Neue Wege für das DB Museum Dresden

(30.09.) DRESDEN - Ab 1. Oktober 2005 übernimmt die Interessengemeinschaft Bahnbetriebswerk Dresden Altstadt e.V. den Standort des DB Museums in eigene Regie. Der Lokschuppen an der Nossener Brücke wurde im Jahr 2002 als zweite Außenstelle des DB Museums Nürnberg eröffnet und von der Interessengemeinschaft ehrenamtlich betrieben. Das DB Museum zieht sich jetzt aus wirtschaftlichen Gründen zurück. Die vier historischen Fahrzeuge des DB Museums werden weiterhin in Dresden zu bewundern sein. Angeschaut werden können diese vom 1. bis 3. Oktober zwischen 10 Uhr und 17 Uhr zum Saisonabschlussfest, das die Interessengemeinschaft organisiert. Neben der Fahrzeugausstellung werden an dem ersten Oktoberwochenende auch Mitfahrten auf dem Führerstand angeboten. Der Lokschuppen an der Nossener Brücke geht nach dem Saisonabschluss in Winterpause und öffnet im Mai 2006 wieder die Pforten.

SBB: Deutsche Beratungsfirma untersucht Strompanne

(30.09.) BERN - Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) hat die in Stuttgart ansässige Firma "Fichtner Consulting & IT" mit dem externen Gutachten zur SBB-Strompanne vom 22. Juni 2005 beauftragt. Das Unternehmen soll im Sinne einer "second opinion" Fragen zur Energieversorgung der SBB und zum schweizweiten Stromausfall vom letzten Juni klären. Die Beratungsfirma wurde beauftragt, eine Analyse der Bahnstromanlagen hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zu erstellen. Zudem soll auch geprüft werden, weshalb ein solches Ereignis nicht mit den bestehenden Risikomanagement-Instrumenten antizipiert werden konnte. Schließlich erwartet der Verwaltungsrat SBB von dem Gutachten Aufschluss über die Frage der konkreten Verantwortlichkeiten für die Strompanne vom 22. Juni 2005.

Zwei Transrapid-Strecken in den USA geplant

(30.09.) BERLIN - Die USA erwägen offenbar den Bau zweier Transrapid-Strecken. Der amerikanische Kongress gab nach Angaben des deutschen Magnetbahn- Konsortiums 90 Millionen Dollar für die Planung zweier möglicher Trassen frei. Dabei gehe es um eine 56 Kilometer lange Strecke von der Metropole Las Vegas zum Flughafen in Primm sowie um ein weiteres Projekt an der Ostküste, sagte ein Sprecher von Transrapid International in Berlin. Hier seien die Strecken Pittsburgh-Greensburg, Baltimore-Washington sowie von Atlanta zum Flughafen Hartsfield im Rennen. Ob die Planungen allerdings tatsächlich in die Realität umgesetzt werden, steht noch nicht fest.

Catering-Angebot in Regionalzügen zwischen München und Innsbruck

(30.09.) MÜNCHEN - Zwischen München, Garmisch und Innsbruck können Bahnkunden ab Oktober 2005 grenzüberschreitend den Catering-Service von DB Regio Oberbayern nutzen. In einigen stark ausgelasteten Regionalzügen von und nach Innsbruck bietet die Bahn Getränke und Erfrischungen zu günstigen Preisen während der zweieinhalbstündigen Fahrt an. "Mit diesem Am Platz-Service wird Bahnfahren noch ein Stück attraktiver", so Christoph Grimm, Geschäftsleiter DB Regio Oberbayern. "Die Erfahrung zeigt, dass unsere Fahrgäste diesen Service schätzen." Zum Angebot gehört unter anderem Kaffee, Baguettes, Schokoriegel, Säfte und Erfrischungsgetränke. Die Butterbreze ist für einen Euro zu haben, und auch der frische Kaffee ist mit 1,40 Euro preisgünstig. "Wird der neue Service von unseren Kunden gut angenommen, werden wir das Angebot schon in Kürze erweitern", so Grimm.

Positive Bilanz: Ein Jahr Gleisanschlussförderung

(29.09.) BERLIN - Nach dem ersten Jahr haben das Schienenbündnis Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) eine insgesamt positive Bilanz der Gleisanschlussförderung durch den Bund gezogen. "Die Gleisanschlussförderung ist ein effizientes verkehrspolitisches Konzept. Auch mit kleinen Summen (bisher 25 Mio. Euro) kann man mehr Verkehr auf die Schiene bringen", so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Bereits im ersten Jahr liegen über 40 Anträge vor und das Interesse nimmt weiter zu. "Das zeigt: die Unternehmen wollen auf die Schiene. Früher gab es jedoch nur einen kostenlosen Straßenanschluss. Diese Wettbewerbsverzerrung wurde jetzt zumindest graduell korrigiert", so Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahn beim VDV.

"Besonders kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Gleisanschlussförderung. Sie ist damit auch ein sinnvolles Instrument der Mittelstandsförderung", so Henke weiter. Gleichzeitig weisen beide Verbände auf die weiterhin ungelösten Probleme der Gleisanschlussförderung hin. So ist die Antragstellung bisher relativ kompliziert und mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Ebenfalls moniert wird die lange Bearbeitungsdauer der Anträge. Außerdem ist die Fördermöglichkeit für Gleisanschlüsse immer noch zu wenig bekannt. Die zentralen Forderungen der Allianz pro Schiene und des VDV lauten deshalb: Die erfolgreich angelaufene Gleisanschlussförderung muss konsequent fortgesetzt werden, denn sie ist auch ein wichtiger Baustein für eine Strategie "Weg vom Öl". Gleichzeitig ist es wichtig, hierfür auch in Zukunft ausreichende Mittel bereitzustellen und diese langfristig zu verstetigen. Außerdem sollte die Antragstellung vereinfacht und die Bearbeitungszeit auf maximal 6 Wochen verkürzt werden.

Großbaustelle auf der Strecke Würzburg - Nürnberg kurz vor dem Abschluss

(29.09.) NÜRNBERG - Auf der zweigleisigen Bahnstrecke Nürnberg - Würzburg wurde in den vergangenen drei Jahren zwischen Burgfarrnbach und Emskirchen der Oberbau auf einer Länge von insgesamt 24,4 Streckenkilometern komplett erneuert. Die Arbeiten erfolgten unter dem "rollenden Rad" und wurden in Form einer "Linienbaustelle" mit insgesamt sieben Bauabschnitten bewältigt. Jeweils in den Sommermonaten der Jahre 2003 bis 2005 wurde ein Gleis für die Bauarbeiten gesperrt. Bis 3. Oktober werden abschließend noch nächtliche Schweißarbeiten im Streckenabschnitt Fürth - Emskirchen durchgeführt. Die Gesamtkosten betragen rund 26 Millionen Euro.

