Baustellenserie auf der linken Rheinstrecke planmäßig beendet

KÖLN - Die linke Rheinstrecke ist saniert. Am Freitag Abend wurden die letzten Arbeiten, wie Schienenschweißen, Oberleitungs- und Kabelarbeiten in Bonn beendet. Der letzte für die Baustelle gesperrte Gleisabschnitt wurde wieder befahrbar gemeldet. Fern- und Regionalverkehr fahren damit wieder planmäßig und rechtzeitig zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte und verkaufsoffenen Samstage über die Strecke fahren. Die Bauarbeiten dauerten im Abschnitt Mainz - Koblenz vom 06.10. bis 02.11 und zwischen Koblenz und Köln vom 02. bis zum 28.11.2003. Durch die Sanierung wurde die Verfügbarkeit der Strecke erhöht. Verspätungen durch Baustellen sollen laut DB damit auf absehbare Zeit der Vergangenheit angehören. "Es hat sich gezeigt, das die Bündelung der Bauarbeiten auf ca. 8 Wochen mit Teil- und Vollsperrungen der Strecke richtig war", sagte Gesamtprojektleiter Rudolf Ditzen von der DB ProjektBau GmbH. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf rund 80 Millionen Euro.

Der Einsatz von u. a. Schnell-Umbauzügen, Bettungsreinigungmaschinen, Stopfmaschinen und Zweiwegebaggern und zahlreichen Mitarbeitern von Gleisbaufirmen machte es erst möglich, diese logistische Leistung zu vollbringen. Insgesamt wurden 74 Kilometer Gleis mit 123000 Schwellen neuverlegt, 87 Weichen ausgetauscht, rück- oder neugebaut und rund 120000 Tonnen Schotter wurden ausgetauscht. Mit einer umfangreichen Informationskampagne wurden die Reisenden vor und während der Baumaßnahme über Fahrplanänderungen verständigt. Der Sympathieträger "Max Maulwurf" warb um Verständnis. Die Stadtwerke Bonn, die Kölner Verkehrsbetriebe, weitere Busunternehmer und selbst Fähren trugen ihren Teil dazu bei, die Reisenden trotz Baustelle zu ihrem Ziel zu bringen. Pendelzüge der DB-Regionalbahn Rheinland fuhren im Halbstundentakt zwischen Köln und Koblenz bzw. Remagen. Wolfgang Groß von DB Regio: "Das Echo unserer Kunden auf den angebotenen Ersatzfahrplan war durchweg positiv, auch wenn es die eine oder andere Unregelmäßigkeit gab."

Bahn bietet mehr Züge in den Weihnachtsferien

BERLIN - Zum Jahreswechsel erhöht die Bahn ihre Kapazitäten im Fernverkehr. In den Weihnachtsferien fahren wegen des erwarteten Andrangs im Reiseverkehr auf den DB-Hauptstrecken 32 zusätzliche ICE und InterCitys. Die Züge sind in das elektronische Fahrplan- und Buchungssystem der Bahn integriert, Sitzplätze können daher wie bei allen anderen fahrplanmäßigen Fernzügen reserviert werden. Die zusätzlichen Züge kommen von Beginn der Weihnachtsferien am 19. Dezember an schwerpunktmäßig auf den Nord-Süd-Hauptstrecken wie Hamburg - München und Nordrhein-Westfalen - München zum Einsatz. Außerdem erweitert die Bahn an den Hauptreisetagen ihr Angebot zu beliebten Ferienzielen wie Innsbruck, Garmisch-Partenkirchen, Oberstdorf, Nordfriesland sowie Richtung Schweiz. Da Heiligabend und Silvester in der Wochenmitte liegen, rechnet die Bahn über die Weihnachtsferien zwar wie in allen Jahren mit einem großen Kunden-Ansturm, er wird sich aber über einen größeren Zeitraum verteilen. Dennoch sollten DB-Kunden im Fernverkehr zwischen dem 19. Dezember und 4. Januar möglichst nicht ohne Reservierung aufbrechen.

Der neue DB-Schlafwagen erstmalig zwischen Berlin und Paris unterwegs

BERLIN - Mit der Jungfernfahrt des neuen Schlafwagens WLABmz 173 auf der DB NachtZug Strecke Berlin - Paris hat gestern Abend eine neue Epoche der europäischen Nachtzugreise begonnen. 120 Jahre, nachdem zum ersten Mal ein Schlafwagen der Compagnie Internationale Des Wagons-Lits beide Hauptstädte miteinander verband, werden Reisende nun dank zahlreicher Innovationen einen Qualitätssprung beim Reisekomfort erleben. Im vergangenen Jahr nutzten 120.000 Gäste die Linie Berlin - Paris. Rund fünf Jahre hat die Entwicklung des WLABmz 173 von der ersten Planungsskizze bis zur Serienreife gedauert - damit hat die DB AutoZug GmbH weitere ca. 50 Mio. Euro in die Modernisierung des Geschäftsfeldes DB NachtZug investiert. Die alten Schlafwagen waren zum Teil mehr als 30 Jahre im Einsatz und werden nun nach mehreren Millionen Kilometern Laufleistung ausgemustert.

Gefertigt werden die Schlafwagen der neuen Generation von der Siemens SPG Verkehrstechnik GmbH. Für die Gestaltung des Innenraumes zeichnet das Designbüro TriCon verantwortlich, das ein wahres Raumwunder geschaffen hat, bei dem viele Wünsche der Kunden und des Servicepersonals berücksichtigt worden sind. Entstanden ist ein von außen im markanten DB NachtZug Design gehaltener Wagen, der im Innenraum zahlreiche Neuheiten bereithält, die den Reisekomfort deutlich erhöhen, wie z.B. Wechselsprechanlage mit dem Betreuerabteil, Trinkwasserqualität im gesamten Fahrzeug oder zusätzlicher Stauraum für Gepäck. Darüber hinaus schaffen helle Holzdekore und Bettpolsterungen sowie in Blautönen gehaltene Teppichböden eine angenehme Atmosphäre für eine komfortable und entspannte Nachtreise durch Europa. Dank einer optimalen Raumausnutzung gibt es nun zwölf statt bisher elf Abteile mit drei Betten.

Auch die technische Ausstattung ist die zeitgemäße Antwort auf anspruchsvolle Kundenwünsche. Hochmoderne Federungssysteme, die auch beim ICE 2 im Einsatz sind, sorgen selbst bei Tempo 200 für einen ungestörten Schlaf. Ein geschlossenes Wassersystem mit Entkeimungsanlage garantiert Trinkwasserqualität an den Waschbecken, im Serviceabteil sowie in den Duschen. Sicherheitsschlösser mit Lochkartenschlüsseln, von innen abschließbare Abteiltüren sowie Rauch- und Brandmelder ermöglichen einen ruhigen und sicheren Schlaf. Außerdem sind an allen Betten Haltesicherungen angebracht, die einen Sturz aus dem Bett verhindern - speziell für Kinder wurde der Ausfallschutz am unteren Bett auf die gesamte Bettlänge vergrößert. Maßstäbe im europäischen Schienenverkehr setzt auch die Stromversorgung - der WLABmz 173 kommt mit allen Stromnetzen in Europa zurecht. In jedem Abteil befindet sich eine Steckdose für ein Notebook - ideal für alle Geschäftsreisenden, die ein Meeting vor- oder nachbereiten wollen. Eine leistungsstarke Batterie im Fahrzeug erhält die Stromversorgung aufrecht, z.B. wenn an Grenzbahnhöfen die Lok gewechselt wird.

Ab Montag: S-Bahn wieder zum Flughafen Schönefeld

BERLIN - Montagfrüh, 4.18 Uhr fährt die erste S-Bahn wieder vom S-Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld Richtung Zoologischer Garten. Damit geht die fünfwöchige Totalsperrung des Streckenabschnitts zwischen Altglienicke und Schönefeld zu Ende, der Flughafen ist tagsüber wieder im 10-Minuten-Takt per S-Bahn von der Berliner Innenstadt erreichbar. Damit wird auch der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen dem Flughafenterminal, dem Bahnhof Schönefeld und dem Bahnhof Adlershof eingestellt. Auf dem seit 27. Oktober 2003 gesperrten, rund sechs Kilometer langen Streckenabschnitt wurden mit Investitionen von rund elf Millionen Euro Gleise und Stromversorgung erneuert. Ingesamt wurden 3,7 Kilometer Gleis und drei Weichen neu gebaut, rund 16.000 Tonnen Kies und Schotter eingebaut und die Brücke über die Straße „Am Falkenberg“ saniert. Für eine leistungsfähige Stromversorgung wurden 44 Kilometer Kabel verlegt, 11,5 Kilometer Aluminium-Stromschiene montiert und zwei Unterwerke zur Stromeinspeisung errichtet.

Neitech-Ausbau der Strecke Erfurt - Würzburg auf Teilabschnitt vor Fertigstellung

ERFURT - Letzte Hand legen derzeit die Gleisbauer auf dem Streckenabschnitt Plaue - Oberhof an, damit in exakt 17 Tagen die Züge wieder durchgehend von Erfurt nach Schweinfurt und Würzburg rollen können. Bis dahin sind seit 1. September 11 Kilometer Gleise komplett mit Oberbau erneuert und dabei die Geometrie so verändert worden, dass künftig Neigetechnik-Züge ihren Vorteil, kurvenreiche Strecken schneller zu befahren, voll ausspielen können. Parallel zu den Schienen wurden Kabeltröge gebaut. Sie werden die Kabel für die neue Leit- und Sicherungstechnik aufnehmen, die an das im Rohbau bereits fertig gestellte elektronische Stellwerk (ESTW) Arnstadt angeschlossen wird. Zugleich mussten vier Brücken, drei Durchlässe und sechs Stützbauwerke erneuert werden. Sechs Felshänge wurden mit Netzen zur Sicherung der Strecke überspannt, und an den Bahnhöfen und Haltepunkten Arnstadt-Süd, Plaue, Gräfenroda, Dörrberg und Gehlberg wurden die Gleise umgestaltet und neue Bahnsteige gebaut. Für den Streckenausbau wurden in der Sperrpause seit Anfang September wöchentlich mehr als 1,2 Millionen Euro investiert. Die Arbeiten werden im kommenden Frühjahr fortgesetzt. So wird im Brandleitetunnel eine so genannte feste Fahrbahn mit Betonschwellen in Asphalt eingebaut. Ziel ist es, ab 2006 die Reisezeit zwischen Erfurt und Würzburg um rund 25 Minuten zu verkürzen.

Dreigleisiger Ausbau der Strecke von Emmerich nach Oberhausen

DÜSSELDORF - Im Rahmen der Planungsarbeiten für den dreigleisigen Ausbau der Bahnstrecke vom Ruhrgebiet zum Seehafen Rotterdam (Ausbaustrecke 46/2 Emmerich-Oberhausen) wird derzeit die gesamte Strecke auf deutscher Seite zwischen Emmerich und Oberhausen neu vermessen. Dabei kommt modernste Technik zum Einsatz: Die Strecke wird – abhängig vom Wetter – am kommenden Montag mit einem Hightech-Hubschrauber befolgen, der mit GPS (Global Positioning System), Laserscanner und einer hochauflösenden kalibrierten Digitalkamera ausgerüstet ist. Unterstützt durch GPS-Bodenstationen soll er die Lage- und Höheninformationen für ein drei-dimensionales Geländemodell und digitale Fotos von der gesamten Strecke liefern. So lassen sich Gelände, Gebäude und Vegetation genau kartographieren. Die Überlagerung mit vorhandenen Katasterplänen ermöglicht die Zuordnungen zu den Grundstücken entlang der Strecke. Diese moderne Methode liefert innerhalb kürzester Zeit eine detaillierte Aufnahme des Bestandes mit anschaulichen Darstellungen und sehr präzisem Fotomaterial. Die Genauigkeit der Vermessung liegt im Dezimeterbereich. So werden auch Grundlagen geschaffen für die Planungen von Lärmschutzeinrichtungen.

Schweiz: Bahnhof Zug nach Umbau fertiggestellt

BERN - Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit steht der neue Bahnhof Zug vor der Vollendung. Am Freitagabend wird der ungewöhnliche Bau in einer multimedialen Schau von Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung SBB AG, dem Zuger Landammann Walter Suter und Stadtpräsident Christoph Luchsinger feierlich eingeweiht. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren zwei Jahren 69 Millionen Franken in die Modernisierung des Bahnhofs investiert. Der Bahnhof entstand gewissermaßen im Jahresrhythmus. Im Frühjahr 2001 wurde der alte Bahnhof abgebrochen. Vorher mussten für den Fahrscheinverkauf, das SBB Reisebüro und die Nebenbetriebe an anderer Stelle Provisorien errichtet werden. Im Jahr 2002 folgte dann der Rohbau des neuen Gebäudes sowie der neuen Unterführung, in diesem Jahr war schließlich der Innenausbau an der Reihe.

Der neue Zuger Bahnhof, der am Samstag, 29. November 2003 offiziell in Betrieb geht, ist ein Bahnhof der Besonderheiten. Erstmals öffnet ein Reisezentrum, in dem drei selbständige Firmen – SBB, Zug Tourismus, Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) – gemeinsam die Beratung und den Verkauf im selben Raum betreiben. Mit einer Europapremiere wartet der neue Bahnhof in der Bahnhofshalle auf: die Abfahrten der Züge werden nicht mehr mit klappernden Buchstaben und Zahlen angezeigt, sondern beidseitig mit je vier Beamern auf eine 8 mal 3 Meter grosse Anzeigetafel projiziert. Eine Schweizer Innovation, die erstmals zum Einsatz kommt. Kundenfreundlicher wurde der Bahnhof Zug auch außerhalb des neuen Gebäudes. Auf dem Bahnhof wurden besipielsweise die Bahnsteige auf die bequeme Einstiegshöhe von 55 Zentimetern verlängert und die Überdachungen verlängert.

Nahverkehrsautomaten mit Banknoteneinzug

HANNOVER - Bis Ende Januar 2004 werden alle 500 Nahverkehrsautomaten der Bahn in Bremen und Niedersachsen Banknoten annehmen können. Neben der Zahlungsmöglichkeit per Münzen und Geldkarte können Kunden dann Fahrkarten des Nahverkehrs rund um die Uhr auch mit Banknoten bezahlen. "Der Kauf von Fahrkarten an unseren Automaten wird noch kundenfreundlicher und die vielfältigen Angebote der Deutschen Bahn AG und der Verbünde sind dadurch variabel bezahlbar", so Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender der DB Regio AG Niedersachsen/Bremen. "Wir tragen hiermit einerseits unseren Kundenwünschen Rechnung und erwarten andererseits von dieser Aktion eine noch positivere Umsatzentwicklung an den Nahverkehrsautomaten." Rund 650 000 Euro investiert die Deutsche Bahn AG für diesen neuen Service, der den Fahrkartenkauf am Automaten noch flexibler gestaltet und den Kundenbedürfnissen entgegen kommt.

ESTW Homburg künftig ferngesteuert

FRANKFURT/Main - Für vier Milionen Euro hat die Bahn das elektronische Stellwerk (ESTW) in Homburg (Saar) aufgerüstet, um es mit dem ESTW Saarbrücken vereinigen zu können. Das Saarbrücker Stellwerk wird schon seit März 2003 von der Betriebszentrale Karlsruhe aus ferngesteuert. Während der nächtlichen Betriebsruhe von Samstag auf Sonntag des kommenden Wochenendes soll nun auch der Bereich von St. Ingbert bis Hauptstuhl aufgeschaltet werden. Wie die DB mitteilte, seien nach der Umstellung auf die ESTW-Betriebszentrale Karlsruhe keine Beeinträchtigungen des Zugverkehrs zu erwarten. Die Deutsche Bahn AG hat ein umfassendes, bundesweites Programm für die Erneuerung und Verbesserung der Signal- und Stellwerkstechnik aufgelegt. Auf der Grundlage elektronischer Steuereinheiten wird ein Netz neuer elektronischer Stellwerke (ESTW) realisiert, das neben der Verbesserung der Betriebsqualität auch zu komfortableren Dispositions- und Bedienmöglichkeiten führt. Allein im vergangenen Jahr konnten bundesweit 22 elektronische Stellwerke mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 500 Mio. Euro in Betrieb genommen werden. Das Zielkonzept sieht bis 2010 rund 300 dieser Anlagen vor.

Nordrhein-Westfalen sucht Schulterschluss gegen DB

DÜSSELDORF - Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant nach einem Vorabbericht der "WirtschaftsWoche" eine strategische Allianz mit anderen Bundesländern, um gegen die DB wegen ihrer vielen Verspätungen vorzugehen. Mit den zuständigen Ministerien in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen habe das Verkehrsministerium in Düsseldorf bereits Kontakt aufgenommen, weitere Bundesländer sollten folgen. Wie es weiter hieß, stehe vor allem die hessische Landesregierung einer solchen Allianz sehr positiv gegenüber. Schon das gemeinsame Papier zum Subventionsabbau von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück und seinem hessischen Kollegen Roland Koch sehe eine Drosselung der Bundeszuschüsse vor, die über die Länder an die Bahn fließen. Der Sprecher des Verkehrsministeriums in Düsseldorf, Lothar Wittenberg, bestätigte inzwischen den Bericht der "WirtschaftsWoche". Das Verkehrsministerium in Düsseldorf prüfe, ob die Bundesmittel in Höhe von 702 Millionen Euro, die Nordrhein-Westfalen an die Bahn weitergebe, zurückgehalten werden könnten. Die Bahn habe wider besseres Wissen die Einhaltung eines knappen Taktfahrplanes zugesagt, kritisierte der Sprecher.

Eltern können am Nikolaustag kostenlos in Fernzügen mitfahren

FRANKFURT/Main - Zum Nikolaustag macht die Bahn allen Kindern ein besonderes Geschenk: Am 6. Dezember können Kinder bis einschließlich 14 Jahre ihre Eltern oder Großeltern und ihre Geschwister kostenlos mitnehmen. Das Angebot gelte an diesem Tag ausschließlich in Zügen des Fernverkehrs (ICE, InterCity, EuroCity) in der 1. oder 2. Klasse und könne bis 3 Uhr des Folgetages in Anspruch genommen werden, teilte die DB am Mittwoch mit. Voraussetzung ist der Kauf einer Kinderfahrkarte, auch für Kinder unter sechs Jahren. Diese gewährt 50 Prozent Ermäßigung sowohl auf den Normalpreis als auch auf den Sparpreis 25 und den Sparpreis 50. Hat das Kind eine BahnCard, gibt es darüber hinaus die üblichen Rabatte. Mitgenommen werden können maximal zwei Eltern- oder Großelternteile und beliebig viele Geschwister.

Das Angebot "Nikolaus Spezial" ist ab dem 27. November 2003 in allen DB-ReiseZentren sowie Reisebüros mit DB-Lizenz erhältlich. Es gilt für die einfache Fahrt oder für die Hin- und Rückfahrt. Eine Sitzplatzreservierung wird empfohlen, denn der Nikolaustag fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Diese kostet für Familien mit Kindern bis einschließlich 14 Jahre für maximal fünf Personen nur 5,20 Euro je Richtung.

DB kocht nach Rezepten von Biolek und Witzigmann

FRANKFURT/Main - Die Fahrgäste der DB werden von den Dezember an in den Speisewagen von ICE, InterCity und EuroCity mit ausgewählten kulinarischen Highlights aus dem neuen Bestseller "Rezepte, wie wir sie mögen" der beiden prominenten Köche Alfred Biolek und Eckart Witzigmann verwöhnt. Den Anfang macht im Dezember ein "Rehpfeffer", so nennen die beiden Starköche ihr raffiniertes Rehgulasch aus der Keule mit Brezenknödel. Das Gericht serviert die Bahn in den nächsten beiden Monaten zum Preis von 13,90 Euro in allen 400 Fernzügen, die über ein BordRestaurant verfügen. Die Aktion wird bis Mai mit monatlich wechselnden Speisen aus dem Kochbuch fortgesetzt. Biolek sagte, er und Witzigmann seien zunächst skeptisch gewesen, ihren Namen für etwas herzugeben, "was nicht von uns gemacht wird". Die Qualität habe sie schließlich überzeugt. Alle warmen Gerichte, die in den BordRestaurants angeboten werden, werden als vorgegarte Portionen gekühlt in den Zug geliefert und an Bord in schonendem Heißdampf regeneriert. Durch dieses Verfahren, in dem weder Tiefkühltruhe noch Mikrowelle zum Einsatz kommen, sorgt die Bahn für ein gleichmäßig gutes Niveau in allen Speisewagen.

Der Vorstand Personenverkehr der Bahn, Karl-Friedrich Rausch, sagte, mit den Rezepten Bioleks und Witzigmanns wolle man die Speisewagen attraktiver machen. Die ursprünglich geplante Abschaffung der Bord-Gastronomie sei endgültig vom Tisch. "Durch die Kooperation mit Alfred Biolek und Eckart Witzigmann legen wir ein starkes Bekenntnis für die Zukunft unserer Speisewagen ab", sagte Rausch. "Zugleich beweisen wir mit den Gerichten aus dem Kochbuch, dass wir in der Bordgastronomie ein hohes Qualitätsniveau erreicht haben." Wie Rausch weiter erklärte, steige seit September diesen Jahres die Zahl der Kunden in den BordRestaurants und BordBistros. Diesen positiven Trend wolle die Bahn auch in den kommenden Monaten fortsetzen - nicht zuletzt durch die gemeinsame Aktion mit den namhaften Küchenchefs.

SNCF will auf Strecke Paris-Straßburg vier Millionen Kunden gewinnen

PARIS (AFP) - Mit der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Straßburg will die französische Bahn SNCF dem Autoverkehr und den Fluglinien vier Millionen Fahrgäste im Jahr abjagen. Wenn ab Sommer 2007 die Fahrtzeit auf der Verbindung von Paris in die Elsass-Metropole an der deutschen Grenze um anderthalb Stunden sinke, zähle man auf eine Zunahme der Reisenden um 60 Prozent auf elf Millionen jährlich, sagte Projektchef Patrick Trannoy am Mittwoch vor Journalisten in Paris. Derzeit sind 4000 Arbeiter auf der Baustelle der neuen Schnelltrasse im Einsatz.

Bahn will Zahl der rauchfreien Bahnhöfe mehr als verdoppeln

BIELEFELD (AP) - Die DB will im kommenden Jahr die Zahl der rauchfreien Bahnhöfe von 63 auf 150 mehr als verdoppeln. Alle Bahnhofsmanager seien aufgefordert, das Programm "rauchfrei" regional verstärkt umzusetzen, sagte Bahn-Sprecherin Ariane Alzer dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" (Mittwochausgabe). Die Geschwindigkeit hänge von den zur Verfügung stehenden Geldmitteln ab. Die Resonanz in den bisher 63 rauchfreien Bahnhöfen sei sehr positiv, sagte Alzer. Reinigungskosten könnten gespart und der Gesundheit ein Dienst erwiesen werden. Insgesamt gebe es 5.600 Bahnhöfe.

Schwerster Güterzug Deutschlands auf Premierenfahrt

BERLIN - Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten am Montag und schneller Absprache mit allen Beteiligten hatte am Dienstag der Testzug Premierenfahrt: Der mit 6.000 Tonnen Bruttolast schwerste Güterzug Deutschlands mit drei Lokomotiven der Baureihe 151 mit zusammen über 24.000 PS und 39 sechsachsigen Waggons der Gattung "Faals" nahm am späten Dienstag Abend seine Fahrt zwischen Hamburg und Salzgitter auf. Gegen 03.40 Uhr erreichte der mit Eisenerz beladene Zug das Stahlwerk Salzgitter, wie Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Mittwoch mitteilte. Er brauchte rund vier Stunden für die 200 Kilometer aus dem Hamburger Hafen, wo das Erz von Schiffen auf den Zug umgeladen worden war. Bisher hatten diese Eisenerzzüge 5.400 Tonnen Bruttolast. Nachdem die Strecke in den letzten Monaten für Achslasten von 25 Tonnen ertüchtigt worden war, beginnen nun die Testverkehre mit der höheren Achslast. Sollten sie erfolgreich verlaufen, werden im Anschluss daran die 6000-Tonnen-Verkehre durch die Stinnes AG planmäßig aufgenommen. Zielsetzung der Partner ist es, die Logistik damit in Zukunft noch effizienter zu gestalten.

