erstattung sind ausgeschlossen. Buchungstelefon: 01805 - 24 12 24 (12 ct./Min.), täglich von 8 bis 22 Uhr. Außerdem kann überall dort gebucht werden, wo es Fahrkarten gibt - sowie im Internet unter www.dbautozug.de.

Qualität des DB-Regionalverkehrs und der S-Bahn in der Region Rhein-Neckar

(23.05.) MANNHEIM - Im Verkehrsvertrag über fahrplanmäßige Angebote im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg vom Juli 2003 haben die DB und das Land Baden-Württemberg unter anderem ein Qualitätsmess-System für den Schienenpersonennahverkehr der DB Regio AG im Land vereinbart, um die Fahrt mit den Regionalverkehrszügen noch attraktiver zu machen. Dieses System basiert auf zwei Säulen. Zum einen ermittelt ein unabhängiges Institut nach objektiven Kriterien Werte für Pünktlichkeit, Information und Sauberkeit. So waren zum Beispiel die Züge der DB Regio in 2004 zu fast genau 94 Prozent im Land pünktlich unterwegs. Zum anderen werden die Kunden befragt. Fahrgäste bewerten dabei ihren subjektiven Eindruck von Pünktlichkeit, Information und Sauberkeit nach Schulnoten. Darüber hinaus misst ein unabhängiges Institut zusätzlich regelmäßig die Pünktlichkeit und weitere Qualitätsmerkmale der S-Bahn RheinNeckar. In Mannheim hat am Freitag Frank Klingenhöfer, Leiter des Verkehrsunternehmens RheinNeckar der DB, die Ergebnisse der letzten Erhebungen und Befragungsrunden im Bereich RheinNeckar aus 2004 vorgestellt.

"Der Vergleich der Ergebnisse aus den Jahren 2003 und 2004 zeigt, dass die erfolgreiche Einführung der S-Bahn RheinNeckar diese Basisleistungen über die gesamten Verkehre deutlich verbessert hat", erklärte Frank Klingenhöfer. "Diese Verbesserungen sind von den Kunden unmittelbar honoriert worden". Die Pünktlichkeit der RegionalBahnen (RB) im Jahr 2004 beispielsweise stieg auf 94 % (gegenüber 87 % im Jahr 2003), während die S-Bahn RheinNeckar gleich im ersten Jahr ihres Betriebes einen stabilen Pünktlichkeitsgrad von 98 % erreichte. Die Anschlusssicherheit der Züge betrug bei den RB 94 % und bei den S-Bahnen 96 %. Durch die Einführung der S-Bahn RheinNeckar ist das Verkehrsunternehmen RheinNeckar zur am besten bewerteten Region des DB-Nahverkehrs bundesweit geworden. Die Fahrgäste honorierten die Leistungen 2004 bei den RegionalBahnZügen mit fast überall besseren Noten gegenüber dem Vorjahr: Pünktlichkeit 3,2 (2003: 3,9), Sicherheit 2,8 (2003: 3,2) Sauberkeit 3,2 (2003: 3,1) Information im Regelfall 2,8 (2003: 3,0), Information im Störungsfall (2003: 3,3). Die S-Bahnen wurden durchweg noch besser bewertet (Pünktlichkeit = 2,6, Sicherheit = 2,7, Sauberkeit = 2,8, Information im Regelfall = 2,5, Information im Störungsfall = 3,1).

Die positive Entwicklung zeigt sich auch in den Fahrgastzahlen bei der S-Bahn RheinNeckar. Mit einem Fahrgastzuwachs von 30 Prozent werden alle Erwartungen übertroffen. Überdurchschnittlich hohe Fahrgastzuwächse weist insbesondere der Streckenabschnitt Heidelberg – Bruchsal auf. Täglich sind heute rund 60.000 Reisende mit der S-Bahn unterwegs, ca. 14.000 Reisende mehr als vor ihrer Einführung. Die Erfahrungen des ersten Betriebsjahres haben gegenüber den prognostizierten Zahlen bereits eine deutliche Verkehrszunahme gezeigt. Bei zahlreichen Zügen kam es in der Hauptverkehrszeit auf Grund der sehr hohen Nachfrage zu Kapazitätsproblemen. Zum Fahrplanwechsel 2004/2005 wurden daher neun S-Bahnen während des besonders nachfragestarken Berufsverkehrs verstärkt (hauptsächlich in den Relationen Mannheim – Karlsruhe und Heidelberg – Karlsruhe).

"7 Euro-Senioren Aktion" der ÖBB ein voller Erfolg

(23.05.) WIEN - Die Idee, dass die derzeit laufende "7 Euro-Senioren Aktion" der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) den Verkauf der VORTEILScard Senior kräftig ankurbeln würde, ist aufgegangen: Die Verkaufszahlen übertreffen alle Erwartungen. Dieses Wochenende feiert die ÖBB-Personenverkehr AG das 30.000-ste verkaufte Tickets seit Beginn der Aktion am 9. April. Bis zum Ende der 7 Euro-Aktion am 26. Juni rechnet die ÖBB mit weiteren 15.000 verkauften Tickets. "Ich freue mich besonders, dass diese Aktion bei unseren älteren Fahrgästen auf so positives Echo gestoßen ist. Der große Erfolg bestätigt einmal mehr, wie wichtig unseren Senioren eine unabhängige Mobilität ist," betont Stefan Wehinger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG. Mit der VORTEILScardSenior-Aktion fahren Senioren (Frauen ab 60 Jahren, Männer ab 65 Jahren) um nur 7 Euro 36 Stunden lang durch ganz Österreich. Die Aktion gilt im Zeitraum von 9. April bis 26. Juni 2005 jeweils an den Wochenenden - und zwar von Samstag 00.00 Uhr bis Sonntag 12.00 Uhr - für beliebige Fahrten 2. Klasse.

Wer noch keine VORTEILScard Senior hat, kann sie am Bahnhofsschalter um nur 26,90 Euro für ein ganzes Jahr kaufen. Sie bietet zahlreiche Vorteile, wie zum Beispiel mindestens 45 Prozent Ersparnis bei Fahrten im Inland und mindestens 25 Prozent Ersparnis bei Bahnfahrten ins Ausland. Ticketverkauf bei allen ÖBB-Fahrkartenschaltern. Informationen, Fahrpläne und Preisauskünfte sind unter Tel. 05-1717 (Ortstarif) erhältlich.

Lehrter Bahnhof soll nur noch Berliner Hauptbahnhof heißen

(21.05.) BERLIN - Der Berliner Hauptbahnhof soll nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" seinen Namenszusatz "Lehrter Bahnhof" verlieren. Der neue Bahnhof im Zentrum der Stadt solle nach dem Willen der DB spätestens bei seiner Eröffnung am 28. Mai 2006 nur noch "Berlin Hauptbahnhof" heißen, hieß es. Auch der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, sprach sich dem Bericht zufolge dafür aus, den Namenszusatz wegzulassen. Die zwei Namen seien für internationale Gäste verwirrend. Die geplante Vereinfachung trage auch der Lage des Bahnhofs Rechnung, so Wowereit: "Er liegt im Zentrum, also ist er der Hauptbahnhof".

Der heutige Doppelname geht auf einen Kompromiss zurück, den Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und der damalige Stadtentwicklungssenator Peter Strieder im September 2002 verkündet hatten. Zum einen werde diese Bezeichnung der Tradition gerecht - an dieser Stelle stand von 1871 bis 1959 der Lehrter Bahnhof. Zum anderen betone der Name die Funktion als zentrale Fernverkehrsstation, hieß es. Viele Berliner kritisierten damals die Entscheidung. Zuvor hatten sich nämlich in einer Abstimmung des Senats, an der 7 860 Bürger teilnahmen, fast 70 Prozent für den Traditionsnamen Lehrter Bahnhof ausgesprochen - ohne Zusatz. Mehdorn und Strieder hätten sich über dieses Votum hinweggesetzt. Schon damals wurde befürchtet, dass das Namensanhängsel Lehrter Bahnhof bald einfach weggelassen werden könnte.

Startschuss für erste Röhre des Katzenbergtunnels

(21.05.) FREIBURG - Am Freitag ist im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Behörden, der beteiligten Baufirmen und der Bahn der Startschuss für den Bau der ersten Röhre des Katzenbergtunnels gefallen. In gut 31 Monaten soll die erste der insgesamt zwei rund 9,4 Kilometer langen Röhren des Katzenbergtunnels im Rohbau fertig sein. "Die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe - Basel ist für die nationalen wie die internationalen Schienenverkehre von herausragender Bedeutung " so Oliver Kraft, Leiter Fahrweginvestitionen der DB Netz AG. "Mit dem Beginn der Arbeiten am Katzenbergtunnel kommen wir unserem Ziel, die Rheintalstrecke durchgehend viergleisig auszubauen, einen entscheidenden Schritt näher." Rund drei Monate benötigten zeitweise bis zu 90 Spezialisten, um die Tunnelbohrmaschine in der riesigen Baugrube zusammenzusetzen. Mit einer Gesamtlänge von 220 Meter, einem Gewicht von 2.500 Tonnen und einer Antriebsleistung von 3.200 Kilowatt gehört die Maschine zu den Größten die jeweils von der Firma Herrenknecht gebaut wurde. Je nach Beschaffenheit der Geologie schafft die Maschine bis zu fünfzehn Meter Tunnel am Tag. Der Durchmesser des Bohrschildes beträgt über elf Meter; dies entspricht etwa der Höhe eines dreistöckigen Hauses. Nur unterbrochen von den notwendigen Wartungsarbeiten wird die Maschine 31 Monate rund um die Uhr im Einsatz sein.

Damit der eigentliche Bau des Tunnels reibungslos funktionieren kann, waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Auf der insgesamt 100.000 Quadratmeter großen Baustelle entstand in den letzen Monaten eine Produktionsstätte mit eigener Infrastruktur. Neben den Baubüros für die Planer und Techniker der Arbeitsgemeinschaft Katzenberg sowie der Bahn wurden Unterkünfte für maximal 250 Arbeitskräfte geschaffen. Das Kernstück der Baustellenfläche stellt die Produktionshalle für die Herstellung der sogenannten Tübbinge (Fertigteile aus Beton) dar, mit denen die Innenschale des Tunnels erstellt wird. Ebenso wichtig für das Funktionieren der Baustelle ist der schnelle und umweltschonende Abtransport der Erdmassen aus den beiden Tunnelröhren. Eine oberirdische rund 2,5 Kilometer lange Förderbandanlage fördert den Abraum direkt in den nahegelegenen Steinbruch "Kapf". Somit können die umliegenden Gemeinden entscheidend von Straßentransporten entlastet werden. Während sich die erste Tunnelbohrmaschine in den nächsten Tagen in Bewegung setzt, entsteht parallel dazu eine zweite identische Maschine für die westlich gelegene Röhre. Diese wird nach derzeitigem Planungsstand im Oktober ihre Arbeit aufnehmen. Damit ist der Katzenbergtunnel nicht nur die größte sondern auch die derzeit einzige Tunnelbaustelle in Deutschland, die mit zwei parallel laufenden Vortriebsmaschinen aufgefahren wird. Die Fertigstellung des 250 Millionen Euro teuren Tunnelrohbaus ist für das Jahr 2008 geplant.

Der viergleisige Aus- und Neubau der Strecke Karlsruhe-Basel ist eines der dringlichsten Infrastrukturprojekte der Bahn. Mit der Inbetriebnahme des über 40 Kilometer langen Streckenabschnittes zwischen Rastatt-Süd und Offenburg konnte im Dezember 2004 ein wichtiger Teilabschnitt realisiert werden. Der Start der Arbeiten für das größte Einzelbauwerk der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe – Basel, dem Katzenbergtunnel, markiert nun eine weitere wichtige Etappe in der Entwicklung des Projektes.

Keine ICE-Züge mehr nach Magdeburg und Potsdam

(21.05.) MAGDEBURG - Vom kleinen Fahrplanwechsel am 12. Juni an fahren zwischen Berlin und Magdeburg und Potsdam nur noch Nahverkehrszüge. Bahnsprecher Jörg Bönisch begründete den Schritt am Freitag mit der schlechten Auslastung der ICE-Züge. Bislang halten ICE-Züge auf ihrem Weg von Berlin über Hannover ins Rheinland und zurück noch vier Mal täglich in Magdeburg und Potsdam. "Pro Zug wurden durchschnittlich 50 Reisende gezählt, was einer Auslastung von 12 Prozent entspricht", erläuterte Bönisch. "Wir mussten daher diese unternehmerische Entscheidung treffen." Im Dezember habe die Bahn den letzten Versuch unternommen, die Verbindung zu halten: "Wir haben unser Angebot mit dem Einsatz noch komfortablerer Metropolitan-Züge noch einmal verbessert. Aber auch das hat nicht dazu geführt, dass mehr Reisende in die Züge stiegen", so Bönisch. Politiker reagierten empört auf die geplanten Streichungen und kündigten Widerstand an.

Schaffner darf Reisenden bei Störungen nicht grundlos das Aussteigen verweigern

(21.05.) AUGSBURG - Ein Schaffner darf Reisenden nicht grundlos das Aussteigen aus einem auf freier Strecke haltenden Zug verweigern, wenn sie nur so ein wartendes Flugzeug erreichen könnten. Verhält sich ein Schaffner entsprechend, muss die DB für den entstehenden Schaden haften. Das hat das Amtsgericht Augsburg entschieden (Az.: 74 C 2694/04), berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell". Geklagt hatte ein Ehepaar, dass wegen einer Streckensperrung nach einem Selbstmord den gebuchten Flug nach Australien verpasst hatte. Der Schaffner hatte die Bitte des Ehepaars abgelehnt, aussteigen zu dürfen, um die Fahrt per Taxi fortsetzen zu können. Im Urteil hieß es dazu, der Schaffner hätte genau prüfen müssen, ob er im Einzelfall das Aussteigen erlaubt oder nicht. Das aber sei nicht geschehen. Ein Unterschied von einem Meter zwischen der Zugtreppe und dem Gleis habe kein Verweigerungsgrund sein dürfen. Auch für die Befürchtung, weitere Reisende hätten aussteigen wollen, seien keine Anhaltspunkte gegeben gewesen, befand das Gericht.

DB und SNCF wollen gemeinsam Schnellzüge betreiben

(21.05.) PARIS (AFP) - Deutschland und Frankreich wollen ab 2007 zusammen grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Paris und Frankfurt am Main sowie Paris und Stuttgart betreiben. Das Grundsatzabkommen für die Gründung einer neuen Betreibergesellschaft sollen DB-Chef Hartmut Mehdorn und sein französischer Kollege Louis Gallois am Montag in Straßburg unterzeichnen, wie das französische Verkehrsministerium am Freitag in Paris mitteilte. Die neue Firma soll Angebote für erwartete 1,5 Millionen Reisende jährlich zwischen Deutschland und Frankreich erstellen und dabei auf den Erfahrungen der Thalys- und Eurostar-Züge aufbauen. Technische Unterschiede zwischen den Netzen in beiden Ländern sollen künftig keine Rolle mehr spielen. Mit den neuen Hochgeschwindigkeits-Angeboten soll sich die Fahrtzeit auf den Strecken Paris-Frankfurt und Paris-Stuttgart von derzeit jeweils gut sechs Stunden auf jeweils rund dreidreiviertel Stunden verkürzen. Das eigens gegründete deutsch-französische Unternehmen der Staatsbahnen DB und SNCF will ab 2007 auf der Frankfurt-Strecke täglich fünf Verbindungen in beide Richtungen anbieten, auf der Stuttgart-Strecke sollen es vier sein.

Lidl wegen Ticket-Aktion abgemahnt

(21.05.) BAD HOMBURG - Nach Beschwerden dutzender Bahnkunden hat die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs e.V. in Bad Homburg die Handelskette Lidl abgemahnt, die die Billig-Tickets der DB verkauft hatte. Susanne Jennewein von der Stuttgarter Filiale der Zentrale sagte der Zeitung "Die Welt", der Verein verlange von Lidl eine Unterlassungserklärung, wonach die Kette nicht mehr damit werben werde, dass die 49,90-Tickets bis 28. Mai erhältlich seien. "Gibt Lidl keine Erklärung ab, werden wir den Klageweg beschreiten". Auf der Homepage von "Lidl" hieß es am Freitag, man sei aufgrund des bereits im Vorfeld enormen Medienechos regelrecht vom Kundenandrang "überrollt" worden und bedauere sehr, dass nicht alle Kundenwünsche befriedigt werden konnten. Da sowohl bei Lidl als auch der DB keine Erfahrungswerte vorgelegen hätten, sei der Bedarf bedauerlicherweise unterschätzt worden. Die noch zur Verfügung stehenden Restmengen aus ländlichen Filialen würden umgehend an Filialen mit Warteliste zur Verteilung weitergegeben.

Unterdessen haben deutsche Politiker die DB am Freitag zu weiteren Billig-Aktionen aufgefordert. Der Grünen-Verkehrsexperte Albert Schmidt sagte, die Bahn solle neue Kunden mit weiteren Angeboten anlocken. Der Ansturm auf die Lidl-Tickets zeige, dass Bahnfahren in Deutschland ein enormes Potenzial habe. Die Fernzüge seien durchschnittlich nur zu etwa 42 Prozent ausgelastet. Umweltminister Jürgen Trittin sagte, die Aktion sei aus Verbrauchersicht sehr zu begrüßen. Sie zeige, dass man mit geschicktem Marketing Bahnfahren populär machen könne. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, forderte die Bahn auf, als Konsequenz die Preise vor allem im Nahverkehr zu senken.

Lidl-Tickets innerhalb von einer Stunde fast ausverkauft

(20.05.) BERLIN - Die Nachfrage nach Bahnfahrkarten bei Lidl hat nach Angaben von DB und Lidl alle Erwartungen übertroffen. Bereits eine Stunde nach Verkaufsstart war in den meisten der 2.600 Filialen das Angebot ausverkauft. Insgesamt waren mehr als eine Million Fahrkarten, also rund 500 000 Fahrkartenhefte, bei Lidl im Angebot. Aufgrund des großen Interesses nach dem Preishit hatten sich an zahlreichen Filialen bereits vor 8 Uhr lange Schlangen gebildet, die ersten Kunden warteten über zwei Stunden auf die Ladenöffnung um 8 Uhr. Viele von ihnen gingen allerdings leer aus - oft war das Angebot von zwei Tickets für Fahrten in ganz Deutschland zum Preis von 49,90 Euro sogar binnen Minuten vergriffen. "Wir haben erwartet, dass die Resonanz gut sein würde. Aber mit einem solchen Ansturm haben wir nicht gerechnet", sagte Lidl-Geschäftsführer Gerd Chrzanowski der Tageszeitung "Die Welt". Vor allem in den Großstädten, in der Nähe von ICE-Bahnhöfen, seien die Tickets nach wenigen Minuten ausverkauft gewesen. Tumulte und Handgreiflichkeiten habe es nur in einer Filiale gegeben. Nachdem die Tickets ausverkauft waren, konnten sich Interessenten in Listen eintragen. "Wir versuchen, bei der Bahn noch Tickets für diese Kunden zu bekommen", sagte Chrzanowski sagte der Zeitung "Die Welt". Lidl sei zudem interessiert an einer Neuauflage des Angebots.

Bahnchef Hartmut Mehdorn dämpfte die Hoffnungen aber am Abend. Zugtickets im Supermarkt werde es nicht wieder geben, sagte Mehdorn im ZDF-"heute-Journal". Der Verkauf beim Discounter Lidl sei eine "einmalige Werbemaßnahme" gewesen. Zwar bei seien zu viele Fernverkehrszüge leer, für die Steuerung der Bahnkunden seien solche Einheitspreis-Aktionen aber nicht das geeignete Instrument. Ziel der Aktion sei es gewesen, Kunden zu gewinnen, die sonst nicht die Bahn nutzten. Bahnsprecher Gunnar Meyer kündigte unterdessen an, die Lidl-Tickets seien sicher nicht die letzte Sonderaktion der DB gewesen. Bereits im Juli wolle die Bahn "andere attraktive Sonderangebote" über die üblichen Vertriebswege via Reisebüros oder die DB-Reisezentren auf den Markt bringen. Die Kunden, die jetzt leer ausgegangen seien, sollten "nicht aufgeben", sagte Meyer.

Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen kritisierte die Billigtickets bei Lidl als "Lockvogel-Angebot". "Eindeutig liegt hier ein Fall von irreführender Werbung vor, da die Verkaufskampagne für zehn Tage angekündigt, das Kartenkontingent in den meisten Filialen aber schon nach wenigen Minuten ausverkauft war." Sie forderte Lidl und die DB auf, schleunigst die große Nachfrage mit weiteren Fahrkarten zu befriedigen. Bei der Verbraucherzentrale gingen nach Angaben eines Sprechers am Vormittag zahlreiche Beschwerden von verärgerten Kunden ein, die beim Run auf die 49-Euro-Tickets nicht mehr zum Zuge gekommen waren. Der Bahn und Lidl müsse angesichts eines "regelrechten medialen Feuerwerks" klar gewesen sein, dass das Discounter-Angebot einen reißenden Absatz finde. Enttäuschte Kunden haben nach Angaben der Verbraucherzentrale jedoch keinen rechtlichen Anspruch auf den Verkauf der Karten. Der Fahrgastverband Pro Bahn bewertete die Sonderaktion unterdessen als Erfolg. "Die Aktion an sich war gut", sagte der Pro-Bahn-Vorsitzende Karl-Peter Naumann dem "Tagesspiegel". Die Bahn habe tatsächlich das Problem, dass viele Bürger die Preise höher einschätzten, als sie tatsächlich seien. Jetzt müsse die Bahn aber auch ähnliche Aktionen für ihre Stammkunden anbieten, forderte Naumann.