Damit trotz der Bauarbeiten der Verkehr aufrechterhalten und die Züge im so genannten "Gleiswechselbetrieb" fahren konnten, wurden Bauweichen eingebaut. Verschiedene spezielle Schienenbaufahrzeuge waren während der Arbeiten im Einsatz. Insgesamt wurden rund 105.000 Tonnen Altschotter und 60.000 Tonnen Erdmaterial aus- und eine Planumsschutzschicht sowie neuer Unterschotter eingebaut. Der Altschotter konnte etwa zur Hälfte mit einer mobilen Schotterrecyclinganlage aufbereitet und sofort wieder eingebaut werden. Ungefähr 43.000 Kubikmeter Planumsschutzschicht und 82.000 Quadratmeter Geotextil und Geoverbundkunststoff sorgen für eine dauerhafte Stabilität des neuen Oberbaus, auf dem die Züge mit einer Geschwindigkeit bis 140 km/h verkehren. Beim anschließenden Gleisumbau war ein Spezialumbauzug im Einsatz. Hierbei wurden 24,4 Kilometer neue Gleise auf rund 37.000 Stück Beton-Schwellen verlegt.

Bahnfahren zum Einheitspreis in Italien

ROM - Nach Deutschland gibt es nun auch Italien Bahntickets im Supermarkt. Zum Schnäppchenpreis von 19 Euro sollen die Tickets am Tag ihrer Gültigkeit zu beliebig vielen Fahrten in der zweiten Klasse in ganz Italien berechtigen, teilte die italienische Bahn am Mittwoch mit. Ausgenommen von dem Angebot, das den ganzen Oktober über gelten soll, sind Eurostar- und Nachtzüge, für die Reservierungen notwendig sind.

EU-Parlament: Bahn-Personenverkehr soll liberalisiert werden

(29.09.) STRASSBURG (AFP/ eig. Ber.) - Nach dem Güterverkehr auf der Schiene soll in der EU ab 2008 schrittweise auch der Personenzugverkehr liberalisiert werden. Einem entsprechenden Richtlinienvorschlag stimmte das Europaparlament in erster Lesung mit 402 gegen 203 Stimmen im Grundsatz zu. Die EU-Volksvertretungen verlangt jedoch einige Nachbesserungen: Nach ihren Vorstellungen soll freie Fahrt für die Züge im internationalen Verkehr bereits ab 2008 gelten - zwei Jahre früher, als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Außerdem fordert die konservativ-liberale Mehrheit im Europaparlament, dass auch im nationalen Eisenbahnverkehr die Monopole fallen und ab 2012 Wettbewerb zugelassen wird. Der Text geht nun an den Ministerrat.

Brünig ab Samstag wieder mit der Bahn befahrbar

(29.09.) BRÜNIG - Nach einer 40-tägigen Unterbrechung wegen der August-Unwetter wird die Brünigbahn am kommenden Samstag wieder über weite Strecken in Betrieb genommen. Die InterRegio-Züge verkehren dann direkt von Luzern über den Brünig nach Meiringen und Brienz nach Interlaken Ost, die Regionalzüge fahren zwischen Meiringen und Interlaken Ost ab 1. Oktober wieder gemäß Fahrplan, die S5 fährt nach Giswil und die S4 neu bis Wolfenschiessen. Das Klosterdorf Engelberg wird ab Wolfenschiessen fahrplanmäßig weiterhin mit Bahnersatz-Bussen bedient. Die Wiedereröffnung der Bahnstrecke Wolfenschiessen - Engelberg erfolgt voraussichtlich Mitte Dezember.

Baufeldfreimachung im Hauptbahnhof Leipzig vor dem Abschluss

(29.09.) LEIPZIG - Seit Ende März bereitet die DB im Leipziger Hauptbahnhof den Boden für die etwa 600 Meter lange Ein- und Ausfahrtrampe des City-Tunnels und die künftige unterirdische Station Leipzig Hauptbahnhof vor. Das heißt neben der Demontage der Bahnsteiggleise eins bis sechs vor allem die Beräumung eines ca. 80 000 m² großen Areals, das am Querbahnsteig in der Bahnhofshalle beginnt und bis zur Eisenbahnüberführung Theresienstraße reicht. Ausgebaut wurden bis Ende September 48 Oberleitungsmaste, 15,7 Kilometer Oberleitungen, 17,8 Kilometer Gleise, 108 Weichen und 17 Prellböcke. Brauchbare Materialien wie Stahl von Schienen und Oberleitungsmasten werden wieder verwertet. Nicht Verwertbares wie z.B. Holzschwellen und Gleisschotter wird nach Stoffklassen getrennt und entsorgt. Eine besondere Herausforderung war die Sicherung der bahneigenen Leitungen, darunter für die elektronische Stellwerkstechnik, die seit Ende 2004 die Zugfahrten im Leipziger Hauptbahnhof steuert. Zur Herrichtung des Baufeldes gehörte auch die Installation eines fast 400 Meter langen und drei Meter hohen Bauzauns. Er grenzt den laufenden Bahnverkehr auf den Betriebsgleisen von der Baustelle ab.

Demnächst entsteht eine Einhausung am Querbahnsteig und entlang des Bahnsteigs 6. Diese teilweise bis zum Hallendach reichende Wand schirmt den Bahnhofsbetrieb und die Einkaufspassage weitgehend von Staub- und Lärmbelästigungen durch die Bauarbeiten ab. Als Besonderheit und Dienst am interessierten Kunden erhält diese Wand schallgedämmte Fenster. Investiert werden rund sechs Millionen Euro. Diese eher unbemerkt verlaufenen Arbeiten stehen nun planmäßig, trotz einiger Überraschungen und dem strengen Regelwerk zur Entsorgung, kurz vor dem Abschluss. Zuvor jedoch holte die Bauleute die Geschichte ein: Der Leipziger Hauptbahnhof wurde am 7. Juli 1944 durch 19 B-17-Bomber der 306. Bombergruppe aus 5.700 m Flughöhe zum ersten Mal massiv bombardiert und stark beschädigt. Am 6. April 1945 flogen 321 Maschinen der 8. USAAF einen direkten Angriff auf den Hauptbahnhof in Leipzig. 130 Sondierungen nach Munition, d.h. Bohrungen auf Verdachtsflächen, brachten drei Bomben zum Vorschein, davon eine mit intaktem Zünder.