Hinter dem Testlauf verbergen sich komplexe logistische Abläufe: Um das Stahlwerk der Salzgitter AG in Salzgitter mit Eisenerz zu versorgen, ist ein ausgeklügelter Pendelverkehr zwischen Hamburg-Hansaport, wo das Erz aus aller Welt angelandet wird, und dem Stahlwerk erforderlich. Vollautomatische Beladeabläufe bilden Anfang der Logistikkette, dahinter liegen rund 200 Schienenkilometer, die in festem Fahrplan von täglich bis zu vier Zugpaaren befahren werden. Beladen erreichen die Züge 80 Kilometer pro Stunde, zurück geht es leer mit 120 Kilometer pro Stunde im Pendelbetrieb. Hansaport ist der größte Hafen für den Umschlag von trockenen Massenschüttgütern (Eisenerz und Kohle) in Deutschland. Gesellschafter sind die Salzgitter AG (51 Prozent) sowie die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (49 Prozent). Hansaport belädt täglich bis zu 18 Züge mit einer Ladung von rund 2.300 Tonnen bis 4.500 Tonnen.

ÖBB bauen Rollende Landstraße aus

SALZBURG - Am heutigen Dienstag ist zwischen Salzburg und Palmanova/Provinz Udine in Norditalien eine neue Verbindung der Rollenden Landstraße gestartet. Die Züge verkehren werktags und bieten Platz für 21 Lkw je Richtung - so können nach Angaben der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) pro Jahr weitere 11.000 Transit-Lkw von der Straße auf die Schiene gebracht werden. Derzeit werden über die Relationen Salzburg - Laibach und Wels - Villach pro Jahr rund 97.000 Lkw mit der Rollenden Landstraße auf der Tauernachse transportiert. Mit der neuen Verbindung wollen die ÖBB die 100.000er-Grenze deutlich überschreiten. Vor allem Transit-Lkw aus dem griechischen und türkischen Raum sollen mit dem neuen Angebot angesprochen werden. Eine wichtige Transitroute führt nämlich von Salzburg über die Tauern zum Hafen Triest, von wo aus die Lkw per Fähre nach Griechenland gebracht werden und von dort die Fahrt in die Türkei fortsetzen. Das Terminal in Palmanova liegt strategisch günstig im Einzugsbereich des Großverschiebebahnhofes von Cervignano und verfügt über einen eigenen Autobahnanschluss. Eine Ausweitung dieses gemeinsam mit der Firma "Bertani Servici Ferroviari srl." organisierten Neuverkehrs ist derzeit in Planung.

Fundamente für neuen Bahnhof Papestraße werden gegossen

BERLIN - Insgesamt 410 Kubikmeter Beton - ca. 45 Lkw-Ladungen - sind am Dienstag in das Fundament der "Stütze 1.8" geflossen, eines von 29 Fundamenten, auf denen künftig die Brücken des Ringbahnsteiges des neuen Berliner Fernbahnhofs Papestraße liegen werden. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Fundamente für 20 von insgesamt 97 Stützen der Parkhäuser des neuen Bahnhofs sowie fünf Stützen der Brücken des Ringbahnsteiges gegossen, der mit einer Halle aus Glas und Stahl überdacht werden soll. Damit kommt der Neubau von Berlins künftig zweitgrößtem Bahnhof voran. Bis Jahresende sollen alle Fundamente im westlichen Bereich des Bahnhofs fertig gestellt sein, um Baufreiheit für die neue Trasse der S2 zu erlangen. Mit umfangreichen Erdbewegungen wird außerdem Baufreiheit für Gleise und Bahnsteige der Nord-Süd-Strecke geschaffen. Rund 40.000 Tonnen Erdstoffe wurden bereits abgefahren, 750 Kubikmeter Mauerwerk und Beton sowie 950 Tonnen Stahlkonstruktion wurden abgebrochen. Derzeit "verschwindet" das alte Eingangsgebäude an der Suadicanistraße. Der markante Uhrenturm des Gebäudes wird sorgfältig abgebaut und zwischengelagert. Er soll in die Fassade des neuen Bahnhofs integriert werden.

Pierre-Alain Urech verlässt die SBB

BERN - In der Geschäftsleitung der SBB AG kommt es zu einem Wechsel. Der Stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung SBB und Leiter Infrastruktur, Pierre-Alain Urech, scheidet zum Jahresende auf eigenen Wunsch aus dem Führungsgremium aus und verlässt das Unternehmen, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Unterschiedliche Auffassungen in strategischen Fragen des Unternehmens und persönliche Gründe hätten zu der Entscheidung geführt, hieß es in einer Pressemitteilung der SBB. Pierre-Alain Urech war in den letzten 23 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen für die SBB tätig. 1995 wurde er zum Generaldirektor gewählt, und seit der Gründung der SBB AG 1999 stand er dem Bereich Infrastruktur vor und war als Stellvertretender Vorsitzender Mitglied der Geschäftsleitung SBB. Als Leiter Infrastruktur wie auch in seinen früheren Aufgaben hat Urech zahlreiche große Projekte zielgerichtet vorangetrieben und erfolgreich umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die komplette Neuorientierung, die Planung und schrittweise Realisierung der Bahn 2000 1. Etappe, die Einführung neuer Technologien in der ganzen Bahn-Infrastruktur und die umfassende Sanierung des Energiebereichs der SBB. Wer die Nachfolge Urecht antritt, ist laut SBB bislang noch nicht geklärt.

Chancen für Transrapid in China sinken

PEKING - Die Chancen für weitere Transrapid-Strecken in China sinken offenbar. Unter Berufung auf Berichte chinesischer Zeitungen meldet das "Handelsblatt", die deutsche Magnetschwebebahn gerate bei der Frage, welche Technologie auf der 1300 Kilometer langen Strecke zwischen Peking und Schanghai eingesetzt werden solle, zunehmend gegenüber der traditionellen Schienentechnik ins Hintertreffen. Mit dem Ausscheiden des Ex-Premiers Zhu Rongji aus der Regierung im März habe der Transrapid in China seinen stärksten Befürworter verloren. Seitdem mache das Eisenbahnministerium für die herkömmliche Schienentechnik mobil. Noch sei aber unklar, welches Bahnsystem auf der Schiene zum Einsatz kommen könnte, hieß es in dem "Handelsblatt"-Bericht weiter. Die bis Sommer favorisierte chinesische Eigenentwicklung "China Star" habe in Testfahrten zwar über 300 Kilometer pro Stunde erreicht, solle die hohe Belastung aber nicht gut vertragen haben. Auch der zunächst favorisierte japanische Shinkansen habe kaum noch Chancen. Aus Regierungskreisen sei nun immer öfter zu hören, dass der Großauftrag für die Langstrecke aufgeteilt werden solle. Nach Angaben von Pekinger Diplomaten solle Frankreich für seine TGV-Technik gepunktet haben. Angeblich führe aber auch Siemens Gespräche mit der chinesischen Regierung über die Lieferung von 130 bis 150 ICE-Zügen der dritten Generation, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf gut informierte Kreise in Peking. Einige Züge sollten zunächst in Deutschland gefertigt, der Rest in China produziert werden, hieß es. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es laut "Handelsblatt" nicht. Nach Einschätzung lokaler Beobachter werde die chinesische Regierung die Grundsatzentscheidung über die eingesetzte Technologie für die Strecke zwischen Peking und Schanghai in der ersten Jahreshälfte 2004 treffen.

Bahn-Güterverkehr profitiert von trockenem Wetter

FRANKFURT/Main (AP/eig. Bericht) - Die Umsätze im Güterverkehr der Bahn AG sind kräftig gewachsen. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Montag dem Hessischen Rundfunk, derzeit verzeichne die Güterverkehrstochter Railion im Vergleich zu 2002 ein Umsatzplus von 5,7 Prozent. Als eine wichtige Ursache nannte das Unternehmen das Niedrigwasser auf dem Rhein, das für zusätzliche Transportaufträge für die Schiene gesorgt habe. Außerdem hätten sich auch die Umstrukturierungen ausgewirkt, sagte Railion-Sprecher Thomas Altmann dem Wirtschaftsradio hr-skyline. Das gute Abschneiden von Railion, deren Umsatz dem Bericht zufolge bereits im ersten Halbjahr knapp 6 Prozent gewachsen war, verursacht aber auch Probleme bei der Bahn AG. Ein Teil der Verspätungen im Nahverkehr resultiere daraus, dass im Schienennetz mehr Güterzüge unterwegs seien, zitiert der HR den Konzernbevollmächtigten der Bahn für Hessen, Rudolf Göbertshahn.

Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen, denn auch der Güterverkehr selbst ist von den Verspätungen betroffen. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" verzichten deswegen bereits die ersten Spediteure auf den Transport im Kombinierten Verkehr. Saftige Verspätungen bei den Zügen und eine schleppende Abfertigung in den Umschlagterminals hätten die Qualität des Schienentransports erheblich verschlechtert, sagte der Geschäftsführer einer Hamburger Sammelgutspedition dem "Handelsblatt". Deren Kunden hätten die Rückkehr auf die Straße gefordert, um weiter pünktlich beliefert zu werden. Ein Railion-Sprecher räumte ein, dass die Bahn derzeit "ziemliche Qualitätsprobleme" habe. Einer der wesentlichen Gründe sei die erhebliche Bautätigkeit im Schienennetz. Beispielsweise habe die linke Rheinstrecke zwischen Köln und Mainz, eine der Hauptschlagadern des Güterverkehrs, wegen umfangreicher Erneuerungen wochenlang nicht zur Verfügung gestanden. Durch die Mehrverkehre wegen des Niedrigwassers im Rhein sei es außerdem zu Personalengpässen gekommen.

DB reduziert Verlust im 3. Quartal offenbar deutlich

BERLIN - Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, hat die DB ihren Betriebsverlust im dritten Quartal deutlich reduziert. Der Betriebsverlust nach Zinsen habe sich demnach von Juli – September auf nur rund sieben Millionen Euro belaufen. Verantwortlich dafür sei zum einen die im letzten Jahr gekaufte profitable Logistiktochter Stinnes, zum anderen ein radikaler Sparkurs. Allein beim Fernverkehr seien rund 300 Millionen Euro gestrichen worden und damit der Großteil des Investitionsbudgets. Auch im Nahverkehr sei bis Ende September 25 Prozent weniger investiert worden als vorgesehen, meldete „Reuters“. Das Betriebsergebnis lag daher in der Sparte mit 270 Millionen Euro gut 40 Prozent über Vorjahr. Bis Ende September summiert sich der Verlust laut „Reuters“ auf insgesamt 150 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2003 habe der Bahn-Konzern laut Mittelfristplanung insgesamt einen Verlust von gut 200 Millionen Euro mit Stinnes vorausgesagt. Trotz der anhaltenden Probleme im Fernverkehr, der bis September fast 370 Millionen Euro Verluste eingefahren habe, sehe sich die DB daher auf gutem Weg, ihre Ergebnisplanung zu erreichen.

Internationaler Bahngipfel in Leipzig

LEIPZIG - Europas Bahnen realisieren ihre Vision vom grenzenlosen Verkehr: Vom 10. bis 11. Dezember treffen sich in Leipzig Experten aus ganz Europa und diskutieren ihre Erfahrungen und Erwartungen an das europaweit verbindende ERTMS, das European Rail Traffic Management System. Den Kern von ERTMS bildet das Zugsicherungs- und Steuerungssystem ETCS (European Train Control System), das die Mobilfunkbasis GSM-R (Global System for Mobile Communication–Rail) voraussetzt. Im Mittelpunkt der europäischen Tagung, die vom Internationalen Eisenbahnverband UIC, Paris, veranstaltet und von der Deutschen Bahn organisatorisch begleitet wird, stehen Diskussionen zwischen Bahnen, der Industrie und der europäischen Politik über Stand und Qualität der Technik und der Verfügbarkeit des Systems. Die nationalen Migrationsprozesse, d.h. den geordneten Wechsel der bisherigen nationalen Techniken in den laufenden Eisenbahnbetrieb, ist neben der Finanzierung eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Mehr als 400 Gäste werden zu diesem Kongress in Leipzig erwartet.

Auf dem Streckennetz der Bahn, zwischen Jüterbog und Bitterfeld der Strecke Berlin - Leipzig, wird bereits von einem Konsortium aus den Industriefirmen Siemens Verkehrstechnik und Alcatel die Tauglichkeit von ETCS unter den in Deutschland geltenden technischen und betrieblichen Bedingungen getestet. Mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer pro Stunde werden die Systeme erprobt, ein Tempo, das für das europäische Projekt ETCS beispielhaft ist.

Der schwerste deutsche Güterzug ist zu schwer

HAMBURG (AP) - Der mit 6.000 Tonnen Gewicht schwerste Güterzug der deutschen Bahngeschichte darf nicht fahren - er ist zu schwer. Eigentlich sollten die von drei Lokomotiven gezogen und geschobenen 39 Waggons mit Eisenerz in der Nacht auf Montag vom Hamburger Hafen zu einem Stahlwerk in Salzgitter starten. "Der Zug ist aber 150 Tonnen zu schwer", sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Montag. Nun müssen mit Baggern die überzähligen Tonnen wieder aus den riesigen Waggons geholt werden. Das Erz kommt aus Kanada, Brasilien oder Schweden per Schiff in Hamburg an und wird hier auf die Bahn verladen. Bisher fuhren die Züge mit einem Gesamtgewicht von nur 5.600 Tonnen. Doch die etwa 200 Kilometer lange Strecke bis Salzgitter wurde nach Angaben der Hamburger Wirtschaftsbehörde ausgebaut, so dass nun Achslasten bis 25 Tonnen möglich sind. Laut Meyer-Lovis ist bei einigen Waggons diese Achslast überschritten. Der 6.000-Tonnen-Zug ist 600 Meter lang und soll in Zukunft bis zu vier Mal am Tag fahren.

Schnellster RE Norddeutschlands nimmt Fahrt auf

HANNOVER/BREMEN - Zum Fahrplanwechsel am 14.Dezember nimmt in Niedersachsen die schnellste RegionalExpresslinie (RE) Norddeutschlands Fahrt auf. Auf der 186 Kilometer langen Strecke von Bremerhaven/Bremen und Osnabrück wird mit modernen, vom Land geförderten Doppelstockwagen und Lokomotiven eine Reisegeschwindigkeit von 99 km/h erreicht. Insgesamt wird die Fahrt von Endpunkt zu Endpunkt um 62 Minuten schneller. "Die Strecke ist für die Kunden jetzt in weniger als zwei Stunden zu schaffen. Die Doppelstockwagen bieten mehr Fahrkomfort. Zusammen mit der verkürzten Reisezeit bedeutet das eine deutliche Steigerung der Attraktivität", sagte Verkehrsminister Walter Hirche.

Heute ist der Nahverkehrskunde auf derselben Strecke noch rund 3 Stunden unterwegs. Größter Zeitfaktor ist die Wartezeit beim Umsteigen in Bremen. Durch die höhere Geschwindigkeit kann eine um 50 Minuten verkürzte Wartezeit in Bremen beim Umsteigen erreicht werden. Die Zeitersparnis addiert sich von sieben Minuten zwischen Osnabrück und Bremen, der gesparten Wartezeit in Bremen von 50 Minuten und der schnelleren Verbindung nach Bremerhaven von fünf Minuten auf insgesamt 62 Minuten. "Mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 99 km/h zwischen Osnabrück und Bremen ist diese RegionalExpress-Linie die schnellste in Norddeutschland", bestätigte Dr. Wolfram von Fritsch, DB Regio-Chef Niedersachsen/Bremen. Das neue Fahrplankonzept sichert in Bremerhaven regelmäßige Anschlüsse an die künftige Nordseebahn von und nach Cuxhaven und an die Züge der EVB nach Bremervörde und Buxtehude. Es sieht zwischen Osnabrück und Bremen einen Stunden- sowie zwischen Bremen und Bremerhaven einen Zweistundentakt bzw. ein stündliches Angebot in der Hauptverkehrszeit vor.

WamS: Bahn muss Mittelfristplanung erheblich korrigieren

BERLIN - Die DB wird in ihrer neuen Mittelfristplanung für die Jahre 2004 bis 2008 nach Informationen der "Welt am Sonntag" erhebliche Korrekturen vornehmen müssen. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, sagte dem Blatt: "In der Mittelfristplanung müssen nicht nur die Bundeszuschüsse für Netzinvestitionen gekürzt, sondern auch die Umsatzerwartungen deutlich nach unten korrigiert werden. Schuld daran sind vor allem die Folgen des Debakels mit dem neuen Preissystem. Im Fernverkehr wird noch nicht einmal das frühere Umsatzniveau erreicht." Ursprünglich war ein Umsatzsprung von 9,9 Prozent veranschlagt worden. Das neue Zahlenwerk wird laut Informationen der Zeitung in der kommenden Woche den Aufsichtsräten der Bahn zugeschickt, die am 10. Dezember darüber beraten.

Wieder Eisenbahnverkehr zwischen Mossul und Syrien

MOSSUL (AP) - Zum ersten Mal seit dem Kriegsbeginn im März ist am Samstag wieder ein Personenzug die 750 Kilometer lange Strecke von der syrischen Grenze bis zur nordirakischen Stadt Mossul gefahren. Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs stelle einen großen Schritt zur Normalität in Irak dar, sagte der britische Generalmajor Andrew Figgures. Ein Vertreter der irakischen Eisenbahn sagte, demnächst sollten die Züge auch wieder vom syrischen Aleppo über Mossul bis Bagdad fahren.

Zwei Jahre nach den Anschlägen U-Bahnhof am Ground Zero eröffnet

NEW YORK (dpa) - Gut zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 herrscht wieder Betrieb im U-Bahnhof des zerstörten World Trade Centers. Die Station wurde mit einem Festakt mit New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg neu eröffnet. Bloomberg nannte ihre Inbetriebnahme einen "gewaltigen Meilenstein". Sie sei der erste Schritt des langwierigen Wiederaufbaus am Ground Zero. Für die erste Fahrt in den Bahnhof wurden genau jene acht Waggons ausgewählt, die ihn damals als letzte verlassen hatten.

Bahn erneuert Fahrgastinformationen bei Stuttgarter S-Bahn

STUTTGART - Im Stuttgarter Nordbahnhof hat Nikolaus Hebding, Leiter Bahnhofsmanagement Stuttgart, in der vergangenen Woche eine neue Fahrgastinformationsanlage vorgestellt. Solche Anlagen sollen künftig auf einem großen Teil der S-Bahnhöfe mit moderner LCD-Technik Zugläufe und Abfahrtszeiten anzeigen. "Wir werden bis zum Fahrplanwechsel, am 14. Dezember 2003, insgesamt 59 dieser neuen, digitalen Anlagen an 16 S-Bahn-Stationen installieren. Sie ersetzen die bisher zur Reisendeninformation verwendeten Fallblattanzeiger", erläuterte Hebding die laufenden Umbaumaßnahmen. Damit könnten die Fahrgäste nun umfassend und aktuell informiert werden. Die digitalen LCD-Anzeigen bieten die Möglichkeit, Kunden zusätzlich zu Angaben über Abfahrtszeit, S-Bahnliniennummer, Laufweg/Zielbahnhof, Zugbildung (Kurz-, Voll-, Langzug) und Gleisnummer mittels einer frei wählbaren Textzeile flexibel zu informieren.

Während der Umbauarbeiten werden bis zum 14. Dezember 2003 an den 16 Stationen optische Reiseinformationen über Zuganzeiger und Infotafeln nicht zur Verfügung stehen. Um dies zu kompensieren, werden von den Stellwerken verstärkt Lautsprecheransagen auf den Bahnsteigen durchgeführt. Die Investitionen für den Austausch der Fahrgastinformationsanlagen belaufen sich auf ca. 2,6 Mio. Euro, diese werden vom Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn getragen.

Bahn will wieder pünktlicher werden

FRANKFURT/Main - Mit einer Pünktlichkeitsoffensive will die DB auf die herbe Kritik an den ständigen Verspätungen im S-Bahn-Verkehr im Rhein-/Main-Gebiet reagieren. "Die Bahn muss ihrem Anspruch als zuverlässiger Dienstleister wieder gerecht werden", sagte Rudolf Göbertshahn, Konzernbevollmächtigter für Hessen am Mittwoch bei der Präsentation der DB-Offensive. In den vergangenen Wochen habe er deswegen mit Eisenbahnern von der Basis in mehreren Workshops Ursachenforschung betrieben, was jeder Einzelne vor Ort gegen Verspätungen tun könne. Darüber hinaus gelte es, die Zusammenarbeit der Bahner zu stärken, indem der regelmäßige Fortbildungsunterricht wieder bereichsübergreifend angeboten werde. "Dadurch", so Göbertshahn, "sitzen Fahrdienstleiter und Zugbegleiter wieder zusammen, gewinnen einen unmittelbaren Eindruck von der Tätigkeit der Kollegen und finden gemeinsame Lösungen zur Verbesserung der Qualität. Mit kleinen Veränderungen kann so oft eine große Wirkung erzielt werden." Seit der Bahnreform vor zehn Jahren saßen beispielsweise Lokführer, Fahrdienstleiter oder Bahnhofsmanager in getrennten Kursen. Jetzt soll also der Blick wieder für das gemeinsame Produkt Bahn geschärft werden.

Um das erklärte Ziel einer 95-prozentigen Pünktlichkeit zu erreichen, sollen die Betriebsabwicklung vor Ort und die Verfügbarkeit der technischen Systeme verbessert, sowie mehr Investitionen in das sanierungsbedürftige Schienennetz getätigt werden. Nachdem im Jahre 2001 rund 60 Millionen Euro für die Instandhaltung der Gleise in Hessen ausgegeben wurden, seien es in diesem Jahr bereits 110 Millionen gewesen, betonte Göbertshahn. Verstärkt wolle die Bahn auch in die "prophylaktische Instandsetzung" investieren. "Wir werden nicht mehr warten, bis die Weiche oder das Signal kaputt ist." Der Frankfurter Bahnsprecher Gerd Felser sagte zu, dass alle "verspätungsrelevanten Baustellen" im Großraum Frankfurt bis Ende des Jahres beseitigt sein werden. Dies werde zu einer spürbaren Verringerung der Verspätungen führen. Außerdem solle der Fahrplan bei Nadelöhren im Rhein-Main-Gebiet und an kritischen Knoten wie dem Frankfurter Hauptbahnhof entspannt werden. Auf Hauptstrecken wie der Riedbahn, Kinzigtalbahn oder Main-Weser- Bahn, deren Kapazität bereits heute weitgehend erschöpft sei, werde die Bahn ab 2005 keinen zusätzlichen Verkehr mehr zulassen und eventuelle Wünsche des RMV nach weiteren Zügen abschlägig bescheiden.