Unterdessen werden beim Internetauktionshaus ebay hunderte der Billig-Fahrkarten zum Weiterverkauf angeboten. Sie erzielen dort teilweise Preise von über 80 Euro für nur ein Ticket aus dem Lidl-Fahrkartenheft. ebay kündigte an, nichts gegen den Weiterverkauf zu unternehmen. Damit widersprach das Auktionshaus der Bahn, die angekündigt hatte, dass entsprechende Angebote gelöscht würden. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bahn ist der Weiterverkauf verboten. Laut ebay versuchen Anbieter offenbar teilweise zu verschleiern, dass sie nur einen der beiden Fahrscheine verkaufen, um höhere Preise zu erzielen. ebay-Sprecherin Maike Fuest forderte die Kunden auf, alle Angebote im Detail zu prüfen.

Transrapid für automatischen Betrieb zugelassen

(20.05.) LATHEN - Mit der Genehmigung zum automatischen Betrieb der Transrapid-Versuchsanlage im Emsland (TVE) hat europaweit erstmals ein Hochgeschwindigkeitsbahnsystem die Zulassung für einen automatischen Betrieb nach Fahrplan erhalten. Das ist ein wichtiger Schritt zur Betriebsreife der Magnetbahntechnik in Deutschland. Die Genehmigung wurde der DB jetzt vom Niedersächsischen Landesamt für Straßenverkehr, Hannover, das nach dem Versuchsanlagengesetz als Genehmigungsbehörde verantwortlich ist, erteilt. Damit wurde im Rahmen der technischen Modernisierung der TVE durch die Transrapid-Industrie – gefördert vom Bund – ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Bahn beginnt nun mit umfangreichen Funktionsprüfungen und bereitet die Erprobung des anwendungsnahen Betriebs vor. Der Transrapid TR 08 in Lathen / Emsland wird nach Eingabe eines Fahrplans automatisch über die Anlage geführt. Bedienung durch Personal ist im Regelbetrieb prinzipiell nicht mehr erforderlich. Dafür hatte die Industrie unter anderem die Betriebsleittechnik technisch auf den Standard des Betriebsprogramms von Shanghai gebracht.

"Westfalen-Blatt": DB schließt weitere 50 Reisezentren

(20.05.) BIELEFELD - Die DB will nach einem Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts" weitere 50 ihrer derzeit noch 500 Reisezentren bis Ende 2005 schließen. 600 der 3700 derzeit in Reisezentren beschäftigten Ticketverkäufer wolle die Bahn in andere Bereiche versetzen. Der Fahrgastverband Pro Bahn wandte sich gegen die geplanten Schließungen: "In Reisezentren werden Schalter geschlossen, kleine Verkaufsstellen ganz aufgegeben und Öffnungszeiten verringert", zitiert das Blatt Pro Bahn-Vorstandsmitglied Rainer Engel. Dies bedeute längere Wartezeiten für die Reisenden. Bahnchef Hartmut Mehdorn dementierte den Bericht am Donnerstag Abend im "heute journal". Es würden in diesem Jahr keine Reisezentren geschlossen.

Berlin Hbf und Gare du Nord in Paris schließen Bahnhofspartnerschaft

(20.05.) BERLIN - Der Countdown beginnt: Am 28. Mai 2006 wird Berlin Hauptbahnhof als Europas größter Kreuzungsbahnhof eröffnet. Als erster wichtiger Meilenstein bis zur Inbetriebnahme schließen Berlin Hauptbahnhof und der Gare du Nord in Paris aufbauend auf die bestehende Städtepartnerschaft zwischen Paris und Berlin eine Bahnhofspartnerschaft. Sie ist der Auftakt zu einem Partnerschaftskonzept zwischen Berlin Hauptbahnhof und anderen großen europäischen Bahnhöfen. Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender DB Station&Service, und Pascal Lupo, Bereichsleiter Bahnhöfe und Service der französischen Eisenbahn SNCF, haben heute im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und des französischen Botschafters Claude Martin im Hauptbahnhof das Konzept für die Partnerschaft vorgestellt. Siebert übergab Lupo eine Partnerschaftstafel für den Bahnhof Gare du Nord. Im Hauptbahnhof Berlin wird das zweite Exemplar der Tafel angebracht.

Im Rahmen der Partnerschaften wird ein intensiver Erfahrungsaustausch in Fragen der Bahnhofsentwicklung, des Betriebs und der Bewirtschaftung auf zentraler und regionaler Ebene angestrebt. Ebenso sollen thematisch orientierte Arbeitsgruppen für einen stetigen Know-how-Transfer etabliert werden. Neben weiteren, auch regionalen Bahnhofspartnerschaften zwischen der SNCF und der DB sind Kooperationen mit anderen bedeutenden europäischen Bahnhöfen geplant. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzepts ist eine Wanderausstellung über den Berliner Hauptbahnhof. Sie soll die neue Verkehrsdrehscheibe, die ein Aushängeschild der Bahn, Berlins und Deutschlands ist, einer breiten Öffentlichkeit in ganz Europa bekannt machen. Angefangen bei der Historie, der Lage in der Mitte Berlins über das Bau- und Verkehrsprojekt bis hin zur Fertigstellung wird den Besuchern die vielfältige Bedeutung des Bahnhofs und der Stadt vermittelt. "Der neue Hauptbahnhof wird sich hoffentlich schnell zu einem Wahrzeichen für Berlin und zu einem Mittelpunkt für unsere Besucher entwickeln. Ich freue mich besonders, dass mit der Ausstellung auch für Berlin als spannendes Reiseziel geworben wird, denn Touristen können wir immer mehr gebrauchen", so Klaus Wowereit.

Volkssport Bahn fahren: Deutsche Bahnfahrer auch ohne Lidl europaweit spitze

BERLIN - Der Andrang auf die günstigen Tickets der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Allianz pro Schiene ein ermutigendes Signal für den Verkehrsträger Schiene. Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege sagte am Donnerstag: "Der Ansturm auf die günstigen Tickets zeigt, dass die Eisenbahn in Deutschland weiterhin ein sehr beliebtes Transportmittel ist." Doch auch ohne Discount-Angebote zählen die Deutschen europaweit zu den Vielfahrern auf der Schiene. Nach der jüngsten Statistik des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC liegen die Deutschen  Europaweit an fünfter Stelle. Demnach fuhr jeder Bundesbürger im Untersuchungsjahr 2003 im Durchschnitt 20-mal mit der Bahn - Tendenz steigend.

Die eifrigsten Bahnfahrer sind laut Studie die Schweizer. Kein Wunder, denn das Bahn-Musterland setzt konsequent auf die Schiene als sicherstes und umweltfreundliches Verkehrsmittel. „Auffällig an der UIC-Statistik ist, dass besonders die hoch entwickelten und wohlhabenden Länder eine ausgeprägte Eisenbahnkultur haben“, kommentiert Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene die Ergebnisse der Studie. Tatsächlich belegt ein von der Allianz pro Schiene erstellter Vergleich mit ausgewählten europäischen Ländern, dass es einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen der Höhe des Pro Kopf Einkommens (BIP) eines Landes und der Häufigkeit der Bahnnutzung gibt. Das zeigt: moderne und leistungsfähige Schienensysteme sind ein wichtiger Standortfaktor für alle führenden Wirtschaftsnationen. Weltweit gesehen werden die Schweizer nur von der High-Tech-Nation Japan in ihrer Bahn-Begeisterung übertroffen. Zu den Schlusslichtern innerhalb Europas gehören die Türkei, Griechenland und Albanien mit nur einer einzigen Fahrt pro Einwohner.

„Der Ansturm auf die Bahntickets ist ein deutliches Votum für die Schiene. Das sollte die Politik wachrütteln. Die Schieneninvestitionen müssen deshalb in den kommenden Jahren auf hohem Niveau verstetigt werden und dürfen nicht wie geplant zurückgefahren werden“, so Dirk Flege. „Der Maßstab für die deutsche Verkehrspolitik sollte die Schweiz sein und nicht Albanien“, so Flege weiter. Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 gemeinnützige Verbände zusammengeschlossen.  Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.

Ein Museumsrundgang zum "Begreifen"

(20.05.) NÜRNBERG - Die Eisenbahn ist ein Erlebnis für alle Sinne. Jede Lokomotive hat ihr eigenes Geräusch, einen besonderen Geruch und bestimmte Konstruktionsdetails lassen sich ertasten. Für blinde und sehbehinderte Gäste bietet das DB Museum erstmals Rundgänge an, bei dem haptische Erfahrungen im Vordergrund stehen. Anhand eines detailgetreuen Fahrzeugmodells im Maßstab 1:10, das für diesen Zweck extra aus der Vitrine geholt wurde, kann die Funktionsweise einer Lokomotive "begriffen werden". In der Fahrzeughalle können dann die am Modell gewonnen Erkenntnisse an Originallokomotiven nachvollzogen werden. Auch die Entwicklungsgeschichte der Dampflokomotiven lässt sich ertasten. Komplizierte betriebliche Abläufe bei der Bahn werden durch einfache Hilfsmittel begreifbar. So wird beispielsweise das Blocksystem durch eine Perlenschnur erklärt. DB Museumsdirektor Dr. Jürgen Franzke: "Mit dem speziellen museumspädagogischen Angebot bieten wir im wahrsten Sinne des Wortes die Eisenbahngeschichte zum Anfassen".

Rundgänge für blinde und sehbehinderte Gäste können im DB Museum, Lessingstraße 6, 90443 Nürnberg, Tel. 01804/442233 (0,24 Euro pro Anruf) ab sofort gebucht werden. Die Teilnehmerzahl ist auf acht Personen begrenzt, um eine individuelle Führung zu gewährleisten. Die einstündige Führung kostet 30 Euro, je Teilnehmer ist außerdem der ermäßigte Museumseintritt von 2 Euro zu entrichten.

Riesen-Ansturm auf Bahntickets bei Lidl

(19.05.) BERLIN - Riesen-Ansturm bei Lidl: über 100 m lang waren die Schlangen an manchen Filialen, und alle wollten nur eines: 2 Bahntickets für 49,90 Euro kaufen. Doch vielerorts waren die begehrten Fahrscheine schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Aus einer Filiale in der Frankfurter Innenstadt hieß es beispielsweise, die Tickets seien innerhalb weniger Minuten vergriffen gewesen. Schon vor Öffnung des Supermarktes hatte sich dort eine lange Schlange gebildet, etwa 300 Menschen warteten auf Einlass. Das Geschäft öffnete schon um 7.50 Uhr. 450 Karten standen zum Verkauf, pro Person gab es maximal fünf Stück. In Hamburg war der Ansturm ähnlich groß. Einige Geschäfte meldeten schon kurz nach Öffnung "Ausverkauft", wie enttäuschte Wartende berichteten. In den Filialen, wo die Tickets bereits ausverkauft sind, können sich Interessenten an den Kassen aber in Listen eintragen. Tickets, die andernorts nicht verkauft werden, sollen dann umverteilt werden (ausführlicher Bericht folgt).

DB kann Lidl-Verkaufsaktion wie geplant starten

(19.05.) BERLIN - Die DB kann ihre Ticket-Verkaufsaktion über den Lebensmitteldiscounter Lidl wie geplant am heutigen Donnerstag um 8 Uhr starten. Das Landgericht Frankfurt am Main teilte am Mittwoch mit, es werde vor dem Beginn der Aktion keine Entscheidung mehr über einen Antrag eines Reisebüros auf einstweilige Verfügung fällen. Der Antragsteller, der mit Unterstützung des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter Verbands (DRV) vor Gericht gezogen war, wolle seine Unterlagen noch ergänzen, sagte ein Gerichtssprecher. Die Bahn begrüßte die Lage "im Interesse der Kunden". Der DRV kündigte dagegen den Gang durch alle Instanzen an. Der Reisebüro-Verband sieht seine 3256 Mitglieder mit DB-Lizenz durch das Lidl-Exklusivangebot diskriminiert. Die Supermarktkette erhalte ein Sonderangebot, das den Reisebüros vorenthalten bleibe. "Jetzt kommt das gesamte Vertriebskonzept der Bahn auf den Prüfstand", kündigte DRV-Vizepräsident Hans Doldi an. "Wir brauchen Klarheit, ob die Bahn in Reisebüros, im Einzelhandel, an Automaten, im Internet und im Call Center unterschiedliche Produkte und Preise anbieten darf". Die Vertreter der Reisebüros appellierten auch an die Verkehrsexperten im Deutschen Bundestag, die Anforderungen der Politik an den Vertrieb der Bahn klarzustellen.

Die DB erhofft sich von der Aktion, neue Kundengruppen zu gewinnen. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn verteidigte die Sonderverkaufsaktion über den Discounter Lidl am Mittwoch gegen Kritik. "Jeder leere Platz im Zug ist eine verschenkte Werbemaßnahme", sagte Mehdorn am Mittwoch in der Sendung hr info im Hessischen Rundfunk. Nach seinen Worten ist die Aktion eine "einmalige Werbekampagne". Dabei können wie mehrfach berichtet zwei Einzelfahrkarten für insgesamt 49,90 Euro gekauft werden, die für Fahrten in ganz Deutschland bis einschließlich 3. Oktober gelten. Bevor die Reise mit den Tickets angetreten werden kann, muss der Kunde lediglich seinen Namen, den Reisetag und das Fahrtziel selbst eintragen. Aufschläge werden nur im ICE Sprinter und in Nachtzügen erhoben. Jeder Kunde kann maximal fünf Hefte mit zwei Fahrscheinen kaufen.

Neues ESTW Mannheim-Rheinau in der Erprobungsphase

(19.05.) MANNHEIM - In Mannheim-Rheinau hat die DB die Firma Bombardier mit der Lieferung eines computergestützten Stellwerksystems beauftragt. Das System "EBI Lock (ESTW B950)" wird hier zum ersten Mal in Deutschland eingesetzt. Die Bahn beschreitet damit neue Wege. Mit Stellwerkstechniken, die im Leistungsumfang speziell den jeweiligen verkehrlichen und betrieblichen Anforderungen angepasst sind, wird es für die Bahn auch bei kleineren Bezirken möglich, moderne ESTWTechnik einzusetzen und wirtschaftlich zu betreiben. Das Pilotprojekt "ESTW Mannheim-Rheinau" umfasst die Steuerung des Zugverkehrs auf einer 10 Kilometer langen Teilstrecke mit zwei Gleisen und zwei Bahnhöfen sowie einem Bahnübergang. Dazu wurden insgesamt´60 Signale, 31 Weichenantriebe, 58 Achszähleinrichtungen und fünf Gleissperren neu installiert. Zur Zeit laufen die Abnahmeprüfungen für das neue System bis hin zur Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Die Inbetriebnahme des ESTW Mannheim-Rheinau soll Ende dieses Jahres erfolgen. Die Investitionen in das ESTW betragen rund 16 Millionen Euro.

Transnet: Scharfe Kritik an Personalabbau bei Berliner S-Bahn

(19.05.) BERLIN - Die Verkehrsgewerkschaft Transnet hat am Mittwoch scharfe Kritik am geplanten Stellenabbau bei der Berliner S-Bahn geübt. Das Unternehmen hatte entsprechende Vorhaben am Dienstag erneut öffentlich gemacht. Von den zurzeit 3.750 Arbeitsplätzen sollen 880 bis 2009 gestrichen werden. Nach eigenem Bekunden soll dies sozialverträglich erfolgen. Allein 500 Aufsichten sind betroffen. Die Gewerkschaft sieht hier einen falschen Weg beschritten. Gerade die Bahnhofs-Aufsichten sorgten für Service, erhöhen das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Allerdings könne sich die Kritik nicht ausschließlich an das Unternehmen richten, so die Gewerkschaft weiter. Hintergrund der Sparmaßnahmen sei nämlich u.a. der neue Verkehrsvertrag. Das Land Berlin zahle künftig 26 Millionen Euro weniger pro Jahr an die S-Bahn Berlin GmbH. Insofern müsse sich der Senat auch fragen lassen, wie viel Service er für wie viele Fahrgäste eigentlich haben wolle.

Funkwerk liefert Mobilfunktechnik an norwegische Bahn

(19.05.) FRANKFURT/Main - Der Thüringer Funkwerk-Konzern liefert Mobilfunktechnik an die norwegische Staatsbahn. Ein Vertrag mit Laufzeit bis 2008 über 500 digitale Systeme sei in Oslo unterschrieben worden, teilte der Kommunikationstechnik-Anbieter am Mittwoch am Rande seiner Hauptversammlung in Frankfurt mit. Der Abschluss habe ein Volumen von mehr als sieben Millionen Euro. Die norwegische Bahn sei die zehnte europäische Bahngesellschaft, die auf die Mobilfunktechnik von Funkwerk setzte. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Kölleda profitiert dabei von der Umstellung auf Digitaltechnik bei der Sprach- und Datenübermittlung zwischen Zügen und Betriebszentralen.

Morgen startet Bahn-Ticket-Verkauf bei Lidl

(18.05.) BERLIN - Ab dem morgigen Donnerstag können Bahnfahrkarten erstmals beim Discounter gekauft werden. Für 49,90 Euro erhält man ab 8 Uhr in allen rund 2600 deutschen Lidl-Filialen zwei bis 03. Oktober bundesweit gültige Fahrkarten für jede beliebige Fahrstrecke (ausgeschlossen sind Rund- und Kreuz- und Querfahrten) - solange der Vorrat reicht. Offiziell läuft die Aktion bis zum 28. Mai, aber es wird erwartet, dass die Karten deutlich früher vergriffen sind. Bahn und Lidl rechnen jedenfalls mit einem großen Ansturm auf die Tickets. Der Discounter will deswegen am Donnerstag Morgen zusätzliche Kassen öffnen und mehr Personal einsetzen, sagte eine Sprecherin des Discounters. Um Hamsterkäufe zu vermeiden, werden die Heftchen nur in "handelsüblichen Mengen" abgegeben - höchstens fünf Stück. Wie viele Tickets genau in den Verkauf kommen, wollen weder Bahn noch Lidl verraten. Die Zahl der angebotenen Fahrscheine sei "deutlich sechsstellig", sagte Jürgen Büchy, Vertriebsvorstand der Sparte Personenverkehr, dem "Handelsblatt". Nach Informationen des Fachmagazins "FVW" aus Bahn-Kreisen kommen bei der Aktion 520.000 Fahrkarten in den Verkauf.

Unterdessen geht die DB gegen den in den letzten Tagen immer mehr gestiegenen Weiterverkauf der Billigtickets via Internet vor. Der Weiterverkauf von Tickets sei grundsätzlich nicht erlaubt, sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß dem "Tagesspiegel". Das gelte erst recht für Versteigerungen über das Internetportal ebay. Die Bahn will nun bei jedem Angebot mit ebay Kontakt aufnehmen. "Entdecken wir dort Angebote, sprechen wir ebay an". Der Internet-Auktionsanbieter habe auch schon zugesagt, die Versteigerung von Bahnfahrkarten zu unterbinden. Natürlich könne man nicht kontrollieren, wenn jemand sich mit Freifahrtscheinen eindeckt und diese dann im Bekanntenkreis vertickt, so der Sprecher weiter. Aber auf offiziellen Auktions- und Handelsplattformen werde man der Sache nachgehen.

Die Stiftung Warentest kritisierte am Dienstag das Sonderangebot. Die Bahntickets rechneten sich "längst nicht für jeden". Vor allem für kurze und mittlere Strecken gebe es oft günstigere Angebote, erklärte die Stiftung am Dienstag. Vor allem wenn mehrere Personen gemeinsam führen, seien zum Beispiel Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets oder die Frühbucherrabatte (bei denen es auch noch zusätzlich die Mitfahrrerrabatte gebe) oft günstiger. Auch für viele Familien lohne sich das Billigangebot nicht: Während andere Bahntickets die kostenlose Mitnahme von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren ermöglichten, würden die Kinder beim Lidl-Ticket wie Erwachsene zur Kasse gebeten. Außerdem sei zu befürchten, dass die Käufer von Billig-Tickets zu Hauptverkehrszeiten in übervollen Zügen mit Stehplätzen vorlieb nehmen müssen. Die Verbraucherschützer kritisierten ferner, dass an einer Discounter-Kasse Preisvergleiche und Kundeninformation nicht zu erwarten seien. "Wir schließen nicht aus, dass es in Einzelfällen noch günstigere Angebote geben kann. Die Einwendungen belegen nur, wie billig Bahnfahren ist", sagte ein Bahn-Sprecher der "Süddeutschen Zeitung". Dass an der Discounter-Kasse keine ausführliche Beratung geleistet werden könne, sei einkalkuliert worden. "Deswegen sind die Tickets ja so einfach gestaltet worden", so der Sprecher. Das Angebot richte sich an Neukunden und Impulskäufer.