DB erhält Innovationspreis für City-Ticket

(29.09.) BERLIN - Im Rahmen des 10. IIR ÖPV-Kongresses CiTOP wurde die DB am Mittwoch für das City-Ticket ausgezeichnet. Das Unternehmen belegte den dritten Platz beim ÖPNV-Innovationspreis, der gemeinsam mit der Fachzeitschrift Nahverkehrspraxis verliehen wird. Thomas J. Mager, Mitglied der Fachjury: "Das Projekt City-Ticket überzeugt vor allem durch seinen direkten Kundennutzen. Ein weiterer Aspekt für die Wahl: Die schnelle Ausweitung des City-Tickets unterstreicht den Erfolg des Konzepts." Das City-Ticket ermöglicht BahnCard-Besitzern, ihre Fernverkehrsreise am Zielort mit dem städtischen öffentlichen Personennahverkehr (Bus, Straßenbahn, S- und U-Bahn) fortzusetzen. Der Kauf einer weiteren Fahrkarte entfällt damit. Das Angebot wurde am 14. Dezember 2003 eingeführt und ist heute in 67 Städten gültig. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember werden 86 Städte, fast alle ab 100.000 Einwohner, einbezogen. Bei der Mobility BahnCard 100 gilt das CityTicket im gesamten städtischen Nahverkehr der einbezogenen Städte, unabhängig vom Abfahrts- und Zielort. Die Deutsche Bahn hat das City-Ticket gemeinsam mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und den beteiligten Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen entwickelt. Joachim Köster, Leiter Tarifkooperationen DB Fernverkehr, nahm den Preis für die DB entgegen.

Erste modernisierte Wagen für neuen "Schleswig-Holstein-Express" vorgestellt

(28.09.) NEUMÜNSTER - Die Regionalbahn Schleswig-Holstein (RBSH) übernimmt ab dem 11. Dezember den Schienenpersonennahverkehr auf der Strecke Hamburg - Neumünster - Flensburg - Padborg mit dem "Schleswig-Holstein-Express". Hierfür setzt die Bahn 24 umfangreich modernisierte Fernverkehrswagen ein, die vor der Modernisierung überwiegend im InterRegio-Verkehr fuhren. Für die Fahrzeuge investiert die Deutsche Bahn AG insgesamt über fünf Mio. Euro. 20 Wagen werden im Werk Neumünster umgebaut und vier Steuerwagen im Werk Wittenberge. Am Dienstag wurden die ersten umgebauten Fernverkehrswagen in Neumünster vorgestellt. Helle, freundliche Farben und Glasflächen schaffen einen transparenten Raumeindruck. Jeder Zug wird über rund 380 Sitzplätze verfügen. Die Fahrzeuge zeichnen sich durch eine großzügige und zweckmäßige Innenraumaufteilung mit Einzel- und Großraumabteilen aus. Weitere Annehmlichkeiten sind Fahrgastinformationssystem, große abschließbare Gepäckablagen, Leseleuchten sowie Schließfächer. In ausgewählten Zügen wird ein Catering-Service angeboten. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Platzreservierung, auch für Pendler.

Zu jedem Zug, der aus sechs Wagen besteht, gehört ein Steuerwagen, jeweils am Anfang oder am Ende eines Zuges. Hier befinden sich u.a. ein 25 Quadratmeter großer Mehrzweckraum, der z.B. für Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle genutzt werden kann. Ebenfalls an Bord ist eine barrierefreie Toilette. Der Einstiegsbereich wird mit zweiflügeligen Schwenkschiebetüren und elektrischen Hubliften ausgestattet. Er ist besonders geeignet für mobilitätseingeschränkte Reisende. Auch der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Dietrich Austermann war von den neuen Wagen begeistert: "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit der Regionalbahn Schleswig-Holstein den richtigen Anbieter für die nächsten neun Jahre gefunden haben. Durch die neuen Wagen wird die Angebotsqualität auf dieser Strecke spürbar verbessert." Die Züge fahren ab Dezember im Zweistundentakt vom Hamburger Hauptbahnhof über Neumünster und Flensburg bis nach Padborg und stellen damit die Verbindung zum gesamten dänischen Eisenbahnnetz her. Täglich werden weiterhin acht Zugpaare fahren. Die Fahrzeit beträgt zwei Stunden und fünf Minuten. Derzeit nutzen täglich rund 3000 Reisende das Zugangebot.

Im Dezember 2003 hatte die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) die Schienenpersonennahverkehrsleistungen von jährlich rund einer Million Zugkilometern europaweit ausgeschrieben. Zum Ablauf der Ausschreibungsfrist Ende Februar lagen der LVS vier Angebote vor. Das Land Schleswig-Holstein und die LVS haben sich dann im Juni 2004 für das Angebot der Regionalbahn Schleswig-Holstein ausgesprochen, die die Strecke bis 2014 bedienen wird. Seit 1. November 2003 wird die 182 Kilometer lange Strecke von der NOB betrieben, die den Verkehr von der in Insolvenz gegangenen FLEX übernommen hatte. Rund 30 Arbeitsplätze werden bei der RBSH geschaffen.

Neue Chancen bei der Bahn

(28.09.) BERLIN - Die DB steigert ihr Engagement für Schulabgänger, die noch nicht die erforderliche Ausbildungsreife mitbringen und daher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das im letzten Jahr mit 140 Plätzen gestartete Praktikantenprogramm "Chance plus" wird deutlich ausgeweitet. Ab Oktober beginnen 460 Jugendliche an 15 Standorten das knapp einjährige Programm bei der Bahn oder einem Kooperationspartner. Damit bietet die Bahn den Jugendlichen eine Perspektive für einen möglichen Einstieg in die berufliche Ausbildung und das Berufsleben. Von den 460 Plätzen werden 80 von externen Kooperationspartnern wie Randstad, DEVK und Gegenbauer zur Verfügung gestellt.

Das erste Jahr wurde erfolgreich abgeschlossen. Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen, die das Praktikantenprogramm absolvierten, konnten in eine Ausbildung oder eine Beschäftigung vermittelt werden. Personalvorstand Margret Suckale sagte dazu: " Wir haben gezeigt, dass unser Konzept funktioniert: Trotz anfänglicher Leistungsdefizite und sozialer Schwierigkeiten konnte die Mehrzahl der Jugendlichen an Chance plus eine Ausbildung oder eine Beschäftigung anschließen." "Chance plus" ist ein umfassendes Qualifizierungsprogramm aus Praxiserfahrung, schulischer Ausbildung, Förderung der Sozial- und Methodenkompetenz und fachlicher Berufsorientierung. In einem Wechsel zwischen Theorie- und Praxiseinsätzen werden die Jugendlichen mit dem beruflichen Alltag vertraut gemacht. Dabei werden sie von erfahrenen Sozialpädagogen begleitet.