Für das Gesamtnetz der Bahn müssten die Verspätungsursachen zentral analysiert werden, betonte die DB. Derzeit befindet sich ein "Steuerungssystem Qualität Fahrbetrieb" im Aufbau. Mit ihm können Zug für Zug, Kilometer für Kilometer, Bahnhof für Bahnhof verspätungsträchtige Fehler im komplexen System Bahn aufgespürt werden, damit sie letztendlich beseitigt werden können. Dahinter verbirgt sich ein EDV-gestütztes Analysetool zur Kontrolle und zur Steuerung der Qualität des Fahrbetriebs. Direkt beim Holding-Vorstand wurde außerdem ein Ausschuss "Kundendienst und Service" installiert, der klare Arbeitsaufträge auch in Sachen Pünktlichkeit und Reisendeninformation definiert und sich einmal im Monat einen Statusbericht vorlegen lässt. Regionale Arbeitskreise beschäftigen sich mit den Problemen und deren kurz- und mittelfristigen Lösung. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht einige wenige Hauptursachen, sondern eine Vielzahl von unterschiedlichen Störfaktoren gibt, die in der Summe zu den derzeit unbefriedigenden Verspätungen und damit zum Verdruss der Kunden führen. Als Schwerpunkte treten aktuell beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die witterungsbedingte Schmierfilmbildung und in Bayern der Ausfall von Stellwerkstechnik bei der Modernisierung der Münchener S-Bahn auf.

Im Durchschnitt erreichen alle Züge der Bahn momentan nur eine Pünktlichkeit von 85 Prozent. Neben den sogenannten äußeren Verspätungsursachen wie Witterungseinflüsse, Personenunfälle, Bombendrohungen etc. wurden intern zahlreiche Schwachpunkte wie eine Vielzahl von Signal- und Weichenstörungen, Verkehrseinschränkungen durch "Bauen unter dem rollenden Rad", kurzfristig eingerichtete mängelbedingte Langsamfahrstellen, die nicht im Fahrplan berücksichtigt werden konnten, Lok- und Wagenstörungen durch zum Teil veraltetes Material oder nicht funktionierende neue Züge und personalbedingte Ursachen (Fehldispositionen, Zuspätkommen, kurzfristige Erkrankungen). Schließlich ist der Fahrplan das Kernelement aller betrieblichen Abläufe und wesentlicher Einflussfaktor auf Qualität und Produktivität. Auch hier gibt es Optimierungspotenzial. Teilweise wurden Maßnahmen bereits 2003 umgesetzt, z.B. bei den Wende- und Zustiegszeiten. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 werden weitere Erkenntnisse berücksichtigt. Jedoch befinden sich die nationalen und internationalen Fahrplan- und Abstimmungsprozesse in einem so großen zeitlichen Vorlauf, dass grundlegende Anpassungen erst im Fahrplan 2005 greifen können.

In der Netzleitzentrale der Bahn in Frankfurt am Main, den sieben Betriebszentralen in Berlin, Duisburg, Frankfurt am Main, Hannover, Karlsruhe, Leipzig und München sowie den beiden Betriebszentralen für den S-Bahnverkehr in Berlin und Hamburg wird rund um die Uhr der gesamte Zugverkehr koordiniert, gesteuert und überwacht. Alle Störungen werden erfasst und für die nachfolgende Auswertung aufbereitet. Die Transportleitungen des Nah- und Fernverkehrs wiederum wägen im Falle von Abweichungen vom Fahrplan weitere Schritte ab. Eine besondere Bedeutung hat die Optimierung der Reisendeninformation bei Unregelmäßigkeiten. Die Deutsche Bahn investiert rund 220 Millionen Euro in das Projekt ReisendenInformationsSystem (RIS). Geschaffen wird ein technisches Fundament, von dem aus Reisende und DB-Mitarbeiter gleichzeitig, zuverlässig und aktuell über die Betriebslage informiert werden. Nach dem Start des Projektes im Frühjahr 2003 wird RIS in den kommenden Jahren flächendeckend auf ca. 3.600 Bahnhöfe, auf alle Fernverkehrszüge und auf 75 Prozent der Nahverkehrszüge ausgedehnt.

SBB verdoppelt Einsatz der Bahnpolizei

BERN - Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) verstärken aufgrund der zunehmenden Aggressionen im öffentlichen Raum die Präsenz der Bahnpolizei in Zügen und auf Bahnhöfen. Bis Ende 2005 soll der Bestand der Bahnpolizei von heute 150 auf 250 Mitarbeiter erhöht werden, wie die SBB und die Sicherheitsfirma SECURITRANS am Freitag mitteilten. Dies ermöglicht in Zukunft einen flexibleren und schlagkräftigeren Einsatz der Bahnpolizei: Die Zahl der Patrouillen und Einsatzteams kann dadurch verdoppelt werden. Die Rekrutierung der neuen Mitarbeiter und deren Ausbildung in der Polizeischule Neuenburg beginnt in den nächsten Wochen und erfolgt durch die SECURITRANS, die Tochtergesellschaft der SBB für die Sicherheit im öffentlichen Verkehr.

Für das Zugpersonal, besonders bei den Stichkontrollen, bietet die Bahnpolizei zusätzliche Unterstützung. Dies insbesondere auch bei Grossanlässen und Ereignissen wie Fußballspielen oder großen Wirtschafts- und Politikveranstaltungen, welche die Massen bewegen. Auch die Zusammenarbeit mit den Kantons- und Stadtpolizeikorps kann durch die verstärkte Bahnpolizei noch effizienter wahrgenommen werden. Die höhere Polizeipräsenz ist eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung zunehmender Aggressionen im öffentlichen Raum. Die soziale Entwicklung macht auch vor der Bahn nicht halt und beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl von Reisenden und Zugpersonal. Dank bereits getroffener Maßnahmen zur Bekämpfung Aggressionen und Gewalt zeigt die Zahl der Vorkommnisse 2003 bisher gegenüber den Vorjahren eine rückläufige Tendenz.

Neue ICE-Wartungshalle in Krefeld geht in Betrieb

KREFELD - Am Freitag ist die neue ICE-Wartungshalle in Krefeld im Beisein von DB-Chef hartmut Mehdorn und Staatssekretär Jörg Hennerkes vom Verkehrsministerium NRW feierlich in Betrieb genommen worden. Nach dem ersten Spatenstich und Baubeginn am 10.09.2002 und dem Richtfest am 28.02.2003 konnte in der neuen Halle bereits Anfang Oktober 2003 mit dem Probebetrieb begonnen werden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für den 02.01.2004 vorgesehen. Damit wird das Leistungsprofil des Werkes für die Revisionen und große Bedarfsinstandsetzung auf die Triebzüge der gesamten ICE-Flotte erweitert. Zur Errichtung der neuen Halle für die Aufnahme der ICE wurde das Betriebsgelände in südlicher Richtung erweitert. Mit einer Länge von über 255 Metern und einer Breite von knapp 36 Metern macht der Hallenkomplex bereits äußerlich einen imposanten Eindruck. Die Inneneinrichtungen mit drei Gleisen, eines davon aufgeständert, die beiden anderen mit durchgängigen Arbeitsgruben und auf ganzer Länge mit anfahrbaren und begehbaren Arbeitstribünen ausgerüstet, dazu ein Krananlagensystem, welches den Transport von Materialien zu jedem Punkt der Halle ermöglicht, zeigen eindrucksvoll den technischen Aufwand für die neue Aufgabenstellung.

Bereits heute schon werden dort die Elektrotriebzüge des Nahverkehrs der Baureihen ET 420, 423, 424, 425 und 426 instandgehalten. Die 754 Mitarbeiter, einschließlich der 46 Auszubildenden, an der Spitze die Werksleiterin Nicole Friedrich sind in ihren Werksanlagen auch für Revisionen und Bedarfinstandsetzungen an Reisezugwagen, wie z. B. den S-Bahnfahrzeugen und Doppelstockwagen zuständig. Des Weiteren werden im Werk Drehgestelle und Radsätze, Schwingungsdämpfer, elektromagnetische Türdrücker, Indusi-Anlagen, Steuertische, Lichtmaschinen, Klimageräte und Batterien neu angefertigt oder wieder instand gesetzt. Spezielle Werkstätten wie Schreinerei, Schlosserei und Polsterei, sowie elektrische Nebenwerkstätten und eine Kleinteillackiererei runden ein atemberaubendes Technikspektrum ab. Der besondere Stolz gilt dem Alu-Bearbeitungszentrum. Dieses Material, wegen seines günstigen Gewichtes an immer mehr Fahrzeugen eingesetzt, benötigt eine besondere sehr spezielle Bearbeitung, die ausschließlich im Werk Krefeld durchgeführt wird. Zertifizierungen im Bereich Qualität, Umwelt und Schweißtechnik runden ein Werk ab, das für seine Aufgabenstellung gut gerüstet ist.

SBB reagieren auf Häufung von Pannen

BERN (AP) - Die SBB reagieren auf das gehäufte Auftreten von Pannen und Störungen. Die Triebwagen der S-Bahnlinien sollen für zehn Millionen Franken saniert werden, wie SBB-Sprecher Roger Baumann am Freitag einen Bericht von "Schweiz aktuell" des Schweizer Fernsehen DRS bestätigte. Für den Unterhaltsdienst sollen in der gesamten Schweiz rund 100 bis 120 Stellen geschaffen werden, 40 Prozent davon allein in der Region Zürich. Die Aufstockung erfolge im Zuge der aus den gehäuften Ereignissen gezogenen Erkenntnisse, sagte Baumann. Nach der Pannenserie der letzten Zeit hatten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Bildung einer Task-Force in Aussicht gestellt. Fünf bis acht Fachspezialisten aus verschiedenen Bereichen sollten die Serie durchleuchten. Seit Anfang Oktober hatte es im SBB-Netz rund ein Dutzend Unfälle und andere Pannen gegeben, zum überwiegenden Teil im Raum Zürich und in den Hauptverkehrszeiten. Das folgenschwerste Ereignis war das Zugunglück von Zürich-Oerlikon am vergangenen 24. Oktober, bei dem eine Frau getötet und 61 Personen verletzt worden waren.

S-Bahn Hannover seit 1111 Tagen unterwegs

HANNOVER - Die S-Bahn Hannover feiert Jubiläum: 1111 Tage waren am vergangenen Donnerstag seit Aufnahme des regulären Fahrbetriebs im November 2000 vergangen. Seitdem überzeugen Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Komfort die ständig steigende Zahl zufriedener Kunden. 50 000 Fahrgäste pro Tag erreichen mit den S-Bahnen pünktlich ihre Ziele in der Region. Auf der Jubiläumsfahrt mit Ehrengästen vom hannoverschen Hauptbahnhof in die unterirdische S-Bahn-Station Hannover Flughafen durfte Staatssekretär Joachim Werren unter fachkundiger Anleitung die S-Bahn eigenhändig fahren. Zur Überraschung aller erschien die "S-Bahn-Stimme" Helga Bayertz, in den S-Bahn-Zügen unter anderem in München, Stuttgart und Hannover sonst nur akustisch als Stationsansagerin vernehmbar, auf dieser Jubiläumsfahrt leibhaftig im S-Bahn Sonderzug.

"Unser Dank gilt der großen Zahl unserer Kunden, die auf das Verkehrsmittel S-Bahn setzen", erklärte Dr. Wolfram von Fritsch, DB Regio-Chef in Niedersachsen/Bremen. "Deshalb verbessern wir für unsere Fahrgäste ständig Qualität und Service." Das Zugangebot im S-Bahn-Fahrplan wurde bis heute um 43 Prozent im Vergleich zur Vor-S-Bahn-Zeit erhöht. Die komfortablen S-Bahn-Fahrzeuge, 40 Stück der Baureihe ET 424 und 6 Stück der Baureihe ET 425, garantieren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 140 km/h kurze Fahrzeiten. Der Pünktlichkeitsgrad von rund 97 Prozent im S-Bahn-System Hannover nimmt in Deutschland einen Spitzenplatz ein. Das S-Bahn-Netz umfasst insgesamt 249 Kilometer mit 59 Stationen. Gefahren wird im Taktverkehr auf 5 Linien und einer Zusatzlinie während der großen Messen in Hannover. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember wird die Linie S 5 über Hameln hinaus bis nach Paderborn verlängert.

Bahn fehlen Millionenbeträge durch säumige Zahler

HAMBURG - Der DB entstehen nach Informationen der Nachrichtenagentur "dpa" regelmäßig Verluste in zweistelliger Millionenhöhe durch Konkurrenten, die ihre Rechnungen zu spät oder überhaupt nicht bezahlen. Wie die Agentur unter Berufung auf Bahnkreisen berichtet, betragen die Außenstände derzeit knapp 19 Millionen Euro. Dabei gehe es um Kosten für die Nutzung der bahneigenen Einrichtungen. Im Unternehmen werde deshalb jetzt überlegt, wie die Konkurrenz auf der Schiene zu besserer Zahlungsmoral veranlasst werden könne. Die Bahn wolle künftig die Verträge mit den Mitbewerbern verschärfen und das interne Controllingsystem verbessern. Zugleich hoffe die Bahn auf "mehr Rücksicht und Sorgfalt der Landesregierungen bei der Vergabepraxis der Schienenverbindungen". "Wir würden uns wünschen, wenn die Länder neue und in diesem Geschäft möglicherweise unerfahrene Unternehmen ein wenig mehr an die Hand nehmen würden", zitierte die "dpa" aus Bahnkreisen.

Wie es in der Agentur-Meldung weiter hieß, entfalle allein rund ein Viertel der fehlenden Gelder auf den Norden, wo die Flex AG nach nur acht Monaten Zugbetrieb auf der Strecke Flensburg – Hamburg sowie die NVAG im Güterverkehr im August Insolvenz angemeldet hatten. "Erst hat uns Flex mit einem wirtschaftlich nicht haltbaren Angebot aus dem Markt gedrängt, und jetzt sitzen wir auf den unbezahlten Rechnungen", zitierte die Nachrichtenagentur aus den Bahnkreisen. "Als Flex in erste Schwierigkeiten geriet, haben wir sogar noch mit Lokführern und Wagenmeistern ausgeholfen." Es werde von Bahn-Managern nicht ausgeschlossen, dass das Unternehmen auf einem Minus in Millionenhöhe sitzen bleibe, hieß es in der dpa-Meldung.

DB setzt neue Schlafwagen ein

FRANKFURT/Main - Die DB wird ab Ende November neue Schlafwagen in den Nachtreisezügen einsetzen. Die Entwicklung des Fahrzeugs mit der Bauartbezeichnung WLABmz 173 von der ersten Planungsskizze bis zur Serienreife dauerte rund fünf Jahre. Entstanden ist ein Wagen, der von außen im markanten Design von DB NachtZug gehalten ist, und der im Innenraum zahlreiche Neuheiten bereithält, die den Reisekomfort deutlich erhöhen. Dazu gehören die Wechselsprechanlage mit dem Betreuerabteil, Trinkwasserqualität im gesamten Fahrzeug sowie zusätzlicher Stauraum für Gepäck. Darüber hinaus schaffen helle Holzdekore und Bettpolsterungen sowie in Blautönen gehaltene Teppichböden eine angenehme Atmosphäre für eine komfortable und entspannte Nachtreise durch Europa. Dank einer optimalen Raumausnutzung gibt es nun pro Wagen zwölf statt bisher elf Abteile mit jeweils drei Betten. Drei so genannte Deluxe-Abteile haben ein eigenes Bad mit WC, die übrigen neun ein kleines Waschbecken. Für Familien oder Gruppen können die Verbindungstüren geöffnet werden, so dass größere Einheiten entstehen.

Eine hochmoderne Federung, die auch beim ICE 2 im Einsatz ist, sorgt selbst bei Tempo 200 für ungestörten Schlaf. Ein geschlossenes Wassersystem mit Entkeimungsanlage garantiert Trinkwasserqualität an den Waschbecken, im Serviceabteil sowie in den Duschen. Sicherheitsschlösser mit Lochkartenschlüsseln und von innen abschließbare Abteiltüren ermöglichen einen sicheren Schlaf. Außerdem sind an allen Betten Haltesicherungen angebracht, die einen Sturz aus dem Bett verhindern - speziell für Kinder wurde der Ausfallschutz am unteren Bett auf die gesamte Bettlänge vergrößert. Maßstäbe im europäischen Schienenverkehr setzt auch die Stromversorgung: Der WLABmz 173 kommt mit allen Stromnetzen in Europa zurecht. In jedem Abteil befindet sich eine Steckdose für ein Notebook - ideal für alle Geschäftsreisenden. Eine leistungsstarke Batterie im Fahrzeug erhält die Stromversorgung aufrecht, wenn zum Beispiel an Grenzbahnhöfen die Lok gewechselt wird.

Ab sofort ersetzen die neuen Schlafwagen, die von der der Siemens SPG Verkehrstechnik GmbH gefertigt werden, Linie für Linie die alten Fahrzeuge. Auf folgenden DB NachtZug-Linien kann man die Fahrt in den neuen Wagen genießen: Berlin - Paris (ab 28. November 2003), München - Paris (ab Frühjahr 2004), München - Mailand (ab Frühjahr 2004), München - Berlin/Binz auf Rügen (ab Frühjahr 2004), Dortmund - Mailand (ab Sommer 2004), München - Florenz (ab Sommer 2004), Dresden - München (ab Herbst 2004) und Hamburg - Paris (ab Herbst 2004). Die DB AutoZug GmbH investiert für die Beschaffung der insgesamt 42 neuen Fahrzeuge rund 50 Millionen Euro. Im Gegenzug werden 42 Schlafwagen älterer Bauart nach mehreren Millionen Kilometern Laufleistung ausgemustert.

Connex bestellt Regionalzüge für Marschbahn bei Bombardier

© Bombardier Transportation

BERLIN - Bombardier Transportation ist von der Connex Verkehr GmbH mit dem Bau von Regionalverkehrszügen beauftragt worden. Wie Bombardier am Donnerstag mitteilte, umfasse der Vertrag im Wert von rund 120 Millionen Euro 15 Züge mit insgesamt 90 Wagen und vier elektrischen Bombardier* TRAXX* Lokomotiven. Die Fahrzeuge sollen ab Sommer 2005 an den Kunden übergeben werden und vom 15. Dezember 2005 an auf der so genannten Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland (Sylt) rollen. Damit ist Connex jetzt endgültig von seinem ursprünglichen Plan, Wagen des spanischen Herstellers Talgo einzusetzen, abgerückt.

Die niederflurigen Waggons mit einer Fußbodenhöhe von 800 Millimetern, die auf dem von Bombardier Transportation entwickelten Fahrzeugdesign und technischen Lösungen basieren, wie sie bereits seit Jahren erfolgreich bei den bewährten Bombardier Doppelstockwagen zum Einsatz kommen, bieten Fahrgästen hohen Komfort und besondere Mehrzweckabteile mit viel Platz für Reisende mit Fahrrädern oder Kinderwagen. Ein Audiosystem eröffnet an allen Plätzen die Möglichkeit, über Kopfhörer verschiedene Musik- und Radioprogramme zu empfangen. Die Kunden werden ihre Fahrausweise bequem und zeitsparend an Automaten im Zug kaufen können. 1,3 Meter breite Türen ermöglichen außerdem einen schnellen Fahrgastwechsel. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge beträgt 160 km/h. Modernste Leittechnik ermöglicht das "Flügeln" der Züge: Zwei Zugeinheiten werden mit nur einem Lokführer gefahren und können auf einem Unterwegsbahnhof getrennt werden, um zu verschiedenen Zielorten weiterzufahren.

Die 15 Züge werden jeweils aus vier bzw. sechs einstöckigen klimatisierten Reisezugwagen gebildet, die als Anschlusswagen (hinter der Lok), Mittelwagen und Steuerwagen gebaut werden. Gezogen werden sie von Diesellokomotiven des Lokomotivherstellers Vossloh Locomotives. Für die von der Connex-Tochter Nordostseebahn (NOB) vorgesehene Anbindung Westerlands durch Fernverkehrszüge in Richtung Köln und Berlin sind für die Traktion südlich von Hamburg zusätzlich vier elektrische Bombardier-Lokomotiven aus der "TRAXX"- Fahrzeugfamilie vorgesehen. Die bereits in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg erfolgreich laufenden TRAXX-Loks zeichnen sich durch große Zuverlässigkeit, hohe Verfügbarkeit von bis zu 97 Prozent und außerordentlich wirtschaftlichen Betrieb aus. Wie Bombardier mitteilte, handele es sich bei den von Connex bestellten vier Exemplaren um eine Weiterentwicklung der bewährten BR 146.1.

Umfrage: Bahn das am wenigsten erfolgreiche Unternehmen

BERLIN - Die DB ist nach einer Umfrage bei rund 1 400 Bundesbürgern das am wenigsten erfolgreiche deutsche Unternehmen. Der Studie "Excellence Barometer 2003" zufolge, die das Wirtschaftsmagazin "Impulse" in Berlin vorstellte, landete das Verkehrsunternehmen weit abgeschlagen auf dem letzten Platz unter 30 ausgewählten Firmen. Spitzenreiter bei den erfolgreichsten deutschen Unternehmen ist der Umfrage zufolge die Discounter-Kette Aldi vor den Autobauern BMW, DaimlerChrysler und Volkswagen. Für die repräsentative Umfrage wurden unter anderem 1 066 Spitzenkräfte mittelständischer und großer Unternehmen sowie Arbeitnehmer befragt.

Bayern: Abschied vom letzten Silberling

REGENSBURG - Der "Silberling", ein Nahverkehrswagen aus den 60er Jahren, ist in Bayern am Ende seines Laufweges angelangt. Die Bahn verabschiedete ihn heute zur letzten Fahrt. Außen unlackiertes Aluminium, innen dunkelrotes Kunstleder – mit diesen Merkmalen lief der Silberling in den 60er und 70er Jahren vom Band. Mit 28,5 Tonnen war er damals ein fortschrittliches Leichtgewicht unter den Schienenfahrzeugen. Er verfügt über 96 Sitzplätze und erwies sich weit über die prognostizierte Lebensdauer von 25 Jahren hinaus als zuverlässiges Fahrzeug. Nach der Verabschiedung in Regensburg geht die letzte Fahrt des alten Silberlings auf Abstellgleis. Zurück bliebt Eisenbahnnostalgie. Auch sie hat ihre Berechtigung. Deswegen hält die SüdOstBayernBahn weiterhin zwei originale Silberlinge am laufen.

Der Silberling verkörperte die mangelnde Attraktivität des Regionalverkehrs. Erst im Zuge der Bahnreform wurden seit Mitte der 90er Jahre moderne Fahrzeuge beschafft, die an seine Stelle traten. In Bayern hat DB Regio bereits über 500 neue Fahrzeuge, darunter elektrische und Dieseltriebzüge sowie Doppelstockwagen zum Einsatz gebracht. Außerdem ließ die DB ab Anfang der 90er Jahre eine Reihe alter Silberling-Wagen überarbeiten und im Innenraum neu ausstatten. Diese Fahrzeuge verkehren weiterhin bis Ende des Jahrzehnts. Heute verfügt DB Regio Bayern über rund 300 Lokomotiven, rund 1250 Reisezugwagen und 511 Triebzüge. Mit dem neuen Verkehrsvertrag, der DB Regio langfristige Planungssicherheit auf bestimmten Strecken in Bayern bietet, kann ein nochmaliger großer Investitionsschub in Gang gesetzt werden. 670 Millionen Euro will die Bahn ausgeben, um die Zugflotte in Bayern vollständig rund zu erneuern.

Teilstück der ABS Paris-Ostfrankreich-Südwestdeutschland fertig gestellt

FRANKFURT/Main - Mit einer Sonderfahrt im historischen Zug "Rheingold" ist am Mittwoch die neun Kilometer lange Strecke zwischen Neustadt an der Weinstraße und Limburgerhof als Teilstück der 127,8 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Saarbrücken nach Ludwigshafen eröffnet worden. Der Bau der Umfahrung Schifferstadt dauerte fünf Jahre und nahm dabei Investitionen in Höhe von 140 Millionen Euro in Anspruch. Insgesamt wurden 36 Kilometer Schienen, 28.500 Schwellen und 65.000 Tonnen Schotter verbaut. Vier Straßenüberführungen und vier Eisenbahnüberführungen mussten gebaut werden. Auf einer Länge von 2,4 Kilometer wurde die Strecke auf einem bis zu 8 Meter hohen Damm errichtet. Auch für den Schutz der Anwohner vor Lärmbelästigung wurde gesorgt. Insgesamt wurden 7 Kilometer Schallschutzwände neu errichtet. In technischer Sicht ist die Linienverbesserung Schifferstadt gleich mehrfach innovativ. Unter anderem wurden erstmals acht Hydrolink-Weichen eingebaut. Diese Weichen, die eine neuartige, hydraulische Stelleinrichtung haben, werden in diesem Abschnitt als Pilotprojekt getestet.