Dass die Aktion bei Lidl noch in letzter Minute von den Gerichten gestoppt werden könnte, hält die Bahn für unwahrscheinlich. Der Reisebüro-Verband versucht derzeit, eine einstweilige Verfügung dagegen zu erwirken. "Wir gehen davon aus, dass wir planmäßig mit dem Verkauf starten können", sagte der Bahnsprecher. Er versicherte, dass man den Reisebüros mit der Aktion auch keine Konkurrenz machen wolle. Noch ist offen, ob die Lidl-Aktion eine Ausnahme bleiben oder zur Regel wird. "Wir warten ab, wie sich das entwickelt", heißt es bei der Bahn. Entscheidend wird sein, ob tatsächlich neue Kunden gewonnen werden können, die dann auch bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Denn die Billig-Tickets allein rechnen sich nicht. "Die überwiegend sehr positiven Reaktionen bisher ermutigen uns aber", sagte der Sprecher. Und Geld wird durch die Aktion auch in die Kasse kommen: durch den Fahrkartenverkauf bei Lidl könnte die DB laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" im zweiten Quartal ein Umsatzsprung von bis zu 26 Mio. Euro erreichen.

"Handelsblatt": Bahn lockt mit Rabatten

(18.05.) DÜSSELDORF - Die DB startet nach einem Bericht des "Handelsblatt" eine "Offensive Fernverkehr", um mehr Fahrgäste in ihre defizitären Fernzüge zu bringen. Aktionen und Sonderangebote sollten das schlechte Ergebnis des Fernverkehrs 2005 um 100 Mill. Euro verbessern, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf die Mitarbeiterzeitung "Bahnzeit". Trotz einer Trendwende im Fernverkehr und voller Züge auf vielen Rennstrecken liege die durchschnittliche Auslastung der Fernzüge jedoch erst "in den 40er-Prozenten", sagte Jürgen Büchy, Vertriebsvorstand der Sparte Personenverkehr, dem "Handelsblatt". Über 50 Prozent seien angepeilt. Dazu reiche das bisherige Stammkundenpotenzial nicht aus – trotz der positiven Entwicklung, angesichts steigender Benzinpreise. Mit den Lidl-Tickets und anderen Spezialverkäufen vom Bundesgartenschau-Ticket bis zur günstigen Sylt-Fahrkarte will die Bahn vor allem die Preiswahrnehmung ändern.

Dafür lässt sich die Bahn auch sonst einiges einfallen. Als "Frühlingsspezial" wurden in diesem Jahr bereits eine halbe Million Tickets für 29 und 39 Euro verkauft, die allerdings an bestimmte Züge gebunden waren. Auch die Internet-Sonderangebote "Surf&Rail", Frühbucher-Rabatte sowie die wieder eingeführte Bahncard (3,1 Million Exemplare) erfreuen sich großer Beliebtheit: Inzwischen zahlen nur noch 17 Prozent der Bahnfahrer den regulären Preis. Von einer Ramsch-Strategie ist Büchy laut "Handelsblatt" aber weit entfernt. "Wir werden Sonderangebote immer für eine begrenzte Zeit anbieten und kurzfristig ankündigen." Die bisherigen Sonderverkäufe hätten im Schnitt für die Dauer der Aktion 35 bis 45 Prozent Mehrverkehr gebracht. Da seien Kannibalisierungseffekte durch Stammkunden, die das Angebot dann auch nutzten, zu verkraften.

10 Jahre S-Bahn Berlin GmbH

(18.05.) BERLIN - Zehn Jahre nach Gründung der S-Bahn Berlin GmbH hat das hundertprozentige Tochterunternehmen der DB am Dienstag Bilanz gezogen. Mit 318 Millionen Fahrgästen im Jahr 2004 fuhren 30 Prozent mehr mit den rot-gelben Zügen als im Gründungsjahr 1995. Der Bund investierte bislang über drei Milliarden Euro in die Wiederherstellung des S-Bahn-Netzes. Seit 1990 wurden 16 Lückenschlüsse innerhalb der Stadt und dem Umland realisiert. Das Streckennetz wuchs in dieser Zeit von 245 Kilometer auf 331 Kilometer Länge. Vorhandene Gleisanlagen und Sicherungstechnik mussten weitgehend unter laufendem Betrieb erneuert werden. Zeitweise behinderten Komplettsperrungen von Streckenabschnitten die Beförderungsqualität. Viele S-Bahnhöfe wurden denkmalgerecht saniert und den heutigen Bedürfnissen entsprechend modernisiert. An Knotenpunkten entstanden zeitgemäße Dienstleistungszentren. Mit finanzieller Unterstützung des Berliner Senats konnten bereits 80 Prozent aller S-Bahn-Stationen behindertengerecht ausgestattet werden.

Das Berliner S-Bahn-Netz stellt längst wieder eine qualitativ hochwertige Alternative zum Individualverkehr dar. Halbjährliche Kundenzufriedenheitsbefragungen bescheinigen dem Verkehrsunternehmen eine Entwicklung zu Spitzenwerten in Schnelligkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit, die Vorbildcharakter für andere Regionen und Metropolen haben. Der Fahrzeugpark mit Beschaffungsschwerpunkt in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde komplett durch Neubaufahrzeuge ersetzt. Dafür investierte die S-Bahn Berlin GmbH in den Jahren 1997 bis 2004 rund 1,1 Milliarden Euro. Das Durchschnittsalter der Züge sank in den letzten zehn Jahren von 43 auf sieben Jahre. Im Jahr 2006 wird es weitere Verbesserungen für die Fahrgäste geben, kündigte die S-Bahn Berlin GmbH an. Zum Fahrplanwechsel am 28. Mai kann die bislang durch Baustellen und Fahrzeugpark vorgegebene Fahrzeit für eine Umrundung des S-Bahn-Rings von 63 Minuten auf 60 Minuten verkürzt werden. Damit ist die vielfach gewünschte Einführung der Vollring-Linie nunmehr möglich. Zur Fußball-Weltmeisterschaft plant die S-Bahn Berlin zudem vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 einen durchgehenden 24-Stunden-Betrieb. Diese Vorschläge liegen dem Berliner Senat zur Prüfung vor. Auf dem Südring beginnt im kommenden Jahr die Ausrüstung der Bahnhöfe mit einem Reisenden-Informations-System (RIS), mit dem die zeitnahe Information der Fahrgäste über Zugläufe und Verspätungen realisiert wird. Das System wird bis 2009 sukzessive in weiten Teilen des Netzes eingeführt. Die Investitionskosten betragen 43 Millionen Euro.

Nach den Worten des S-Bahn-Chefs Günter Ruppert unterliegt das Unternehmen wegen der schwierige Haushaltslage des Landes aber "erheblichen Sparzwängen". Diesem Umstand werde durch die Ausschöpfung weiterer Rationalisierungspotenziale im Betrieb und beim Fahrzeugpark sowie einer insgesamt effizienteren Ausnutzung vorhandener Ressourcen Rechnung getragen. Unter anderem werden laut Ruppert künftig die Triebfahrzeugführer die Bahnsteigaufsicht ersetzen. Bis 2013 soll das Unternehmen voll wettbewerbsfähig sein. Dann kann der Senat laut Verkehrsvertrag die ersten S-Bahn-Linien im Wettbewerb vergeben.

Im zehnten Jahr ihres Bestehens wendet sich die S-Bahn-Berlin GmbH ab dem 17. Mai mit einer neuen Kommunikationskampagne an die Öffentlichkeit. Ziel ist die Gewinnung von Neukunden vor allem im Freizeit- und Einkaufsverkehr. Durch die Kommunikation der attraktiven Preisangebote sollen zudem die heutigen Kunden zur häufigeren Nutzung der rot-gelben Züge gewonnen werden. "Viele Umweltkartennutzer wissen gar nicht, dass sie abends und am Wochenende eine zweite Person gratis mitnehmen dürfen. Das wollen wir ändern", verspricht Marketingleiter Dr. Wilfried Kramer. Mit klaren Botschaften zu den Produktvorteilen der S-Bahn werden die Slogans an Plakatwänden, in Zeitungen und an zahlreichen Zügen des Unternehmens zu sehen sein. Autofahrer, die im Stau über rote Wellen schimpfen, sind aufgefordert, daraus die Konsequenz zu ziehen.

Präzisionsarbeit: 190 Tonnen schwerer Betonkoloss wird in endgültige Lage gebracht

(18.05.) MÜNCHEN - Zwölf Meter lang, vier Meter breit und dreieinhalb Meter hoch: das sind die Maße des 190 Tonnen schweren Betonkolosses für die neue Bahnsteigunterführung am künftigen Haltepunkt St. Afra an der Bahnstrecke München - Augsburg. Der Hauptteil der Rahmenkonstruktion wird mit einer Geschwindigkeit von 6 Metern pro Stunde mit hydraulischen Pressen an seine endgültige Position unter den Gleisen der Bahnstrecke Augsburg – München geschoben. Er legt dabei auf zwei so genannten "Verschubbahnen", das sind mit Graphit beschichtete Stahlplatten auf Betonfundamenten, eine Strecke von rund 15 Metern zurück. Der Spielraum beim Einfügen der neuen Unterführung liegt lediglich im Millimeter-Bereich. Darum ist Präzisionsarbeit gefragt. Parallel zum viergleisigen Ausbau der Strecke München – Olching wird als weiteres Bauprojekt der Deutschen Bahn in St. Afra, am Westrand von Mering, ein neuer Haltepunkt errichtet. Für den zukünftigen Haltepunkt wird zwischen den beiden Nahverkehrsgleisen ein 320 Meter langer und 76 cm hoher Mittelbahnsteig gebaut. Über eine Unterführung erreichen die Fahrgäste den Bahnsteig. Der Zugang wird mit Hilfe von Rampen behindertengerecht erschlossen. Zusätzlich wird auf der Westseite des Haltepunktes eine Park-&Ride-Anlage (P&R) mit 272 Pkw-Parkflächen und rund 100 Fahrradabstellplätzen errichtet. Für den Bau des neuen Haltepunktes werden rund drei Millionen Euro aus Fördermitteln von Bund und Land investiert.

Im September 2004 ging es los mit den Bauarbeiten. Im November und Dezember 2004 wurden unter den Gleisen zwei so genannte "Hilfsbrücken" eingebaut. Ohne den Zugverkehr zu behindern, kann jetzt das Herzstück der zukünftigen Bahnsteigunterführung eingeschoben werden. Der Rahmen der Konstruktion wurde seit April 2005 in einer Baugrube westlich der Gleise aufgebaut. Nach dem Einschub der Betonkonstruktion werden die weiteren Unterführungsteile direkt in der Baugrube erstellt. Bis Ende 2005 sollen die Unterführung und die Rampen sowie der neue Bahnsteig inklusive Bahnsteigausstattung fertiggestellt sein. Der Bau der P&R-Anlage wird voraussichtlich im Zeitraum von Oktober 2005 bis April 2006 erfolgen. Die endgültige Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes St. Afra hängt direkt mit den Ausbauarbeiten in Mering zusammen.

Bayern-Ticket: Bahnfahren mit Zusatznutzen

(18.05.) MÜNCHEN - Bahnreisende mit dem Bayern-Ticket erhalten in diesem Jahr erstmals an mehr als 100 Orten Ermäßigungen für Eintritte in Thermen, Museen, Freizeitparks oder Tiergärten. Auch bei der Schifffahrt, bei Bergbahnen oder bei vielfältigen kulturellen Veranstaltungen und Freizeiterlebnissen sind Bahnfahrer auf der preislichen Überholspur. Das Bayern-Ticket ist der Schlüssel für den preisgünstigen Zusatznutzen. Eintrittsermäßigung bis zu einem Drittel des Normalpreises konnte Regio Bayern für seine Reisenden erzielen. Das Angebot wird ständig erweitert und findet sich im Internet unter www.bahn.de/bayern. Ganz aktuell: 30 besonders attraktive Ausflugtipps werden in der neuen Broschüre "Bayern-Ticket: Von A zu jedem B" präsentiert. Beispielsweise erhalten Besucher des Münchner Tierparks Hellabrunn drei Euro Ermäßigung auf den Eintrittspreis. Die Chiemsee-Schifffahrt bietet Bahnreisenden mit dem Bayern-Ticket einen Bonus von zehn Prozent. Die Residenz Würzburg, Weltkulturerbe der UNESCO, gibt einen Euro Nachlass beim Eintritt und der Ratskeller sowie das Haus des Frankenweins zehn Prozent Ermäßigung. Oder man entdeckt bei Sea Life in Nürnberg mit 15 Prozent Eintrittsermäßigung die faszinierende Unterwasserwelt.

Gruppen bis zu 5 Personen können mit dem Bayern-Ticket werktags ab 9 Uhr, am Wochenende rund um die Uhr, die bayerischen Nahverkehrszüge und auch die Verbund-Verkehrsmittel in vielen großen Städten ab 24 Euro nutzen. Für Einzelreisende gibt es das Bayern-Ticket Single ab 17 Euro. Das Schönste dabei: Damit das Fahren in Gruppen noch mehr Spaß macht, gilt die Ermäßigung bei den Ausflugszielen für jede mit dem Bayern-Ticket anreisende Person. "Mit einem Ticket reisen – fünfmal sparen, da macht Ausflug doppelt Spaß", so Bayerns Bahnchef Berthold Huber.

Bahnhof Baden-Baden erhält neues DB-ReiseZentrum

(18.05.) STUTTGART - Die DB baut im Bahnhof Baden-Baden die Fahrkartenausgabe in ein begehbares DB ReiseZentrum mit offenen Schaltern und modernem Design um. Für die Dauer des Umbaus – bis vsl. Dezember 2005 - finden Beratung und Verkauf von Fahrscheinen in provisorischen Verkaufsräumen im nördlichen Teil des Bahnhofsgebäudes statt. Am Donnerstag,19.05.2005, erfolgt der Umzug in das Provisorium. Die Verkaufsstelle bleibt deshalb an diesem Tag ab 13:00 Uhr geschlossen. Im Rahmen der Umbauarbeiten wird das DB ReiseZentrum grundlegend renoviert und mit neuen Möbeln im modernen De-Lucchi-Design ausgestattet. Helles Holz, Edelstahl, mattgrünes Glas, harmonische Farben und elegante Materialien sind dabei prägende Stilelemente.

"Tagesspiegel": Weniger Beinfreiheit im ICE 1

(17.05.) BERLIN - Kunden der DB, die in Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ ICE 1 reisen, werden nach einem Bericht des "Tagesspiegel am Sonntag" in Zukunft weniger Beinfreiheit haben: In der zweiten Klasse werden die Sitzabstände dem Bericht zufolge um etwa vier Zentimeter reduziert. Das geschehe im Rahmen der Modernisierung der 59 ICE- Züge, sagte Christian Brambring, der in der Konzernsparte Personenverkehr das Projekt leitet, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Der Komfort für die Fahrgäste solle insgesamt erhöht, aber auch die Sitzplatzzahl pro Zug gesteigert werden. Das Redesign der 59 ICE-1-Züge mit ihren 708 Wagen soll im Sommer im Bahn-Werk Nürnberg anlaufen und rund vier Jahre dauern. Je zwei ICE-1-Züge werden für die Erneuerung fünf Wochen lang aus dem fahrplanmäßigen Betrieb herausgeholt. Dabei erhalten die Züge unter anderem eine neue Innenausstattung, pro Wagen müssen rund 2500 Teile aus- bzw. wieder eingebaut werden. Die rund 42000 neuen Sitze für die Züge liefert die Amberger Firma Grammer AG. Der Umbau der ICE-1-Züge kostet die Bahn nur ein Bruchteil des Geldes, das beim Kauf neuer Züge fällig werden würde. Pro Einheit müssen fünf Millionen Euro investiert werden.

Personenverkehr der DB erholt sich

(17.05.) BERLIN - Die Deutschen sind nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" unter anderem wegen der gestiegenen Benzinpreise und zahlreicher Sonderangebote zum Jahresanfang 2005 mehr Zug gefahren als erwartet. Die jahrelang mit massiven Problemen kämpfende Fernverkehrssparte habe zwischen Januar und März nur noch einen Verlust von 18 Millionen Euro ausgewiesen und liege damit um gut 80 Millionen Euro besser als vom Unternehmen erwartet, sagte ein mit den Zahlen vertrauter Experte am Montag der Nachrichtenagentur. Der Regionalverkehr - ohnehin profitabel - habe die Erwartungen ebenfalls noch übertroffen. Hier konnte der Betriebsgewinn den Angaben zufolge im ersten Quartal auf über 100 Millionen Euro gesteigert werden (34 Millionen Euro über Plan). Dagegen brach das Ergebnis der Güterbahn Railion laut "Reuters" trotz Preiserhöhungen weiter ein. Das Minus habe von Januar bis März bei 50 bis 60 Millionen Euro gelegen, hieß es unter Berufung auf bahnnahe Kreise. Im Gesamtjahr erwartete Railion bislang einen Verlust von etwa 160 Millionen Euro - mittlerweile wird laut "Reuters" im Konzern von über 200 Millionen ausgegangen. Ein Unternehmenssprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

"Spiegel": 50 Prozent der Platz-Reservierungen in Zügen bleiben ungenutzt

(17.05.) BERLIN - Schätzungsweise die Hälfte aller Platzreservierungen in den Fernzügen der DB bleiben nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im Schnitt unbesetzt. Dadurch komme es vor allem zu den Hauptreisezeiten an den Wochenenden in voll besetzten Zügen zu Chaos, das vielen Gästen zum Ärgernis werde, hieß es unter Berufung auf den Fahrgastverband Pro Bahn. Eine Bahnsprecherin konnte auf Anfrage keine konkreten Zahlen zu den ungenutzten Platzreservierungen nennen. Es treffe allerdings zu, dass ein bestimmter Kundenanteil sich mehrere Platzreservierungen hole, um flexibel auf andere Züge umplanen zu können. Bahnkunden mit Platzreservierungen müssen diese spätestens nach einer Viertelstunde in Anspruch genommen haben, sonst verfällt der Anspruch. Das Zugpersonal akzeptiert die Buchung später wegen der vielen überzähligen Reservierungen nicht mehr.

ÖBB starten Restplatzticket-Verkauf nach Deutschland

(17.05.) WIEN - Von 19. Mai bis 31. Juli bieten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eine neue Ticketkategorie für Bahnreisende in Nachtzügen nach Deutschland. Erstmals sind 18 deutsche Städte mit günstigen Restplatztickets erreichbar. So kommen neben Frühbuchern nun auch Schnellentschlossene in den Genuss der ÖBB SparSchiene Tickets ab 29 Euro. Die Last-Minute-Tickets sind ab zwei Tage vor dem gewünschten Reisetag bis kurz vor Buchungsschluss, also bis kurz vor Abfahrt des Zuges, erhältlich. Alle in diesem Zeitraum im jeweiligen Zug noch verfügbaren Sitzplätze sind dann zum ÖBB SparSchiene Tarif um 29 Euro im Sitzwagen, um 39,- Euro im 6er-Liegewagen und um 49,- Euro für den 4er Liegewagen erhältlich. Informationen und Buchungsmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.oebb.at oder telefonisch unter 05-1717.

DB für die Saison in Mecklenburg-Vorpommern gerüstet

(17.05.) SCHWERIN - Mit Beginn der Urlaubssaison 2005 stellt sich die Bahn mit erweiterten Angeboten auf den Tourismusverkehr ein. Einige InterCity-Züge fahren an den Wochenenden wieder direkt bis an die Ostseeküste:

• IC 2238/2239 zwischen Leipzig und Rostock fährt täglich seit 5. Mai bis zum 11. September bis Warnemünde
• IC 2377/2472 "Arkona" zwischen Karlsruhe/Hannover über Hamburg, Rostock und Stralsund fährt samstags seit 30. April bis zum 8. Oktober bis Binz auf Rügen
• IC 2660/2661 "Urlaubsexpress Mecklenburg-Vorpommern" fährt samstags zwischen Köln und Heringsdorf auf Usedom seit 30. April bis zum 8. Oktober
• IC 2637 fährt freitags von Hamburg über Rostock und Stralsund bis nach Heringsdorf auf Usedom seit 29. April bis zum 7. Oktober
• IC 2452 von Stralsund über Berlin nach Eisenach fährt vom 14. Mai bis 3. September samstags ab Binz auf Rügen
• IC 2609 sonntags von Rostock über Hamburg nach Köln fährt vom 22. Mai bis 25. September ab Stralsund.