Einbau der 17 Meter langen neuen Fußgängerüberführung in Morsum

(28.09.) MORSUM (Sylt) - In Morsum wird am Wochenende von Samstag, 30. September, ca. 0:30, bis Sonntag, 2. Oktober, ca. 4 Uhr, die neue Fußgängerbrücke eingebaut. Das Brückenteil aus Stahl hat eine Länge von rund 17 Metern und wird von einem Spezialkran eingehoben. Mitte August wurde bereits vor Ort mit dem Bau der Treppenzugänge begonnen. Ende Oktober soll die neue Fußgängerüberführung in Betrieb genommen werden. Die Überführung ermöglicht eine bessere und kürzere Verbindung vom neuen Außenbahnsteig zu den Parkplätzen. Mitte Oktober wird mit der Aufstellung der neuen Wartehalle begonnen. Die moderne aus Stahl und Glas gestaltete Wartehalle bietet den Reisenden bequeme Sitzmöglichkeiten und Schutz vor der Witterung. In die Wartehalle sind Infovitrinen und eine überdachte Fahrradabstellanlage integriert. Die Kosten in Höhe von rund 430.000 Euro werden vom Land Schleswig-Holstein getragen. Bereits im Jahre 2002 wurden in Morsum die Bahnsteige erneuert und mit moderner Wegeleitung ausgestattet. Mit dem Bau der Fußgängerüberführung und der Aufstellung der neuen Wartehalle sind die Modernisierungsmaßnahmen im Bahnhof Morsum abgeschlossen.

Bombardier liefert 131 weitere Doppelstock-Wagen nach New Jersey

(28.09.) BERLIN - Bombardier Transportation wird 131 weitere Doppelstockfahrzeuge an NJ TRANSIT liefern. Bei der Bestellung handelt es sich um die Einlösung einer Option, die ein Volumen von etwa 171 Millionen Euro hat. Die neuen Fahrzeuge sollen zwischen Juni 2007 und August 2008 ausgeliefert werden und Pendler zwischen New Jersey und dem Zentrum von Manhattan befördern. Bombardier hat damit seit 2002 Aufträge über insgesamt 231 Doppelstockfahrzeuge erhalten. Der gesamte Auftragswert der Doppeldecker, die die Kapazität auf den Linien von NJ TRANSIT erhöhen sollen, beläuft sich auf etwa 379 Millionen Euro. Das erste Doppelstockfahrzeug aus dem Auftrag von 2002 wurde der Presse und der Öffentlichkeit am 14. September in der Penn Station von Newark vorgestellt. Die Wagenkästen aus korrosionsbeständigem Stahl werden am Bombardier-Standort La Pocatière im kanadischen Quebec gebaut und im New Yorker Plattsburgh endmontiert.

NJ TRANSIT ist ein langjähriger Kunde von Bombardier. Im Lauf der Jahre hat Bombardier über 300 Wendezüge der Typen Comet II, III und IV - von denen einige seit über 20 Jahren in Betrieb sind - sowie 29 ALP-46 Elektrolokomotiven an das Verkehrsunternehmen geliefert. Zu den Produkten, die Bombardier in letzter Zeit in die Region New York/New Jersey geliefert hat, zählen M 7 Elektrotriebwagen für MTA/Metro-North Railroad und MTA/ Long Island Rail Road, das automatische Transportsystem für den JFK International Airport AirTrain JFK, das im südlichen New Jersey betriebene Stadtbahnsystem RiverLINE von NJ Transit und 1.030 Metrowagen des Typs R142 für das von MTA/New York City Transit betriebene U-Bahn-System.

DB als Partner des Fußballprojekts "WM-Schulen - Fair Play for Fair Life"

(28.09.) HAMBURG - Die Bahn unterstützt das Straßenfußball-Projekt "WM Schulen - Fair Play for Fair Life". Im Einklang mit dem Motto der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland "Die Welt zu Gast bei Freunden" repräsentieren im Rahmen des Projekts 205 Schulen aus ganz Deutschland alle 205 FIFA-Mitgliedsländer. Im Namen der Stiftung Jugendfußball, die von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ins Leben gerufen wurde, übernehmen die Schulen eine Botschafterrolle für ihr Patenland. Außerdem richten die Schulen lokale Fußballturniere aus und nehmen nach dem Vorbild der WM-Qualifikationsrunden für "ihre" Nationen an den vier Kontinentalmeisterschaften teil. Die Straßenfußballturniere stehen unter dem Motto "Fair Play for Fair Life". 32 Schul-Teams qualifizieren sich so für das WM-Schulfinale im Juni 2006 in Potsdam. In Hamburg findet vom 30. September bis zum 3. Oktober die "Europameisterschaft" statt, an der 51 Teams mit 357 Schülern und Betreuern teilnehmen.

Zum Abschluss der "Europameisterschaft" findet am Sonntag dem 2. Oktober um 17:30 Uhr im Hamburger Rathaus die Siegerehrung statt. Die Bahn übergibt im Rahmen ihres Schulfahrtenprogramms sechs Tickets zum großen WM Schulfinale nach Potsdam im Juni 2006. Diese Tickets werden im feierlichen Rahmen den Gewinnern durch die Deutsche Bahn AG überreicht. Die Bahn als Sponsor des Projekts sorgt für die Mobilität der Schulklassen und bringt die Schüler aus ihren Heimatorten in Zügen zu den Kontinentalmeisterschaften nach Wittenberge, Halle, Ostfildern und Hamburg sowie zum WM-Schulfinale nach Potsdam. Für zusätzliche Unterhaltung während der Veranstaltungstage sorgt die Bahn mit einer rotierenden Torwand. Unter den 20 besten Schützen werden fünf BahnCards 50 verlost. Die Unterstützung des Sports, insbesondere des Fußballs sowie die Unterstützung sozialer Projekte zählen für die Bahn zu den Kernthemen ihrer Sponsoringstrategie. Im Rahmen des Engagements der Bahn als Nationaler Förderer der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist die Unterstützung des Projektes "WM-Schulen" ein bedeutender Baustein der geplanten Aktionen rund um das Sportgroßereignis der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im nächsten Jahr.

"Handelsblatt": Streit zwischen Siemens und DB über ICE-Züge

(27.09.) DÜSSELDORF - Die DB und Siemens Transportation streiten nach einem Bericht des "Handelsblatt" erneut über neue ICE-Züge. Wie es unter Berufung auf Industrie- und Bahnkreise hieß, wolle die Bahn nachträglich bestellte, zweite Zugserien von 13 Einheiten des ICE 3 sowie 28 Exemplaren des ICE-T nicht abnehmen, weil sie Mängel geltend mache, und die Züge entsprechend auch nicht vollständig bezahlen. Ein Bahn-Sprecher sagte der Zeitung zufolge, bei den noch nicht von der Bahn übernommenen neuen Zügen gebe es Mängel etwa an den Toiletten, der Klimaanlage und beim Verschleiß der Räder. "Wir haben bereits unendlich viele Kompromissangebote gemacht, um das Problem zu lösen." Im Gegenzug weigert sich dem Bahnsprecher zufolge die Sparte Verkehrstechnik von Siemens, fünf ICE 3-Züge aus der ersten Bauserie für den Einsatz auf der künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris - Ostfrankreich umzurüsten. Der "Zusammenhang zwischen beiden Projekten" sei von Siemens selbst hergestellt worden sei. Schriftlich sei mitgeteilt worden, bis zur Klärung der Abnahmemodalitäten für die ICE 3-Serie würden die Arbeiten an den Zügen für den Frankreich-Verkehr eingestellt. Der Termin für die Inbetriebnahme sei dann nicht mehr zu halten. "So versucht ein Weltkonzern, seinen größten Kunden massiv unter Druck zu setzen", sagte der Sprecher.