Vom größten Bauwerk bei der Umfahrung Schifferstadt ist eigentlich kaum etwas zu sehen. Fast wirkt es, als ob das Schotterbett an der neuen Umfahrung von Schifferstadt mit einem niedrigen Mäuerchen eingefasst ist. Doch das, was man an der Strecke sehen kann ist nur der obere Rand. Das meiste ist in der Erde verborgen. Hier bei Schifferstadt wurde nicht nur eine neue Eisenbahnstrecke gebaut, sie wurde in eine Wanne gelegt. Auf einer Länge von 700 Metern wurden die Gleise und der Schotter in eine Betonwanne gelegt. 2600 Kubikmeter Beton und 260 Tonnen Stahl wurden dazu verbaut. Mit der Betonwanne unter den Gleisen gelang es den Ingenieuren der DB ProjektBau, eine Lösung für die in dieser Gegend vorkommenden Grundwasserhochstände zu finden. Wenn dieser Fall eintritt, kann der Zugverkehr weiter aufrecht erhalten werden, das Wasser wird durch die Fahrbahnwanne daran gehindert das Gleis zu unterspülen. Ein eigenes Pumpwerk sorgt dafür, dass bei Regen und gleichzeitigem Grundwasserhochstand die Wanne entwässert werden kann.

Mit dem Ausbau der Strecke Ludwigshafen-Saarbrücken als nördlichem Ast der zukünftigen Schnellbahnverbindung zwischen Paris, Ostfrankreich und Südwestdeutschland (POS) soll bis zum Jahr 2012 das Ziel der Vereinbarung von La Rochelle erreicht werden. Die POS Nord verläuft von Paris über Lothringen und Saarbrücken nach Mannheim und hat in ihrer Weiterführung über Frankfurt nach Berlin künftig eine wichtige Funktion als West-Ost-Magistrale. Mit der Unterzeichnung dieser deutsch-französischen Vereinbarung über die Hochgeschwindigkeitsverbindung POS wurde im Jahr 1992 ein neues Kapitel des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs geschrieben. Zukünftig soll dann der Reisende in nur noch 2 Stunden 52 Minuten von Mannheim nach Paris fahren können. Heute braucht der Eurocity dafür noch 5 Stunden 23. Zwischen Saarbrücken und Ludwigshafen wird sich die Fahrzeit von 84 auf 60 Minuten verringern. Dazu wird die Strecke in mehreren Bauabschnitten für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgebaut.

DB unterstützt Schanghai beim Transrapidbau

BERLIN - Der chinesische Transrapid-Projektchef in Schanghai, Wu Xiangming, und Dr. Thomas Rühl, Projektverantwortlicher der Deutschen Bahn AG, haben sich in Berlin zu einem ausführlichen Gedankenaustausch getroffen. Besonderes Interesse zeigt "Commander Wu", wie der Projektchef international kurz genannt wird, an den Erfahrungen der Bahn mit dem Betrieb von Eisenbahnverkehr sowie der Magnetschnellbahn auf der Versuchsanlage in Lathen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Systeme sowie der Instandhaltungsaufwand. Ebenso war Wu Xiangming interessiert zu erfahren, wie die Schnittstellen Bauherr und Betreiber zur Industrie abgegrenzt werden.

Die chinesische Delegation und die Bahn haben vereinbart, die jetzt begonnenen Gespräche konstruktiv fortsetzen, um das System für den betrieblichen Alltag zu optimieren. Entsprechende Vereinbarungen werden zur Unterzeichnung vorbereitet. Die Deutsche Bahn ist seit Beginn des Magnetschnellbahn-Projektes in Schanghai über ihre Tochtergesellschaft DE Consult engagiert beteiligt. Inzwischen sind 25 Triebfahrzeugführer und Fahrdienstleiter der Bahn in Schanghai tätig. Sie führen im Auftrag des Industriekonsortiums den Testbetrieb durch. Die 30 Kilometer lange Transrapid-Strecke verbindet Schanghai mit dem internationalen Flughafen. In rund sieben Minuten soll die Strecke befahren werden.

Hamburger S-Bahn: Linie 31 fährt wieder durch

HAMBURG - Rund einen Monat nach dem Brand bei der Hamburger S-Bahn, bei dem am 16. Oktober im Bereich des Bahnhofs Hamburg-Harburg sämtliche Telekommunikationsverbindungen und Signalkabel zerstört worden waren, fahren die Züge der Linie S 31 seit Mittwoch morgen 06.00 Uhr zwischen Neugraben / Harburg Rathaus und Altona wieder durchgehend. Damit ist ein 5-Minuten-Takt mit den S-Bahn-Linien 3 und 31 wieder gewährleistet. "Die Instandsetzungsarbeiten für die Telekommunikationsverbindungen sind zum Großteil abgeschlossen", sagte Werner Wojtaschek, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg. "Bis Anfang Dezember wird die Zentrale Zugaufsicht für Harburg wieder voll funktionsfähig sein. Bis dahin fertigen wir die Züge mit örtlichem Personal ab." Dadurch könne es zu leichten Verzögerungen kommen. In den letzten Wochen hätten Spezialkräfte auf Hochtouren gearbeitet, um schnellstmöglich für die Kunden der S-Bahn in Harburg den Betrieb mit beiden Linien wieder aufzunehmen, betonte Wojtaschek. "Wir bedanken uns bei unseren Kunden für ihre Geduld und möchten die Fahrgäste einladen, mit uns am kommenden Montag bei Kaffee und Lebkuchen persönlich zu sprechen." Die Geschäftsführung und Fachleute der S-Bahn Hamburg stehen dann den Fahrgästen unter dem Motto "Morgen-Kaffee mit der S-Bahn - wir laden Sie ein!" für Fragen zur Verfügung.

Am Donnerstag, dem 16. Oktober war gegen 23.30 Uhr im Bereich des Bahnhofs Hamburg-Harburg ein Kabelbrand von einem Triebfahrzeugführer entdeckt worden. Die Feuerwehr wurde sofort verständigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Da sämtliche Telekommunikationsverbindungen und Signalkabel zerstört wurden, war die S-Bahn-Strecke zwischen Harburg Rathaus und Willhelmsburg für die Züge der Linien S 31 und S 3 für einige Tage komplett gesperrt. Die S-Bahn Hamburg setzte zwischen Harburg Rathaus und Wilhelmsburg sowie in der Gegenrichtung Busse ein. Am Montag, dem 27. Oktober wurde die S-Bahn-Strecke zwischen Neugraben und Pinneberg für die Züge der Linie S 3 wieder freigegeben.

Josel: "ICE TD auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich zu betreiben"

BAYREUTH - Der Konzernbeauftragte der DB für Bayern, Klaus Dieter Josel, hat sich am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Bayreuth zur Situation auf der "Franken-Sachsen-Magistrale" und zum ICE TD (VT 605) geäußert. Josel bezeichnete die vergangenen zwei Jahre, in denen die ICE-Neigezüge auf der Strecke eingesetzt worden waren, als "Trauerspiel" und erinnerte an dabei an die zahlreichen Verspätungen auf der Strecke, die vornehmlich durch immer neue Pannen bei den ICE-TD Zügen ausgelöst worden seien. Aufgrund dieser Probleme habe das Image der Bahn und vor allem die Kundenakzeptanz auf der Franken-Sachsen-Magistrale erheblich gelitten. Der erwartete Zuwachs an Fahrgästen sei ins Gegenteil umgeschlagen. Die Bahn sehe aufgrund der genannten Image- und Akzeptanzprobleme daher nicht, dass der VT 605 auf absehbare Zeit wirtschaftlich zu fahren sei, betonte Josel. "Auch wenn Siemens versichert, die technischen Probleme gelöst zu haben, ist mit einer schnellen Verbesserung der Kundenakzeptanz nicht zu rechnen. Wir können und wir wollen den VT 605 nicht erneut an unseren Fahrgästen testen."

Künftig werde deshalb der VT 612 auf der Strecke verkehren. Er ist laut Josel der einzige Zug, der auf dieser Strecke wirtschaftlich zu betreiben sei, bei den Kunden angenommen werde und die ehrgeizigen und auch im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern notwendigen kurzen Fahrzeiten durch Einsatz moderner Neigetechnik zuverlässig halten könne. Ab 14. Dezember werde dieser Zug für die Strecke Nürnberg - Dresden nur noch 4 Stunden und 20 Min benötigen, ein Erfolg, der auch auf die vorgenommenen Infrastrukturverbesserungen zurückzuführen sei. Josel betonte, die Verbindung werde damit über 10 Minuten schneller sein, als alle bisherigen Angebote auf dieser Strecke. Die Fahrzeit von Nürnberg nach Dresden verkürze sich gegenüber dem status quo sogar um über 1 Std und 15 Minuten. Der schon bisher angebotene 2-Stunden-Takt mit Anschlussmöglichkeiten in Nürnberg u. a. in und aus Richtung Stuttgart, Frankfurt, Würzburg und München bleibe erhalten.

Josel stellte außerdem klar, dass ein ICE-Standard zwar von der Reisezeit – nicht aber vom Bordkomfort her erreicht werden könne. Daher werde dieser Zug künftig nicht als ICE - sondern als IC angeboten. Bei den Fahrpreisen bewege man sich moderat über den Preisen des Nahverkehrs, bei Inanspruchnahme fernverkehrsspezifischer Ermäßigungen teils sogar deutlich darunter, so Josel.Die ersten für diese Verbindung vorgesehen insgesamt 17 Einheiten der Baureihe 612 werden derzeit im DB-Werk Kassel umgebaut und auf Fernverkehrsdesign umlackiert. Unter anderem wird dann eine einfache Bordverpflegung möglich sein.

ÖBB eröffnen Großkundenstandort Wien Freudenau Hafen

WIEN - Direkt bei den Kunden vor Ort zu sein und mit kompetenten Mitarbeitern bei allen logistischen Herausforderungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist ein Schlüsselelement der Erfolgsstrategie des ÖBB-Güterverkehrs. Am bedeutendsten Wiener Donauhafen - dem Hafen Wien Freudenau - setzen die ÖBB ihre Kundenoffensive fort und eröffnen einen neuen Großkundenstandort, bei dem Service und Leistung direkt vor Ort bei den Kunden gebündelt sind. Mit drei Mitarbeitern des Güterverkehrs stehen die ÖBB den Firmen vor Ort für den Wagenladungs- und Containerverkehr künftig beispielsweise für die frachtbriefmäßige Behandlung der Empfangs- und Versandsendungen, für Prüfung, Ergänzung und Berichtigung der Sendungsdaten im Empfang oder für den Abschluss von Frachtverträgen zur Verfügung.

Unter den drei Wiener Donauhäfen ist der Freudenauer Hafen der bedeutendste. Hier befinden sich Direktion und Verwaltung, der Umschlagsbereich inklusive Hafenmeisterei, das Lagerzentrum, der Container- und Autoterminal sowie das größte (Zoll)Freilager Österreichs mit Zollamt und eigener Polizeistation. Im Jahr 2002 wurden im Wagenladungs- und Containerverkehr insgesamt rund 47.500 Wagen - das sind 645.000 Tonnen - im Empfang und Versand abgefertigt. Rund 44.400 Container wurden im Containerterminal, das durch die WienCont Containerterminal GesmbH betrieben wird, umgeschlagen. Nahezu alle Branchen durchlaufen schienengebunden den Hafen Freudenau, so zum Beispiel Auto-, Kohle oder Eisentransporte. Durch die optimale Anbindung an die Verkehrsträger Schiene/Wasser/Straße fungiert der Hafen Wien Freudenau als leistungsstarke Schnittstelle internationaler Handels- und Transportwege.

Investitionen in die weitere Verbesserung der Logistik-Kette sollen in den nächsten Jahren den Standort Wien Freudenau weiter aufwerten. Hierbei handelt es sich um die bessere Anbindung des Terminals über die Schiene durch den Bau der sogenannten Winterhafenbrücke als wichtiger Lückenschluss im Wiener Schienennetz (Lückenschluss Donauländebahn-Donauuferbahn). Ferner soll der Schienen- und Straßenverkehr im Bereich des Hafens durch die Verlagerung der B 14 (Freudenauer Hafenstraße) in die Seitenhafenstraße entflochten werden und die bestehenden Anlage zum hochleistungsfähigen Umschlagterminals für Container ausgebaut werden. Gemeinsam mit dem geplanten KLV-Anlage in Wien Inzersdorf soll damit die modernste Drehscheibe des Kombinierten Ladungsverkehrs in Mitteleuropa entstehen.

Lokführer als Energiesparer

FULDA - Klimaschutz und Kostenreduzierung - das sind die Ziele des Projektes EnergieSparen, mit dem die DB den Energieverbrauch ihrer Personenzüge um zehn Prozent senken will. Das Projekt wurde heute von Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, und Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Personenverkehr der DB, im ICE-Simulationszentrum Fulda vorgestellt. "Durch Energie sparendes Fahren verbessern wir unsere Wettbewerbsposition nachhaltig", betonte Rausch. "Wir realisieren ein gewaltiges Kostensenkungspotenzial, ohne Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Gleichzeitig bauen wir den Vorsprung der Bahn als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel weiter aus." Allein beim Thema Energiesparen habe der Personenverkehr der DB seit 2001 bis heute 27 Millionen Euro investiert, so Rausch. Die Zielmarke für den Energieverbrauch im Fernverkehr der Deutschen Bahn liegt bei durchschnittlich 2,4 Liter Benzinäquivalent pro 100 Kilometer und Person. Die Energiekosten für den Antrieb der Personenzüge mit Strom und Diesel betragen mehr als 700 Millionen Euro.

In einem dreistufigen Trainingsprogramm wurden 14.000 Lokführer geschult. Nachdem die theoretischen Grundlagen Energie sparenden Fahrens vermittelt wurden, ging es zu Trainingsfahrten in einen der bundesweit 14 Lokfahrsimulatoren. Den Abschluss bildeten reguläre Streckenfahrten, bei denen das Gelernte in Begleitung von erfahrenen Kollegen und Ausbildern in die Praxis umgesetzt wurde. Bei einem pünktlich fahrenden Zug ist der Lokführer nun gehalten, den Energieverbrauch zu mindern, in dem er früher als gewöhnlich die Geschwindigkeit absenkt und den Zug länger ausrollen lässt. Dies ist möglich, da in der Regel in die Fahrzeit eines Zuges zwischen zwei Haltepunkten ein Zeitpuffer eingebaut ist, der eventuelle Verspätungen oder akut erforderliche Bauarbeiten abfedert. Parallel wurden alle ICE-Züge und Loks des Personenverkehrs mit Stromzählern ausgerüstet. Für die Führerstände wurden Dieselzähler und Energieverbrauchsanzeigen entwickelt.

Erste Erfolge seien bereits messbar, teilte die DB weiter mit. Im Personenfernverkehr sei der Energieverbrauch in diesem Jahr gegenüber 2002 bereits um vier Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig habe die Bahn bereits drei Jahre früher als geplant ihr Klimaschutzziel beim CO2 -Ausstoß von minus 25 Prozent von 1990 bis 2005 erreicht. Durch die erfolgreiche Umsetzung des Projektes EnergieSparen verbessere das Unternehmen auch seine Wettbewerbsposition nachhaltig, hieß es weiter. Kein anderes Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland und Europa habe in Sachen Energiekosten bislang ähnlich systematisch auf die Senkung des Verbrauchs hingearbeitet.

Hochgleistragwerke im Dresdner Hbf wieder in Betrieb

DRESDEN - Am vergangenen Samstag ist erstmals wieder ein Personenzug von den neuen Gleisen auf den sanierten Hochgleistragwerken in der Nordhalle des Dresdner Hauptbahnhofs abgefahren. Nach knapp 22 Monaten Bauzeit und Investitionen über rund 28 Millionen Euro geht die neue Infrastruktur nach der Totalsanierung und Modernisierung mit zunächst 80 Metern Bahnsteiglänge in Betrieb. Auf 250 Metern Länge und 30 Metern Breite waren im vergangenen Jahr die alten Tragwerke abgebrochen worden. Der neue Stahlbeton-Überbau auf der Nordseite ist auf einer Riegel-Stützen-Konstruktion errichtet worden. Die neuen Bahnsteige 17, 18 und 19 erhielten eine moderne Bahnsteigausstattung. Ab Anfang Dezember ermöglichen zwei Aufzüge und eine Fahrtreppe den komfortablen und behindertengerechten Zugang zu den Bahnsteigen; bis dahin sind die Bahnsteige nur über Treppen erreichbar. Für die Inbetriebnahme der Aufzüge muss ein weiterer Durchgang im Gebäude geöffnet werden.

Die Inbetriebnahme erfolgt in mehreren Phasen bis Mitte Dezember, da parallel zu den Bauarbeiten an den Hochgleistragwerken die weitere Sanierung des Bahnsteighallendachs erfolgt und an Gleisen im Bereich der Mittelhalle gebaut wird. Für das Dach werden erneut Arbeitsbühnen errichtet. Bis Ende 2004 sollen alle Vorhaben an den nördlichen Hochgleistragwerken auf ganzer Länge komplett abgeschlossen sein. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt auch die Inbetriebnahme der eigenen Gleise für den S-Bahn-Verkehr Dresden Hauptbahnhof – Pirna. Ab Herbst 2004 starten dann die Arbeiten an der Erneuerung der Hochgleistragwerke auf der Südseite. Auf den neuen Gleisen fahren vorerst die EC-Züge aus Richtung Hamburg und Prag sowie der S-Bahnzüge der Linie S1 in der Fahrtrichtung Schöna – Meißen ab. In dieser Phase beginnt die Errichtung einer weiteren Arbeitsbühne in der Südhalle des Hauptbahnhofs und die damit verbundene zwischenzeitliche Sperrung Gleise in dem Bereich. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 verkehren die Züge der S-Bahn-Linie S 1 (in Fahrtrichtung Schöna – Meißen), der S 2 Dresden Hauptbahnhof – Flughafen Dresden (in beiden Richtungen) sowie der EC-Linie in Fahrtrichtung Prag – Hamburg über die neue Nordhalle. In der Gegenrichtung verkehren die EuroCity-Züge zunächst weiter über die Südhalle.

Der Dresdener Hauptbahnhof bleibt auch in den kommenden Monaten eine große Baustelle – mit der Fertigstellung des neuen Bahnsteighallendaches, der Beseitigung der Hochwasserschäden, der Herrichtung der Vermarktungsflächen im Empfangsgebäude sowie der geplanten Erneuerung der Hochgleistragwerke auf der Südseite des Bahnhofs. Derzeit laufen Maßnahmen zur Erneuerung der Kellerdecke im Empfangsgebäude im Umfang von neun Millionen Euro. Ab Februar 2004 ist die Sanierung des Bodens auf dem Querbahnsteig in der Mittelhalle vorgesehen.

Noch 4 Wochen bis zum Start der S-Bahn RheinNeckar

MANNHEIM - In knapp vier Wochen, am 14. Dezember 2003, geht die neue S-Bahn RheinNeckar an den Start. Um die Bürger in der Region auf das S-Bahn-Angebot im rund 240 Kilometer umfassenden Netz einzustimmen, hat bereits Anfang November eine umfangreiche Informationskampagne begonnen. Unter dem Motto "Das bewegt uns. Die neue S-Bahn ab 14.12." werden Angebot und Vorteile der S-Bahn RheinNeckar breit gestreut kommuniziert. Neben ausführlichen redaktionellen Berichten in den Kundenzeitschriften der Bahn (Takt), des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (HIN UND WEG) sowie der Länder Rheinland-Pfalz (Der Takt) und Baden-Württemberg (Baden-Württemberg Zeitung) in den November/Dezember-Ausgaben gibt es informative Hörfunkspots sowie Beiträge im regionalen Rhein-Neckar-Fernsehen. Ergänzend dazu gibt es Citylight- und Großflächenplakate entlang der S-Bahn-Linien sowie Anzeigenschaltungen in Tageszeitungen und weiteren regionalen Printmedien.

Neben diesen Informationen werden im gesamten Einzugsgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) Faltblätter über die S-Bahn RheinNeckar sowie Streckenfahrpläne der S-Bahn zu den Strecken Kaiserslautern - Mannheim, Speyer - Mannheim, Schifferstadt - Heidelberg, Heidelberg - Karlsruhe, Heidelberg - Osterburken verteilt. Die Verteilung erfolgt über Verkehrsunternehmen, Verkaufsstellen der Verkehrsunternehmen, Gemeinden, Tourismus-Informationen, Auslage in ausgewählten Geschäften, Praxen, Kinos, Bibliotheken und öffentlichen Einrichtungen. Über Hauswurfsendung erhalten rund 415 000 Haushalte entlang der vier S-Bahn-Linien ein „Faltblatt für Pendler“ mit Streckenplan im Taschenformat, Gewinnspiel für VRN-Tickets, allgemeinen Informationen und Vorteilen der S-Bahn RheinNeckar. Die Faltblätter werden auch in ausgewählten Verkaufsstellen und Kundenzentren der Verkehrsunternehmen entlang der S-Bahn-Linien ausgelegt.

S-Bahn-Promotionteams werden direkt vor Ort bei 68 Firmen und öffentlichen Einrichtungen über die neue S-Bahn informieren, für weitere 314 Firmen und öffentliche Einrichtungen im Umkreis der S-Bahn-Stationen gibt es umfangreiche S-Bahn-Infopakete. Weitere Infostände und Promotionteams wird es bis zum Start der S-Bahn RheinNeckar auf Weihnachtsmärkten und in kulturellen Einrichtungen in rund 50 Gemeinden entlang der S-Bahn Strecken geben. Bereits seit Mitte September läuft die Einführungskampagne für das RheinNeckar-Ticket, eine verbundweit gültige persönliche Jahreskarte des VRN zum Preis von 720 Euro im Jahr / 60 Euro im Monat. Das RheinNeckar-Ticket kann schon jetzt mit einem Frühstarter-Bonus von 60 Euro zum 1. Dezember bestellt werden und ist die optimale Ergänzung zum neuen Verkehrsangebot S-Bahn RheinNeckar.

Ungewöhnlicher Transport: Fliegender Oberleitungsmast

KÖLN - Für die Weiterführung die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main finden im Kölner Stadtgebiet weitere Baumaßnahmen statt, unter anderem die Wiederherstellung der zweigleisigen Verbindung Köln-Mülheim - Köln-Deutz - Köln-Kalk. Dafür ist es erforderlich neue Oberleitungsmasten aufzustellen. Aus Platz- und Kostengründen ist dies im Bereich von Köln-Mülheim nur mittels Hubschraubereinsatz möglich. Hierzu kommt ein Super-PUMA AS 332 C1, der größte und modernste zivile zweimotorige Mehrzweckhelikopter Europas, zum Einsatz. Er transportiert vier Oberleitungsmaste von bis zu 16 m Länge mit einem Einzelgewicht von ca. 2 t. Die weiteren Baumaßnahmen finden ab Sommer 2004 statt. Hauptbestandteil ist ein Brückenbauwerk in Höhe des jetzigen S-Bahn-Haltepunktes K-Buchforst. Dieses ist erforderlich um Kreuzungen im Bahnhofsbereich K-Mülheim zu vermeiden. Die Anwohner profitieren von aktiven (Lärmschutzwände) und passiven (Lärmschutzfenster) Schallschutzmaßnahmen. Die Inbetriebnahme ist im Dezember 2006 geplant.