Für Urlauber aus dem Rhein- und Ruhrgebiet fährt samstags der IC "Urlaubsexpress Mecklenburg-Vorpommern" über Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Rostock, Stralsund und weiter bis auf die Insel Usedom nach Heringsdorf. Über Nacht erreicht der täglich fahrende DB NachtZug aus Bayern und Nordrhein-Westfalen über Berlin morgens die Hansestadt Stralsund und fährt seit 19. März bis zum 6. November weiter nach Binz auf Rügen. Am Abend geht es von der Insel Rügen wieder über Nacht zurück bis Dortmund oder München. Eine ideale Kombination der Verkehrswege Schiene und Straße ist der DB AutoZug. Vom 14. Mai bis 8. Oktober verbindet er jeweils samstags die Abfahrtsorte Dortmund und Rostock Seehafen. Nach Rostock Seehafen und Sassnitz Fährhafen bestehen in dieser Zeit am Wochenende Autozugverbindungen von Stuttgart und Frankfurt (M).

Aufgrund des zu erwartenden höheren Reisendenaufkommens aus Berlin und Brandenburg in Richtung Mecklenburgische Seenplatte und Ostseeküste wurden ab Anfang Mai die Regionalzüge der RE-Linie 5 nach Stralsund um einen Doppelstockwagen verstärkt. Damit stehen den Reisenden pro Zug 120 Sitzplätze und ca. 20 Fahrradstellplätze zusätzlich zur Verfügung. Auch im RE "Warnemünde-Express", der an Wochenenden und zu den Feiertagen von Berlin nach Rostock und Warnemünde verkehrt, gibt es ab sofort ein erweitertes Platzangebot. Zusätzlich werden zu Pfingsten einige Züge der RE-Linie 5 nach Rostock mit zusätzlichen Wagen fahren.

Wettbewerbsverein: DB unter Beihilfeverdacht

(17.05.) KÖLN - Der Verein zur Förderung des Wettbewerbs und lauteren Verhaltens im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe hat nach einem Bericht der "Deutschen Verkehrszeitung" bei der EU-Kommission Beschwerde wegen des Verdachts rechtswidriger staatlicher Beihilfen an die DB eingereicht. Der Verein unterstellt dem Bericht zufolge, dass die DB selbst im September 2003 nicht über die erforderlichen Mittel verfügte, um die Stinnes AG zu kaufen. Dies lasse nur den Schluss zu, "dass staatliche Beihilfen seitens der Bundesrepublik Deutschland als Mehrheitsaktionär gewährt wurden".

ÖBB-Infrastruktur: Sicher auf Schiene mit hochmoderner Technologie

(14.05.) WIEN - Massive Investitionen in die Errichtung elektronischer Stellwerke haben den Eisenbahnverkehr auf Österreichs Schienen in den letzten Jahren entscheidend verbessert und dazu beigetragen, einen international vorbildlichen Sicherheitsstandard auf Österreichs Schienennetz zu schaffen. Vor mehr als 10 Jahren haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die umfassende Modernisierung der Stellwerke und Stellwerkstechnik in Angriff genommen. Seitdem wurden rund 780 Mio. Euro investiert. Als andere Bahnen noch auf Relais-Stellwerke setzten, gingen in Österreich bereits elektronische Stellwerke (ESTW) in Betrieb. Die Entscheidung, in modernste Eisenbahnsicherungstechnik zu investieren, machte das Unternehmen zum Pionier: Österreich ist heute mit insgesamt 150 elektronischen Stellwerken Vorreiter in Europa. Einhundert dieser Anlagen wurden gemeinsam mit Alcatel installiert. Selbst Deutschland mit seinem zehn Mal größeren Schienennetz hält derzeit erst bei einer vergleichbaren Zahl an elektronischen Stellwerken.

Dieser Kurs wird im ÖBB-Konzern verstärkt gefahren: Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG, die mit Jahresbeginn als jenes Unternehmen aus den ÖBB hervorging, dessen Hauptaufgabe der Eisenbahnbetrieb ist, setzt auf modernes Netzmanagement - gemäß der Devise "sicher - wirtschaftlich - schnell". Sicher: Züge bekommen bei ESTWs nur dann freie Fahrt, wenn gewährleistet ist, dass sämtliche Weichen richtig stehen, alle notwendigen Gleise frei sind und die Signale richtig ausgeleuchtet sind. "Fail Safe" Lösungen nehmen bei Unregelmäßigkeiten im Zweifelsfall den sicheren Zustand ein, d. h: im Zweifel stehen die Signale auf Rot, bis ein betriebliches Problem zweifelsfrei ausgeräumt ist. Zudem sorgt die unterbrechungslose Stromversorgung dafür, dass das ESTW auch bei Ausfall des Ortsnetzes störungsfrei weiter bedient werden kann.

Wirtschaftlich: Elektronische Stellwerke lassen einen effizienteren Einsatz unserer Mitarbeiter zu. ESTW sind die technische Voraussetzung zur Nutzung von Rationalisierungspotenzialen und ein erster Schritt zur Realisierung von Fernsteuerbereichen und damit zur technischen Modernisierung und wirtschaftlichen Betriebsführung ganzer Streckenabschnitte. Schnell: Mit dem Einsatz von Automatikbetrieben werden Fahrwege automatisch zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Zug gestellt. Ausgeschaltet werden auch die durch manuellen Betrieb systembedingten Verzögerungen. Durch gleichzeitig einstellbare Fahrwege für Zug- und Verschubfahrten sind vermehrte Fahrmöglichkeiten gegeben. Außerdem ermöglicht das ESTW die Schaffung von engeren Raum- und Zeitabständen zur Regelung der Zugfolge, das heißt eine höhere Zugfolge im vergleichbaren Zeitraum.

Erneut beste Noten für die OME

(14.05.) ROSTOCK - Aus der aktuellen Kundenzufriedenheitsanalyse des Landes Mecklenburg-Vorpommern geht die Connex-Tochter Ostmecklenburgische Eisenbahngesellschaft mbH (OME) in sechs von 14 Punkten als bester Anbieter hervor, in den anderen 8 Punkten liegt das private Eisenbahnverkehrsunternehmen über dem Durchschnitt aller beteiligten Unternehmen. In der Befragung von 1.074 Fahrgästen in Mecklenburg-Vorpommern für das Jahr 2004 konnte die OME in den Qualitätsmerkmalen Sauberkeit der Fahrzeuge außen und innen, Fahrzeugausstattung, Sicherheitsempfinden im Zug, verständliche Informationen im Zug und beim Fahrscheinerwerb die höchsten Zufriedenheitswerte und insgesamt eine durchschnittliche Benotung von 1,64 erzielen. Bestnoten gab es für den Fahrscheinerwerb ohne Aufschlag direkt im Zug (1,34) und für die gepflegten Innenräume (1,39).

Geschäftsführer Steffen Höppner zeigte sich am Freitag erfreut, dass die OME mit Ihrem Servicekonzept jetzt bereits im fünften Jahr in Folge bei der Zufriedenheit der Fahrgäste vorn liegt. "Mit der Einführung der OME-Fahrgastcharta Ende letzten Jahres wurden für alle Reisenden erstmals verbindliche Servicestandards definiert", betonte Steffen Höppner. "In den Bereichen Pünktlichkeit, Komfort, Service, Information, Sauberkeit, Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Beschwerdemanagement können die Fahrgäste die versprochenen Leistungen detailliert nachvollziehen und gegebenenfalls einfordern. Mit der Fahrgastcharta stärken wir die Rechte der Kunden, gleichzeitig entspricht sie dem Serviceleitbild der OME, das in der täglichen Arbeit mit Leben erfüllt wird."

Japanische Bahngesellschaft will Sicherheit Priorität einräumen

(14.05.) TOKIO (AFP/ eig. Ber.) - Die japanische Bahngesellschaft JR West, die für das schwerste Bahnunglück in Japan seit mehr als 40 Jahren verantwortlich ist, will künftig der Sicherheit erste Priorität einräumen. "Es ist wichtig, dass wir unsere Unternehmenskultur ändern, so dass die Arbeiter Sicherheit als ihre erste Verantwortung sehen", sagte der Chef der Gesellschaft, Takeshi Kakiuchi, am Freitag im Parlament in Tokio. Er werde alles dafür tun, dass solche Unfälle in Zukunft vermieden werden könnten, sagte er bei seiner Anhörung vor dem Verkehrsausschuss. Gleichzeitig entschuldigte sich Kakiuchi für das Unglück, bei dem im April 107 Menschen ums Leben kamen und mehr als 450 verletzt wurden. Ursache für das Unglück war eine deutlich überhöhte Geschwindigkeit des Zuges. Der Lokführer wollte so eine Verspätung aufholen, die entstanden war, als er zuvor einen Bahnhof verpasst hatte und zurücksetzen musste. Daraufhin waren Vorwürfe laut geworden, dass Bahnangestellte in Japan mit zum Teil fragwürdigen Maßnahmen erheblich unter Druck gesetzt würden, Verspätungen zu vermeiden.

Fahrgastbefragung in den Zügen der Erzgebirgsbahn

(14.05.) CHEMNITZ - In der kommenden Woche wird in den Zügen der Erzgebirgsbahn eine umfassende Fahrgastbefragung und Zählung durchgeführt. Die Erzgebirgsbahn erhofft sich davon genaue Aufschlüsse zum Reiseverhalten und zur Kundenzufriedenheit. "Die Teilnahme an der Befragung ist natürlich freiwillig", macht Lutz Mehlhorn, Leiter der Erzgebirgsbahn deutlich. "Dennoch hoffen wir, dass möglichst viele Fahrgäste bereit sind, daran teilzunehmen." In den Zügen wird jeweils ein aus zwei Personen bestehendes Interview-Team unterwegs sein, eine Fahrgastzählung vornehmen sowie ausgewählte Reisende nach einem speziellen Befragungsschlüssel explizit befragen. "Wir sind zwar ständig im Dialog mit unseren Kunden und bisherige Umfragen bescheinigen uns auch regelmäßig eine hohe Kundenzufriedenheit", so Lutz Mehlhorn weiter. "Die jetzige Befragung ist die erste umfassende Befragung nach der Wiederinbetriebnahme unserer beiden Strecken Chemnitz - Aue und Chemnitz - Olbernhau. Wir sind gespannt, inwieweit die Verbesserung der Infrastruktur und die Verkürzung der Reisezeiten die Kundenzufriedenheit insbesondere bei den Pendlern beeinflusst haben." Interessant für die Erzgebirgsbahn, aber auch für die gesamte Region, ist nach Mehlhorns Angaben ferner, in welchem Umfang auch Touristen und Tagesausflügler die Erzgebirgsbahn nutzen und welche Reisewege zurückgelegt werden.

Spatenstich für erweitertes Umschlagterminal in Leipzig-Wahren

(13.05.) LEIPZIG - Mit einem symbolischen Spatenstich ist am Donnerstag das Startsignal zur Erweiterung des Umschlagbahnhofs Leipzig-Wahren gegeben worden. In nur fünf Monaten Bauzeit soll das Umschlagmodul von 350 auf 700 Meter erweitert werden. Dazu müssen die vier vorhandenen Ladegleise, die Kranbahn sowie die Fahr-, Lade- und Abstellspuren verlängert werden. Die kompletten Bauarbeiten erfolgen dabei unter dem "Rollenden Rad", bei laufendem Umschlagbetrieb. Nach Abschluss der Bauarbeiten können dann vier Züge mit einer Länge von jeweils 700 Meter gleichzeitig be- und entladen werden. In Leipzig-Wahren können Container, Wechselbehälter und kranbare Sattelanhänger bis zu einem Gewicht von 41 Tonnen umgeschlagen werden. Die erweiterte Anlage wird für eine Umschlagkapazität von rund 100.000 Ladeeinheiten im Jahr ausgelegt. Die Bahn investiert in die Erweiterung des Umschlagterminals 2,9 Millionen Euro.

Die Erweiterung wurde erforderlich, weil das 2001 gebaute Terminal durch das gewachsene Frachtaufkommen im Wirtschaftsraum Halle/Leipzig mittlerweile ausgelastet ist. Betreiber des Terminals ist die Bahn-Tochter Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS). "Durch die Verdopplung der Umschlagsleistung bieten wir ab Herbst unseren Kunden ein marktgerechtes, qualitativ hochwertiges Leistungsangebot im Kombinierten Verkehr an", erklärt Wolfgang Müller, Leiter des Geschäftsfeldes Zugbildungs- und -behandlungsanlagen bei der DB Netz AG sowie Geschäftsführer der DUSS. "Und dank der modularen Bauweise des Terminals sind Erweiterungen bei weiter steigender Nachfrage problemlos möglich". So sind bereits jetzt weitere Ausbaustufen bis hin zum Bau eines kompletten zweiten Umschlagmoduls in den Planungen berücksichtigt. Besonders die Automobilhersteller und deren Zulieferer im benachbarten Güterverkehrszentrum (GVZ) Radefeld sowie Chemietransporte sorgten in der Vergangenheit für die steigenden Umschlagzahlen. Ende dieses Jahres, wenn das BMW-Werk seine volle Produktion aufnimmt, wird mit weiteren Zuwächsen gerechnet. Durch die Lage des neuen Terminals am Rande der Messestadt und der Nähe zu Sachsen-Anhalt sind die Innenstädte von Leipzig und Halle (Saale) spürbar vom Lkw-Verkehr entlastet worden.

DB Regio beteiligt sich an Preisanfrage für den Regionalverkehr auf neuer Strecke München - Nürnberg

(13.05.) MÜNCHEN - Seit zwei Tagen läuft die Preisanfrage für den Regionalschnellverkehr auf der neuen Bahnstrecke München - Ingolstadt - Nürnberg. Regio Oberbayern beteiligt sich am Wettbewerb um bis zu 2,5 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Die Ausschreibung erfolgt durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Vergabestelle und Besteller des Regionalverkehrs in Bayern und ist als Übergangskonzept auf einen Zeitraum von drei Jahren ausgerichtet. Der Regionalschellverkehr, der zwischen Ingolstadt und Nürnberg über die ICE-Neubaustrecke geführt wird, soll im Dezember 2006 starten. Das zehnköpfige Projektteam der DB rund um den Geschäftsleiter von Regio Oberbayern, Christoph Grimm, ist gerüstet und gefordert. Bis Ende Juni 2005 muss ein attraktives Angebot erarbeitet werden. "Unsere Mannschaft geht mit großem Engagement an die Arbeit. Wir haben uns im vergangenen Sommer mit unseren RegioBahnen nah am Kunden aufgestellt und zeigen Präsenz vor Ort. Unser Ziel ist es, mit Qualität, Erfahrung und einem an Kundenwünschen orientierten Angebot in den Wettbewerb zu gehen", so Grimm.

Millionenschaden durch fingierte Rechnungen

(13.05.) KOBLENZ - Wegen des Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen drei Mitarbeiter der DB Netz AG. Wie ein Sprecher am Donnerstag in Koblenz mitteilte, werden sie verdächtigt, Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen an zwei Gleisbaufirmen bezahlt zu haben. Als Gegenleistung soll dafür ein Bahn-Bediensteter aus dem Raum Koblenz rund 600 000 Euro erhalten haben. Der 35-Jährige habe die Vorwürfe weitgehend gestanden, sagte der Sprecher. Ob die beiden weiteren Mitarbeiter der DB Netz AG ebenfalls Gegenleistungen erhielten, sei noch unklar. Insgesamt soll der Bahn durch die fingierten Rechnungen ein Schaden von mindestens vier Millionen Euro entstanden sein.

Sachsen-Ticket auf Erfolgskurs

(13.05.) DRESDEN - Seit seiner Einführung im Juni 2001 sind die Absatzzahlen des Sachsen-Tickets stetig gestiegen. " 2004 haben wir 150.000 Sachsen-Tickets verkauft, dass sind 24 Prozent mehr als im Jahr 2003. Bereits im ersten Quartal 2005 lagen die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal um 1,2 Prozent höher," sagte am Donnerstag Klaus-Dieter Martini, Leiter des Verkehrsbetriebes Sachsen der DB Regio AG, vor Journalisten in Dresden. Mit dem Sachsen-Ticket können bis zu fünf Personen oder Eltern bzw. Großeltern mit allen eigenen Kindern bzw. Enkeln einen Tag lang in den Nahverkehrszügen im Freistaat unterwegs sein. Das Ticket gilt an den Wochentagen ab 9 Uhr und bis 3 Uhr am Folgetag. Es kostet 22 Euro am Automaten und im Internet sowie 24 Euro im DB Reisezentrum und in den DB Agenturen. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen wird das Sachsen-Ticket anerkannt. Die gegenüber 2003 um über 24 Prozent gestiegenen Verkäufe rechnet der Verkehrsbetrieb Sachsen zu einem Großteil den erfolgreichen Kooperationen anlässlich der 2. Sächsischen Landesausstellung in Torgau und der Wiedereröffnung des "Grünen Gewölbes" im Dresdner Residenzschloss zu.

Mit 36,1 Millionen Fahrgästen erreichte der Verkehrsbetrieb Sachsen der DB Regio AG 2004 erstmals wieder die Leistungen wie vor dem Hochwasser im August 2002. Und das trotz des seitdem weiter gewachsenen Wettbewerbs durch andere Bahnen. Jeder Sachse war 2004 – statistisch betrachtet – 281 Kilometer in den roten Nahverkehrszügen der Bahn unterwegs. Das sind etwa 99.000 Reisende, die täglich die Angebote auf den 52 Nahverkehrslinien im Freistaat nutzten. Neben den Preisangeboten überzeugen attraktive Taktfahrpläne, moderne Fahrzeuge und eine hohe Pünktlichkeit immer mehr Menschen. Die jährliche Kundenbefragung durch das infas-Institut zeigt: 2004 gaben die Kunden dem Regionalverkehr der Bahn in Deutschland die besten Noten seit 1997. Jeder zweite Befragte bewertete die Leistungen mit den Noten eins und zwei; 2003 waren es erst 42 Prozent. DB Regio Sachsen erreichte dabei bundesweit Spitzenwerte.

Der Verkehrsbetrieb Sachsen verfügt derzeit über 77 moderne Triebwagen, 79 E-Loks und 239 Wagen, davon 201 Doppelstockwagen. 43, 7 Prozent der Fahrzeuge wurden seit 1996 neu beschafft und verfügen entsprechend auch über eine Klimaanlage. Gegenwärtig sind über 96 Prozent der täglich 1500 roten Züge pünktlich in Sachsen. Zwölf Monate nach der Osterweiterung der Europäischen Union zieht der sächsische Nahverkehrschef auch für die Verkehre nach Tschechien und Polen eine positive Bilanz. Klaus-Dieter Martini: "Allein zwischen Dresden und dem tschechischen Liberec haben in den Monaten Juli bis Dezember 2004 10.000 Reisende unser Angebot genutzt - zunehmend auch tschechische Fahrgäste, die mit uns zum Flughafen Dresden-Klotzsche reisten." Martini kündigte weitere Verhandlungen mit den Partnerbahnen an, um die grenzüberschreitenden Angebote auszuweiten, darunter auf der Relation Dresden – Wroclaw.

Für die Zukunft bestehen große Erwartungen für die Eröffnung der RegionalExpress-Linie Chemnitz – Leipzig, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2005 nach umfangreichen Bauarbeiten in Betrieb geht. Die Fahrzeit zwischen beiden Städten wird zunächst etwa eine Stunde betragen. Ab Mitte 2006 soll die Fahrzeit weiter verbessert werden. Auf der neuen attraktiven Städteachse, die im Stundentakt befahren wird, rechnet die Bahn mittelfristig mit rund 3.000 Fahrgästen pro Tag. Der Verkehrsbetrieb Sachsen der DB Regio AG ist mit ca. 1.400 Beschäftigten das größte Verkehrsunternehmen im Freistaat. Täglich befahren in Sachsen etwa 1.500 Züge rund 1.400 Kilometer Streckennetz und bedienen dabei 355 Bahnhöfe und Haltepunkte.

"Prag Spezial" ein Verkaufserfolg

(13.05.) REGENSBURG - Im Dezember 2004 startete DB Regio Bayern eine neue Direktverbindungen aus Bayern nach Prag. Die RegionalExpress-Züge, die von München über Regensburg und Schwandorf fahren, erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Das eigens für diese Verbindung eingeführte Angebot "Prag Spezial" fand nun den 3000sten Kunden. "Wir freuen uns, dass wir mit dem Ticket diese Nachfrage erzeugen können", so Walter Karr, Geschäftsleiter DB Regio Ostbayern. "Der Erfolg des Tickets zeigt, dass man mit der Bahn preiswert reisen kann." Auch von Nürnberg aus gelangen Reisende mit Kurswagen über Schwandorf ohne Umsteigen an die Moldau. Mit dem "Prag Spezial"-Ticket kommt man hin- und zurück ab Regensburg für 39.- Euro, ab Nürnberg für 49.- Euro und ab München für 59.- Euro. Die neue durchgehende Regionalexpressverbindung von München nach Prag fährt DB Regio Bayern zwei Mal täglich im Auftrag der bayerischen Eisenbahngesellschaft. Abfahrt an der Isar ist um 6:44 Uhr bzw. 16:44 Uhr, Ankunft an der Moldau ist um 12:45 Uhr bzw. 22:45 Uhr. In der Gegenrichtung ab Prag 9:15 Uhr bzw. 17:15 Uhr, München an 15:15 Uhr bzw. 23:26 Uhr. Ab Nürnberg startet der Regionalexpress um 17.40 Uhr und erreicht Prag um 22.45 Uhr. Dort startet der Zug um 9.15 Uhr und trifft in Nürnberg um 14.07 Uhr ein. Eine weitere Verbindung gibt es mit Umsteigen in Schwandorf ab Nürnberg 7:37 Uhr, Prag an 12:45 Uhr und in der Gegenrichtung Prag ab 17:15 Uhr, Nürnberg an 22:21 Uhr.