Ein Sprecher der Siemens-Bahntechniksparte Transportation Systems (TS) wies die Darstellung der Bahn zurück, wie das "Handelsblatt" weiter schreibt. Die Probleme bei den Zügen seien allesamt behoben. "Der Abnahme der Züge steht aus unserer Sicht nichts im Wege", sagte er. Die 13 ICE-3-Züge seien fertig und auch größtenteils schon bezahlt, die Schlussrate und die förmliche Abnahme durch die Bahn stehe noch aus. Von den bemängelten Neigetechnik-Zügen sind einige nach Bahn-Angaben bereits im Einsatz, befinden sich aber noch im Besitz von Siemens. Einen Zusammenhang mit der noch nicht begonnenen Umrüstung von ICE-Zügen für den Frankreich-Verkehr gebe es nicht, betonte der Siemens-Sprecher. "Die Themen sind nicht miteinander verknüpft", sagte er. Die Bahn habe schlicht den Vertrag für die Umrüstung noch nicht unterzeichnet.

Mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen

(27.09.) WIESBADEN - Die Deutschen nutzen verstärkt Busse und Bahnen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes fuhren im 1. Halbjahr 2005 rund 5,1 Milliarden Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen, 0,4 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Beförderungsleistung - das Produkt aus den beförderten Personen und der Fahrtweite - stieg dabei um 1,0 Prozent auf 61,8 Milliarden Personenkilometer (Pkm). Im Nahverkehr wurden von den Unternehmen nach Angaben der Statistiker 5,0 Milliarden Fahrgäste befördert (plus 0,4 Prozent), dabei wurde eine Beförderungsleistung von 45,3 Milliarden Pkm (plus 0,4 Prozent) erbracht. 1,0 Milliarden Fahrgäste nutzten hier die Eisenbahn (plus 1,6 Prozent), 1,7 Milliarden die Straßenbahn (plus 3,2 Prozent) und 2,7 Milliarden den Bus (minus 0,2 Prozent). Im Fernverkehr stieg die Zahl der Fahrgäste der Eisenbahnen gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 leicht um 0,1 Prozent auf 57 Millionen, die Beförderungs­leistung wuchs um 3,1 Prozent auf 15,9 Milliarden Pkm. "Bei uns ist die Nachfrage deutlich gestiegen", zitierte die "Berliner Zeitung" am Montag einen Bahnsprecher. Der positive Trend setze sich auch weiter fort. So sei die Zugauslastung allein im Juli um zwei Prozentpunkte auf 45 Prozent gestiegen. Sehr beliebt ist dem Zeitungsbericht zufolge die Schnellstrecke Berlin - Hamburg, wo die Verkehrsleistung gegenüber 2004 um ein Drittel gestiegen sei.

Ab 2006 Züge mit Partikelfilter auf der Taunusbahn

(27.09.) FRANKFURT/Main - Auf dem Netz der Taunusbahn im Raum Frankfurt sollen nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von Ende 2006 an die ersten Dieseltriebzüge mit Rußpartikelfilter fahren. Der Bahntechnikhersteller Alstom werde in Salzgitter für knapp 27 Millionen Euro zehn zweiteilige Regionalzüge des Typs Coradia Lint 41 fertigen, die mit Partikelfiltern und abgasoptimierten Motoren ausgestattet würden. Auftraggeber ist dem Bericht zufolge eine Tochtergesellschaft des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, welche die Fahrzeuge dem Betreiber Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG zur Verfügung stellt. Sie sollen auf den Strecken Frankfurt - Friedrichsdorf - Brandoberndorf und Frankfurt-Königstein eingesetzt werden. In Kombination mit den Rußpartikelfiltern erfüllen die Motoren Alstom zufolge die neueste EU-Abgasnorm 3a und greifen darüber hinaus künftigen strengeren Richtlinien bereits vor.

Neues Berufsbild für Lokführer im Personenverkehr SBB

(27.09.) BERN - Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und ihre Vertragspartner SEV, transfair und VSLF haben nach 12 Monaten die Verhandlungen zum neuen Berufsbild der Lokführerinnen und -führer im Personenverkehr erfolgreich abgeschlossen. Vertreter von SBB und Gewerkschaften unterzeichneten am Montag in Bern die entsprechende Vereinbarung. Das neue Modell beinhaltet für alle Lokomotivführerinnen und -führer im Personenverkehr SBB ein einheitliches Berufsbild mit vier Funktionsstufen. Im bisherigen Modell waren keine Funktionsstufen vorgesehen. Die neue Regelung trägt dem Wunsch des Lokpersonals und der SBB nach einem transparenten Berufsbild und nach erweiterten Karrieremöglichkeiten auch außerhalb des Lokführerberufs Rechnung.

Für die einzelnen Mitarbeitenden bietet das neue Modell neue Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Funktionsstufen entsprechen den Erfahrungen und Zielen der einzelnen Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer. Die Fahrzeugvielfalt und die Einsatzbereiche (etwa im internationalen Verkehr, im Fern- und im Regionalverkehr) der einzelnen Lokführer spielen dabei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig erlaubt die Vereinbarung neue kreative Arbeitszeitmodelle. Die Differenzierung des Berufsbildes der Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer sichert mittel- und langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit des SBB-Lokpersonals.

Nach Verkauf der DERG: Tarifverträge bleiben bestehen

(27.09.) BERLIN - Nach dem Verkauf der Deutschen Eisenbahnreklame (DERG) bleiben betriebsbedingte Kündigungen für die 270 Beschäftigten der bisherigen Tochtergesellschaft der DB bis 2010 ausgeschlossen. Wie die Bahngewerkschaft Transnet, die entsprechende Verhandlungen mit der DB und Ströer Media geführt hatte, am Montag mitteilte, gelte auch die Beschäftigungssicherung am Standort, Mitarbeiter würden also nicht versetzt. "Damit haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht", stellten Gewerkschaftschef Norbert Hansen und sein Stellvertreter Lothar Krauß fest. Auch die Rechte des Betriebsrates bleiben in vollem Umfang erhalten: bestehende Betriebsvereinbarungen gelten weiter. Mit dem Käufer, der Ströer Media, wurde dazu eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Der Vorstand der Deutschen Bahn AG hatte zuvor grünes Licht für den Verkauf gegeben. Ungeachtet der jetzt getroffenen Vereinbarungen für die Beschäftigten ist es aus Sicht von Transnet „unverständlich, dass die DB AG das Unternehmen komplett veräußert und sich nicht wenigstens eine strategische Beteiligung erhalten hat."