Neuer Catering-Service in Zügen des Regionalverkehrs Franken

NÜRNBERG - Der Regionalverkehr Franken bietet einen besonderen Service in ausgewählten RegionalExpress-Verbindungen an: Fahrgäste auf den Strecken Fürth (Bay) - Würzburg und Fürth (Bay) - Bamberg können sich während der Reise im Zug mit Snacks und Getränken versorgen. Dieser Service wird in 24 RegionalExpress-Zügen zwischen Fürth (Bay) und Würzburg und in 13 RegionalExpress-Zügen zwischen Fürth (Bay) und Bamberg angeboten. "DB Regio will mit diesem Service die Attraktivität im Regionalverkehr und die Kundenzufriedenheit weiter steigern“, so Helmut Fellner, Leiter Fahrgastmarkt, DB Regio AG, Regionalverkehr Franken. „Unsere Fahrgäste können sich durch diesen besonderen Service im Zug mit herzhaften und süßen Snacks sowie Kaffee und kalten Getränken versorgen und dies zu günstigen Preisen." Die Catering-Leistungen erfüllt die Firma This-Catering im Auftrag der DB.

Nahverkehr der Bahn wird 4,2 Prozent teurer

BERLIN (AP/AFP/eig. Bericht) - Die Bahnpreise im Regionalverkehr werden am 14. Dezember um 4,1 Prozent teurer. Die entsprechenden Anträge der Bahn AG genehmigte das Bundesverkehrsministerium gegen die Voten von fünf Bundesländern, wie Ministeriumssprecher Michael Zirpel am Freitag in Berlin mitteilte. Von den Preiserhöhungen sind alle Regional- und S-Bahn-Züge sowie Monatskarten für Pendler, Auszubildende und Schüler betroffen, sofern sie nicht in Verkehrsverbünden fahren. Die Anhebung der Tarife muss normalerweise von allen Bundesländern genehmigt werden. Mit Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sprachen sich aber fünf Länder dagegen aus. Nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz kann das Bundesverkehrsministerium durch seine Entscheidung das fehlende Einvernehmen der Länder ersetzen.

Dies sei nun geschehen, sagte Ministeriumssprecher Zirpel. Auch die fünf Länder hätten keine rechtlichen Gründe für eine Ablehnung des Tarifantrags nennen können. Der Sprecher verwies zudem darauf, dass "die Länder in den letzten Jahren in ihren eigenen Verkehrsverbünden Preiserhöhungen genehmigt haben, die im Durchschnitt deutlich über dem liegen, was die DB nun beantragt hat." Seinen Angaben zufolge sind etwa die Tarife im Münchner Verkehrsverbund im jährlichen Durchschnitt um 3,7 Prozent, im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg um 3,1, im VVO (Dresden) um 4,1 und im MVO (Halle-Leipzig) um 5,0 Prozent gestiegen. Der Jahresdurchschnitt der Bahn-Preiserhöhung liege dagegen nur bei 2,1 Prozent. Das formal für die Genehmigung zuständige Regierungspräsidium Darmstadt bestätigte den Eingang eines "mehrseitigen Schreibens des Bundesministeriums". Dieses müsse nun geprüft werden, danach wolle sich die Behörde noch mit dem hessischen Verkehrsministerium besprechen, erklärte ein Sprecher.

Die DB hatte die Preiserhöhung Ende September angekündigt und diese mit Kostensteigerungen bei Personal und Energie begründet. Sie unterstrich, dass die Preise zwei Jahre lang stabil gehalten worden seien. Das Unternehmen verspricht sich jährliche Mehreinnahmen von rund 40 Millionen Euro. Für Fahrten im Nahverkehr auf Strecken bis 100 Kilometer sollen die Kunden künftig je nach Entfernung zehn bis 70 Cent mehr zahlen. Beim Schöne-Wochenende-Ticket verlangt die Bahn künftig am Schalter und in Reisebüros 30 statt bisher 28 Euro. Den alten Preis erhält künftig nur noch, wer am Automaten oder im Internet kauft.

Zugverkehr auf der Insel Rügen wieder aufgenommen

SCHWERIN - Seit Samstag morgen rollt der Zugverkehr wieder auf und zur Insel Rügen. Fern- und Regionalzüge sowie Güterzüge fahren wieder auf allen Strecken und über den Rügendamm. Die Arbeiten an zehn verschiedenen Baustellen wurden in der Nacht von Freitag zu Samstag planmäßig beendet. In der Woche vom 09. bis 14. November wurden auf der Insel Rügen zahlreiche Baumaßnahmen gleichzeitig ausgeführt, die unter Beibehaltung des Zugbetriebes nicht in so kurzer Zeit möglich gewesen wären. Zur Sanierung und Modernisierung ihrer Infrastruktur führte die Deutsche Bahn AG zahlreiche Arbeiten zwischen Altefähr und Sassnitz-Mukran aus. Um die damit einhergehenden Einschränkungen für die Reisenden möglichst gering zu halten, wurden die erforderlichen Bauarbeiten auf dem insgesamt 72 km langen Streckennetz der Bahn auf der Insel gebündelt durchgeführt.

Rammarbeiten im Bahnhof Bergen für die Tunnelwände der künftigen Aufzüge zu den Bahnsteigen, Schwellenauswechslungen im Bereich Samtens, erste Tiefbau- und Straßenbauarbeiten zur Modernisierung des Bahnüberganges in Teschenhagen auf dem Streckenabschnitt Bergen – Samtens und der Austausch von Lagerböcken an der Eisenbahnklappbrücke über den Ziegelgraben zählten zu den Schwerpunkten. Gleichzeitig wurden auf verschiedenen Streckenabschnitten Instandhaltungen durchgeführt und die Inspektion der Oberleitungen vorgenommen. Während der Arbeiten an der Ziegelgrabenbrücke fanden keine planmäßigen Öffnungen der Eisenbahnbrücke für den Schiffsverkehr statt. In dieser Zeit fuhren über den Rügendamm und auf den Gleisen der Deutschen Bahn AG auf der Insel keine Züge. Für die Reisenden waren Busse für 212 Zugfahrten eingesetzt. Der Schienenersatzverkehr lief nahezu reibungslos und weitestgehend pünktlich. Es fielen insgesamt 56 Güterzüge aus bzw. wurden umgeleitet. Die Beförderung der Güterwagen per Fähre nach und von Schweden erfolgte über Rostock Seehafen.

Erweiterte Kapazitäten am Schenker-Standort Mailand

MAILAND - Verbesserte Dienstleistungsqualität, schnellere und sichere Abwicklung sowie insgesamt eine höhere Leistung: Das ist das Resultat des Ausbaus der Logistik-Kapazitäten am Schenker-Standort Peschiera Borromeo, direkt am südlichen Stadtrand von Mailand gelegen, in einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen Italiens. Ein neues Logistik-Terminal für den Landverkehr, direkt neben der Zentrale der italienischen Schenker-Tochter gelegen, bietet zusätzlich rund 5.000 Quadratmeter Fläche für eine Vielzahl von anspruchsvollen Dienstleistungen. 48 Ladetore ermöglichen die weitaus schnellere Abfertigung als bisher. Für administrative Aufgaben stehen rund 1.200 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung.

"Das erweiterte und neu strukturierte Schenker-Zentrum in Peschiera bietet mit rund 30.000 Quadratmetern Nutzfläche Kunden aus Handel und Industrie optimale Bedingungen für effiziente Prozesse", erläutert Lorenzo Papa, CEO der Schenker Italiana S.p.A. "Drei miteinander verbundene Anlagen stehen für unser gesamtes Service-Spektrum: Neben dem Gateway für den Landverkehr verfügt unser Luftfracht-Import und -Export über eine Anlage mit 5,500 Quatdratmeter Lagerfläche. In diesem Gebäude ist auch der Bereich ‚Messen & Ausstellungen’ angesiedelt, ebenso unsere Zentrale für Italien. Unsere Seefracht bezieht jetzt das ehemalige Landverkehrs-Terminal, das gerade renoviert wird. Damit stehen speziell für dieses Geschäft rund 3,500 Quadratmeter Lagerflächen und 28 Ladetore zur Verfügung. Unsere Kunden werden von den neuen Kapazitäten insgesamt durch eine höhere Dienstleistungsqualität profitieren."

Schenker in Italien ist einer der führenden Anbieter von globalen integrierten Logistik-Lösungen, mit einem landesweiten Netzwerk von mehr als 34 Standorten und über 750 Mitarbeitern. Die Stinnes-Tochter Schenker ist mit einem Umsatz von 6,5 Mrd. Euro, 36.000 Mitarbeitern und rund 1.100 Standorten einer der weltweit führenden integrierten Logistik-Dienstleister. Schenker bietet Landverkehr, Luft- und Seefracht sowie umfassende logistische Lösungen und globales Supply Chain Management aus einer Hand. Stinnes ist ein Unternehmen der Deutschen Bahn AG.

Der ÖBB-Streik ist zu Ende

WIEN - Am Freitag Abend ist nach drei Tagen der Streik der Eisenbahner in Österreich beendet worden. Kurz vor 18 Uhr verkündete der Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl das Ende des Ausstands. Schon eine gute halbe Stunde später verließ der erste Personenzug um 18.26 Uhr den Bahnhof Retz in Richtung Bahnhof Wien Nord. Dank der minutiösen Vorbereitung durch den ÖBB-Krisenstab hat die Wiederaufnahme des Betrieb bislang reibungslos funktioniert. Bereits um 20 Uhr waren in Österreich wieder rund 100 Züge unterwegs und an allen großen Bahnhöfen in Österreich herrschte reger Betrieb. Nach Auskunft der ÖBB wird der Personenverkehr am Samstag Vormittag wieder fahrplanmäßig unterwegs sein. Auch im Güterverkehr sei die Belieferung der Kunden wieder angelaufen, mit Wochenbeginn würden auch hier alle Verkehre wieder planmäßig ablaufen. Der durch den Streik entstandene Transportrückstau werde bereits im Laufe der nächsten Woche komplett abgearbeitet sein. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, die Pendler würden für die ausgefallenen Züge entschädigt. Die Gültigkeit ihrer aktuellen Wochenkarten werde automatisch um eine Woche verlängert. Für die Besitzer von Monats- und Jahreskarten werde gemeinsam mit den Verkehrsverbünden noch eine kundenfreundliche Entschädigungs-Lösung bis Monatsende gesucht.

Dem Beschluss der Bahngewerkschaft, den Streik zu beenden, waren Verhandlungen mit der Regierung vorausgegangen. Dabei erreichten die Eisenbahner, dass noch einmal Verhandlungen über die geplanten Einschnitte beim Dienstrecht geführt werden. Statt eines Gesetzes bekommen ÖBB-Vorstand und Eisenbahner-Gewerkschaft bis 30. April 2004 Zeit, diesen Bereich selbständig auszuhandeln. Sollte es bis dahin zu keiner Einigung kommen, wird das Dienstrechtsgesetz neuerlich im Parlament eingebracht. Die Strukturreform soll dagegen weitgehend wie geplant Anfang Dezember den Nationalrat passieren. Die ÖBB sollen demnach unter dem Dach einer Holding in mindestens vier Aktiengesellschaften (je eine Personen- und Güterverkehr sowie eine Infrastruktur Betriebs AG und eine Infrastruktur Bau AG) und fünf GmbHs geteilt werden.

Rolltor am Büdesheimer Tunnel schützt vor Baulärm

© DB-Presseservice

FRANKFURT/Main - Silbern und neu glänzt das sieben Meter hohe Aluminium-Rolltor vor dem sandsteinernen Nordeingang des Büdesheimer Tunnels aus dem Jahr 1906. Errichtet wurde es um die Anwohner vor Baulärm zu schützen, denn der Büdesheimer Tunnel wird für 6,8 Millionen Euro erneuert. Wasser, Frost, der Rauch der Lokomotiven und der Druck des Berges, den er auf 168 Meter Länge durchquert, haben ihm in den vergangenen fast 100 Jahren zugesetzt. Das Bauwerk, das von 1904 bis 1906 errichtet worden war, durchquert einen Bergrücken im Ortsbereich von Büdesheim und verbindet die Haltepunkte Büdesheim und Windecken auf der eingleisigen Strecke von Bad Vilbel nach Stockheim. Die sich kontinuierlich verschlechternde Bausubstanz sowohl im Bereich der Portale als auch der Tunnelauskleidung machen die Sanierungsarbeiten notwendig, die bis Ende Oktober 2004 andauern werden.

Da der Zugverkehr möglichst unbehindert sein soll, müssen die Bauarbeiten vorwiegend in den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende statt finden. Um Anwohner vor dem entstehenden Lärm zu schützen, hat die Bahntochter DB ProjektBau das Rolltor vor das nördliche Tunnelportal montieren lassen. Wenn im Tunnel gebaut wird kann das Tor geschlossen werden, wenn die Züge fahren, bleibt es geöffnet. Zusätzlich werden die Schallemissionen vor dem Tunnel regelmäßig gemessen und überprüft. Die Baumaßnahmen am Büdesheimer Tunnel beinhalten die Aufweitung des Tunnels und den Einbau einer neuen, wasserundurchlässigen Betoninnenschale. Dabei werden die Entwässerungseinrichtungen im Bereich der Tunnelvoreinschnitte an eine neue Sammelleitung angeschlossen. Weil die Böschungsneigungen an die neuen Portale angepasst werden, verlängert sich der Tunnel an beiden Enden um jeweils 16 Meter auf künftig insgesamt 200 Meter.

Ab Montag wieder viergleisig zwischen Mainz Hbf und Mainz Süd

MAINZ - Ab Montag früh stehen zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und den Bahnhof Mainz Süd wieder durchgehend vier Gleise zur Verfügung. Wegen notwendiger Umbauarbeiten in Mainz Süd in den vergangenen Wochen musste ein Gleis, das durch den alten Tunnel führt, unterbrochen werden. Diese Lücke wird am kommenden Wochenende wieder geschlossen. Am Samstagabend beginnen die Gleisarbeiten, die bis Montagmorgen abgeschlossen sein sollen. Dann kann jeweils zweigleisig von Mainz Hauptbahnhof nach Mainz-Süd durch den Neuen Mainzer Tunnel und in umgekehrter Richtung durch den Alten Mainzer Tunnel gefahren werden. Die Ausstattung der Strecke erlaubt es auch, je nach betrieblicher Erfordernis, im sogenannten Gleiswechselbetrieb auf jedem Gleis der zwei Tunnel in beide Richtungen zu fahren.

82 Millionen Euro hat das neue Tunnelbauwerk gekostet, das nicht nur den Mainzer Hauptbahnhof mit Mainz Süd verbindet, sondern eine besondere Rolle im europäischen Schienenverkehr spielt. An einem normalen Werktag fahren hier über 400 Züge pro Richtung. Dank dem neuen Tunnel stehen vier Gleise für den Zugverkehr zur Verfügung, was einer Kapazitätsverdopplung entspricht. Im nächsten Jahr werden noch vier weitere Umbaumaßnahmen realisiert, welche die Anbindung des Neuen Mainzer Tunnels an alle Bahnhofsgleise ermöglichen.

Güterwagen touchiert S-Bahn-Wagen

SCHAFFHAUSEN - Am Freitag früh hat ein rangierter, leerer Güterwagen in Schaffhausen den Wagen einer S-Bahn-Komposition gestreift. Wie die Schweizerischen Bundesbahnen mitteilten, verließ gerade der Entlastungszug 18025 Schaffhausen–Dietikon den Bahnhof in Richtung Neuhausen, als sich vom Nachbargleis 3 ein einzelner Güterwagen näherte. Der leere Güterwagen touchierte dabei seitlich einen Wagen der S-Bahn-Komposition. Der langsam fahrende Personenzug hielt unverzüglich an. Bei der Schnellbremsung wurden nach Angaben der SBB keine Personen verletzt. Am Güterwagen des Typs "Habis" und am Personenwagen des Typs "EW II" entstand nur minimer Sach- schaden durch Kratzer. Die Ursache des Zwischenfalls werde gegenwärtig untersucht, hieß es. Die Reisenden des Zuges 18025 konnten mit nachfolgenden Zügen leicht verspätet weiterbefördert werden. Der übrige Bahnbetrieb wurde kaum beeinträchtigt.

Stellwerk Ostbahnhof am Freitagvormittag gestört

MÜNCHEN - Für die Münchner S-Bahn-Fahrgäste gehört es in den letzten Wochen fast schon zur Tagesordnung: mehrmals pro Woche müssen die S-Bahnen in einem Notprogramm fahren, weil technische Probleme einen geregelten Zugverkehr unmöglich machen. Am Freitagvormittag trat gegen 9.40 Uhr wie schon am Freitag der Vorwoche im Stellwerk am Ostbahnhof eine neuerliche Störung in der Signalsteuerung auf. Auf Grund eines technischen Defekts konnten von Riem bis einschl. Ostbahnhof die Weichen und Signale nicht gestellt werden. Als Folge daraus ergab sich, dass der Zugverkehr auf der S-Bahn-Stammstrecke nur mit Einschränkungen möglich war. Erst gegen 12.10 Uhr arbeitete das Stellwerk wieder störungsfrei. Die S-Bahn München musste auf diese erneute Störung reagieren und führte ein Notprogramm ein. Im Westen wendeten die Züge in Pasing oder am Hauptbahnhof. Im Osten zum Teil in Trudering, in Giesing und am Ostbahnhof. Für die S-Bahn-Fahrgäste brachte die erneute Störung Verspätungen von bis zu 30 Minuten.

ÖBB: Streik am Freitag noch offen

WIEN - Der Chef der österreichischen Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, hat in einer Pressekonferenz am Donnerstagabend den Beschluss zur Fortsetzung des Streiks relativiert. Man sei bereit, den Streik jederzeit zu beenden, wenn es zu einer Einigung kommen sollte. "Ein Kompromiss ist in greifbarer Nähe", betonte Haberzettl. Sowohl die Gewerkschaft als auch Vizekanzler Hubert Gorbach hätten sich zuletzt bewegt, die Gespräche zwischen Gorbach und ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch seien - entgegen Aussagen des Vizekanzlers - noch im Laufen. Der Kompromiss betreffe die gesamte Reform, sowohl das Dienstrecht als auch die neue Struktur. Er sei bereits klar ausformuliert. In einigen Punkten diskutiere man aber noch. "Der Kompromiss ist bereits auf Schiene, es gibt aber noch keinen Strom in der Fahrleitung", sagte Haberzettl. Ob am Freitag bei der Bahn weiter gestreikt wird, ist damit laut dem Gewerkschaftschef jetzt "völlig offen". Er sei aber zuversichtlich, dass morgen nicht mehr gestreikt werde.

Bahn darf offenbar Nahverkehrspreise erhöhen

BIELFELD (AFP/eig.Bericht) - Die DB kann ihre Preise im Nahverkehr nach einem Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts" ab Mitte Dezember wie geplant um 4,1 Prozent erhöhen. Das Bundesverkehrsministerium wolle sich über die Ablehnung der Tarifsteigerung durch fünf Bundesländer hinwegsetzen, hieß es. Dann könne das zuständige Regierungspräsidium Darmstadt unverzüglich die Tariferhöhung, die für zwei Jahre gelten soll, genehmigen, sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung. Die Deutsche Bahn war mit ihrer geplanten Preiserhöhung im Nahverkehr bei fünf Bundesländern auf Widerspruch gestoßen. Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt lehnten die Erhöhung um 4,1 Prozent ab. Die anderen Länder hatten keine Einwände erhoben.

DB Energie öffnet ihr Netz für Durchleitung

FRANKFURT/Main - Die Bahntochter DB Energie führt zum 1. Januar 2004 ein Durchleitungspreissystem (DPS) ein. "Als erster 16,7-Hertz-Bahnstromversorger in Europa eröffnen wir unseren Kunden die Möglichkeit, ihren Strom bei beliebigen Anbietern zu kaufen und ihn durch unsere Anlagen zu den Lokomotiven zu transportieren", so Andreas P. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie GmbH. Bereits Anfang des Jahres 2002 hatte die DB Energie mit der Einführung fernauslesbarer Messeinrichtungen auf Lokomotiven die Voraussetzungen für die Durchleitung geschaffen. Bei der Ausgestaltung der Netznutzung stand die DB Energie vor der Herausforderung, die Standards des 50-Hertz-Strommarktes auf Lokomotiven, das heißt, bewegliche Energieverbraucher, zu übertragen und mit den technischen Besonderheiten der 16,7-Hertz-Stromversorgung in Einklang zu bringen. Die Bahnstromversorgung erfolgt über ein eigenes Stromverteilungsnetz, das mit einer Frequenz von 16,7 Hertz betrieben wird und nur an wenigen Stellen über spezielle Umformeranlagen mit der öffentlichen 50-Hertz-Stromversorgung verbunden ist.

Eisenbahnverkehrsgesellschaften oder deren Stromlieferanten liefern den 50-Hertz-Strom an einen vorab festgelegten Einspeisepunkt des Bahnstromnetzes, auch wenn die Züge bundesweit verkehren. DB Energie wandelt den 50-Hertz-Strom mittels Umformer in 16,7-Hertz-Strom um und verteilt diesen an die Lokomotiven. "Die Durchleitungspreise ermöglichen unseren Kunden eine einfache Kalkulation. Anders als in der 50-Hertz-Versorgung - wird ein verbrauchsabhängiger Preis in Cent pro Kilowattstunde berechnet, also kein zweistufiges Preissystem mit in der Energiewirtschaft üblichen Leistungs- und Arbeitspreisen. Damit steht Kunden jeder Größe die Durchleitung zu gleichen Bedingungen zur Verfügung" erklärt Joachim Essig, Leiter Netzvertrieb und -management der DB Energie GmbH.

Wie in der 50-Hertz-Stromversorgung müssen die Kunden DB Energie mitteilen, wann wie viel 50-Hertz-Strom in das 16,7-Hertz-Stromnetz eingespeist werden soll. Sie geben der DB Energie dafür so genannte Energiefahrpläne ab. Abweichungen von diesen Fahrplänen gleicht DB Energie mit gesondert zu vergütender Ausgleichsenergie aus. Diese wird über einen viermal längeren Zeitraum als in der 50-Hertz-Stromversorgung saldiert. Mit der Einführung der Durchleitung hat DB Energie auch die Vollstromversorgung - das Rundum-Sorglos-Paket der DB Energie mit 16,7-Hertz-Stromlieferung und Netznutzung aus einer Hand - weiter entwickelt. Im Bahnstrompreissystem (BPS), das zwischen drei tageszeitabhängigen Preisen unterscheidet, wird die Preisdifferenzierung zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) reduziert, da in jeder Zeitzone das gleiche Netznutzungsentgelt eingerechnet werden muss. Der NT-Preis wird erhöht und der HT-Preis abgesenkt.

Die Preissteigerungen an den Beschaffungsmärkten von bis zu 30 Prozent veranlassen DB Energie zu einer Anhebung der Bahnstrompreise. Dem Energiemanager gelingt es jedoch, diese Preissteigerungen zu einem wesentlichen Teil abzufedern und die Preise um lediglich zwei Prozent zu erhöhen. Auf vielfachen Kundenwunsch bietet DB Energie zusätzlich Planungssicherheit an: „Mit dem Bahnstrompreissystem haben die Kunden jetzt die Möglichkeit, für ein Kalenderjahr Festpreise für die Vollstromversorgung zu vereinbaren. Pro Kilowattstunde werden für die Übernahme des Preisrisikos durch DB Energie 0,8 Cent berechnet“, erklärt Anne Zajusch, Leiterin Marketing und Vertrieb Energie DB Energie GmbH, das erweiterte Leistungsangebot. Nach Gesprächen mit dem Bundesministerium für Umwelt wird die Vergütung der bei Bremsvorgängen in das Bahnstromnetz zurückgespeisten Energie innerhalb der Vollstromversorgung erhöht, obwohl der Wert dieser Energie mangels Planbarkeit gering ist. Andreas P. Meyer erklärt diesen Schritt damit, "dass wir die Anstrengungen unserer Kunden, alternative Energiequellen zu erschließen, honorieren wollen. Denn so kann jeder seinen Beitrag für das ökologisch wertvolle Gesamtsystem Bahn leisten – und das ist es uns wert".