Starke Nachfrage bei DB-NachtZug-Linien nach Italien und Frankreich

(12.05.) BERLIN - Über Nacht ganz entspannt reisen wird immer beliebter. So waren mit DB NachtZug 2004 nach Bahnangaben deutlich mehr Fahrgäste im Schlafwagen Richtung Frankreich und Italien unterwegs als 2003. Die Zahl der Reisenden mit Ziel Paris erhöhte sich demnach um 25 Prozent von 15.800 Reisenden im Jahr 2003 auf 19.900 Reisende in 2004. Zuwächse seien auch bei Fahrten nach Italien zu verzeichnen, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Kunden sei hier um sieben Prozent von 34.400 Fahrgästen im Jahr 2003 auf 37.000 Fahrgäste im Jahr 2004 gestiegen. "Diese positive Entwicklung hat zwei Gründe: Der Schlafwagen Comfortline überzeugt die Kunden durch seinen modernen Komfort. Über 50 Millionen Euro haben wir in diese Fahrzeug-Generation investiert. Eine Investition, die sich lohnt. Und wir bieten günstige Preise. Mit den SparNight-Tarifen reisen unsere Gäste bereits ab 59 Euro im Schlafwagen", so Winfried Czilwa, Geschäftsführer der DB AutoZug GmbH. Der Schlafwagen Comfortline bietet Deluxe-Abteile mit eigenem Bad und WC sowie Economy-Abteile mit Waschgelegenheit. Luftgefederte Drehgestelle garantieren eine ungestörte Nachtruhe.

Genuss-Schiene: Speisewagen mit neuen Angeboten erfolgreich

(12.05.) BERLIN - Noch bis Ende Mai bietet die Bahn in ihren Speisewagen kulinarische Spezialitäten, hergestellt nach Rezepten der Jeunes Restaurateurs d’Europe. Die Zusammenarbeit mit den jungen Spitzenköchen startete im Dezember 2004 und ist heute eine der erfolgreichsten Kooperationen der Bahn im Gastronomiebereich. Robert Etmans, Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG: "Monatlich haben im Durchschnitt allein 25.000 Gäste Gerichte der Jeunes Restaurateurs bestellt. Der Speisewagen der Bahn ist damit auf der Erfolgsspur. Damit das so bleibt, werden wir auch in den kommenden Monaten mit kreativen Ideen und neuen Kooperationen positive Impulse setzen." Zum Abschluss der Zusammenarbeit serviert die Bahn im Mai ein Gericht nach der Rezeptur des Wiesbadener Spitzenkochs Gerd Eis aus dem Restaurant Ente im Hotel Nassauer Hof. Auf der Speisekarte der BordRestaurants stehen als Hauptgericht Entenbrust mit Aprikosenknödeln und Fingermöhrchen und ein Karotten-Graupeneintopf mit Frankfurter Würstchen. Die Kooperation der Bahn mit den jungen deutschen Spitzenköchen wird unterstützt von der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH und dem Tre Torri Verlag. Die in den Zügen der Bahn bis Ende Mai 2005 angebotenen Gerichte sind im Kochbuch "Deutschlands junge Spitzenköche kochen deutsch" nachzulesen.

Rhätische Bahn kandidiert für UNESCO-Liste

(12.05.) CHUR - Die Albula-Bernina-Bahnlinie soll ins UNESCO-Welterbe aufgenommen werden. Die Bündner Regierung und die Rhätische Bahn (RhB) wollen nach einem Bericht der "Basler Zeitung" das Dossier für eine Kandidatur bis im Sommer 2006 erarbeiten. Eine Aufnahme könnte 2008 erfolgen. Kernstück der Kandidatur bilden die RhB-Strecken Albula und Bernina, wie die Bündner Regierung und die Rhätische Bahn am Mittwoch bekannt gaben. Neben der Bahnlinie soll auch die Kulturlandschaft in das Welterbe aufgenommen werden.

Bahn in Niedersachsen und Bremen auf Erfolgsspur

(12.05.) HANNOVER - Rund 250 Millionen Euro investiert die DB Regio AG in Niedersachsen und Bremen im Zeitraum von 2002 bis 2006 in die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs, den Großteil davon in moderne Fahrzeuge und Kommunikationssysteme. Rund 200 000 Reisende nutzen jeden Tag den Nahverkehr der Bahn in den beiden Bundesländern, im vergangenen Jahr insgesamt rund 72 Millionen. "Uns ist bewusst, dass wir nur durch überzeugende Leistungen und Qualität noch mehr Kunden für die Schiene gewinnen können," erklärte Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Niedersachsen/Bremen am Dienstag vor Journalisten in Hannover. "Daher investieren wir nicht nur in neue und komfortable Fahrzeuge, sondern auch in freundliches Personal und attraktive Preisangebote."

So gab es im vergangenen Jahr auf der Linie Hannover - Bremen - Norddeich durch den Einsatz moderner Doppelstockwagen einen Fahrgastzuwachs von 30 Prozent. Und auch auf der Regional-Express-Linie Bremerhaven - Bremen - Osnabrück waren in den klimatisierten Doppelstockzügen erheblich mehr Reisende als noch im Vorjahr unterwegs. Die neuen Lokomotiven der Baureihe 146 beschleunigen die Züge auf dieser Linie auf maximal 160 Stundenkilometer und machen sie damit zur schnellsten RegionalExpress-Linie Norddeutschlands. Der "Renner" aber ist die S-Bahn in der Region Hannover, eines der erfolgreichsten S-Bahn-Systeme in Deutschland. Seit Einführung im Jahre 2000 stiegen die Fahrgastzahlen um 50 Prozent, auf einigen Linien sogar um 100 Prozent. Die Pünktlichkeit liegt bei 98 Prozent. Aber auch auf Strecken, die nicht in Ballungsräumen liegen, ist DB Regio erfolgreich unterwegs. So wurde im Verbund mit den Aufgabenträgern zwischen Göttingen und Nordhausen ein Stundentakt eingeführt, ebenso zwischen Braunschweig und Herzberg. Stadtnah entstanden mit Osterode am Harz Mitte und Osterode am Harz Leege auch zwei neue Bahnstationen. Noch in diesem Jahr werden auf diesen Strecken und im gesamten Harz-Weser-Netz neue Dieseltriebwagen der Baureihe 648 eingesetzt, die zu einer wesentlichen Komfortverbesserung beitragen werden.

Mit attraktiven Preisangeboten gewinnt die Bahn auch im Nahverkehr neue Kunden, vom Schüler über Studenten und Gruppen bis hin zum Einzelreisenden. So wurde das Niedersachsen-Single-Ticket im vergangenen Jahr 431 000 Mal verkauft: Für 16 Euro kann eine Person von montags bis freitags einen Tag lang in allen Nahverkehrszügen der Bahn und weiterer Bahnen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg ohne Kilometerbegrenzung Zug fahren. Das Single-Ticket ist damit die sinnvolle und erfolgreiche Ergänzung des Niedersachsen-Tickets, das mit gleicher Geltungsdauer für Familien und Gruppen bis zu fünf Personen gilt. Vom Schüler-Ferien-Ticket wurden im vergangenen 77 000 Stück verkauft, 139 000 Studenten erwarben ein Semester-Ticket.

Für die nahe Zukunft stellt sich Dr. Wolfram von Fritsch auch für die Region Bremen ein schnelles S-Bahn-Netz vor. "Die guten Erfahrungen mit der S-Bahn Hannover wollen wir wiederholen," so der Regio-Chef. "Unser großes Zukunftsprojekt ist eine S-Bahn für den Ballungsraum Bremen mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern." Auf fünf S-Bahn-Linien um Bremen herum sollen die schnellen und komfortablen roten ET 425 eingesetzt werden. Fahrzeuge dieses Typs fahren derzeit schon zwischen Bremen Hbf und Nordenham. Und auch in Richtung Hildesheim, sowohl über Lehrte als auch über Sarstedt - Barnten, könnte das Erfolgsmodell S-Bahn Hannover ausgedehnt werden. Zwischen Hamburg und Cuxhaven werden ab Dezember 2005 modernisierte Wagen eingesetzt, die mit frischem Design, optisch ansprechendem Innenraum und einem erweitertem Mehrzweckbereich für eine erhöhte Anzahl von Fahrrädern den Fahrkomfort auf dieser Strecke wesentlich erhöhen werden.

In Niedersachsen und Bremen nutzen jährlich rund 72 Millionen Menschen die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn. Auf etwa 3 100 Kilometer Streckennetz geben rund 2 300 Mitarbeiter täglich ihr Bestes, um allen Kunden eine pünktliche, saubere und sichere Zugfahrt zu ermöglichen. 425 "normale" Wagen, 173 Doppelstockwagen, 169 Triebfahrzeuge, 68 Dieseltriebwagen und 52 Elektrotriebwagen stehen im Nahverkehr in den beiden Bundesländern dafür zur Verfügung. In 1600 bis 1800 Zügen fahren täglich rund 200 000 Reisende. Der Umsatz von DB Regio in Niedersachsen/Bremen beträgt cirka 500 Millionen Euro pro Jahr.

Neue Eisenbahnüberführung bei Schwetzingen

(12.05.) STUTTGART - Für den Neubau der Schwetzinger Eisenbahnüberführung an der Bahnstrecke Mannheim – Karlsruhe setzt die Bahn auf ein in Baden-Württemberg erstmalig eingesetztes Verfahren. Die direkt neben den Gleisen vor Ort hergestellte Rahmenkonstruktion aus Stahlbeton wird dabei mit dem so genannten "Fluids-Schwerlasttransport-System" bewegt. Bis zu einem Meter pro Minute legt dabei der Betonkoloss zurück. Hydraulische Pressen und Lager lassen bei diesem Verfahren die 1.600 Tonnen mit minimalem Widerstand sanft in die Endlage gleiten. Der Einschub der Brückenkonstruktion beginnt am Samstag, 14.05.2005, ab 18.00 Uhr, die Hauptarbeiten sind zwischen 19.00 und 22.00 Uhr geplant; bis die Rahmenkonstruktion dann fertig eingebaut ist, wird es voraussichtlich bis Sonntag 1.00 Uhr dauern. Für die Bauarbeiten ist der Einsatz von schweren Baumaschinen und Lkw erforderlich. Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt für den Bau der Umgehungsstraße B 535 in Schwetzingen. Die Baukosten betragen rund zwei Millionen Euro.

Zusätzliches Bahnpersonal in Zügen nach Vegesack

(12.05.) HANNOVER - In jüngster Zeit häufen sich die Fälle von Sachbeschädigungen und ungebührlichem Verhalten in Nahverkehrszügen der DB auf der Strecke von Verden (Aller) nach Bremen. Dies führt neben den Kosten für Reparaturen insbesondere auch zur Verärgerung und Verunsicherung der Bahnkunden. Um dem vorzubeugen, fahren bis auf weiteres in allen DB-Zügen zwischen Bremen Hbf und Bremen-Vegesack neben dem Zugpersonal zusätzliche Bahnpersonale mit. Diese sind an dem roten Barett und blauer Unternehmenskleidung erkennbar. Die DB zeigte sich zuversichtlich, durch die Präsenz dieser Mitarbeiter mögliche Taten verhindern zu können.

Mehdorn verteidigt geplanten Wegfall von Fernverkehrshalten im Bahnhof Zoo

(11.05.) BERLIN - Bahnchef Hartmut Mehdorn hat die geplante Streichung von Fernverkehrsverbindungen am Bahnhof Zoo verteidigt und den Berlinern mangelnde Bereitschaft für Veränderungen vorgeworfen. Auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer äußerte der Bahnchef Unverständnis für die Diskussion über die Zukunft des Bahnhofs Zoo. Der Verzicht auf die Fernverbindungen sei mit der Planung des Lehrter Bahnhofs klar gewesen. "Irgend jemandem ist aufgefallen, dass wir seit acht Jahren ein neues Bahnkreuz bauen", kommentierte Mehdorn die aktuelle Aufregung. Mit dem neuen Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof und dem Bahn-Konzept werde Berlin einen "großstädtischen Verkehr" bekommen. "Aber Berlin tut sich ja schwer, Großstadt zu werden", sagte Mehdorn. In einer Pressemitteilung der DB vom Dienstag hieß es, die Entscheidung, ob am Zoologischen Garten künftig Fernzüge halten, sei noch nicht endgültig gefallen. Dazu würden Gespräche mit den relevanten Gruppen aus Politik und Wirtschaft geführt.

Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll der neue Hauptbahnhof, ein für Europa einzigartiger Zentralbahnhof, in Betrieb genommen werden. Fernverkehr, Regionalverkehr, S-Bahn-, U-Bahn- und Buslinien sowie Taxen werden sich am Hauptbahnhof kreuzen und optimale Ein-, Aus- und Umsteigemöglichkeiten bieten. "Mit diesem Kreuzungsbauwerk schaffen wir eine hochmoderne und leistungsfähige Verkehrsdrehscheibe, mit der wir die Eisenbahnverkehre von und nach Berlin erneut beschleunigen können", erklärte Mehdorn am Dienstag. "Das hat positive Auswirkungen ins bundesweite Schienennetz. So werden wir beispielsweise die Strecke Berlin - Leipzig dann in etwa einer Stunde Fahrzeit bewältigen können." Mit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs werden Züge in Nord-Süd-Richtung die Stadt unterirdisch durchqueren und dabei den Bahnhof Berlin Zoologischer Garten nicht mehr durchfahren. Berlin wird künftig durch insgesamt fünf moderne Großbahnhöfe bedient: im Zentrum mit dem Hauptbahnhof, im Süden mit dem Südkreuz (Papestraße), im Westen mit dem Bahnhof Berlin-Spandau, im Osten mit dem Ostbahnhof und im Norden mit dem Bahnhof Gesundbrunnen. In diesem sogenannten Pilz-Konzept werde der Bahnhof Zoo eine weniger wichtige Rolle spielen. Der Bahnhof Berlin Zoo bleibe aber auf jeden Fall Teil des Systems.

Reisende aus dem Umland haben aus allen Richtungen die Möglichkeit, am Stadtrand zu parken und auf Bahnen umzusteigen. Zentral ist dies auch am Hauptbahnhof möglich, der zudem über erhebliche Parkplatzkapazitäten verfügen wird. "Für unsere Kunden wird Eisenbahnfahren bequemer und übersichtlicher", betonte Hartmut Mehdorn. Der großzügig dimensionierte neue Hauptbahnhof biete optimale Reisemöglichkeiten und Verknüpfungen in alle Richtungen der Bundesrepublik. Der Bahnhof im Zentrum Berlins werde schrittweise zu einer europäischen Mobilitätsdrehscheibe mit Anschlüssen an die Flughäfen Berlin-Schönefeld und Leipzig/Halle.

Reisebüros wollen Fahrkarten-Verkauf bei Lidl untersagen lassen

(11.05.) BERLIN - Gegen den geplanten Verkauf von Bahntickets beim Discounter Lidl regt sich Widerstand von Seiten der Reisebüros. Wie der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) am Dienstag in Berlin ankündigte, wird ein Reisebüro mit DB-Lizenz stellvertretend für die Agenturen eine einstweilige Verfügung gegen die DB beantragen. Ziel sei es, den Verkauf von Tickets zum Sonderpreis in Filialen des Lebensmitteldiscounters Lidl untersagen zu lassen. Nach Ansicht des DRV ist die DB verpflichtet, ihre Produkte auf allen Vertriebswegen zu identischen Preisen anzubieten. Die Aktion diskriminiere die rund 3200 Reisebüros mit Bahn-Lizenz. Die Reisebüros mit DB-Lizenz forderten die Bahn auf, ihre attraktiven Angebote allen Verbrauchern zu öffnen und dafür das Agenturnetz zu nutzen. Die Bahn wies die Kritik zurück. Ein Bahnsprecher sagte, wenn es mit der Aktion gelinge, neue Kunden für das Zug fahren zu gewinnen, profitierten auch die Reisebüros davon. Der Sonderverkauf sei zudem rechtlich geprüft worden.

Spatenstich zum Umbau des Hauptbahnhofs Aachen

(11.05.) AACHEN - Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Montag die Arbeiten zum Umbau des Aachener Hauptbahnhofs offiziell begonnen. Insgesamt werden knapp 20 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Bahnhofes investiert. Davon etwa elf Millionen Euro in das denkmalgeschützte Empfangsgebäude. Die Verkehrsstation wird für neun Millionen Euro modernisiert. "Wir machen den Hauptbahnhof zu einem fortschrittlichen Verkehrszentrum an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln - Paris", versprach der DB-Konzernbevollmächtigte für NRW, Reiner Latsch. Von den Gesamtkosten von knapp 20 Millionen Euro sind 10,7 Millionen Euro Eigenmittel, 9,1 Millionen Baukostenzuschüsse des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, der Städtebauförderung und der Sonderförderung WM 2006. Unter anderem werden alle Bahnsteige instandgesetzt bzw. vollständig erneuert (Bahnsteig 2) und erhalten Aufzüge. Die WC-Anlage wird saniert und erhält ein Behinderten-WC. Im Empfangsgebäude wird das historische Rabitzgewölbe instandgesetzt und die Bogenfenster erneuert. Die Vermarktungsflächen werden attraktiver gestaltet und vergrößert, die denkmalgeschützte Fassade wird saniert. Dazu kommen eine neue Beleuchtungsanlage und eine neue Fahrgastinformationsanlage.

1300 Meter Bahn-Oberleitung entwendet

(11.05.) EXTERTAL (ddp) - Ein kurioser Diebstahl beschäftigt die Polizei im westfälischen Kreis Lippe. Unbekannte haben am Wochenende rund 1300 Meter kupferne Oberleitung von einer historischen Eisenbahn der Verkehrsbetriebe Extertal (VBE) gestohlen. Die historische Bahnstrecke mit Elektro-Triebwagen aus der Weimarer Republik steht nun vor dem Aus. "Das ist schon der fünfte Oberleitungsklau bei uns, wir sind dagegen nicht versichert", sagte der Technische Leiter der VBE, Sven Oehlmann. Die Instandsetzung werde allmählich zu teuer. Die Polizei tappt derweil im Dunkeln. Obwohl der betroffene Abschnitt von einer Landstraße gut einsehbar sei, gebe es bislang keine Zeugen, sagte ein Sprecher. Die nur zu Feiertagen verkehrende Eisenbahn sollte als nächstes zu Pfingsten wieder Gäste befördern. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Rauchverbot in allen Regionalzügen in Niedersachsen

(11.05.) HANNOVER - Die Regionalzüge in Niedersachsen sollen nach einem Bericht der Internetseite newsklick.de rauchfrei werden. Das Rauchverbot beginnt demnach am Welt-Nichtrauchertag, dem 31. Mai. Wie es weiter hieß, wolle die DB beim Durchsetzen des neuen Verbots schrittweise und sanft vorgehen. Nach und nach würden die Raucher-Abteile in rauchfreie Zonen umdeklariert. Wer danach dennoch mit dem angezündeten Glimmstängel ertappt werde, komme mit einer Ermahnung davon. Als Gründe nannte Wolfram von Fritsch von DB Regio Niedersachsen/Bremen unter anderem, dass sich die strikte Trennung von Rauchern und Nichtrauchern in modernen Doppelstockwagen kaum einhalten lasse und sich zu Stoßzeiten Nichtraucher in überfüllten Abteilen drängten, während Raucherabteile halb leer blieben.

Nordrhein-Westfalen: DB führt Beschwerde-Statistik an

(10.05.) BERLIN (AP/ eig. Ber.) - Die DB steht an Platz eins der Beschwerdestatistik der bundesweit einzigen Schlichtungsstelle für Nahverkehr. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vom Montag richteten sich insgesamt 85 Prozent aller im vorigen Jahr eingegangenen 2513 Kundenbeschwerden gegen den Staatsbetrieb. Vor allem Verspätungen und Zugausfälle verärgerten demnach die Kunden. Doch auch mangelhafte Fahrgastinformation vor allem bei Störungen, mangelnde Sauberkeit der Fahrzeuge und Sicherheitsmängel sorgten für Empörung. Immer wieder kritisiert wurde auch die mangelnde Kulanz der Verkehrsunternehmen.