Hauptbahnhof Weimar wird "KulturBahnhof"

(27.09.) WEIMAR - Der Weimarer Hauptbahnhof wird künftig den Beinamen "KulturBahnhof" tragen. Darauf haben sich die Deutsche Bahn und die Stadt Weimar verständigt. Mit einer feierlichen Enthüllung entsprechender Namensschilder auf den Bahnsteigen wird dies am 6. Oktober offiziell vollzogen und ist dann für Besucher des Bahnhofs ebenso wie für Durchreisende sichtbar. Das wurde am Montag bei einem Pressegespräch in Weimar mitgeteilt. Den Anstoß für den verpflichtenden Beinamen gab die Werbegemeinschaft der Händler und Mieter des Bahnhofs, die bereits in den vergangenen Jahren vielfältige kulturelle Aktivitäten initiierte. Dazu zählten jahreszeitlich geprägte Dekorationen und Aktionen ebenso wie Lesungen, Musik, Performances, Kinderfeste oder Fotoausstellung. Seinen festen Platz im Bahnhof hat seit geraumer Zeit das Jugendtheater "Stellwerk", das vielfach mit der Wahl seiner Stücke zur Diskussion aktueller Probleme unter den Jugendlichen beigetragen hat.

Der Bahnhof soll das "kulturelle Entree" der Stadt und zugleich Ergänzung und Bereicherung der Kulturlandschaft sein, unterstrich Elke Jacobs als Chefin der Werbegemeinschaft. Sie verwies unter anderem auf die Veranstaltungen "Musik & Geschichten" in Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater, auf Präsentationen von Sprachprojekten des Weimarer Künstlers Michael Geyersbach im Rahmen des Kunstfestes 2004 und 2005 sowie den "Schatzkoffer der Schillerkinder" und die Performance über die Ankunft von Anna Amalia in Weimar mit Anknüpfungspunkten zum Schillerjahr. Als Höhepunkt der diesjährigen Aktivitäten kündigte Elke Jacobs den "Russischen Herbst" vom 5. bis 7. Oktober unter anderem mit Wladimir Kaminer an. Für kommendes Jahr sei Lyonel Feininger und Amerika mit all seinen Facetten als Thema kultureller Angebote ins Auge gefasst, die den KulturBahnhof mit Leben erfüllen werden.

Das Service-Team des Bahnhofs Weimar hat sich – neben normalen Fahrplanauskünften und Hinweisen auf örtliche Verkehrsverbindungen – auf die Fahnen geschrieben, den KulturBahnhof mit seinen Vorhaben zu unterstützen, Reisenden und Besuchern das besondere Programm zu erläutern. Im benachbarten "Weimar-Treff" im Bahnhof wird der Weg zu den Kulturstätten Weimars gewiesen, Übernachtungsmöglichkeiten vermittelt, Informationen zu aktuellen Kulturangeboten gegeben und Tickets für zahlreiche Einrichtungen und Veranstaltungen verkauft.

DB will Fernzüge auf Mitte-Deutschland-Verbindung streichen

(26.09.) FRANKFURT/Main - Die DB will Ende 2006 das Fernverkehrsangebot auf der so genannten Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Düsseldorf und Weimar kürzen. Da die wirtschaftliche Situation mit 25 Prozent Auslastung unbefriedigend sei, werde die Bahn ab 2007 ein nachfragegerechtes Angebot bieten und voraussichtlich vier Züge streichen, sagte Bahnsprecher Frank Gassen-Wendler dem Bielefelder "Westfalen-Blatt". Künftig sollten noch vier IC-Züge von Düsseldorf nach Berlin und ein ICE von Köln nach Dresden verkehren. Zusätzlich könne noch freitags und sonntags ein IC-Zug Düsseldorf-Eisenach/Binz angeboten werden. Noch bis Ende 2006 bezuschussen die Länder Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen die Fernverkehrszüge auf der Strecke. Trotz dieser Subventionen von derzeit 13,4 Millionen Euro liege das Defizit beim Fernverkehr auf der Mitte-Deutschland-Verbindung im zweistelligen Millionenbereich, berichtet das Bielefelder "Westfalen-Blatt".

Härtere Schadenersatzregelungen für Europas Bahnen?

(26.09.) BRÜSSEL - Das EU-Parlament will nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" alle Bahngesellschaften in Europa zu verschärftem Schadenersatz verpflichten. Ein Entwurf des Verkehrsausschusses sehe vor, dass Reisende in Zukunft bei Verspätungen von mindestens einer Stunde immer Regress verlangen können. Je nach Dauer der Verzögerung könnten Reisende bis zu 75 Prozent des Ticketpreises zurückfordern. Das Plenum wird die Vorlage dem Bericht zufolge kommende Woche voraussichtlich annehmen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission die Bahnen nur bei internationalen Verbindungen zur Kasse bitten wollen. In Deutschland erhalten Bahnreisende auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung der DB ab einer Verspätung von einer Stunde 20 Prozent des Fahrpreises zurück.

Anlagen des Bahnhofs Brieske werden neu gestaltet

(26.09.) LEIPZIG - Seit Juli diesen Jahres werden die Anlagen des Bahnhofs Brieske im Landkreis Oberspreewald-Lausitz umgestaltet. Maßnahmeträger sind die Deutsche Bahn sowie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die Arbeiten erfolgen in verschiedenen Bauphasen, bei denen abschnittsweise die Bahnanlagen umgebaut und danach in neuem Zustand wieder in Betrieb genommen werden. Deshalb kommt es zu unvermeidlichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Von Dienstag, 27., bis Freitag, 30. September, sowie von Dienstag, 18., bis Donnertag, 20. Oktober, sowie von Dienstag, 25., bis Freitag, 28. Oktober 2005, sind jeweils am Vormittag Züge der RegionalBahn-Linie Potsdam – Berlin-Schönefeld Flughafen – Hoyerswerda sowie der RegionalExpress-Linie Dresden/Falkenberg – Ruhland – Cottbus betroffen. Zwischen Senftenberg und Ruhland bzw. zwischen Senftenberg und Hosena fahren Ersatzbusse. Beachten Sie bitte die um 21 Minuten früheren Abfahrtszeiten ab Cottbus. Die Fahrplanänderungen sind in den elektronischen Medien der Deutschen Bahn verfügbar. Informationen sind auch im Videotext auf MDR-Tafel 738, über die Aushänge auf den Bahnhöfen und Haltepunkten, sowie telefonisch beim ReiseService der Deutschen Bahn über 11861 verfügbar.

Hintergrund der Bauarbeiten: Nach Beendigung des Bergbaus werden hier verschiedene Maßnahmen realisiert. Einerseits werden nicht mehr benötigte Flächen beräumt und für den Bereich der Anschlussbahn Brieske/Fortschritt die Voraussetzungen zur Beendung der Bergaufsicht geschaffen. Andererseits wird der Spurplan für die künftige Ausrüstung des Bahnhofs Brieske mit moderner elektronischer Leit- und Sicherungstechnik (ESTW) vorbereitet. Das heißt, nicht mehr benötigte Gleisanlagen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und der Deutschen Bahn werden zurückgebaut. Gleichzeitig erfolgt die Anpassung der Oberleitungsanlage, der Signal- und Starkstromanlagen an diesen rationalisierten Zustand.