Bayern: Nichtraucherzüge im Regionalverkehr

MÜNCHEN - Bei 190 Dieseltriebzügen von DB Regio Bayern heißt es mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember: Start in rauchfreie Zeiten. An allen Türen der Züge weisen die bekannten Piktogramme mit den durchgestrichenen Zigaretten auf diese Neuerung hin. Im Beisein von Bayerns Gesundheits-, Verbraucherschutz- und Umweltminister Dr. Werner Schnappauf begann die Bahn heute im Münchner Hauptbahnhof mit dem Anbringen der Nichtrauchersymbole. Nach einigen Testversuchen und nachdem sich bereits bei den elektrischen Triebzügen das Rauchverbot bewährt hat, dehnt die Bahn damit die Rauchfreiheit auf die gesamte Flotte der 443 Triebzüge (einschließlich S-Bahn-Züge) in Bayern aus. "Wir möchten unseren Fahrgästen eine angenehme Fahrt bieten und dazu gehört heutzutage für die ganze große Mehrzahl unserer Reisenden auch das Rauchverbot", sagte Klaus-Dieter Josel, der DB-Konzernbevollmächtigte für Bayern. "Wo an öffentlichen Plätzen oder in viel frequentierten Räumen Nichtraucher dem Rauch nicht ausweichen können, brauchen wir einen effektiven Nichtraucherschutz. Diesen Weg für mehr Gesundheit müssen wir weiter gehen", betonte Schnappauf. Auch Passivrauchen ist gesundheitsgefährdend. Tabakrauch führt zu einer erheblichen Schadstoffbelastung von Innenräumen.

Ein weiterer Grund für das Rauchverbot besteht in der anhaltend starken Verschmutzung und in Vandalismusschäden, beispielsweise durch Brandlöcher in den Sitzen. Die Befragung von Reisenden zeigte, das selbst unter den Rauchern die überwältigende Mehrheit ein Rauchverbot bejaht. "Danke, dass Sie hier nicht rauchen!" - heißt es auf Aufklebern in den Zügen. Dieses Motto ist Teil einer umfangreichen Informationskampagne. "Wir werden unsere Fahrgäste über Plakataushänge an den Bahnhöfen, Lautsprecherdurchsagen in den Zügen und Hinweise in den Fahrplanunterlagen informieren", sagte Berthold Huber, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Bayern.

DB Regio Bayern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Fahrzeuge angeschafft und dabei auch die meisten seiner Triebzüge neu auf die Schiene gestellt. Es handelt sich um kleinere Fahrzeuge, die über 100 bis 200 Sitzplätze verfügen und häufig auf kürzeren Regionalstrecken verkehren. Auf stark frequentieren Verbindungen setzt DB Regio längere lokbespannte Züge ein. In ihnen wird es auch weiterhin Raucherbereiche geben. Die Nichtraucherzüge verkehren in allen bayerischen Regionen teilweise auch abwechselnd mit lokbespannten Zügen. Beispielhaft sind unter anderen die Strecken: Ulm-Oberstdorf, Augsburg-Bad-Wörishofen, Augsburg-Füssen, München-Lindau, München-Mühldorf, Nürnberg-Hof, Nürnberg-Schwandorf-Regensburg, Fürth-Cadolzburg.

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn bundesweit rund 70 größere Bahnhöfe rauchfrei gemacht. Der Schutz der Nichtraucher und die Einsparung von Reinigungskosten standen dabei im Vordergrund. In Bayern sind es sieben Stationen, darunter die Hauptbahnhöfe München, Augsburg, Ingolstadt, Nürnberg und Würzburg. Das Programm Rauchfreier Bahnhof wird sukzessive auf weitere große Stationen ausgeweitet.

Hohe Verluste bei SNCF

PARIS - Trotz geplanter Kosteneinsparungen von 100 Millionen Euro rechnet die französische Staatsbahn SNCF nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in diesem Jahr mit einem Verlust von 300 Millionen Euro. Hauptverlustträger war demnach das Frachtgeschäft, das etwa 20 Prozent zu den Erlösen des Gesamtunternehmens beisteuert. Bei einem Umsatz von zwei Milliarden Euro betrage der Verlust hier 400 Millionen Euro, hieß es in dem Bericht. Deutliche Spuren in der SBB-Bilanz habe auch der 17-tägige Streik der Bahnbeschäftigten im Frühjahr dieses Jahres hinterlassen. Der Ausstand belastete die Bilanz des Unternehmens laut "Süddeutscher Zeitung" mit 256 Millionen Euro. Gut entwickelte sich dagegen der Verkehr mit den TGV-Schnellzügen. Der Umsatz sei hier im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent gestiegen, hieß es in dem Bericht. Die DB verlor im gleichen Zeitraum im Fernverkehr 13,1 Prozent ihrer Erlöse und schrieb hohe Verluste.

Bahnhof Luzern wird zur RailCity

LUZERN - Der Bahnhof Luzern wandelt sich zusehends. In den vergangenen Wochen wurde die Bahnhofhalle zusehends heller und freundlicher ausgeleuchtet. Zudem wurden sowohl an der Außenfassade als auch im Innern die Anschriften auf RailCity geändert. Putzkolonnen, Maler und Monteure haben den Bahnhof aufgefrischt. Schließlich wurden eine Vielzahl von neuen silbern glänzenden Abfallbehältern in modernem Design montiert. Diese optische Auffrischung des Luzerner Bahnhofs kostete knapp 700'000 Franken. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten der Bahnhofsläden von Montag bis Samstag (und teilweise Sonntag) bis mindestens 21.00 Uhr erweitert und vereinheitlicht. Am kommenden Samstag, 15. November 2003, wird die Umwandlung des Bahnhofs Luzern, beziehungsweise des Bahnhof-Shopping in RailCity Luzern mit einem großen Bahnhoffest gefeiert [ mehr].

SBB Immobilien hat es sich zur Aufgabe gemacht, die größten Bahnhöfe der Schweiz gezielter zu entwickeln. Nach Bern und Basel ist der Luzerner Bahnhof die dritte RailCity. Weitere vier - Zürich, Winterthur, Genf und Lausanne – sollen nach Angaben von Hans Zimmermann, Leiter RailCity Schweiz, folgen. "Der Bahnhof soll wieder zu einem wichtigen Treffpunkt des urbanen Lebens werden, wie er das früher war", betonte er. Die Bahnkunden wollten am Bahnhof einen vergleichbaren Komfort vorfinden wie an einem modernen Flughafen oder in einem Shopping-Center. Der Ausbau des Komforts sei denn auch das zentrale Element, das hinter der Strategie RailCity stehe. RailCity solle ein Qualitätslabel sein, das den Kunden signalisiere, dass es sich hier um ein täglich geöffnetes, umfassendes Dienstleistungszentrum mit hohem Sauberkeits-, Sicherheits- und Servicestandard handle.

Bahn bietet Mitarbeitern neue Karrierewege

BERLIN - Ab sofort können Mitarbeiter der Bahn auch den Studiengang Dipl.-Ing. Elektrotechnik (FH) mit dem Schwerpunkt "Leit- und Sicherungstechnik" belegen. Der Studiengang wurde in Kooperation zwischen der "Privaten Fernfachhochschule Darmstadt" und der Bahn entwickelt. DB Netz und das Dienstleistungszentrum Bildung der Bahn haben den Studienschwerpunkt "Leit- und Sicherungstechnik" inhaltlich mitgestaltet und finanziert. Das Engagement der Bahn soll dem Bedarf an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften Rechnung tragen. Damit erweitern die Partner ihre erfolgreiche Zusammenarbeit über die bisherigen Projekte Dipl.-Informatiker (FH) und Dipl.-Ing. Mechatronik (FH) hinaus. Der Studienschwerpunkt "Leit- und Sicherungstechnik" baut auf dem Grundstudium der Elektrotechnik auf.

Voraussetzungen für das Studium sind die Fachhochschulreife oder eine Berufsausbildung plus einer dreijährigen Berufserfahrung. Das Studium verbindet Lernen mit schriftlichen Materialien, ergänzenden Präsenzphasen und Laboratorien. Ein Online-Campus bietet weitere Unterstützung beim Lernen und bei der Prüfungsvorbereitung. Das erworbene Diplom ist ein europäisch anerkannter Fachhochschulabschluss. Die Regelstudienzeit des Fernstudiums beträgt vier Jahre. Der Beginn des Studiums ist jederzeit möglich. Der Studiengang ist vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst genehmigt und von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen.

Österreichische Eisenbahner streiken

Info-Hotlines:

ÖBB: 05-1717
DB: 11861
SBB: 0900 300 300

WIEN - Aus Protest gegen die geplante Reform der Bahn in Österreich hat die Bahngewerkschaft am Dienstag einen unbefristeten Streik angekündigt. Ab Mittwoch um 0:00 wird den Angaben zufolge in Österreich der gesamte Zugverkehr zum Erliegen kommen. Der Bahnstreik werde bis mindestens Donnerstagnacht dauern, sagte ein Sprecher des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB). Er könnte aber auch darüber hinaus verlängert werden. Auch Fahrgäste auf internationalen Verbindungen sind von dem Streik in Österreich betroffen. Nach Angaben der DB fallen zahlreiche Nachtzüge von Deutschland nach Österreich und über Österreich nach Italien, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Serbien/Montenegro aus oder führen nur bis zu einem grenznahen Bahnhof. Auch morgen müsse mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden. Auch beim Postbus wird morgen, Mittwoch, gestreikt werden. Ob der Postbus am Donnerstag wieder fahren wird, werde erst am Mittwoch Vormittag entschieden, teilte ein Sprecher mit. Die Postbusbelegschaft protestiert gegen die geplante Teilprivatisierung ihres Unternehmens, die vergangene Woche in Folge eines entsprechenden Regierungsauftrags im Postbus-Aufsichtsrat fixiert worden war. Demnach soll der Postbus-Eigentümer ein Drittel des Unternehmens an Private verkaufen.

"Wegen des Streiks könnten mehr als 1,2 Millionen Menschen festsitzen", sagte eine Sprecherin der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) am Dienstag. Den wirtschaftlichen Schaden pro Streiktag bezifferte sie auf 2,7 Mio. Euro, nicht ausgezahlte Gehälter eingerechnet. Allein die Züge der ÖBB befördern rund 750.000 Passagiere pro Tag. In ihrem Protest gegen die ÖBB-Reform nehme man auch verärgerte Bahnkunden in Kauf, teilte die Gewerkschaft mit. "Dass die Bahnkunden verärgert sein werden, ist logisch", meinte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl. Es stelle sich aber "die Frage, ob es in fünf Jahren überhaupt noch eine Bahn und so sozial verträgliche Tarife wie heute gibt", so der GdE-Chef. So gesehen würden die Eisenbahner auch "für den kleinen Mann kämpfen", sagte der Gewerkschafter.

Bei der am Dienstag vom Ministerrat beschlossenen ÖBB-Reform geht es um zum einen um eine Neuordnung der ÖBB-Strukur. Die ÖBB sollen demnach unter dem Dach einer Holding in mindestens vier Aktiengesellschaften (je eine Personen- und Güterverkehr sowie eine Infrastruktur Betriebs AG und eine Infrastruktur Bau AG) und fünf GmbHs geteilt werden. Gerade die Zweiteilung des Bereichs Infrastruktur wurde heftig kritisiert, zuletzt vom Rechnungshof. Zum anderen will die Regierung in die bestehenden Dienstverträge eingreifen, unter anderem soll der Kündigungsschutz gelockert werden. Außerdem sollen die nach Ansicht der Regierung überzogenen Rechte der Gewerkschaft auf jenes Maß zurückgestutzt werden, wie sie für Betriebsräte in Österreich üblich sind. Die Reform soll am 1. Januar 2004 in Kraft treten. Die Regierung in Wien zeigte sich von der Protestwelle unbeeindruckt. Der Streik sei "kein geeignetes Mittel, um die Regierung zu erpressen", sagte Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach. An den Eckpunkten werde sich dadurch nichts ändern. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erklärte, die Reform sei "absolut lebenswichtig".

Safetram: Crashtests erfolgreich abgeschlossen

BERLIN - Unter Beteiligung der Deutschen Bahn AG, der Bahnindustrie sowie verschiedener europäischer Verkehrsunternehmen fanden jetzt auf dem Versuchsring des polnischen Eisenbahn-Forschungszentrums bei Breslau zwei Schienenfahrzeug-Crashtests statt. Die beiden Fahrzeuge, die bei den Versuchen kontrolliert kollidierten, waren mit neu entwickelten crashfähigen Fahrzeugstrukturen und Modulen ausgestattet. Ziel der Versuche war, die Kollisionssicherheit einer Straßen- sowie einer Regionalstadtbahn zu testen und damit das EU-Projekt "Safetram" abzuschließen. Die Ergebnisse finden Eingang in europaweit gültige Normen für den Bau von kollisionsgesicherten Schienenfahrzeugen.

Die Crashszenarien entsprachen realistischen Unfallsituationen: Im ersten Crash kollidierte die Straßenbahnstruktur frontal mit einem identischen Fahrzeug. Beim zweiten Versuch prallte ein leichter Triebwagen - einer Stadtbahn ähnlich - auf einen 80 Tonnen schweren Güterwagen. "Nach Auswertung der gewonnenen Messergebnisse können wir nachweisen, wie künftig durch konstruktive Merkmale beim Fahrzeugbau Kollisionsfolgen für Triebwagenführer und Fahrgäste deutlich reduziert werden können", sagte Wilfried Wolter, Safetram-Projektleiter der DB Systemtechnik. "Außerdem hat sich bei den Crashtests gezeigt, dass wir durch den Einbau spezieller Module in Neufahrzeuge das gefährliche Aufklettern von Fahrzeugen, was auch Entgleisungen zur Folge hat, verhindern können."

Ziel von "Safetram" ist es, leichte Nahverkehrsfahrzeuge, wie Stadtbahnen, S- und U-Bahnen, künftig noch sicherer zu machen. Das Vorgänger-Projekt "Safetrain", bei dem die Kollisionssicherheit europäischer Eisenbahnfahrzeuge im Mittelpunkt stand, hat bereits dazu geführt, dass die Projektergebnisse in die internationalen Normen zum Bau von kollisionsgesicherten Schienenfahrzeugen aufgenommen wurden. Aufgabe der europäischen Bahnen ist es dabei, die künftigen Anforderungen zur Kollisionssicherheit an die Industrie nachweisfähig zu beschreiben.

Milliardeninvestitionen sollen EU-Wachstum ankurbeln

BRÜSSEL - Mit Milliardeninvestitionen in zunächst 56 Verkehrs-, Forschungs- und Energieprojekte will die EU-Kommission der nur langsam in Fahrt kommenden Konjunktur zusätzlichen Anschub geben. Unter den aufgenommenen Eisenbahnprojekten befindet sich unter anderem die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen dem belgischen Liege (Lüttich) und Köln, an der bereits seit 1996 gebaut wird. Bis 2007 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und dann die Reisezeit zwischen Brüssel und Köln deutlich verkürzen. Die Kosten betragen 1,2 Milliarden Euro. Auf der Liste ist zudem eine Eisenbahnbrücke für Hochgeschwindigkeitszüge über den Rhein, die Straßburg an das deutsche Bahnnetz anbinden soll. Aufgenommen wurde auch der Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Salzburg, der bis 2015 abgeschlossen sein soll, sowie eine Bahnstrecke zwischen Basel und Karlsruhe. Einige Projekte kamen erst am Montag in letzter Minute auf die Liste, nachdem die betroffenen Regierungen einen schnellen Start zugesagt hatten. Dies betrifft die Zugverbindungen zwischen Lyon und Turin sowie zwischen Madrid und Lissabon.

Allianz pro Schiene startet Wettbewerb "Umweltvergleich Schiene"

BERLIN - Zum ersten Mal werden in Deutschland Bahnunternehmen aufgefordert, ihr Umweltengagement zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb "Erster Umweltvergleich Schienenverkehr" will das Schienenbündnis Allianz pro Schiene Bahnbetreiber auszeichnen, die sich im Umweltschutz besonders hervortun. "Die Bahnen dürfen sich nicht auf ihrem Umweltbonus ausruhen. Proaktiver Umweltschutz ist unverzichtbare Voraussetzung, um sich gegenüber Auto und Flugzeug durchzusetzen", erläuterte Norbert Hansen auf der Bahnmesse "rail tec" in Dortmund. Hansen ist der Vorsitzende des Schienenbündnisses, in dem Umweltverbände, Fahrgastorganisationen, Gewerkschaften und Wirtschaftsunternehmen zusammenarbeiten. Hansen: "Die Bahnen sind das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Wir wollen mit unserem Wettbewerb dazu beitragen, dass das auch so bleibt." Insbesondere bei Lärmemissionen gebe es auch im Schienenverkehr Verbesserungspotenziale.

Der Allianz pro Schiene-Vorsitzende betonte, dass Bahnunternehmen, die ihre Umweltemissionen vernachlässigten, ein hohes ökonomisches Risiko eingingen. Er wies auf die Nachbarländer Österreich, Schweiz und Italien hin, in denen es bereits gesetzliche Grenzwerte für Lärmemissionen gebe, und zum Teil sogar Trassenpreissysteme, die Lärmemissionen berücksichtigten. "Auch die EU führt Grenzwerte auf dem interoperablen Netz ein. Die deutschen Bahnunternehmen sollten frühzeitig aktiv werden - sonst wird es teuer", so Hansen. Der Wettbewerb "Umweltvergleich Schienenverkehr" solle deshalb die Bahnbranche anregen, Handlungsspielräume bei der Lärmbekämpfung und anderen Umweltemissionen zu erkennen und zu nutzen. Die besten Beispiele aus der Praxis werden im Herbst 2004 öffentlich prämiert. Hansen: "Der Wettbewerb setzt einen positiven Anreiz, denn die Auszeichnungen lassen sich hervorragend als Marketinginstrument einsetzen." Die unabhängigen Institute SCI Verkehr und ifeu - Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg entwickeln die Bewertungssystematik für den "Umweltvergleich Schienenverkehr", der vom Bundesumweltministerium gefördert wird. "Wir freuen uns, dass Margareta Wolf, Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, den Vorsitz der Jury übernommen hat", sagte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende Hansen.

Siemens und Alstom liefern Signaltechnik an Belgische Staatsbahnen

BRAUNSCHWEIG - Ein Konsortium aus Siemens Transportation Systems (TS) und Alstom hat von der staatlichen belgischen Bahngesellschaft Société nationale des chemins fer belges (SNCB) den Auftrag zur Lieferung von Signaltechnik und zugehörigen Bedienplätzen erhalten. Das Gesamtvolumen des Auftrags liegt bei rund 116 Millionen EUR. Der Siemensanteil beträgt 40 Millionen EUR. Während Alstom Stellwerke vom Typ Smartlock im Wert von 76 Millionen EUR liefert, ist Siemens für die Software, die Bedienplatzausrüstung sowie das Projektmanagement zuständig. Für das Konsortium handelt es sich um einen Folgeauftrag. Dieselbe Technologie ist bereits seit mehreren Jahren im Rahmen eines langfristigen SNCB-Projekts zur Optimierung von Sicherheit und Pünktlichkeit des Zugverkehrs im Einsatz.

Bahnmesse rail#tec 2003 hat begonnen

DORTMUND - In der Dortmunder Westfalenhallen hat am Montag die alle zwei Jahre stattfindende Bahnmesse rail#tec begonnen. Auf gut 18 000 qm Fläche präsentieren sich bis einschließlich Mittwoch 311 Unternehmen aus sieben europäischen Ländern. Damit können die Veranstalter, das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium sowie die Messe Westfalenhallen, ein neuen Ausstellerrekord (plus 17 Prozent gegenüber 2001) verbuchen. Als Leistungsschau für die nordrhein-westfälischen Unternehmen aus bahntechnischer Industrie und Verkehrswirtschaft gestartet, hat sich die rail#tec zu einem europaweiten Forum für Bahnpolitik und Bahntechnik entwickelt. Die Aussteller und Teilnehmer kommen nicht nur aus allen Teilen Deutschlands, sondern aus ganz Europa. Die rail#tec ist bahntechnische Fachmesse und verkehrspolitischer Kongress zugleich. Hier präsentieren die Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen für mehr Mobilität auf der Schiene und diskutieren gemeinsamen mit internationalen Experten Zukunftstrends und Mobilitätskonzepte. Erwartet werden in diesem Jahr rund 10000 Besucher.

In Halle 4 stellt die DB ihre neuesten Entwicklungen vor: Rut (=Rechnerunterstützte Trassenkonstruktion) oder EICIS, die internationale Trassenpreissoftware, sind nur zwei von vielen technischen Innovationen, die dort erlebt werden können. Eine Themeninsel mit Internetanschluss, PCs und Plasmabildschirme, dazu graphische Darstellungen der Systeme und Prospektmaterial machen Lust aufs Studieren. Eine Live-Demo für GSM-R steht im Zentrum des Messeauftrittes der DB Telematik. Die mobile Basisstation, mit der GSM-R live demonstriert wird, ist für die Messe eigens mit neuen Funktionen erweitert worden und sorgt wieder für die gesamte Funkversorgung des Messestandes der DB. Neben den mobilen Endgeräten, den GPHs, OHPs und einem Cab Radio neuester Bauart zeigt das Messeteam der DB Telematik in diesem Jahr auch zwei Festnetzanwendungen: den Fahrdienstleiterstand GeFo und die Überwachung des GSM-Netzbetriebes (OMC-R). Darüber hinaus erklären Produktspezialisten der DB Telematik interessierten Besuchern die gesamt Servicepalette des Unternehmens. Dabei ist das ganz neue Thema "eLogistics" sicherlich das Highlight in dieser Aufzählung der Innovationen. Aber auch die Angebote Call&Bike, DB Carsharing, sowie Ausbildung, Beruf und Karriere, sind Themen, die für eine immer kompletter werdende Bahn sprechen. Dass dabei auch gezeigt wird, was in einigen Jahren zum Selbstverständnis gehören wird, wie das Reisendeninformationssystem – RIS – und das neue Werk Krefeld mit seiner modernen Fahrzeuginstandhaltung , bald auch für die so genannte schwere Instandhaltung der ICE-Flotte, rundet ein weites Spektrum der Bahn-Schau ab.

"SZ": Bahn in Süddeutschland besonders unpünktlich

MÜNCHEN - Die DB hat in diesem Jahr nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ihr selbstgestecktes Ziel, mit immerhin 95 Prozent der Regionalzüge pünktlich unterwegs zu sein, fast durchweg verfehlt. In etlichen Bundesländern habe die DB nur Werte zwischen 80 und 90 Prozent erreicht, hieß es unter Berufung auf interne Unterlagen. Dabei komme es je nach Region zu deutlichen Unterschieden. Während in Niedersachsen in diesem Jahr bis zum August durchschnittlich 90 bis 95 Prozent der Regionalzüge pünktlich gewesen seien, habe die DB in Baden-Württemberg im August mit nur noch 81 Prozent pünktlichen Regionalzügen den schlechtesten Monatswert in ganz Deutschland eingefahren. Auch Bayern (85 Prozent im August), Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nehmen mit teilweise deutlich unter 90 Prozent die hinteren Plätze ein. Vergleichsweise gut schnitten den Angaben zufolge Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 90 Prozent ab. Grund für die Unpünktlichkeit in den Sommermonaten sei vor allem die extreme Hitze gewesen.