Als Fortschritt werteten die Verbraucherschützer die Einführung der Kunden-Charta der DB im Oktober vergangenen Jahres. Doch durch die komplizierten Entschädigungsleistungen habe die Bahn zugleich dafür gesorgt, "dass die Inanspruchnahme häufig zum Sackbahnhof wird". Im Zentrum der Kritik der Schlichtungsstelle habe dabei vor allem die isolierte Betrachtung der Rechte von Nah- und Fernverkehrskunden gestanden. Damit würden gerade diejenigen benachteiligt, die sich als Berufspendler täglich mit den schlechten Leistungen ihrer Verkehrsunternehmen konfrontiert sehen. Warum die DB bei den Beschwerden der Verbraucher in Nordrhein-Westfalen eine unangefochtene Spitzenposition einnimmt, konnte die Schlichtungsstelle auf Anhieb nicht erklären. "Die Gründe könnten in der größeren Reiseweite, der geringeren Taktdichte, dem komplizierten Vertriebssystem und den höheren Kosten pro Reise liegen, die Einfluss auf die Beschwerdemotivation der Kunden haben", vermutete die Schlichtungsstelle.

Fahrplan Niebüll - Westerland soll im Sommer vorliegen

(10.05.) WESTERLAND/ Sylt - Bei der Sitzung des Streckenbeirats Niebüll - Westerland/Sylt im Rathaus in Westerland hat die LVS Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche die Grundzüge des neuen Angebotes auf der so genannten Marschbahn ab dem 11. Dezember 2005 vorgestellt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB) den Betrieb des Schienenpersonennahverkehrs auf der Strecke Hamburg - Westerland/Sylt übernehmen. Die NOB hatte sich 2003 bei einer europaweiten Ausschreibung des Landes Schleswig- Holstein gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Basis des neuen Angebotes ist ein Stundentakt mit den so genannten Sylt-Express-Zügen zwischen Hamburg und Westerland, die ab Niebüll bis nach Westerland/Sylt an allen Unterwegsbahnhöfen halten werden. Ergänzt wird dieser Stundentakt durch Verstärkerzüge vor allem für Berufspendler.

Das genaue Angebot stimmt die LVS gegenwärtig mit der NOB, aber auch mit den Vertretern der Region z. B. der Pendlerinitiative Klanxbüll - Sylt ab. Zusätzlich sind auf der dicht belegten Strecke nach Sylt insbesondere noch einige so genannte Trassenkonflikte mit den Fernverkehrszügen der DB und dem Autozug auszuräumen. Den genauen Fahrplan will die LVS im Sommer 2005 in der Region vorstellen. LVS-Geschäftsführer Bernhard Wewers: "In den nächsten Wochen liegt noch einiges an Arbeit vor uns, um den endgültigen Fahrplan fertig zu stellen. Ich bin sicher, dass wir die noch bestehenden Trassenkonflikte lösen und vor allem den Pendlern dann gute Verbindungen von und nach Sylt bieten können."

SNCF bestellt 48 weitere AGC-Regionalzüge bei Bombardier

(10.05.) BERLIN - Bombardier Transportation hat von der Französischen Staatsbahn (SNCF) einen weiteren Auftrag über 48 AGC-Triebzüge (Autorail Grande Capacité) erhalten. Der Vertrag für die Regiona-Express-Züge mit hoher Transportkapazität hat ein Volumen von rund 186 Millionen Euro. Die SNCF handelt dabei im Auftrag der französischen Regionen. Die Züge, die am französischen Bombardier-Standort Crespin in der Region Valenciennes gebaut werden, sollen zwischen Februar 2007 und März 2009 ausgeliefert werden. Damit einher geht eine erwartete Erhöhung der Produktionsrate von acht auf zehn Züge pro Monat. Dieser Auftrag basiert auf einem Rahmenvertrag mit der SNCF vom September 2001 über die Lieferung von bis zu 500 AGC-Zügen an die französischen Regionen. Ein im Dezember 2001 erteilter fester Auftrag über 192 Fahrzeuge wurde von drei Optionen gefolgt - 73 Züge im Februar 2003, 14 Züge im März 2003 und 100 Züge im Januar 2005.

Die ersten AGC-Züge wurden im Januar 2004 ausgeliefert; gegenwärtig sind 60 Fahrzeuge im Einsatz. Mit dem neuen Auftrag hat die SNCF bis jetzt insgesamt 427 AGC-Züge bestellt. Der AGC wird in verschiedenen Ausführungen angeboten. Neben Diesel- und Elektromotoren sowie einem kombinierten Antrieb steht auch eine Zweisystemvariante (Diesel und Strom, 1,5 kV und 25 kV) zur Verfügung. Diese wurde jetzt auch von der SNCF zum ersten Mal mitbestellt.

Großauftrag für Siemens aus Bombay

(10.05.) BOMBAY - Der Münchner Siemens- Konzern hat mit seiner indischen Tochter Siemens Ltd einen Großauftrag für die Ausrüstung von Triebwagen für Pendlerzüge in Bombay erhalten. Wie Siemens Transportation Systems mitteilte, bekam es von der staatlichen Indian Railways den Zuschlag für die Lieferung von Antriebssystemen und elektrischen Anlagen für rund 100 neue Züge, die in den kommenden Jahren im Großraum Bombay eingesetzt werden sollen. Der Auftrag habe umgerechnet ein Volumen von etwa 165 Millionen Euro, hieß es. Auf das indische Unternehmen entfallen 70 Prozent des Auftrags, der Rest wird aus Deutschland zugeliefert. Um den Auftrag hatten sich auch die Konkurrenten Bombardier und die französische Alstom-Gruppe beworben.

Ab 2006 keine Fernzüge mehr am Bahnhof Zoo?

(09.05.) BERLIN - Am traditionsreichen Berliner Bahnhof Zoo werden nach mehr als hundert Jahren möglicherweise bald keine Fernverkehrszüge mehr halten. Nach Überlegungen der Bahn könnte der Bahnhof mit Beginn der Fußball-WM 2006 planmäßig nur noch von S-Bahn und Regionalzügen angefahren werden, berichtet der "Tagesspiegel am Sonntag". Der gesamte Fernverkehr könnte dann auf den künftigen Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof konzentriert werden, der derzeit noch in Bau ist und im Mai 2006 fertiggestellt werden soll. "Noch ist nicht entschieden, welche Aufgabe Zoo künftig haben wird", sagte Bahnsprecher Gisbert Gahler. "Die Entscheidung wird aber in allernächster Zeit fallen." Dabei sei die Abkoppelung des Bahnhofs Zoo vom Fernverkehr "eine Variante".

Bahn will 800 Mini-Supermärkte einrichten

(09.05.) BIELEFELD - Die DB will die Zahl der unter dem Namen DB Service Store fungierenden Mini-Supermärkte an Bahnhöfen beträchtlich erhöhen. Künftig soll der Service in 800 kleineren und mittleren Bahnhöfen angeboten werden, sagte ein Bahnsprecher dem Bielefelder "Westfalen-Blatt". 107 dieser Supermärkte gibt es schon, bis Ende des Jahres sollen es 175 sein. Dort gibt es alles aus einer Hand: Von der Fahrkarte über Reisebedarf, Brötchen, Zeitungen bis hin zu kleinen Geschenken. Damit will die Bahn auch Kunden anlocken, die gar nicht mit der Bahn fahren. Bis 2008 soll der Service auf insgesamt 500 kleine und mittlere Bahnhöfe ausgeweitet werden. "Wenn alles weiter gut läuft, werden wir das Potenzial von bundesweit 800 Bahnhöfen ausschöpfen", sagte der Bahnsprecher. Angesichts der Schließung kleiner Supermärkte werde damit eine Lücke in der Grundversorgung gefüllt. Bei den DB Service Stores handelt es sich um Franchisebetriebe, das heißt, selbstständige Unternehmer leiten ihr Geschäft eigenverantwortlich.

"Tagesspiegel": DB plant Expansion im Stadtverkehr

(09.05.) BERLIN - Die DB will nach einem Bericht des "Tagesspiegel" in den nächsten Jahren stark in den Markt für Stadtverkehr einsteigen. "Wir wissen dass wir Wachstumschancen haben. Der Markt befindet sich im Umbruch", zitierte die Zeitung den Chef der Bahntochter DB Stadtverkehr, Andreas Meyer. Hintergrund seien die leeren Kassen vieler Kommunen, die sich deshalb nach Partnern oder Käufern für ihre Verkehrsbetriebe umsähen. Insgesamt sei mittel- bis langfristig das Ziel, etwa eine Milliarde Umsatz hinzuzugewinnen, sagte Meyer der Zeitung. Zurzeit setzt die Bahn im Stadtverkehr im Jahr 1,7 Milliarden Euro um. In der DB Stadtverkehr hat die Bahn 24 Busgesellschaften, die S-Bahnen Berlin und Hamburg, ihren 40-prozentigen Anteil an der hannoverschen Intalliance und rund 70 weitere Beteiligungen gebündelt.

Die bestehenden Geschäfte laufen laut Meyer sehr erfolgreich. Bei den S-Bahnen Hamburg und Berlin sei die Verkehrsleistung im ersten Quartal 2005 um insgesamt 43 Millionen Personenkilometer gestiegen, sagte Meyer dem "Tagesspiegel". Problematisch sei aber, dass der Bahn nach dem neuesten Verkehrsvertrag mit dem Land Berlin erhebliche Sanierungsaufgaben auferlegt wurden. Die S-Bahn Berlin bringe der Bahn daher derzeit Verluste. "Wir loten alle Handlungsspielräume aus", sagte Meyer. Darunter fallen dem Bericht zufolge die Zusammenlegung von Instandhaltungswerken, der Einsatz kürzerer Züge in Nebenzeiten und eine Verlängerung der Wartungsintervalle. Interessant wäre in Berlin ein Zusammengehen der S-Bahn mit den Verkehrsbetrieben BVG, sagte Meyer dem "Tagesspiegel".

DB verkauft seit drei Monaten im Nahverkehr das KunstTicket Dresden

(09.05.) DRESDEN - Seit Februar dieses Jahres bieten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die DB das KunstTicket Dresden an. Zu einem Festpreis von 18, 50 für Einzelpersonen und einem Familienticket (ein Eltern-/ Großelternpaar oder ein Eltern-/Großelternteil mit einer beliebigen Anzahl eigener Kinder/Enkelkinder bis einschließlich 14 Jahre) für 32 Euro ist die An- und Abreise sowie der Besuch eines der zahlreichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden enthalten. Das Ticket gilt für Fahrten vom 1. Februar bis einschließlich 10. Dezember 2005 und berechtigt zur einmaligen Hin- und Rückfahrt in den Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn (InterRegioExpress, RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn) von einem Bahnhof in Sachsen nach Dresden und zum Eintritt in ein Museum freier Wahl der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Nicht gültig ist das Ticket für Binnenrelationen innerhalb des Verkehrsverbundes Oberelbe.

Zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählen neben dem Grünen Gewölbe beispielsweise die Gemäldegalerie Alte Meister, die Rüstkammer, die Porzellansammlung oder die Galerie Neue Meister. Standorten sind zudem das Albertinum, das Residenzschloss, der Zwinger, der Jägerhof und das Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz. Die Kombitickets enthalten bei Ausgabe eine Fahrkarte sowie einen Eintrittskarten-Gutschein für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Fahrkarte und Gutschein werden in einem Stück ausgegeben. Für die Rückfahrt ist das Kombiticket nur in Verbindung mit einer Eintrittskarte eines Museums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gültig. Dazu ist der mit der Fahrkarte verbundene Gutschein abzutrennen und an der Kasse eines Museums in eine reguläre Eintrittskarte umzutauschen. Die Bahn vertreibt das KunstTicket über die DB Reisezentren, Reisebüros mit DB-Lizenz sowie DB Agenturen. Auch über die stationären DB-Automaten des Nahverkehrs im Geltungsbereich ist das Ticket erhältlich.

Bahnfahrkarten erstmals beim Discounter

(07.05.) BERLIN - Erstmals gibt es Fahrkarten beim Lebensmittel-Discounter - und das zum Superpreis. Die DB hat am Freitag einen Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigt und gleichzeitig weitere Details des neuen Angebots genannt. Wie bereits gestern berichtet bieten die Lidl-Lebensmittelmärkte und die DB in allen Lidl-Filialen vom 19. bis 28. Mai ein Ticketheft 49,90 Euro an, das zwei Tickets für eine beliebig weite Bahnreise innerhalb Deutschlands enthält. Die Käufer müssen nur noch Namen, Strecke und Datum eintragen, bevor sie losfahren können. Das günstige Angebot rechnet sich nach Bahnangaben bereits für eine Bahnfahrt ab etwa 160 Kilometer, beispielsweise von Hamburg nach Berlin. Zur Zahl der angebotenen Billig-Karten gab es keine Angaben. Sie stünden "in ausreichender Zahl" zur Verfügung und würden verkauft, solange der Vorrat reiche, hieß es. Jeder Kunde könne sich maximal fünf Fahrscheinhefte mit jeweils zwei Tickets zulegen. Die Tickets sind in allen Lidl-Filialen direkt an der Kasse erhältlich.

Die beiden Fahrkarten gelten bis zum 3. Oktober 2005 jeweils für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse in allen Zügen der Deutschen Bahn. Mit den entsprechenden Aufpreisen können auch die ICE-Sprinter und die Züge von DB NachtZug sowie CityNightLine genutzt werden. Kinder unter sechs Jahren fahren wie immer kostenlos mit. Umtausch und Erstattung sind nicht möglich. "Wir wollen mit diesem Angebot neue Kunden gewinnen. Deshalb zeigen wir, wie attraktiv Bahnfahren ist. Und wir bieten diesen Preishit bewusst außerhalb der Bahn an und erreichen damit auch Menschen, für die Bahnfahren bisher noch nicht in Frage kam", so Jürgen Büchy, Vertriebschef Personenverkehr der DB. Wenn das Testprojekt Erfolg hat, schließt die Bahn weitere Verkaufsaktionen auch mit anderen Handelspartnern nicht aus.

Verbraucherschützer reagierten mit Sorge auf die neue Exklusivkooperation zwischen der DB und Lidl. "Die Bahn darf keine reine Billigpreisstrategie fahren", sagte Christian Fronczak vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). Fronczak warnte vor einer Quersubventionierung der neuen Billigkontingente über die regulären Fahrpreise und durch eine weitere Einschränkung der Serviceangebote. Auch dürften durch die Suche nach neuen Verkaufsmöglichkeiten Stammkunden der Bahn wie Bahncard-Besitzer preislich nicht benachteiligt werden.

"Handelsblatt": Railion rollt in schwere Schieflage

(07.05.) DÜSSELDORF - Der wachsende Wettbewerb im Schienengüterverkehr und der dramatische Preisverfall im Transportmarkt gefährden nach einem Bericht des "Handelsblatt" den Sanierungskurs der Güterbahn Railion AG. Nach Informationen der Zeitung aus verschiedenen Quellen in Arbeitnehmer- und Gewerkschaftskreisen erzielt die DB-Tochter Railion nach einem dramatisch schlechten Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten lediglich noch in einem Drittel ihres Geschäfts schwarze Zahlen. Eine mittelfristige Gewinnplanung habe um 200 Millionen Euro nach unten korrigiert werden müssen, hieß es. Mit über drei Mrd. Euro Umsatz ist die Güterbahn nach dem Regionalverkehr die zweitstärkste Sparte im Schienengeschäft des Bahnkonzerns. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Er verwies lediglich auf die bisherigen Planungen, Railion im nächsten Jahr in schwarze Zahlen zurückzuführen.

Hauptbahnhof Gelsenkirchen wird WM-tauglich

(07.05.) DÜSSELDORF - Mit einem Spatenstich haben am Freitag die Arbeiten zum Umbau des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs offiziell begonnen. "Wir machen Gelsenkirchens Hauptbahnhof WM-tauglich", so Konzernbevollmächtigter Rainer Latsch hinsichtlich des Umstandes, dass das Stadion in Gelsenkirchen eines von drei nordrhein-westfälischen Austragungsorten für die Fußball-WM 2006 ist. "Der Bahnhof erhält ein neues Gesicht durch eine moderne Fassadengestaltung und ein umfangreiches Beleuchtungskonzept. Das Reisezentrum rückt in die Mitte des Bahnhofs, eine moderne Toilettenanlage wird in den Bahnhof integriert und für mobilitätseingeschränkte Reisende werden Aufzüge eingebaut", so Latsch. Die Stadt baue weiterhin eine Vorfahrt für den Individualverkehr.

Von den über 15-Millionen Euro Gesamtkosten werden 9,7 Millionen für die Modernisierung der Verkehrsstation ausgegeben. Dazu gehören Bahnsteigerneuerungen mit barrierefreien Bahnsteigen und einem sehbehindertengerechten Bahnsteigbelag für mobilitätseingeschränkte Personen, drei Personenaufzüge, ein neues Wegeleitsystem und der Umbau des Reisezentrums sowie der Toilettenanlagen. Der Bahnhof selber wird für 4,6 Millionen Euro modernisiert; etwa 1,2 Millionen Euro fließen in die Sanierung der Bahnhofsvorplätze. An den Kosten beteiligen sich neben der Bahn mit einem Eigenmittelanteil von 3,9 Millionen Euro die Stadt Gelsenkirchen mit rund 2 Millionen Euro sowie das Land mit etwa 9 Millionen Euro. Der jetzige Hauptbahnhof Gelsenkirchen wurde 1984 erbaut. Täglich halten hier 288 Züge, von der S-Bahn bis zum ICE. Knapp 15.000 Reisende täglich nutzen den Bahnhof.

Bahntickets bei Lidl

(06.05.) BERLIN - Die Pläne der DB für einen Verkauf von Fahrkarten in Supermärkten werden offenbar konkreter. Wie die "Bild"-Zeitung in ihrer Freitagsausgabe berichtet, will die DB künftig Fahrkarten über den Discounter Lidl verkaufen. Wie es weiter hieß, werde es eine erste Testaktion zwischen Donnerstag, 19. Mai, und Samstag, 28. Mai, geben. Das in den rund 2600 Lidl-Filialen angebotene Ticketheft werde 49,90 Euro kosten und zwei Fahrscheine für einfache Fahrten 2. Klasse auf jeder innerdeutschen Strecke enthalten. Der Kunde müsse nur noch seinen Namen, das Datum und die gewünschte Strecke eintragen, um das Ticket sofort benutzen zu können. Die Gültigkeit der Fahrkarten endet dem Bericht zufolge am 3. Oktober.

Start für Bauarbeiten am Haltepunkt Köln-Weiden West

(06.05.) KÖLN - Köln erhält eine weitere S-Bahn-Station. Der neue Halt bekommt den Namen Köln-Weiden West und verknüpft das S-Bahn-Netz Köln mit den Linien 12 und 13 mit der verlängerten Stadtbahnlinie 1 und einem großen Park+Ride-Platz. Gemeinsam durch einen Knopfdruck starteten NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann, Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma, VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober und der DB Konzernbevollmächtigte für das Land Nordrhein-Westfalen Reiner Latsch am Mittwoch die Bauarbeiten. Die Station wird am Kreuzungspunkt der Aachener Straße (B 55) und der Bonnstraße (L 183) entstehen. Für einen neuen Mittelbahnsteig wird durch eine Verschwenkung der Gleise Platz geschaffen. Dazu kommen zwei Treppenanlagen und ein Aufzug für den Zu- und Abgang. Nur rund 50 Meter liegen zwischen Bahnsteig und Haltestelle der Stadtbahnlinie bzw. dem Park+Ride-Platz. Die Maßnahme kostet rund sechs Millionen Euro und wird durch Fördermittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) finanziert. Das Gesamtprojekt, zu dem noch zusätzlich die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1, der zweigleisige Ausbau in Kerpen-Buir und eine Park+Ride-Anlage mit 430 Stellplätzen am neuen Haltepunkt gehört, umfasst insgesamt rund 32 Millionen Euro. Bund und Land NRW unterstützen das Projekt mit fast 27 Millionen Euro.

Regionaler Ansager im Stuttgarter Hbf informiert Bahnkunden auf 18 Bahnhöfen in der Region

(06.05.) STUTTGART - Seit wenigen Monaten führt ein "regionaler Ansager" vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus die Reisendeninformation auf 18 Stationen in der Region durch. Insbesondere bei Störungen im Betriebsablauf helfen Ansagen sowie die Anzeigen auf der Fahrgastinformationsanlage (FIA) den Kunden weiter. Moderne Technik gibt dem Ansager den Überblick über das Betriebsgeschehen auf insgesamt 18 Haltepunkten und Bahnhöfen zwischen Nürnberger Straße und Schorndorf auf der S-Bahn-Linie S 2 und zwischen Nürnberger Straße und Maubach (bei Backnang) auf der S 3. "Der neue Arbeitsplatz verfügt über sechs Monitore. Dort sieht der Mitarbeiter auf schematisierten Gleisplänen in Echtzeit zum Beispiel den aktuellen Standort der Züge oder ob ein Zug abweichend vom Fahrplan auf einem anderen Gleis anhalten wird. So kann er unsere Kunden vor Ort zeitnah informieren", erläutert der Stuttgarter Bahnhofsmanager Nikolaus Hebding die Vorteile der neuen Anlage. "Die Information erfolgt zum einen durch Lautsprecheransagen und andererseits durch die Fahrgastinformationsanlage, die der regionale Ansager für die Bahnhöfe Nürnberger Straße, Fellbach, Waiblingen und Schorndorf bedient", so Hebding weiter.