Insgesamt müssen 12 Kilometer Gleis, 32 Weichen, 46.000 Tonnen Altschotter, 55.000 Tonnen Boden abgebaut und abgetragen werden. 23 Kilometer alte Oberleitungsanlagen mit 87 Stahlmasten werden demontiert. 300 Meter Gleis und zwei Weichen werden neu gebaut. 5,6 Kilometer neuer Bahngraben sorgen künftig für dauerhaft vorschriftsmäßige Entwässerung des Gleiskörpers. Neu mit Oberleitungen überspannt werden 8,6 Kilometer Gleis mit 10,3 Kilometer Kettenwerk. 62 neue Oberleitungsmaste werden gestellt. 5,5 Kilometer Steuerkabel und 7,1 Kilometer Bahnenergieleitung werden installiert, ebenso neue Niederspannungsanlagen und neue Weichenheizungen. Die Investition beträgt ca. 2,7 Millionen Euro. Die wesentlichen Arbeiten im Bahnhof Brieske sollen bis zum Spätherbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Komplettierende Arbeiten dauern noch bis zum Frühjahr 2006.

Bahnhof in Hann. Münden erstrahlt in neuem Glanz

(26.09.) HANNOVER - Nach siebenmonatiger Bauzeit ist am vergangenen Freitag das von Grund auf sanierte Bahnhofsgebäude in Hann. Münden eröffnet worden. In das komplett barrierefreie Gebäude ziehen verschiedene Mieter, unter anderem ein Kiosk mit Bistro, ein Fahrradhändler, bei dem auch Radreisen gebucht und Fahrräder ausgeliehen werden können, und ein Taxiunternehmen ein. Des Weiteren wird es einen InfoPoint der beiden Nahverkehrsverbünde NVV und VSN sowie öffentliche Sanitärräume geben. Das Gebäude, das mit viel Glas gestaltet wurde, präsentiert sich hell und offen. Die Außenfassade wurde im Sandstrahlverfahren von der alten Farbe gereinigt, so dass der Bahnhof jetzt wieder aussieht wie in seinem Erbauungsjahr 1866. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Höhe von 780.000 Euro wurden von der LNVG mit Fördermitteln des Landes in Höhe von etwa 380.000 Euro sowie durch den ortsansässigen EDV-Unternehmer Peter Schüller finanziert.

Zeitgleich mit der Wiedereröffnung des Bahnhofsgebäudes erfolgt der Spatenstich für den Umbau der Bahnsteige, einschließlich neuer Rampen, und die Erneuerung des Personentunnels. Finanziert werden die Arbeiten rund um die Bahnsteige durch das länderübergreifende "Programm 55" von NVV, LNVG und DB AG. Durch dieses Programm werden die Bahnsteige umfassend modernisiert und erhöht, so dass sie einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg in die neuen Züge, zum Einsatz kommen Elektrotriebwagen der Baureihe ET 425/426 und Regio-Shuttle der Erfurter Bahn, ermöglichen. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt barrierefrei über Rampen sowohl vom Bahnhofsvorplatz als auch vom Philosophenweg aus. Beide Bahnsteige werden auf 170 Meter verlängert und mit neuem Wetterschutz, Wegeleitsystem mit Blindenleitstreifen, Lautsprecheranlage und heller Beleuchtung ausgestattet. Die Gesamtkosten für den Umbau der Bahnsteige und des Personentunnels betragen rund 3,4 Millionen Euro, wovon etwa 2,1 Millionen Euro von der LNVG gefördert werden. Das "Programm 55" umfasst in Niedersachsen neben dem Bahnhof Hann. Münden auch die Bahnhöfe Hedemünden und Speele sowie weitere sieben Bahnhöfe in Hessen.

Präsentation der ÖBB Sonderlokomotive "125 Jahre Rotes Kreuz"

(26.09.) LINZ - ÖBB, Rotes Kreuz und ROCO haben anlässlich des heuer stattfindenden 125 Jahre Jubiläums des Roten Kreuzes einen eigens dafür gestalteten ROT KREUZ TAURUS ins Leben gerufen. In der Farbgebung zeigt sich die Sonderlokomotive in den Farben weiß, grau und rot. So dekoriert wird die Lok ein Jahr lang in Österreich und Deutschland im regulären Bahnbetrieb unterwegs sein. "Die ROT KREUZ TAURUS wird mit ihrem auffälligen Design alle Blicke auf sich ziehen und die Bereitschaft zu helfen thematisieren", betont Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG. Der "ROT KREUZ TAURUS" als H0-Modell ROCO wird diese Lok als H0-Modell (Maßstab 1:87) herausbringen. Das weitgehend in Handarbeit hergestellte Modell wird im Rahmen einer einmaligen Produktionsserie 2006 angeboten.

Im Jänner 2000 wurde die erste Lokomotive der Reihe 1016/1116 - bei den ÖBB als Taurus bezeichnet - produziert, mit dem ROT KREUZ TAURUS wird die 314 Lokomotive dieser Baureihe in Dienst gestellt. Insgesamt wird die Taurusflotte der ÖBB nach Ende der Auslieferung im Jahr 2007 382 Lokomotiven betragen, wobei 50 Stück davon bereits der neuen Generation TAURUS 3 angehören werden. TAURUS 3 wird als Mehrsystem-Lokomotiven konzipiert und wird sich mit allen drei international gängigen technischen Standards bei der Stromversorgung von Zügen zu Recht finden. Die neue Lok-Reihe wird ab März 2006 schrittweise zum Einsatz kommen. Die ROT KREUZ TAURUS kann in Ländern eingesetzt werden, deren Schienennetz wie in Österreich mit 16,7 Hertz Wechselstrom ausgerüstet ist (etwa in Deutschland), aber auch in Ungarn und Teilen der Slowakei und Tschechiens, deren Bahnstromversorgung auf 50 Hertz Wechselstrom ausgerichtet ist. Bahnstrecken, wo Züge mit Gleichstrom anstatt mit Wechselstrom versorgt werden, wie in Italien, Slowenien, der östliche Teil der Slowakei und der Norden Tschechiens, bleiben der TAURUS 3 vorbehalten. Die Taurus-Lokomotivflotte übernehmen bei den ÖBB die anspruchvollsten Einsätze, sowohl vor Schnellzügen im hochwertigen Fernreiseverkehr als auch vor den schwersten Güterzügen.