Trotz der zahlreichen unpünktlichen Züge wolle die Bahn gegenüber den Fahrgästen im Rahmen der geplanten Entschädigungsregelungen nicht für unpünktliche Regionalbahnen, sondern nur bei verspäteten Fernzügen haften, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" weiter. Zur Begründung führe das Unternehmen an, man sei nicht bereit, für Verspätungen doppelt zu zahlen. Das Unternehmen verweise darauf, dass die Länder als Besteller bereits erhebliche Strafgebühren kassierten, wenn der Nahverkehrs-Fahrplan nicht eingehalten werde. Allein in Bayern sind laut "Süddeutscher Zeitung" in diesem Jahr voraussichtlich 12 bis 15 Millionen Euro Strafe fällig. Das Land Bayern finanziere mit den Geldbußen im Rahmen des Programms "Operation P" (für Pünktlichkeit) etliche Maßnahmen, mit denen Verspätungen künftig vermieden werden sollen, hieß es. In anderen Ländern kämen die Strafgebühren in den allgemeinen Etat für den Bahnverkehr und würden nicht gesondert verwendet.

Bahn arbeitet weiter an Ausbau der BahnCard zur Mobilitätskarte

HAMBURG - Die Bahn arbeitet weiterhin am Ausbau der BahnCard zu einer neuen "Mobilitätskarte", mit der teilweise bereits im nächsten Jahr bei Bussen, U- und Straßenbahnen im Nahverkehr 25 Preisnachlass gewährt werden. Von 2007 an solle die Karte dann als elektronisches Ticket deutschlandweit in möglichst allen öffentlichen Verkehrsmitteln gelten, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf interne Bahn-Papiere. Ein Bahnsprecher sagte zu dem Bericht, konkrete Einzelheiten könnten aber noch nicht genannt werden. Die neue Karte könne jedoch bereits vor dem vom "Spiegel" als Zieltermin genannten Jahr 2007 eingeführt werden, wenn eine Einigung mit den angestrebten Partnern erzielt werde. In den großen Verkehrsunternehmen stießen die Pläne allerdings auf Widerstand, berichtet der "Spiegel" weiter. In einem gemeinsamen Positionspapier forderten die Verkehrsverbünde Oberelbe, Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Nürnberg von der Bahn einen "vollen Ausgleich" für die neuen Rabattpläne; sie befürchten Einbußen durch den angestrebten Rabatt von 25 Prozent im Nahverkehr und wollen "kein Risiko übernehmen". Dem "Spiegel" zufolge ist weiterhin geplant, über eine neue, kostenlose "Bahncard 0" aktionsbezogene Sonderangebote zu offerieren. Die Kundenkarte solle als Kreditkarte genutzt werden können, Autofahrer sollen damit Rabatte beim Tanken und Parken bekommen. Rund zwölf Millionen Kunden sollten bis 2008 gewonnen werden, hieß es in dem Bericht.

Die Bahn startet 2004 mit einer neuen Unternehmenskampagne

BERLIN - Mit einer neuen Unternehmens- und Leistungskampagne will die DB ab Januar 2004 auftreten. "Die Bahn macht mobil" solle dabei der Leitgedanke sein, um die Bahn als führenden Mobilitäts- und Logistikdienstleister Europas zu positionieren, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern befördert täglich über 4,5 Millionen Menschen und setzt dafür Tag für Tag rund 30.000 Züge ein. Das Mobilitätsspektrum reicht mittlerweile jedoch weit über die Schiene hinaus und schließt die Reisekette mit Angeboten wie Reiseportal, Mietwagen, Carsharing bis hin zum Fahrradverleih ein. Daneben verfügt das Unternehmen als einzige Bahn der Welt über ein komplettes Logistik-Angebot auf der Straße, der Schiene, zu Wasser und in der Luft. Die neue Kampagne soll aber auch ein Signal nach innen an die rund 250.000 Mitarbeiter des Konzerns setzen, die den Kurs der Modernisierung konsequent weiterverfolgen – immer mit dem Ziel, die "beste Bahn" für die Kunden zu werden. Leitagentur der Deutschen Bahn wird Ogilvy & Mather Frankfurt sein, die in den nächsten Wochen den Kampagnenstart vorbereitet.

Witterungsbedingte Fahrplananpassungen in NRW

DÜSSELDORF (AFP/eig. Bericht) - Wegen Herbstlaubs auf den Gleisen müssen Bahnfahrer in Nordrhein-Westfalen seit Tagen erhebliche Zug-Verspätungen in Kauf nehmen. Bei nasser Witterung bildeten die Blätter auf den Schienen einen gefährlich glatten Schmierfilm, erklärte ein Bahn-Sprecher am Freitag in Düsseldorf: "Für die Bahn sind das extreme Witterungsverhältnisse." Da die Züge unter diesen Umständen langsamer beschleunigten bzw. verzögerten, müssten sie deshalb aus Sicherheitsgründen langsamer fahren. Der Sprecher bestätigte zugleich einen Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blattes" (Freitagsausgabe), wonach seit Montag nur noch 56 Prozent aller Züge in NRW pünktlich ankamen. Allein in Nordrhein-Westfalen hätten die Züge 10.000 Verspätungsminuten angesammelt.

Zur Reduzierung der Verspätungen werden die Fahrpläne zweier RB-Linien vorübergehend geändert. So verkehrt RB 33 Aachen - Mönchengladbach - Duisburg - Wesel nicht mehr durchgehend zwischen Aachen und Duisburg/Wesel, sondern wird in Mönchengladbach geteilt. Zwischen Aachen und Mönchengladbach werden Dieseltriebzüge der Euregiobahn (VT643.2) eingesetzt. Zwischen Mönchengladbach und Duisburg/Wesel verkehren weiterhin die bekannten Elektrotriebwagen der Baureihe ET 425. Fahrgäste, die aus beiden Richtungen über Mönchengladbach hinausfahren, steigen hier um oder benutzen die RegionalExpress Linie RE 4 Aachen - Mönchengladbach - Düsseldorf - Wuppertal - Hagen - Dortmund als durchgehende Verbindung. Auf der RegionalExpress Linie RE 3 Düsseldorf - Gelsenkirchen - Dortmund - Hamm werden die Elektrotriebwagen ET 425 vorübergehend durch lokbespannte Züge mit fünf Wagen ersetzt. Für den westfälischen Raum würden ebenfalls Anpassungen geprüft, teilte die DB mit. Über konkrete Änderungen würden die Fahrgäste zeitnah informiert.

DB: Kooperation mit Logistiker Hellmann

BERLIN - Die DB hat mit dem Logistikkonzern Hellmann eine Kooperation im Güterverkehr geschlossen. Die Vereinbarung sehe vor, dass Hellmann über die Straße Güter zu den Bahn-Endpunkten bringt und sie nach dem Transport auf der Schiene dort wieder abholt, teilten die Konzerne am Freitag in Berlin mit. In einem ersten Schritt werden ab 12. Januar 2004 zunächst die Hellmann-Niederlassungen in Osnabrück, Bremen, Hannover und Hamburg im Nachtsprung mit den Standorten Frankfurt und Nürnberg verknüpft. Dadurch sollen jede Nacht rund 100 Lkw-Fernfahrten auf die Schiene verlagert werden. Finanziell mit 2,2 Mio Euro gefördert wird die bis Mitte 2005 laufende Entwicklung vom sogenannten SystemCargo durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bevor die Kooperation perfekt war, mussten einige Probleme gelöst werden. Speditionelle Systemverkehre wie Paketdienst, Sammel- und Stückgut müssen im Nachtsprung ohne große zeitliche Spielräume befördert werden. Dazu war der kombinierte Verkehr in der Vergangenheit nicht flexibel genug, weswegen die zeitsensiblen Sammelladungsverkehre in Deutschland bislang fast ausschließlich über die Straße geführt wurden. "Die Herausforderung bestand darin, durch Kombination und Verknüpfung von Teilzugeinheiten ein System aufzubauen, das auf die spezifischen logistischen Anforderungen dieses Marktsegments zugeschnitten ist", betonte Dr. Bernd Malmström, Vorstand Transport und Logistik und Vorstandsvorsitzender der Stinnes AG am Freitag. Zum Einsatz kommen bis zu 140 km/h schnelle Güterzüge. Darüber hinaus sollen ein ausgetüfteltes System in Hannover, kurze Umschlagzeiten und genaue Planung der gesamten Transportprozesse dafür sorgen, dass die geforderten Zeitfenster eingehalten werden können. Ein begleitendes Qualitätsmanagement soll die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Transportkette unterstützen.

Bahn-Fernverkehr weiter in roten Zahlen

BERLIN - Trotz des geänderten Preissystems und massiver Investitions-Kürzungen hat die DB im Fernverkehr nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" keine Wende geschafft. Zwar seien die Zahlen zwischen Juli und September etwas besser aus als in den vorigen Monaten ausgefallen, allerdings sei wegen der Urlaubszeit das dritte Quartal im Fernverkehr traditionell auch stärker. Der Betriebsverlust sei im dritten Quartal zwar weiter gestiegen, sei aber mit gut 100 Millionen Euro nicht mehr ganz so stark wie in den Quartalen zuvor. Die Verkehrsleistungen, also die Zahl der Passagiere und die von ihnen zurückgelegten Kilometer, lägen weiter um fast 6 Prozent unter dem Vorjahr und gut 17 Prozent unter Plan. Dennoch habe es auch hier eine leichte Besserung gegenüber den Vormonaten gegeben. Unter Berufung auf ein internes Bahn-Papier hieß es, der Betriebsverlust nach Zinsen werde sich in diesem Jahr bis Ende September auf 368 Millionen Euro summieren. Im Vorjahr war noch ein Gewinn von fast 100 Millionen Euro erzielt worden. Auch die Planvorgaben sahen ein Plus vor. Die Bahn wollte die Zahlen nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte lediglich, die Bahn sei mit dem Trend nach der Änderung des Preissystems zufrieden. Die wiedereingeführte BahnCard 50 verkaufe sich "sehr gut".

Flughafenbahnhof Zürich nach Kurzschluss evakuiert

ZÜRICH - Nach einem Kurzschluss ist am Freitag Mittag der Flughafenbahnhof Zürich evakuiert worden. Der Kurzschluss hatte sich kurz vor 13 Uhr in einem 15-Kilovolt-Hochspannungskabel ereignet, das in einem Kabelschacht entlang der Gleisanlagen verlegt ist. Darauf kam es zu einer starken Rauchentwicklung. Verletzt wurde niemand. Betroffen waren durch den Stromausfall insgesamt fünf Schnell- und S-Bahnzüge: zwei befanden sich im Flughafenbahnhof, drei weitere in den Tunnels auf den Strecken Zürich Flughafen–Oerlikon und Zürich Flughafen–Bassersdorf. Die Reisenden des letzten blockierten Zuges konnten mit dem Lösch- und Rettungszug kurz nach 14.30 Uhr abgeschleppt werden. Als Folge des Kurzschlusses blieb die Stromversorgung im Flughafenbahnhof ab 12.50 für mehrere Stunden unterbrochen. Infolge des nicht mehr befahrbaren Flughafenbahnhofs kam es zu weit reichenden Störung im Bahnverkehr im Großraum Zürich und zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten. Alle Schnell-, Intercity- und Interregio-Züge von Zürich nach Winterthur mussten umgeleitet werden, wie die SBB mitteilten. Es wurden Ersatzbusse eingesetzt. Am späten Nachmittag normalisierte sich der Bahnbetrieb.

Nach Schlafwagen-Brand: Haftbefehl gegen Zugbegleiter

NANCY - Die französische Justiz hat nach dem Brand in einem Schlafwagen am 6. November 2002 gegen den deutschen Zugbegleiter internationalen Haftbefehl erlassen. Dem Zugbegleiter werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, teilte der Anwalt der französischen Staatsbahn SNCF mit. Bei dem Brand in einem Waggon der DB waren bei Nancy zwölf Menschen gestorben. Im Juli war der Zugbegleiter einer Vorladung des zuständigen französischen Untersuchungsrichters nicht nachgekommen. Damals berief er sich nach Angaben aus Justizkreisen auf sein Schweigerecht und ließ wissen, er werde nicht gegenüber der französischen Justiz aussagen. Die DB wollte sich zu dem Haftbefehl nicht äußern. Vor Ende der Ermittlungen werde die Bahn nichts sagen, sagte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt am Main. Er wollte auch keine Angaben über die derzeitige Tätigkeit des Schaffners machen.

Einem Expertenbericht zufolge wurde das Feuer in dem Waggon durch eine eingeschaltete Kochplatte im Abteil des Zugbegleiters ausgelöst. Offenbar gerieten Kleidungsstücke in Brand, die direkt daneben hingen. Nach Aussagen von Zeugen hatte der Schaffner zu diesem Zeitpunkt den Schlafwagen verlassen und befand sich in einem benachbarten Liegewagen der SNCF. Bei einer ersten Vernehmung unmittelbar nach dem Unglück hatte er dem SNCF-Anwalt zufolge gesagt, er habe den französischen Zugbegleiter benachrichtigen wollen. In einem technischen Untersuchungsbericht des Pariser Verkehrsministeriums wurde eine "beeindruckende Zahl" von technischen Mängeln und Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften festgestellt. So konnten die Abteile entgegen den Vorschriften von innen verriegelt werden. In dem Waggon gab es nur einen Feuerlöscher und nicht wie vorgeschrieben zwei. Außerdem waren die Hämmer zum Einbrechen der Fensterscheiben nicht leicht zu finden.

SBB: Doppelte Bremskontrolle nach Zugunglück in Zürich-Oerlikon

BERN - Die SBB schreibt nach einem Bericht des Zürcher "Tages-Anzeiger" als Konsequenz aus dem Zugunglück in Zürich-Oerlikon zusätzliche Bremskontrollen vor der Abfahrt jedes Zuges vor. Dies geschehe "ohne Rücksicht auf den Fahrplan", denn Sicherheit gehe vor Pünktlichkeit, sagte SBB-Sprecher Roland Binz der Zeitung. Fahrdienstlich ausgebildetes Personal müsse jeweils am hintersten Wagen des zur Abfahrt bereiten Zuges den Bremshahn öffnen und kontrollieren, ob Luft ausströmt und die Bremsen angezogen werden. Als weitere Maßnahme wurden nach Informationen des "Tages-Anzeigers" die Vorschriften zum elektronischen Zugsicherungssystem ZUB verschärft: Wenn ein ZUB-Gerät, das beim Überfahren eines Rotlichts einen Notstopp auslöse, defekt sei, müsse der Lokomotivführer von einem Kollegen begleitet werden. Stehe kein Begleiter zur Verfügung, falle der Zug aus. Zum Unglück vom 24. Oktober im Bahnhof Zürich-Oerlikon mit einer Toten und über 60 Verletzen war es gekommen, weil wegen offener Bremshähne die hinteren Wagen nicht gebremst werden konnten.

Bahnindustrie setzt verstärkt auf Export

DÜSSELDORF - Die deutsche Bahnindustrie setzt nach einem Bericht des "Handelsblatts" immer stärker auf den Export. Möglicherweise ausfallende Aufträge durch die DB könnten zum Teil durch den Export kompensiert werden, sagte Michael Clausecker, Geschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), dem "Handelsblatt". Besonders erfolgreich im Ausland ist dem Bericht zufolge Siemens Transportation, das 70 Prozent des Bahntechnikgeschäfts mit 4,4 Mrd. Euro Umsatz im letzten Jahr bereits im Ausland abwickelt. Vor allem in England konnte sich der Bahntechnikkonzern in den letzten Jahren zahlreiche Aufträge sichern. Einstieg war der "Heathrow Express" mit 14 Triebzügen für die komfortable Verbindung zwischen dem Londoner Flughafen und der City. Dem folgten größere Aufträge über Nahverkehrs- und Intercitytriebzüge. Vielfach liefert der Konzern dabei nicht nur die Fahrzeuge, sondern übernimmt auch den technischen Service.

Auch der Wettbewerber Alstom verkaufe die bei seinem Waggonbauer Alstom LHB in Salzgitter gebauten Züge zu 60 Prozent ins Ausland, hieß es in dem "Handelsblatt"-Berichts weiter. Alstom LHB erschloss sich in den letzten Jahren verstärkt den skandinavischen Markt. Neben einem seit 1996 laufenden Großauftrag über 120 S-Bahn-Züge für Kopenhagen, an dem Siemens als Juniorpartner beteiligt ist, freut sich Geschäftsführer Jabs über zwei Großaufträge in Schweden. Branchenführer Bombardier Transportation erzielt ein Drittel des Umsatzes der deutschen Werke – insgesamt 1,9 Mrd. Euro – mit Exporten. Der Hersteller exportiert laut "Handelsblatt" Elektroloks weltweit und ostdeutsche Doppelstockwagen u. a. nach Israel. Doch auch im Inland schwinde die Abhängigkeit vom Kunden DB, betonte ein Sprecher: "Die DB ist nur noch zu einem Drittel an unserem Geschäft beteiligt. Ein weiteres Drittel des Deutschlandumsatzes machen wir bereits mit der wachsenden Zahl der regionalen und privaten Bahnbetreiber, die neben der DB antreten."

Unterdessen erwartet die Vossloh AG für den weltweiten Bahnmarkt in den kommenden fünf Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr. Das gegenwärtige Volumen liege bei 56,7 Milliarden Euro, sagte Vorstandsvorsitzender Burckhard Schuchmann bei der Vorstellung der Studie "Weltmarkt Bahn", die das Unternehmen in Auftrag gegeben hatte. Die Branche werde langfristig über zehn bis zwanzig Jahre ein kontinuierliches Wachstum aufweisen, prophezeite Schuchmann. Dabei bleibe Westeuropa der bedeutendste Markt für die bahntechnische Industrie. Die "interessantesten Perspektiven" böten die Regionen Mittelost- und Südeuropa sowie die GUS . Nach dem das Bahnwesen zwischen Anfang und Mitte der neunziger Jahre einen massiven Einbruch erlitten habe, seien vor allem in den Beitrittsländern erste Erholungstendenzen sichtbar. Die Finanzknappheit dort habe dafür gesorgt, dass in den neunziger Jahren kaum in die Bahn investiert worden sei. Trotz fehlender Mittel seien aber Investitionen dringend erforderlich. Hier könnten EU-Mittel, die noch bis 2007 nach Spanien und andere südeuropäische Staaten fließen, umgeschichtet werden.

Vossloh, ein mittelständisches Unternehmen, ist zurzeit mit einem Jahresumsatz von einer Milliarde Euro und 140 hergestellten Einheiten Marktführer im Diesellokbau in Europa. Es hat laut Schuchmann die Studie in Auftrag gegeben, um zu klären, wie und wo die Chancen für die Zukunft sind. Die Studie ergab, dass sich die Märkte unterschiedlich aufteilen: Zwar ist in Asien ein großer Markt im Entstehen; er greift aber nur bei Hochtechnologien auf europäische Angebote zurück. In Nordamerika gilt Vergleichbares für den Personenverkehr, der erheblichen Nachholbedarf hat. Schuchmann sagte: "Die nageln heute noch nach Wildwest-Methode." In Westeuropa ist das Wachstum zwar am Bestand gemessen relativ gering, in absoluten Zahlen weltweit am höchsten.

Grundsteinlegung für das Hallendach des Kieler Hauptbahnhofs

KIEL - Im Kieler Hauptbahnhof ist am Dienstag der Grundstein für das neue Hallendach gelegt worden. Ein Kupferrohr mit einer Tageszeitung und Euro-Münzen wurde in einen Betonstein eingelassen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 35 Millionen Euro errichtet die DB das gesamte Hallendach des Kieler Hauptbahnhofs neu. Dazu werden seit Dienstag Abend die Stahlkonstruktionen der Hallenschiffe zwei und drei abgetragen und anschließend durch ein neues Hallendach ersetzt. In Abstimmung mit der Stadt Kiel wird bis zum Herbst 2005 ein Nachbau der historischen Hallenform entstehen. Die so genannte Dachhaut des gesamten Hallendaches sowie die Stahlkonstruktion des Hallenschiffes eins wurden bereits im Sommer 2003 entfernt. Das Hallendach besteht aus drei Tonnendächern und überspannt mit einer Gesamtlänge von 120 Metern und einer Breite von 54 Metern die sechs Gleise und den Querbahnsteig. Das Dach wurde 1899 erbaut und hat eine Höhe von 17 Metern.

Die Empfangshalle des Bahnhofs mit dem neuen Vordach im Eingangsbereich der Raiffeisenstraße ist komplett fertig. Reisende und Besucher erreichen das Erdgeschoss von der Empfangshalle aus mit einer neuen Fahrtreppe sowie über die feste Treppe. Die Außenfassade des Bahnhofs ist wieder hergestellt. Zum Bahnhofsvorplatz auf der Hafenseite steht Reisenden und Besuchern das "Kaiserportal" als Ein- und Ausgang zur Verfügung. Rund 24.000 Reisende und Besucher nutzen pro Tag den Kieler Hauptbahnhof. Täglich starten und enden im Bahnhof rund 240 Fern- und Nahverkehrszüge.

Bald Entschädigungs-Anspruch bei Verspätungen?

STUTTGART - Bahnreisende bekommen einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge ab 1. Oktober 2004 an einen Rechtsanspruch auf Entschädigung bei Zugverspätungen. Dies solle in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Bahn festgeschrieben werden und damit notfalls einklagbar sein. Die Neuregelung werde die bisherigen Kulanzverfahren ablösen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Bahn-Sprecher. Nach unbestätigten Informationen des Blattes sollen Kunden ein Fünftel des Fahrpreises erstattet bekommen, wenn der Zug mehr als 30 Minuten später ankommt. Bei größeren Verspätungen könne bis 50 Prozent erstattet werden. Die DB gehöre damit zu den ersten Verkehrsunternehmen weltweit, die einen solcher Rechtsanspruch festschreiben, zitierte die Zeitung einen Sprecher des Bundesverband der Verbraucherzentralen (Vzbv).

VT 612 künftig als IC zwischen Nürnberg und Dresden unterwegs

NÜRNBERG – Wie schon mehrfach berichtet will die DB auf der Franken-Sachsen-Magistrale dauerhaft keine Diesel-ICE-Züge mehr einsetzen und setzt stattdessen auf Nahverkehrstriebzüge der Baureihe 612, die dank ihrer Neigetechnik ebenfalls die für die ICE-Züge vorgesehenen Fahrzeiten halten können. Einige Details zum künftigen Fernverkehrseinsatz der "RegioSwinger" nannte Karl-Friedrich Rausch jetzt in den "Nürnberger Nachrichten". Der DB-Personenverkehrsvorstand bestätigte der Zeitung beispielsweise, die Züge würden in den Produktfarben des Fernverkehrs, Weiß mit rotem Streifen, umlackiert. Geänderte Sitzeinteilung und ein Catering-Abteil seien ebenso Bestandteil des ICE-Ersatzangebots, wie ein eigener Fahrpreis für die Strecke Nürnberg-Hof-Chemnitz-Dresden. Details sollten in Kürze veröffentlicht werden. Rausch betonte, die DB hoffe mit diesen Maßnahmen die DB Fahrgäste wieder zu gewinnen, die sie durch den ICE-Einsatz verloren habe.