Mit der Erneuerung der FIA auf der Flughafenbahn im Jahr 2006 zwischen Stuttgart-Rohr und Flughafen wird ein zweiter Arbeitsplatz "regionaler Ansager" im Stuttgarter Hauptbahnhof eingerichtet, so dass rechtzeitig zur WM 2006 die Information der Reisenden im S-Bahnbereich verbessert wird. In Baden-Württemberg gibt es neben Stuttgart auch in Heilbronn und im Badischen Bahnhof in Basel regionale Ansager.

Russland verhandelt mit Siemens über neues Eisenbahnwerk

(06.05.) MOSKAU (dpa-AFX) - Siemens will nach Angaben von Geschäftspartnern in Russland einen neuen Betrieb für die Produktion von Hochgeschwindigkeitszügen bauen. Das teilte der Präsident der Russischen Eisenbahn AG, Gennadi Fadejew, am Donnerstag in Moskau mit. Die russische Bahn hatte auf der Hannover Messe im April 60 Hochgeschwindigkeitszüge für insgesamt 1,5 Milliarden Euro bei Siemens bestellt. Die Züge sollen in Russland montiert werden, betonte Fadejew. Bei der Montage werde der Anteil russischer Bauteile in fünf bis sechs Jahren nach Fadejews Worten auf 70 Prozent steigen. Das Unternehmen habe der deutschen Seite eine Liste von 69 russischen Firmen überreicht, deren Einstieg in das Projekt empfohlen wird. Von 2007 an will die russische Bahn die Siemens-Züge vor allem auf der Strecke Moskau - St. Petersburg - Helsinki einsetzen.

Start für den Ausbau des Haltepunkts Nürnberg-Frankenstadion

(05.05.) NÜRNBERG - Der Haltepunkt Nürnberg-Frankenstadion wird für über 8 Millionen Euro fit gemacht. Im Mai 2006, pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, wird für die Besucher ein neuer, zusätzlicher S-Bahnsteig zur Verfügung stehen. Dieser ermöglicht die Abfertigung von stündlich vier weiteren Zügen. Damit können pro Stunde 6.400 Besucher mehr mit der Bahn an- und abreisen. Zusammen mit der bestehenden Infrastruktur können dann statt derzeit maximal 8.700 Fahrgästen pro Stunde 15.100 Fahrgäste befördert werden. Der neue Bahnsteig wird zwischen dem Gleis der Bahnstrecke Nürnberg Hbf - Regensburg Hbf und einem neu zu bauenden Gleisstutzen errichtet. Hierfür müssen drei Weichen ein- und die Oberleitung neu gebaut, signaltechnische Änderungen im Elektronischen Stellwerk Fischbach vorgenommen sowie die Energieversorgung realisiert werden. Im Nürnberger Hauptbahnhof wird ebenfalls die Signaltechnik an den Gleisen 4, 5 und 6 angepasst, um die Bereitstellung und Abfertigung der Züge zu beschleunigen. Der Bahnsteig wird 342 Meter lang, 0,76 Meter hoch, mindestens 6,10 Meter breit und mit einer Rampe am östlichen Bahnsteigende behindertengerecht erschlossen. Ein Blindenleitstreifen (in den Boden gefräste Rillen) erleichtert sehbehinderten Menschen mit Taststock die Orientierung.

Zu Beginn der Baumaßnahmen werden Kabel verlegt und Rodungsarbeiten durchgeführt, danach beginnen Erdbau- und Oberleitungsarbeiten. Im Sommer werden unter anderem der Durchlass Fischbach verlängert, eine Stützwand im Bereich des ehemaligen Empfangsgebäudes errichtet und der neue Bahnsteig gebaut. Außerdem wird mit dem Anpassen der Signaltechnik begonnen. Im Herbst folgen Arbeiten an den Gleisen und Weichen, der Bau des Bahnsteigzuganges und die Ausstattung des Bahnsteiges. Zum Ende der Arbeiten müssen die Leit- und Sicherungstechnik im Elektronischen Stellwerk in Fischbach angepasst und die Verknüpfung mit der Aus- und Neubaustrecke München-Ingolstadt-Nürnberg hergestellt werden. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln des Freistaates Bayern und der Stadt Nürnberg.

ÖBB-Rettungszüge für Spittal und Mallnitz ausgeliefert

(05.05.) SPITTAL – Am Mittwoch sind die ÖBB-Rettungszüge für Spittal und Mallnitz von der Herstellerfirma Dräger Safety Austria ausgeliefert worden. Mit der Überreichung eines Schlüssels an Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider nahm der Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding, Erich Söllinger, die symbolische Übergabe der Rettungszüge an das Land Kärnten vor. Wie Haider betonte, seien Österreichs Tunnel laut einer jüngsten Studie die sichersten in ganz Europa. Trotzdem gelte es, für den Notfall stets gerüstet zu sein. Hierfür sei die Anschaffung von Rettungszügen für den Tunneleinsatz in Spittal und Mallnitz ein wichtiger Beitrag. Sollte es im Tunnel zu einem Zwischenfall kommen, bietet der neue Rettungszug den Einsatzkräften die bestmöglichen Voraussetzungen, auch unter schwierigsten Bedingungen im Tunnel einen Einsatz vornehmen zu können. Das Containersystem bietet Schutz vor Hitze und mit der Überdrucktechnologie kann das Eindringen von Rauch und Gasen verhindert werden. Mannschaft sowie Gerettete können im jeweiligen Rettungszug bis zu sechs Stunden mit Atemluft versorgt werden.

Der Rettungszug besteht aus einer Feuerwehreinheit und einer Rettungseinheit. Die Feuerwehreinheit setzt sich aus Niederflurwaggons, welche mit Feuerwehrfahrzeugen beladen werden können, einem Energie- und Löschmittelcontainer und einem Mannschaftscontainer zusammen. Die Rettungseinheit besteht aus dem Rettungscontainer, welcher einen geschützten Platz für 60 Personen bietet. Zwischen beiden Einheiten befindet sich eine Diesellokomotive, die den Zug antreibt. Im Einsatz fährt der Zug als Einheit in den Tunnel ein. Im Tunnel kann sich die Rettungseinheit von der Feuerwehreinheit lösen, um zwischen Rettungsplatz vor dem Tunnelportal und Einsatzort im Tunnel zu pendeln und gerettete Personen in Sicherheit zu bringen, während die Feuerwehrkräfte im Tunnel mit einer sicheren Rückzugsmöglichkeit in die Container ihrer Arbeit nachgehen können.

Alleine in die High-Tech-Containerausstattung der Rettungszüge in Spittal und Mallnitz wurden jeweils 1,7 Mio. Euro investiert. Insgesamt werden für die Containerausstattung aller fünf Züge 8,4 Mio. Euro investiert. Neben der Stationierung der neuen Rettungszüge in den Bahnhöfen Böckstein, Spittal-Millstättersee und Mallnitz-Obervellach erfolgt die Bereitstellung eines vierten Zuges im Großverschiebebahnhof Villach Süd. Die Bereitstellung des fünften Rettungszuges erfolgt in Bludenz. An der Zugspitze eines jeden Rettungszuges befindet sich ein kettenbetriebener Löschroboter. Das in Vorarlberg entwickelte High-Tech-Löschgerät kann ferngesteuert den Zug über eine Stirnrampe verlassen und in Richtung Brandherd bewegt werden. Das einzigartige, ähnlich einer Schneekanone funktionierende System dient sowohl der Niederschlagung von Rauch wie auch der Abkühlung von heißer Luft und nicht zuletzt zur Unterstützung der direkten Brandbekämpfung.

Das Tunneleinsatzkonzept sieht bei Notfällen einen Angriff von beiden Seiten des Tunnels vor. Über die direkt im Tunnel installierte Kommunikationstechnik wird eine Kommunikation der Einsatzmannschaften zwischen der Salzburger und der Kärntner Seite der Alpengipfel möglich. So können das Kärntner und das Salzburger Einsatzteam, welches sich aus ÖBB-Mitarbeitern und den Mitgliedern von freiwilliger Feuerwehr und Rotem Kreuz zusammensetzt, jeweils mit dem Rettungszug von Böckstein bzw. von Mallnitz aus in den Tunnel vordringen. So ist ein Feuerwehr- und Rettungseinsatz gleichzeitig von beiden Seiten möglich. Analog dazu ist die Planung für den Einsatz im Kaponigtunnel mit den Rettungszügen Spittal und Mallnitz vorgesehen. Eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Einsatzkräfte spielt die ausgeklügelte Gasmesstechnologie. Mit Hilfe von Sensoren wird die jeweilige "Umweltsituation" um den Rettungszug überwacht. Sowohl der Sauerstoffgehalt in der Luft wird ständig gemessen, wie auch ein so genannter "Ex-Meter" laufend über eine eventuelle Explosionsgefahr Auskunft erteilt. Während sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr vom Zug aus zur Ereignisstelle begeben, wird von der im Container situierten Kommandozentrale die Situation ständig überwacht. Sollte ein festgesetzter Wert über- oder unterschritten werden, wird eine Warnung abgegeben und die Einsatzkräfte können den Rückzug zum Rettungszug oder die Ausfahrt aus dem Tunnel antreten.

Im Sommer des Vorjahres konnte bereits das 61 Mio. Euro-Projekt "Tauerntunnel" abgeschlossen werden. Neben der Errichtung einer festen Fahrbahn und dem Umbau des Bahnhofes Böckstein wurde dabei auch massiv in das Upgrade der Tunnelsicherheit investiert: Die Kommunikationsmöglichkeiten im Tunnel wurden erweitert, feste Fluchtwege mit einer Orientierungsbeleuchtung und neuen Handläufen wurden errichtet sowie eine fixe Löschwasserleitung im Tunnel installiert. Vor den Tunnelportalen wurden hubschraubergerechte Rettungsplätze angelegt. Mit der Auslieferung der Rettungszüge für Mallnitz, Spittal und Böckstein kann nun auch die zweite Phase des mit den Feuerwehren entwickelten Sicherheitspakets abgeschlossen werden.

Verhandlungen bei nicht-bundeseigenen Eisenbahnen gehen in Kürze weiter

(05.05.) BERLIN - Die Tarifverhandlungen bei den nicht-bundeseigenen Eisenbahnen werden in Kürze fortgesetzt. Das haben Arbeitgeber und Gewerkschaften vereinbart. Zuvor hatte es am Mittwoch-Morgen einen Warnstreik bei der Bayerischen Oberlandbahn gegeben. Die bisherigen Gespräche zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) und den Gewerkschaften waren ohne Ergebnis geblieben. Gewerkschaft TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA fordern u.a. Einkommensverbesserungen von 3,3 Prozent. Der AGVDE hingegen will die Personalkosten um 3,8 Prozent reduzieren. In diesem Zusammenhang wollen die Arbeitgeber die Arbeitszeit auf 40 Stunden erhöhen.

Transnet ruft zu Warnstreiks bei nicht-bundeseigenen Eisenbahnen auf

(04.05.) BERLIN - Im Tarifkonflikt bei den privaten Bahngesellschaften hat die Gewerkschaft Transnet erste Warnstreiks angekündigt. "Die Arbeitgeberseite hat sich in den bisherigen Verhandlungen kein Stück bewegt, ist sogar ein paar Schritte zurück gegangen", kritisierte Transnet-Vorstandsmitglied Alexander Kirchner. "Die Vorstellungen der Arbeitgeber stellen nach wie vor eine Zumutung dar." Die Verhandlungen stecken derzeit "in einer äußerst schwierigen Phase." Der Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) strebe eine Senkung der Personalkosten um 3,8 Prozent an, teilte Kirchner mit. Dazu solle u.a. die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden pro Woche erhöht werden. Für drei Jahre solle es keine Lohnerhöhung, sondern nur Einmalzahlungen geben. Außerdem hätten die Arbeitgeber bereits die Tarifverträge zum Weihnachtsgeld, zu den Leistungs- und Treueprämien und zu den vermögenswirksamen Leistungen gekündigt.

"Im Raum steht dagegen nach wie vor unsere eigene Forderung nach Lohnerhöhungen von 3,3 Prozent", sagte Kirchner weiter. "Um ein Zeichen zu setzen, haben wir uns dazu entschlossen, zu Warnstreiks aufzurufen." Eine erste Aktion werde es Mittwoch früh bei der Bayerischen Oberlandbahn im Münchner Raum geben. Die BOB, deren Züge den Münchner Hauptbahnhof über Holzkirchen mit Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell im Süden verbinden, gehört zur französischen Connex-Gruppe. Weitere Maßnahmen seien nicht ausgeschlossen, betonte Kirchner.

Neuer NRW-Tarif ab Juni

(04.05.) DÜSSELDORF - Das Land Nordrhein-Westfalen führt ab dem 12. Juni einen landesweit einheitlichen NRW-Tarif ein, der den Nahverkehrstarif der DB ablöst. Wie Landesverkehrsminister Axel Horstmann (SPD) am Dienstag in Düsseldorf erläuterte, können Pendler dann mit nur einem Ticket über die Grenzen der neun Verkehrsverbünde hinweg alle Busse, Bahnen und Nahverkehrszüge nutzen, um von A nach B zu kommen. Für landesweite Fahrten steht künftig ein breites Fahrkartensortiment zur Verfügung. Es reicht vom Schöne-Reise-Ticket für die Einzelfahrt bis zum Schöner-Monat-Ticket im Abo. Das neue Ticket kostet für eine Einzelfahrt 70 Cent mehr als die reine Bahnfahrkarte. Für das Monatsabo müssen 12,50 Euro draufgelegt werden. Für alle Fahrgäste, die neben dem Zug auch Bus oder Straßenbahn nutzten, bedeute dies eine deutliche finanzielle Entlastung, betonte Horstmann. Pendler, die nur von Bahnhof zu Bahnhof fahren, zahlen mehr. Vorerst können die Fahrkarten nur bei der Bahn gekauft werden und zwar an den landesweit 1600 Automaten, in den 130 Reisezentren und den mehr als 700 DB-Agenturen. Ab Anfang kommenden Jahres sollen die Tickets des NRW-Tarifs dann auch von den kommunalen Verkehrsunternehmen vertrieben werden.

Bahnhof Dortmund-Westfalenhalle wird für 9,2 Millionen Euro modernisiert

(04.05.) DÜSSELDORF - Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Montag die Arbeiten zum Umbau des Bahnhofs Dortmund-Westfalenhalle offiziell begonnen. Insgesamt werden 7,3 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Bahnhofs und zusätzlich 1,9 Millionen Euro in den Ausbau der Gleise und in die Signaltechnik investiert, wovon 90 Prozent über Förderanteile des Landes finanziert werden. Damit soll die Station fit gemacht werden für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. In den nächsten Monaten werden die Bahnsteige in Dortmund-Westfalenhalle teilweise auf 76 Zentimeter erhöht und mit einer festen Bahnsteigdecke versehen. Die Zu- und Abgangswege erhalten mobilitätsgerechte Rampen. Zudem werden die Bahnsteige mit einer neuen Beleuchtung, Beschilderung und Info-Vitrinen ausgerüstet. Durch die Stadt Dortmund wird ein Brückenneubau "Bolmker Weg" erfolgen. Mit vorbereitenden Maßnahmen zum Baubeginn war Ende Februar begonnen worden. Zuvor hatte die Suche nach Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg und die Verfüllung von Hohlräumen unter der Station für eine vorübergehende Sperrung der Station und der Strecke gesorgt.

SBB Cargo startet nationale Anzeigenkampagne

(04.05.) BERN - Am Mittwoch startet SBB Cargo ihre erste nationale Inseratenkampagne. Auf den Inseraten sind keine Lokomotiven oder Güterwagen zu sehen. Stattdessen wird auf überraschende Weise die Fracht gezeigt, welche für die Bevölkerung meist unsichtbar in durchfahrenden Güterzügen verborgen ist. Mit der Kampagne will SBB Cargo aufzeigen, welche konkreten Leistungen hinter den abstrakten Zahlen (jährlich 58 Millionen beförderte Gütertonnen/10 Milliarden Tonnenkilometer) stecken. Die Anzeigenmotive zeigen bekannte Transportgüter wie Roheisen (SBB Cargo transportiert jährlich 500 Eiffeltürme) oder Mineralöl (SBB Cargo füllt jährlich 100 Millionen Autotanks), aber auch weniger bekannte Güter wie Kleiderkollektionen oder prall gefüllte Einkaufswagen von Schweizer Großverteilern. Begleitet vom Slogan «Rechnen Sie mit uns» kommen acht Motive zum Einsatz.

"Vielen Schweizerinnen und Schweizern ist nicht bewusst, was SBB Cargo täglich in und durch die Schweiz transportiert und damit zur Entlastung der Strassen beiträgt", erklärt Benno Grüter, Leiter Marketing & Kommunikation von SBB Cargo. "Mit der Anzeigenkampagne wollen wir zeigen, wie wichtig SBB Cargo für die Schweizer Volkswirtschaft und die Verkehrsverlagerung ist. Wir wollen deutlich machen, dass ein erhebliches Maß der Gütermengen heute auf der Schiene transportiert wird." Dank SBB Cargo werden in der Schweiz täglich mehr als 20'000 Lkw-Fahrten vermieden. Die ersten Anzeigenmotive der Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der Agentur Euro RSCG Zürich entwickelt wurde, sind ab dem 4. Mai in der nationalen Tages-, Sonntags- und Wirtschaftspresse zu sehen. Eine zweite Inseratenwelle mit neuen Motiven folgt im September. Gleichzeitig werden an ausgewählten Tankstellen an Zapfpistolen angebrachte Kleber darauf hinweisen, dass auch auf der Straße nichts ohne SBB Cargo läuft. Die Anzeigenmotive der Kampagne sind auf der Website von SBB Cargo zu finden.

Transnet: Bahnen bei Energiepreisen weiterhin benachteiligt

(04.05.) BERLIN - Angesichts der steigenden Energiepreise hat die Bahngewerkschaft Transnet erneut mehr Gerechtigkeit bei der Besteuerung der Verkehrsträger gefordert. Die umweltfreundlichen Bahnen seien weiterhin gegenüber dem Flugverkehr benachteiligt und müssten daher von der Ökosteuer befreit werden. Außerdem sollte nach Ansicht der Transnet die volle Mineralöl-, Öko- und Mehrwertsteuer für die Luftfahrt erhoben werden. Die bisherige Befreiung des Luftverkehrs von diesen Steuern stelle einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern dar. Die deutsche Verkehrspolitik müsse endlich ihre eigenen Ziele ernst nehmen, forderte die Gewerkschaft.

Ab 39 Euro zu zweit mit der Bahn nach München zur Buga

(04.05.) BERLIN - Mit dem Buga-Spezial bietet die DB allen Besuchern der Bundesgartenschau (Buga) einen besonders günstigen Preis: Ab 39 Euro reisen zwei Personen mit dem ICE oder IC/EC schnell und umweltfreundlich nach München und wieder zurück. Ein weiterer Vorteil für Familien: Kinder unter 15 Jahren fahren in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos, wenn sie auf der Fahrkarte mit eingetragen sind. Kinder unter sechs Jahren benötigen diesen Eintrag nicht. Das Angebot gilt bis zum 9. Oktober 2005 in der 2. Klasse für die Hin- und Rückfahrt. Entfernungen bis 250 Kilometer kosten für zwei Personen 39 Euro, bis 400 Kilometer 69 Euro und über 400 Kilometer 99 Euro. Das Ticket ist nur in Verbindung mit Eintrittskarten für die Buga gültig, die bei der Fahrkartenkontrolle im Zug von allen, die auf der Fahrkarte eingetragen sind, vorgezeigt werden müssen. Das Buga-Spezial sowie Eintrittskarten für die Buga werden in allen DB ReiseZentren und DB Agenturen, am Automaten oder im Internet auf www.bahn.de sowie beim DB ReiseService über die kostenpflichtige Rufnummer 11 8 61 *) verkauft. Die Fahrkarten sind buchbar bis drei Tage vor Reisebeginn und solange der Vorrat reicht. Sie sind an einen festen Zug für die Hin- und Rückreise gebunden. Umtausch und Erstattung sind bis einen Tag vor Reiseantritt gegen eine Gebühr von 15 Euro möglich. Weitere Ermäßigungen wie BahnCard- oder Mitfahrer-Rabatt werden nicht gewährt. Das Angebot gilt auch im Nachtreiseverkehr in den Zügen von CityNightLine und DB NachtZug mit den entsprechenden Aufpreisen für Sitz-, Liege- oder Schlafwagen.

DB hebt Railion Italia aus der Taufe

(03.05.) MAINZ - Die europäische Railion-Gruppe startet mit einer eigenen Güterbahn auf dem wichtigen italienischen Transportmarkt. Im Rahmen einer Festveranstaltung am 28. April in Alessandria hoben Dr. Klaus Kremper, Vorstandschef der größten europäischen Güterbahn Railion, und Giuseppe Arena, Produktions-Geschäftsführer der Railion Italia S.r.l., das neue Unternehmen aus der Taufe. Railion Italia ist Teil der Europäisierungsstrategie der DB. Die Railion-Gruppe ist die Güterbahn der DB. Die SFM wurde im Juni 2004 durch die DBzu 95 Prozent übernommen und seitdem kontinuierlich ausgebaut. Kremper sagte zur Bedeutung der neuen Gesellschaft: "Wir freuen uns, im italienischen Markt neben unseren Partnern Trenitalia, Ferrovie Nord Cargo (FNC) und RailTractionCompany (RTC) künftig ein eigenes, gewichtiges Standbein zu haben. Italien ist für uns mit rund 20 Millionen transportierten Tonnen jährlich der zweitwichtigste Markt nach Deutschland. Wir können nun beide Märkte aus einer Hand auf der Schiene verbinden. Viele Kunden haben diesen Wunsch an uns herangetragen. Wir werden mit neuen, attraktiven Angeboten mehr Verkehr auf die Schiene holen können."

Railion Italia wird ihren Sitz in Alessandria haben, im Zentrum des wirtschaftsstarken Raums um Mailand, Turin und Genua. Die Gesellschaft verfügt derzeit über sieben moderne Diesellokomotiven des Typs Vossloh G 2000 und fährt in der Anfangsphase rund 50 internationale Güterzüge pro Woche. Diese werden in den Bahnhöfen Luino, Domodossola und Chiasso an Railion Deutschland und ihren Partner BLS Cargo zum Weitertransport über die Alpen bis nach Schweden und in die Niederlande übergeben. Das transportierte Volumen wird in drei weiteren Schritten noch 2005 erheblich ausgebaut. In Deutschland, den Niederlanden und Dänemark existieren ebenfalls bereits eigene Landesgesellschaften von Railion.

Das bediente Streckennetz aus dem derzeitigen Kerngebiet soll Schritt für Schritt mit weiteren Lokomotiven Richtung Pisa, Bologna und italienisch-französische Grenze ausgeweitet werden. Dabei sollen nicht nur weitere Züge mit Containern und Wechselbrücken gefahren werden, sondern zunehmend auch Ganzzüge für große Kunden, beispielsweise  aus der Automobilindustrie. Angeboten werden auch Züge, bei denen die Verteilung der einzelnen Wagen zum Kunden durch Railion Italia wahrgenommen wird. Kunden ohne Gleisanschluss können den Stinnes Railport Castelguelfo bei Parma nutzen, ein Lager- und Umschlagzentrum. Hier organisiert die Railion-Schwestergesellschaft Stinnes auch die Vor- und Nachläufe per LKW und bietet Lager- und Umschlagsleistungen an.

Alle Güterzüge auf Rübelandbahn bald ohne E-Loks

(03.05.) MAGDEBURG - Die DB wird nach einem Bericht von "Bahn TV" künftig modernisierte Dieselloks der Baureihen 233 und 241 auf der Rübelandbahn im Harz einsetzen. Die beiden Baureihen wurden dem Bericht zufolge in den letzten Jahren im DB Werk Cottbus umfassend modernisiert und verfügen jetzt über neue Dieselmotoren, die die Abgasnormen des Internationalen Eisenbahnverbandes erfüllen. Bisher fuhren 25 Kilovolt-Elektroloks der Baureihe 171 als Stammloks der Rübelandbahn. Sie sollen nun vor Railion-Güterzügen in Europa eingesetzt werden. Die DB folgt damit dem Beispiel der Osthavelländischen Eisenbahn-AG, die auf der Rübelandbahn Dieselloks des Typs "Blue Tiger" einsetzt. Die Fels-Werke Goslar, die bei Rübeland Kalkstein abbauen, waren im April von der DB auf die Osthavelländische Bahn umgestiegen. Die DB hatte nur die Transportaufträge von einem Drittel der Güter (das sind etwa 500 000 Tonnen jährlich) behalten. Weil diese Menge nicht ausreiche, um die umweltfreundlichen Elektroloks wirtschaftlich einzusetzen, will die DB nun ebenfalls auf Dieselloks umsteigen. Die Elektroloks wären laut "Bahn TV" nur wenige Stunden am Tag im Einsatz und würden dabei nicht einmal 100 Kilometer zurücklegen.

Startschuss für den Umbau des Bahnhofs Reinbek

(03.05.) REINBEK - Der Bau- und Finanzierungsvertrag für den Umbau des Bahnhofs Reinbek ist am Montag im Schloss Reinbek unterzeichnet worden. Die Gesamtkosten für die Umbaumaßnahme in Höhe von rund 6,12 Millionen Euro werden vom Bund, dem Land Schleswig-Holstein, der Stadt Reinbek und der DB getragen. Im August diesen Jahres beginnen die Bauarbeiten mit einem ersten Spatenstich. Mitte 2007 soll die Anlage fertig sein. Völlig neu gebaut wird ein 140 Meter langer und 96 Zentimeter hoher Mittelbahnsteig für die Fahrtrichtungen nach Hamburg und Aumühle. Der Bahnsteig wird über eine neue durchgehende Tunnelanlage mit Aufzügen und Treppen zu erreichen sein und ist im Bereich dieser Zugänge überdacht. Auf dem nicht überdachten Teil des Bahnsteiges wird es ein Wetterschutzhaus geben. Ein modernes Wegeleit- und Informationssystem und eine ansprechende Bahnsteigbeleuchtung runden die Ausstattung ab. Die alten Haus- und Mittelbahnsteige sowie das alte Bahnhofsgebäude werden abgebaut.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen die Vermarktungseinheiten am S-Bahnhof in Reinbek erneuert werden. Im Zuge der umfassenden Neugestaltung der Station wird eine bequeme Verknüpfung zwischen S-Bahn- und Busbetrieb geschaffen. Die Busse halten unmittelbar am Bahnhof und die gesamte Anlage wird behindertengerecht erstellt. Es werden 390 Fahrradabstellplätze sowie weitere P+R Plätze für die im täglichen Durchschnitt 5.400 Fahrgäste gebaut. Die Kosten für diese Maßnahme in Höhe von rund einer Million Euro werden durch das Land Schleswig-Holstein, die Stadt Reinbek und dem Förderfonds Nord finanziert.

Bahn-Signalwerk Wuppertal baut Stellwerkstechnik für Partnerstadt Beer-Sheva in Israel

(03.05.) DÜSSELDORF - Das Signalwerk der DB in Wuppertal-Vohwinkel hat im Auftrag der Firma Alcatel-SEL die Bedieneinrichtung für ein Stellwerk in Beer-Sheva, Wuppertals Partnerstadt in Israel, gebaut. Das Wuppertaler Signalwerk der Bahn ist der zentrale, bundesweit agierende Versorger in der Leit- und Sicherungstechnik. Seit 1997 fertigt das Werk Bedieneinrichtungen (Stelltische und Stelltafeln) für die Firma Alcatel-SEL, mit Sitz in Stuttgart. Die Zusammenarbeit der Deutschen Bahn AG mit dem weltweit tätigen Anbieter signaltechnischer Einrichtungen für den Bahnbetrieb führte dazu, dass neben Stadt- und U-Bahnen in Deutschland auch ausländische Eisenbahnen zum Kundenstamm gehören.

So bezieht das Eisenbahnverkehrsunternehmen "Israel Ports & Railways" ausschließlich Signaltechnik der Firma Alcatel-SEL, zu der das Signalwerk Wuppertal seit nunmehr 8 Jahren die Bedieneinrichtungen liefert. Inzwischen wurden in Israel die Bahnhöfe Naan, Rinatya, Nevatim, Benyamina, Ashkelon, Pleshet, Akko, Naaman, Mamshit und Dimona mit dieser Stellwerkstechnik ausgestattet. Besonders stolz sind die Mitarbeiter der Bahn darauf, dass ihr neuestes Produkt für Wuppertals Partnerstadt Beer-Sheva bestimmt ist. Der Stelltisch ist das 14. Projekt für Israel, das am 23.05.2005 am Bestimmungsort eintreffen wird.

Sonne, Dampf und Krokodil am Bodensee

(03.05.) STUTTGART - Schnellzugdampf pur erlebten die Teilnehmer der Sonderfahrt des Historischen Dampfschnellzug e.V. am 1. Mai bei der Fahrt von Stuttgart ins schweizerische Rorschach am Bodensee. Bei herrlichem Frühsommerwetter konnte man bei meist geöffneten Wagenfenstern hautnah miterleben, wie der schwarze Renner 01 1066 vor dem vollbesetzten Sieben-Wagen-Zug arbeiten musste, um im strammen Fahrplanrhythmus die anspruchsvolle Strecke zu bewältigen. Manch einer geriet ins Schwärmen, wenn der satte Klang der Dreizylindermaschine an den Steigungen zu hören war.

"Mit dem Dampfzug zum Dampfschiff" lautete das Motto, denn in Rorschach wartete das letzte fahrende Bodenseedampfschiff, die "Hohentwiel" zu einer Rundfahrt auf die Gäste. Ein anderer Teil der Mitfahrenden nahm auch das zweite attraktive Angebot wahr, mit dem Schweizer Krokodil 13 302 eine Rundfahrt durch den Kanton Thurgau mit attraktiven Photohalten mitzumachen. Wieder andere genossen einfach das Sommerwetter am See oder fuhren mit der Zahnradbahn nach Heiden hinauf und genossen die tolle Aussicht über den gesamten Bodensee, ehe die 01 1066 mit Lokführer Jürgen Regler und seiner Mannschaft den Sonderzug wieder souverän nach Stuttgart zurück brachten.

Lesen ist die Lieblingsbeschäftigung auf Bahnreisen

(02.05.) BERLIN - Lesen ist die beliebteste Beschäftigung auf Reisen mit der Bahn. Jeder Zweite nutzt so die Reisezeit – Frauen greifen zum Roman, Männer eher zu Zeitschriften oder Tageszeitungen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infas im Auftrag der DB. Aktuell befragt wurden rund 1000 Fahrgäste im Alter ab 18 Jahren. Ausgewertet wurden die Antworten der knapp 400 regelmäßigen Bahnfahrer. 50 Prozent der Befragten lesen regelmäßig auf Zugfahrten, 30 Prozent greifen gelegentlich zur Lektüre. Die übrigen 20 Prozent der Bahnreisenden lesen selten oder nie im Zug. Sie nutzen die Reisezeit stattdessen lieber zum Arbeiten, zu Gesprächen mit Mitreisenden oder sie entspannen sich.

71 Prozent der Männer greifen im Zug zu Zeitschriften, Magazinen oder Wochenzeitungen (Frauen 56 %), 68 Prozent zu Tageszeitungen (Frauen 50 %). 66 Prozent der weiblichen Reisenden bevorzugen Romane (Männer 42 %). In der Altersgruppe der 18 bis 34 Jährigen lesen 42 Prozent Tageszeitungen, bei den 35 bis 54 Jährigen steigt der Wert auf 67 Prozent. Bei Romanen ist das Leseverhalten der beiden Altersgruppen dagegen ausgeglichen bei 60 Prozent. 34 Prozent der Reisenden kaufen ihre Lektüre spontan im Bahnhof. Der Bahnhofsbuchhandel, dessen Verband gerade sein 100 jähriges Bestehen feiert, bietet dafür ein breites Sortiment, das auf die Vorlieben der Fahrgäste zugeschnitten ist. Auch das Kundenmagazin DB mobil, das in den Fernzügen kostenlos ausliegt, wird gern genutzt. Jeder dritte Fernreisende liest die vielseitige Zeitschrift regelmäßig.

Die DB setzt sich seit vielen Jahren für mehr Freude am Lesen in allen Altersgruppen ein. Unter dem Motto „Reisezeit ist Lesezeit" unterstützt die Bahn die Stiftung Lesen (Mainz). Spezielle Programme wenden sich darüber hinaus an Kinder schon ab dem Vorschulalter sowie an Jugendliche. Als Geschenk für die jüngsten Reisenden haben die Zugbegleiter die Pixi-Buch-Sonderreihe "Oli" dabei.

Erster Zug für die "Marschbahn" Hamburg-Westerland vorgestellt

(02.05.) HENNINGSDORF - Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier hat am vergangenen Donnerstag im Werk Hennigsdorf bei Berlin den ersten Vier-Wagen-Zug für die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) vorgestellt. Fahrzeuge dieses neu entwickelten Typs werden ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember auf der "Marschbahn" Hamburg-Westerland verkehren. "Mit diesen Fahrzeugen möchten wir neue Maßstäbe setzen, was den Reisekomfort betrifft", sagt NOB-Geschäftsführer Karl-Heinz Fischer. "Merkmale wie Klimaanlage, großzügige Sitzabstände, Niederflureinstieg und Luftfederung halten damit erstmals im Regionalverkehr auf der Strecke Hamburg-Westerland Einzug."

Besonderes Augenmerk haben Bombardier und NOB auf eine behindertenfreundliche Gestaltung gelegt. Die Fußbodenhöhe von 80 Zentimetern erlaubt bei den vorherrschenden Bahnsteighöhen von 76 Zentimetern selbst Rollstuhlfahrern einen ungehinderten Einstieg. Großzügige Mehrzweckräume und eine behindertenfreundliche Toilette runden das Konzept ab. Nach den für die Zulassung notwendigen Tests sind Versuchsfahrten voraussichtlich im Großraum Berlin geplant. Im Sommer werden dann die ersten Marschbahnzüge nach Schleswig-Holstein kommen und einem intensiven Probebetrieb unterzogen. Bis zur Aufnahme des regelmäßigen Verkehrs im Dezember sollen rund 60 Wagen ausgeliefert werden, die restlichen 30 folgen bis zum Beginn der Badesaison im Frühjahr 2006. "Derzeit liegt Bombardier sehr gut im Zeitplan, und wir sind zuversichtlich, dass es auch so bleibt", zeigte sich NOB-Geschäftsführer Fischer optimistisch.

Kreise: Fernverkehr verbessert Ergebnis deutlich

(02.05.) BERLIN - Die Fernverkehrssparte der DB hat nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" in den ersten drei Monaten des Jahres ihre Verluste drastisch verringert. Unter Berufung auf bahnnahe Kreise hieß es, der Verlust habe im ersten Quartal unter 30 Millionen Euro gelegen. Damit habe sich die Trendwende, die seit Ende vergangenen Jahres auszumachen sei, mit großem Schwung fortgesetzt. Geplant worden sei ursprünglich mit einem Betriebsverlust nach Zinsen von 100 Millionen Euro. Wenn sich der Trend fortsetze, sei sogar Bahnchef Hartmut Mehdorns zuletzt geäußerte Prognose realistisch, dass IC und ICE bereits 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben. Die aktuelle Mittelfristplanung der Bahn rechnet damit nach Angaben von anderer Stelle im Unternehmen frühestens im Jahr 2007.

Frankfurt rückt eine Viertelstunde näher an den Odenwald

(02.05.) FRANKFURT/Main - Mit einem symbolischen Spatenstich beim Haltepunkt Darmstadt Nord ist am Freitag das Startsignal für die Umbauarbeiten der Schieneninfrastruktur gefallen. Insgesamt werden 9,4 Mio. Euro in die jetzt anlaufenden Baumaßnahmen investiert. "Zukünftig können Züge in und aus dem Odenwald auch am Darmstädter Hauptbahnhof vorbei nach Frankfurt am Main fahren", erläutert Stefan Zander, Leiter Grundsätze der DB Netz AG. "Dadurch werden sich die Fahrzeiten auf dieser Strecke um etwa eine Viertelstunde verkürzen". Die Einfahrt in den Hauptbahnhof Darmstadt und der Umstieg auf den Zug nach Frankfurt sollen bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember der Vergangenheit angehören. Berufspendler, die täglich auf der Strecke unterwegs sind, gewinnen dann dank der Baumaßnahmen pro Woche zweieinhalb Stunden Freizeit. Die bislang vorhandene Anbindung aus dem Odenwald an den Hauptbahnhof Darmstadt bleibt dabei weiterhin unverändert erhalten.

Damit die Direktverbindung von Frankfurt in den Odenwald möglich wird, müssen an der Haltestelle Darmstadt Nord neue Verbindungen zwischen den dort verlaufenden Eisenbahnlinien geknüpft werden. Dazu werden im Bereich der Haltestelle neue Weichen und Weichenverbindungen eingebaut. Durch die Anpassung der Signaltechnik auf die neuen Fahrmöglichkeiten wird Darmstadt Nord aus eisenbahnbetrieblicher Sicht von einer Haltestelle zu einem Bahnhof. Die jetzt begonnen Bauarbeiten sollen bis im Dezember abgeschlossen werden. Bis August müssen zunächst Kabel verlegt und die Signaltechnik vorbereitet werden. Im September und Oktober folgen dann die umfangreichen Gleis- und Weichenumbauten.

Neues Reisemagazin auf Bahn TV

(02.05.) BERLIN - Die Bahn hat einen eigenen Sender: Bahn TV. Was vor fünf Jahren als Mitarbeiterfernsehen begann, ist heute ein Vollprogramm mit vielen interessanten und nützlichen Informationen rund um Europas größten Mobilitäts-Dienstleister, das für jedermann mit einem digitalen Satellitenanlage zu empfangen ist. Hier erfahren die Zuschauer alles über Menschen bei der Bahn, Eisenbahnbetrieb, Bahnfahren und Logistik. Ab 2. Mai 2005 wird das vielfältige Programm um ein Reisemagazin für Bahnfahrer erweitert. Die Zuschauer können sich über aktuelle Angebote informieren und über eine im Fernsehen eingeblendete Hotline Fahrkarten bestellen. Bahn TV Reise läuft samstags und sonntags um 11, 17 und 21 Uhr sowie an Wochentagen zu unterschiedlichen Zeiten.

Nachrichten aus der Bahnwelt werden täglich montags bis freitags zu jeder vollen Stunde ausgestrahlt. Wie sieht der Alltag eines Lokführers aus? Wie bewältigen Mitarbeiter komplizierte Großtransporte? Was passiert auf der Großbaustelle Berlin-Hauptbahnhof? Was berichten Zeitzeugen über die Bahn-Geschichte? Wohin steuert der DB-Konzern? Diesen und vielen anderen Fragen geht Bahn TV in seinen Sendungen nach. Ein buntes Programm, das den Zuschauer ab 2. Mai erwartet - einschalten lohnt sich. Bahn TV wird unverschlüsselt über Astra digital ausgestrahlt (Empfang: Astra digital 19,2° Ost, Frequenz: 12.633 Mhz, Transponder: 113, FEC: 5/6, Symbolrate: 22 Mbit, RS: 188/204) und ist zudem in den digitalen Kabelnetzen von Primacom, Ish und Kabel BW zu empfangen. Ein Internet-Angebot unter www.db.de/bahntv ergänzt das Fernsehprogramm.

"Allianz pro Schiene": Aufschwung Ost-Europa ohne die Schiene

(02.05.) BERLIN - Aus Anlass von einem Jahr EU-Osterweiterung am 1. Mai 2005 hat die Allianz pro Schiene eine kritische Bilanz gezogen. "Deutschland mag wirtschaftlich gesehen der große Gewinner der EU-Osterweiterung sein, die Schiene ist es definitiv nicht", so das Fazit von Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. Gerade im Verkehrsbereich zeigen sich immer mehr die negativen Seiten der neuen Handelsdynamik. Der Güterverkehr auf der Straße explodiert, die Schienenwege rotten vor sich hin. "Wenn Deutschland nicht massiv den Ausbau der Schienenwege nach Polen beschleunigt, wird das langfristig nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung bremsen", so Dirk Flege.

Die Forderung des Schienenbündnisses: Von den insgesamt acht Eisenbahnverbindungen nach Polen sollten zumindest die wichtigsten vorrangig ausgebaut werden, damit die Schiene für Reisende in Ost- und Westeuropa wieder eine attraktive und wettbewerbsfähige Alternative wird. Zum Vergleich: Auf der Straße gibt es immerhin 21 Verbindungen nach Polen. Davon allein vier Autobahnen, die in den letzten Jahren alle ausgebaut wurden." Das vermittelt nicht den Eindruck, dass es der Verkehrspolitik wirklich ernst ist mit dem Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen", so Dirk Flege. Die Zahl der nach Polen Reisenden auf der Schiene wird von heute 900.000 auf 1,7 Millionen im Jahr Jahr 2015 ansteigen. Im Vergleich dazu soll der motorisierte Individualverkehr im gleichen Zeitraum von heute 38,5 auf 62 Millionen Menschen zunehmen. Im grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr wird eine Verdreifachung prognostiziert. "Marode Brücken und lange Fahrzeiten mit der Eisenbahn sind jedoch wenig attraktiv und verhindern, dass die Menschen in Ost und West sich auf der Schiene näher kommen, statt auf der Straße. Eine kleine Anfrage der CDU/CSU Bundestagsfraktion bestätigt, dass der Ausbau der Schienenwege nach Polen noch schleppender verläuft, als befürchtet. "Damit mehr Ost-West Verkehr auf die Schiene kommt, muss das Angebot stimmen. Dafür wird im Moment eindeutig zu wenig getan", so die ernüchternde Bilanz der Allianz pro Schiene. (Übersicht grenzüberschreitende Schienenwege Deutschland - Polen).