Widerstand gegen höhere Preise im Nahverkehr der Bahn

BERLIN - Die DB ist mit ihrer geplanten Preiserhöhung im Nahverkehr bei fünf Bundesländern auf Widerstand gestoßen. Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hätten die Erhöhung um 4,1 Prozent abgelehnt, sagte ein Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt, das als Genehmigungsbehörde fungiert. Die anderen Länder hätten keine Einwände erhoben. Die Bahn legte dem Sprecher des Regierungspräsidiums zufolge bereits Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid ein. Gemäß des Allgemeinen Eisenbahngesetzes sei damit nun das Bundesverkehrsministerium am Zuge. Gelinge es dem Ressort, Einvernehmen herzustellen, müsse der Antrag durch die Behörde genehmigt werden, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums. Geschehe dies nicht, müsse er abgelehnt werden. Beteiligte gingen allerdings davon aus, dass es dazu nicht kommt. Denkbar wäre demnach etwa auch, dass die Erhöhung geringer ausfällt als von der Bahn gefordert.

Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) kündigte an, die Entscheidung voraussichtlich "in wenigen Tagen" erfolgen, vermutlich Anfang nächster Woche. Die Bahn rechtfertigte die Preiserhöhungen, die zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember in Kraft treten sollen, mit Kostensteigerungen bei Personal und Energie und verwies zudem darauf, dass die Preise nun seit zwei Jahren stabil geblieben seien. Betroffen von der Erhöhung wären Millionen Pendler, Schüler und andere Fahrgäste des Unternehmens. Ein Bahn-Sprecher zeigte sich weiter zuversichtlich, dass die Anhebung genehmigt wird. Auch terminlich gebe es aus heutiger Sicht keine Probleme. "Dass wir noch im Zeitplan sind, ist klar."

Bahn-Finanzchef hält Medien Nazimethoden vor

BERLIN - Der Finanzvorstand der DB, Diethelm Sack, hat sich nach einer Serie von kritischen Berichten offenbar über journalistische Methoden wie zur Nazi-Zeit beklagt. "Mit journalistischen Methoden der dreißiger Jahre werden dem Vorstand zweifelhafte oder gar kriminelle Handlungen angedichtet", zitierte "Spiegel Online" aus einem Schreiben des Finanzchefs, das mit seiner Unterschrift im Intranet der Bahn zu lesen war. In dem Brief werde auch die Frage gestellt, ob "in manchen Redaktionsstuben jetzt die Hetze als Ersatz für sachliche Argumente" gelte, hieß es. Die Bahn sei "noch nie in den Medien objektiv behandelt" worden. Zugleich enthält der Brief die Klage über "so genannte Journalisten", denen die "professionelle und menschliche Qualifikation fehlt". Anlass für den Wutausbruch von Sack waren einige kritische Berichte der Wirtschaftspresse über die Bilanzpolitik und das Controlling der Bahn. Mit ihren Artikeln, schreibt Sack, würden die Magazine "Capital", "manager magazin" und "Wirtschaftswoche" Rufmord betreiben.

Mittlerweile sind die Nazi-Anspielungen aus dem Brief verschwunden. Sack erklärte in Berlin, das Schreiben sei von ihm nie autorisiert und auch nie unterschrieben worden. Der Text sei durch ein "bedauerliches Versehen" mit seiner Faksimile-Unterschrift versehen und ins interne Netz der Bahn gestellt worden. "Es liegt mir fern, irgendeinen Pressevertreter journalistischer Praktiken zu bezichtigen die auch nur ansatzweise mit denen der 30er Jahre zu vergleichen sind", betonte der 55-jährige Manager. Der Vergleich der Berichterstattung über die DB mit der Hetze im Dritten Reich löste Empörung aus. Der Verkehrsexperte der FDP-Bundestagsfraktion Horst Friedrich verlangte inzwischen den Rücktritt des Bahn-Finanzvorstands. "Der Nazi-Vergleich ist ein unentschuldbarer Ausraster. Sack müsste eigentlich zurücktreten", sagte Friedrich. Diethelm Sack ist seit Gründung der DB AG 1994 in der Unternehmensführung als Finanzvorstand tätig. Zuvor arbeitete er in derselben Funktion bei der Bundesbahn.

Kein Chaos durch Bahnstreik in Österreich

WIEN - In Österreich ist ein zwölfstündiger Warnstreik der Eisenbahner ohne das befürchtete Verkehrschaos zu Ende gegangen. Offenbar hatten sich die meisten Pendler auf den angekündigten Ausstand vorbereitet. Viele fuhren früher in die Arbeit oder nahmen sich einen Tag frei. Auch die Auswirkungen auf den internationalen Schienenverkehr waren nach Darstellung von Sprechern der DB äußerst gering. Nur in wenigen Fällen seien Züge mit ein bis zwei Stunden Verspätung aus Österreich gekommen. Von Mitternacht bis 12.00 Uhr hatten im ganzen Land mehr als 4.000 Züge still gestanden, 700000 Fahrgäste waren von dem Ausstand betroffen. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder weitgehend normalisiert. Die Streikbeteiligung der österreichischen Bahnangestellten war nach Gewerkschaftsangaben lückenlos. Die Fronten zwischen den Eisenbahnern und der rechtskonservativen Regierung wegen der geplanten Bahnreform blieben auch nach dem Streik verhärtet. "Wahrscheinlich wird eine Erweiterung der Streiktätigkeit erforderlich sein", kündigte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, an.

Die Gewerkschaften protestierten mit dem Streik gegen Reformpläne der Regierung, wonach die staatliche Bahn in vier Einzelgesellschaften aufgeteilt werden soll. Sie vermuten darin eine Vorstufe zur späteren Privatisierung. Die Beschäftigten sollen auch ein neues Dienstrecht erhalten, durch das unter anderem automatische Gehaltssteigerungen entfallen und der Kündigungsschutz gelockert würde. Anfang Oktober waren die Gespräche zwischen der Gewerkschaft und der Regierung gescheitert. Mit den Reformen will die Regierung die Bahn auf den freien Wettbewerb vorbereiten.

Renault Traffic Design Award: Sonderpreis für Flughafenbahnhof Frankfurt

BERLIN - Herausragende Beispiele gelungener Verkehrsarchitektur wurden am 3. November 2003 in Berlin mit dem Renault Traffic Design Award ausgezeichnet. Der Flughafen-Fernbahnhof Frankfurt am Main erhielt den "Sonderpreis Bahnhöfe". Die Jury zeigte sich vor allem von seinem lichtdurchfluteten futuristischen Bau beeindruckt. Der wichtige Knotenpunkt zwischen Bahn und Flugzeug wird von einer 145 Meter langen und bis zu 14 Meter breiten ellipsenförmigen Glaskuppel überspannt. Unter der knapp 700 Meter langen Betonplatte befinden sich die beiden Bahnsteige. Fensterfronten entlang der Bahnsteige versorgen den Bahnhof mit Tageslicht und schützen die Reisenden vor der Witterung. Bahnchef Hartmut Mehdorn überreichte den Design-Preis in Anwesenheit von Jacques Rivoal, Vorstandsvorsitzender Renault Nissan Deutschland AG und Patrick le Quément, Bereichsvorstand Design Industrial Renault SA, Paris, an die Architekten Bothe, Richter, Teherani BDA.

Die Bahnhöfe Mainz Hauptbahnhof und Oberstdorf erhielten Anerkennungen für ihr zukunftsweisendes Konzept bei der Gestaltung des öffentlichen Raums. Ausschlaggebend bei der Preisvergabe waren neben innovativer Architektur, Design und Funktionalität der Bahnhöfe auch die Verkehrsanbindung, die Parkkonzepte, die Serviceleistungen und die Umweltverträglichkeit. Bereits im vergangenen Jahr hatte die S-Bahn-Station Hannover Flughafen für die beispielhafte Umsetzung von Lichtarchitektur den Renault Traffic Design Award 2002 erhalten.

Startschuss für Regio-S-Bahn

LÖRRACH - Mit einem symbolischen Spatenstich in Lörrach-Stetten haben am Montag die Arbeiten für den Ausbau der beiden eingleisigen, elektrifizierten Strecken Basel - Zell im Wiesental und Weil am Rhein - Lörrach begonnen. Die wichtigste Umbaumaßnahme für die Regio-S-Bahn ist der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Lörrach-Stetten und Haagen. Dadurch kann künftig auf dem nachfragestärksten Abschnitt zwischen Lörrach-Stetten und Steinen im Viertelstundentakt gefahren werden. Für den zweigleisigen Ausbau sind umfangreiche Arbeiten im Nordkopf von Lörrach Güterbahnhof notwendig, außerdem ist in den Sommerferien 2004 eine Sperrung der Strecke zwischen Lörrach und Zell im Wiesental erforderlich.

Neben der Anpassung von Gleisanlagen werden auch alle Haltepunkte erneuert und modernisiert. Die Bahnsteige entlang der beiden Strecken werden auf eine Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante ausgebaut. Dies ermöglicht den Reisenden künftigt einen bequemen und niveaugleichen Wechsel zwischen Bahnsteig und den Zügen. Die Bahnsteige selbst erhalten eine moderne Ausstattung mit windgeschützten Wartebereichen, Sitzbänken und Informationsvitrinen. Das Ganze wird komplettiert durch eine helle Beleuchtung, Lautsprecher und ein Wegeleitsystem sowie Fahrkartenautomaten und Entwerter. Ein Blindenleitsystem unterstützt sehbehinderte Reisende bei ihrem Weg zu den Bahnsteigen und zu den Zügen.

Parallel zu den genannten Infrastrukturmaßnahmen für die Regio-S-Bahn baut die Bahn ein elektronisches Stellwerk (ESTW) in Lörrach, von dem aus der Fahrdienstleiter künftig den gesamten Zugverkehr im Wiesental steuert. Das neue ESTW ersetzt auf den zusammen rund 30 Kilometer langen Strecken zwischen Riehen und Zell im Wiesental sowie Weil am Rhein und Lörrach das aus dem Jahr 1965 stammende elektromechanische Stellwerk in Schopfheim sowie fünf mechanische Stellwerke in Lörrach, Haagen, Steinen und Maulburg aus den Jahren 1908 bis 1920. Darüber hinaus werden zahlreiche Bahnübergänge den aktuellen verkehrlichen und technischen Anforderungen angepasst. Nach heutiger Planung kann nach Fertigstellung des neuen ESTW ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2004 der Viertelstundentakt Lörrach-Stetten – Steinen aufgenommen werden.

Die Kosten des Projekts Regio-S-Bahn - rund 26 Mio. Euro - werden durch das Land Baden-Württemberg aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes sowie durch den Zweckverband Regio-S-Bahn (ZRL) finanziert, die Kosten für die Planung trägt die Bahn. Die Bahn selbst investiert in das neue ESTW Lörrach weitere rund 18 Mio. Euro; für die Erneuerung, Modernisierung und Anpassung von Bahnübergängen sind darüber hinaus zusätzliche 6 Mio. Euro erforderlich, die sich die Bahn und die Straßenbaulastträger teilen.

Keine Bevorzugung mehr für Bahntöchter bei netzzugangsrelevanten Leistungen

BONN - Die DB darf künftig nicht mehr konzerneigenen Gesellschaften für netzzugangsrelevante Informationen und Dienstleistungen günstigere Preise berechnen als nicht-konzerneigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Wie das Eisenbahnbundesamt (EBA) am Montag mitteilte, habe die DB auf einen entsprechenden Bescheid vom 26.09.2003 keine Rechtsmittel eingelegt. Damit sei die Maßnahme bestandskräftig. Wie es weiter hieß, gebe die zum DB-Konzern gehörende DB Netz AG für bestimmte Leistungen ein sogenanntes Artikelverzeichnis heraus, in dem die Preise für bestimmte netzzugangsrelevante Dienstleistungen, wie Signalbücher, Fahrdienstvorschriften, Handbücher und Verzeichnisse festgelegt werden. Nach Ermittlungen des EBA habe die DB Netz AG von Eisenbahnverkehrsunternehmen, die nicht zum DB-Konzern gehören, hierfür ein um zum Teil mehr als 100 Prozent höheres Entgelt als von den konzerneigenen Unternehmen verlangt. Das EBA, das als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde des Bundes für die Eisenbahnen u.a. die Sicherstellung des diskriminierungsfreien Netzzugangs überwacht, hatte dies als einen Verstoß gegen das Recht auf diskriminierungsfreie Benutzung der öffentlichen Eisenbahninfrastruktur bewertet.

Sanierungsarbeiten zwischen Mainz und Koblenz planmäßig beendet

FRANKFURT/Main - Planmäßig sind am gestrigen Montag um 5 Uhr die Sanierungsarbeiten an der linken Reinstrecke zwischen Mainz und Koblenz abgeschlossen worden. Damit fahren auf dieser Strecke die Züge wieder fahrplanmäßig, wie vor Beginn der Bauarbeiten am 6. Oktober. In den vergangenen vier Wochen wurden insgesamt 48 Einzelmaßnahmen durchgeführt. Es wurden 14 Kilometer neue Schienen und fast 12.000 Schwellen verlegt, 37 Weichen wurden ausgetauscht, 20.000 Tonnen Schotter neu aufgeschüttet. Würde man die 2.400 Güterwagen die dazu nötig waren aneinander reihen, so bekäme man einen Zug von 36 Kilometer Länge. Die Bahn betonte, durch die Sperrung sei es nur zu geringen Beeinträchtigungen gekommen, was vor allem an der umfangreichen Informationskampagne und an den Schienenersatzverkehren gelegen habe.

Die linke Rheinstrecke wurde, wie keine andere Strecke Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten beansprucht. Der eingetretene Verschleiß machte es notwenig, die Strecke grundlegend zu sanieren. Immer wieder kam es in der letzten Zeit durch akuten Reparaturbedarf zu kurzfristigen Behinderungen. Von den Instandsetzungsmaßnahmen verspricht sich die DB eine maßgebliche Verbesserung von Reisequalität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge auf der linken Rheinstrecke. Um die Behinderungen für die Reisenden möglichst gering zu halten, wurden die Bauarbeiten zeitlich konzentriert und mit ehrgeizigem Terminplan durchgeführt. Die Sanierung der linken Rheinstrecke kostet 80 Millionen Euro. Insgesamt wurden und werden dort 100 Kilometer Gleise verlegt, 165.000 Schwellen ausgetauscht, 80 Weichen umgebaut und die Leit- und Sicherungstechnik teilweise erneuert. Die Arbeiten dauern zwischen Koblenz und Köln noch bis zum 28. November an.

Lange Leitung beim Bahn-Beschwerdemanagement

BERLIN - Die DB hat ihre Probleme mit dem Beschwerdemanagement nach Ansicht der Schlichtungsstelle Nahverkehr der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen noch nicht gelöst. Wie es in einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" unter Berufung auf eine Untersuchung der Organisation hieß, habe bei Stichproben im Sommer in rund der Hälfte aller Beschwerden die Bearbeitung mindestens drei Wochen gedauert. Wenn es um Probleme mit einem erhöhten Fahrpreis ging, mussten die Kunden demnach sogar "zwischen 59 Tagen und mehr als zwei Jahren" auf eine Reaktion warten. Kritisiert wurde laut "Spiegel" ferner, dass sich fast drei Viertel aller Antwortschreiben "ausschließlich aus Textbausteinen" zusammensetze. In diesen Briefen finde sich "kein persönlicher Satz an den Verbraucher", auf das konkret geschilderte Ärgernis werde oft nicht Bezug genommen. Die Hoffnung, durch die Beschwerde vielleicht eine Veränderung herbeizuführen, werde so "zunichte gemacht". Die Texte zeichneten sich oftmals auch "durch schwer verständliche Formulierungen aus". Ein Unternehmenssprecher sagte laut "Spiegel", die Bahn habe bei den Antwortzeiten inzwischen "gute Standards" erreicht. Derzeit sei ein Redaktionsteam dabei, die "manchmal etwas bürokratischen Textbausteine" zu verbessern.

NVAG bleibt im Kern erhalten

NIEBÜLL - Trotz formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die in finanzielle Turbulenzen geratenen Nordfriesischen Verkehrsbetriebe (NVAG) am 1. November wird der Betrieb des Niebüller Verkehrunternehmens mit seinen Kernbereichen nach einem Bericht der "Husumer Nachrichten" fortgeführt. Nach einem vom Insolvenzverwalter Wolfgang Folger erstellten Gutachten würden der Bus-, der Eisenbahnpersonenverkehr zwischen Niebüll und Dagebüll und auch der Güterverkehr in Schleswig-Holstein nahtlos fortgeführt, hieß es. Für die Kunden des Unternehmens sollten keine Änderungen eintreten und fast alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, schrieben die "Husumer Nachrichten" weiter. Der Bahnbetrieb solle ab 1. Januar 2004 unter Führung eines Konsortiums bestehend aus der NEG (Norddeutsche Eisenbahn Gesellschaft), der Connex-Tochter NOB (Nord-Ostsee-Bahn) und des Dagebüller Unternehmen Schmidt Busreisen, das bereits jetzt Anteile an der NVAG hält, fortgeführt werden. Die Verantwortung für den Betrieb werde bei der NEG, hinter der die Luxemburgische Staatsbahn steht, liegen.

Wirtschaftsprüfer: "Capital"-Vorwürfe gegen Bahn sind falsch

BERLIN - Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Deutsche Revision hat klar gestellt, dass die in einem Bericht der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Capital" enthaltenen Aussagen über einen vertraulichen Vermerk zum Prüfungsbericht des Jahresabschlusses der DB falsch sind. Dies haben die verantwortlichen Prüfer der Gesellschaft in einem Schreiben an Dr. Michael Frenzel, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, und Bahnchef Hartmut Mehdorn mitgeteilt. Das Blatt hatte behauptet, die Prüfer hätten in einem geheimen Zusatz zum Testat kritisiert, dass die Bahn das laut Aktiengesetz vorgeschriebene System der Risikofrüherkennung nur mangelhaft umsetze. PwC erklärt dazu, dass die entsprechende Prüfung "zu keinen Beanstandungen und damit auch nicht zu einer Berichterstattung der Wirtschaftsprüfer geführt hat, wie sie von der Zeitschrift Capital behauptet wird".

Nachdem "Capital" erst vor wenigen Tagen gerichtlich durch einstweilige Verfügungen zur Unterlassung sowie zum Abdruck einer umfangreichen Gegendarstellung zu einem Beitrag über die Bahn verpflichtet worden war, will die DB nun erneut presserechtliche Schritte gegen das Blatt eingeleiten. Kommunikationschef Dieter Hünerkoch sagte: "Wir müssen uns gegen solche Falsch-Berichterstattung auch im Interesse unserer Beschäftigten wehren, weil sie unternehmensschädigend ist."

Rail & Fly Amsterdam

FRANKFURT/Main - Die Bahnanreise zum Flughafen Amsterdam Schiphol wird für viele Passagiere Richtung Asien deutlich günstiger und einfacher. Denn ab dem 1. November können Kunden mit ihrem Flugticket Railway Germany to Amsterdam ohne Aufpreis direkt in ihren Zubringerzug Richtung Amsterdam einsteigen. Dieses Angebot gilt für Fluggäste von Eva Airways, China Airlines und Garuda Indonesia. Die Bahnfahrt von Köln nach Schiphol dauert zwei Stunden und 47 Minuten, ab Hannover vier Stunden und 18 Minuten. Rail&Fly Amsterdam gilt im Zusammenhang mit einem gültigen Flugticket für die Hin- und Rückfahrt von jedem deutschen Bahnhof. Infos zu Rail&Fly erhalten Reisende von ihrem Reiseveranstalter und ihrer Fluggesellschaft.

Hallendachsanierung im Frankfurter Hbf schreitet voran

FRANKFURT/Main - Den Reisenden und Besuchern im Frankfurter Hauptbahnhof bieten sich inzwischen ungewohnte Ausblicke. Ist auf manchen Bahnsteigen der Blick nach oben durch weiß lackierte Stahlkonstruktionen versperrt, so bietet sich an anderer Stelle unversehens der ungehinderte Ausblick gen Himmel. Unübersehbar ist jedoch überall, dass die Sanierung des Hallendachs voranschreitet. Im Herbst letzten Jahres hatten die Vorbereitungen zur Dachsanierung im Frankfurter Hauptbahnhof an dessen westlichem Ende begonnen. Dort, wo die Bahnsteighalle in Richtung Gleisfeld endet, wurde über die ganze Länge des Bahnhofes die so genannte Verteilerplattform errichtet. Im März diesen Jahres hatte sie sich wie ein weißer Riegel vor den Bahnhofshallen geschlossen. Diese Verteilerplattform auf Stelzen bildete die Ausgangsbasis für den Vorbau der Montage- und Transportplattform in die einzelnen Hallen hinein.

Nacht für Nacht, wenn keine Züge mehr fuhren, wurden diese schrittweise bis zum Querbahnsteig vorgebaut. Denn das ist die Herausforderung des ganzen Projektes, das durch die Bahntochter DB ProjektBau durchgeführt wird: Der Hbf bekommt sein neues Dach während unter der Montageplattform der Verkehr weiterläuft. Über 700 Züge, 1100 S-Bahnen und über 350.000 Menschen frequentieren den Bahnhof täglich. Sie sollen dabei nicht durch die Dachsanierung behindert werden. Bis 2006 werden die Arbeiten über dem rollenden Rad noch dauern. In Spitzenzeiten sind bis zu 100 Fachkräfte auf der Baustelle im Einsatz. Die Montageplattform, die zwischen die Bahnsteige und das Hallendach eingezogen wurde, ruht auf ca. 530 Pfeilern. Da sich unter der gesamten Anlage des Hauptbahnhofes eine Vielzahl an Hohlräumen und Verbindungstunneln befindet, mussten 100 Pfeiler sogar durch die Bahnsteigebene und die darunter liegenden Räume gegründet werden, um die Last der Arbeitsebene tragen zu können. Pro Halle wurden ca. 1400 Tonnen Stahl an Gerüsten eingezogen, in der kleinen Halle 5 sogar 1600 Tonnen, da dieser Hallentyp einen hohen Anteil von Bogengerüsten benötigt. Jedoch kann ein großer Teil des Gerüstes später in der Halle 1 erneut zum Einsatz kommen.

Der Frankfurter Hbf verfügt über insgesamt fünf Bahnsteighallen, die auf einer Länge von 186 Meter die Bahnsteige überdachen. Die Hallen wurden von Süd nach Nord durchnumeriert. Der mittlere Hallenkomplex besteht aus drei großen Hallen (Hallen 2,3 und 4), die von 1884 bis 1888 gebaut worden sind und jeweils 56 Meter breit und 28 Meter hoch sind. 1912 wurden die Seitenflügel im Süden und Norden des Bahnhofes abgerissen, damit der Bahnhof durch zwei kleinere Hallen (Hallen 1 und 5) mit einer Breite von 31 Metern und einer Höhe von 20 Metern erweitert werden konnte. Seit 1924 besteht der Bahnhof aus diesen fünf Hallen. Jede Halle besteht aus 20 stählernen Fachwerkbindern, die in der Regel in einem Abstand von neuneinhalb Metern zueinander die Gleise überspannen.

Insgesamt müssen 4.500 Tonnen Stahl ausgetauscht werden und 50.000 Quadratmeter Glasflächen montiert werden, bevor der Bahnhof wieder in altem Glanz erstrahlen kann. Denn der Hauptbahnhof, der seit 1972 unter Denkmalschutz steht wird in seinen ursprünglichen Zustand von 1888 bzw. 1924 gebracht. Damals trug das Dach mehr Glasflächen als heute, da in der Nachkriegszeit das Dach abwechselnd mit Glas und Holzschalungen gedeckt worden war. Das Bahnhofsdach wird daher dank der Sanierung in Zukunft deutlich mehr Tageslicht einlassen. Aber nicht nur dadurch wird der Bahnhof heller wirken. Auch die Binder, die das Dach tragen, waren im Originalzustand hellgrau und nicht dunkelgrau gestrichen. Schicht um Schicht waren die Farbaufträge der letzten 100 Jahre abgelöst worden, bis Experten die Ursprungsfarbe bestimmen konnten.