Peter-Ustinov-Schule und DB unterschreiben Kooperationsvereinbarung

(26.09.) BERLIN - Die DB und die Peter-Ustinov-Schule aus Charlottenburg haben am vergangenen Freitag eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Zielsetzung der Kooperation ist die Schülerinnen und Schüler mit einem höheren Praxisbezug zu unterrichten sowie die Ausbildungs- und Studienreife der Schulabgänger zu verbessern. Dazu zählen die ökonomische Bildung der Schülerinnen und Schüler, die Fortbildung des Lehrpersonals sowie gemeinsam entwickelte innovative Projekte. Übergreifende Qualifikationen wie vernetztes Denken-, und soziale und methodische Kompetenzen sollen gefördert und entwickelt werden. Die Deutsche Bahn AG und die Peter-Ustinov-Schule vereinbaren einen Maßnahmenkatalog, der diese Zielsetzung stützt. Im Einzelnen wurde die Unterstützung der Jugendlichen bei der Berufsorientierung, eine Zusammenarbeit zwischen dem Lehrerkollegium und den Trainern und Ausbildern des Bereiches der Berufsausbildung bei der DB AG, der Austausch von Lehr- und Lernmitteln sowie der Erfahrungsaustausch "Schule" - "Bildungsdienstleister" vereinbart.

DB beschafft 36 weitere Doppelstockwagen

(24.09.) BERLIN - Die DB hat am Freitag einen Auftrag über 36 Doppelstockwagen beim Fahrzeughersteller Bombardier spezifiziert und platziert. Die Reisezugwagen für den Nahverkehr, mit einem Auftragswert von 79 Millionen Euro, werden aus einem Hauptvertrag abgerufen. Mit dieser Bestellung setzt die Bahn den Modernisierungskurs ihrer Fahrzeugflotte fort. Die "Dostos" sind für den Einsatz im Rahmen von Verkehrsverträgen für den Betrieb ab Fahrplanwechsel Ende 2006 vorgesehen. 20 Reisezugwagen sollen dann in Bayern zwischen München und Salzburg unterwegs sein, 16 Dostos werden in NRW die Linie RE 11 verstärken.

Mehr als 1100 Doppelstockwagen sind heute bei der Bahn bereits im Einsatz. Sie sind die Leistungsträger im Nahverkehr. Der Komfort der Fahrzeuge wird von den Reisenden sehr geschätzt: So verfügen die Dostos über eine hohe Laufruhe, Klimaanlage, breite Wageneingänge, Stellplätze für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder sowie ein elektronisches Fahrgastinformationssystem. In der 1. Klasse runden Teppichboden und eine geräumige Sitzanordnung mit drei Sitzplätzen pro Reihe gegenüber vier Sitzen in der 2. Klasse den Komfort ab. Die bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnellen, im elektrischen Betrieb fahrenden Fahrzeuge sind energieeffizient und damit umweltfreundlich. Auf 100 Kilometer benötigen sie pro Reisender bei rund 50 Prozent Auslastung umgerechnet lediglich 1,8 Liter Sprit. Darüber hinaus bestätigt die Bahn den Doppelstockwagen mit mehr als 98 Prozent Verfügbarkeit eine hohe Zuverlässigkeit im Betrieb. Diese Pluspunkte der Fahrzeuge haben auch die Besteller der Nahverkehrsleistung überzeugt.

Bahn verkauft DERG offenbar an Ströer

(24.09.) BERLIN - Die DB verkauft ihre Werbetochter Deutsche Eisenbahn Reklame GmbH (DERG) offenbar an den in Köln sitzenden deutschen Marktführer Ströer. "Ströer wird den Zuschlag erhalten", meldete die Nachrichtenagentur "Reuters" am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Preis für die Übernahme betrage rund 100 Millionen Euro. Ströer werde den Zuschlag erhalten, bestätigte am Freitag auch der Vorstandschef des französischen Werbekonzerns JCDecaux, Jean-Francois Decaux. Decaux hatte sich bis zuletzt noch ein Bietergefecht mit dem deutschen Marktführer um die Bahn-Tochter geliefert. Die Bahn und Ströer wollten die Angaben zunächst nicht kommentieren. Die DERG mit Sitz in Kassel hat etwa 250 Mitarbeiter und ist fast 140 Jahre alt. Das Unternehmen erzielte 2004 mit der Außenwerbung etwa in Zügen, an Brücken oder in Bahnhöfen einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro.

Hunsrückbahn wird reaktiviert

(24.09.) MAINZ - Die Hunsrückbahn von Stromberg über Simmern nach Morbach wird reaktiviert. Das haben Bahnchef Hartmut Mehdorn, Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage definitiv vereinbart. Wie es in einer Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums hieß, werde das Land gegenüber der DB eine langfristige Bedienungsgarantie für die Strecke abgeben. Details zur Finanzierung und zum Reaktivierungszeitplan sollen demnächst vorgestellt werden. Mit der Reaktivierung der Hunsrückbahn sei der Durchbruch für ein außergewöhnlich wichtiges struktur- und verkehrspolitisches Projekt in Rheinland-Pfalz geschafft, stellten der Bahnchef und die Minister fest.

Die Bahn hatte die Hunsrückbahn-Strecke im April 2003 wegen Sicherheitsmängeln teilweise gesperrt. Die Kosten für eine Beseitigung der Mängel wurden damals auf rund 165 000 Euro beziffert, was angesichts der geringen Rentabilität der Strecke als unwirtschaftlich verworfen wurde. Das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn hatte aber im Juli 2004 einen Antrag der DB auf eine Stilllegung mit der Begründung abgelehnt, dass die Bahn die Verhandlungen mit möglichen Kaufinteressenten der Strecke "nicht ausreichend" geführt habe. Am 28. Februar 2005 hatte schließlich das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden, dass die Bahn die Sicherheitsmängel beheben und die Strecke so lange in einem betriebssicheren Zustand erhalten muss, bis ein Stilllegungsverfahren abgeschlossen ist.

Untersuchung zum künftiger Ausbau des Bahnangebots in der Schweiz

(24.09.) BERN - Wie der Schienenverkehr in der Schweiz im Jahr 2030 aussehen soll, erarbeitet zurzeit eine Planungsgruppe vom Bundesamt für Verkehr (BAV) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Bis im kommenden Sommer will sie unter dem Titel "Zukünftige Entwicklung der Bahnprojekte" (ZEB) konkrete Vorschläge über das Bahnangebot der Zukunft auf den Tisch legen. Der Bund möchte das Angebot des öffentlichen Verkehrs schrittweise verbessern. Bezahlt wird der Ausbau mit den verbleibenden Mitteln aus dem FinöV-Fonds. Das BAV geht davon aus, dass zwischen 2013 und 2030 noch sechs bis sieben Milliarden Franken zur Verfügung stehen werden. Wie hoch die Summe letztlich sein wird, hängt unter anderem von der Kostenentwicklung der NEAT ab. Einbezogen in die Planung werden die ausstehenden FinöV-Großprojekte von BAHN 2000, NEAT und HGV. Berücksichtigt werden die Bedürfnisse des Personenfern-, Regional- und Güterverkehrs. Die Planungsgruppe hat die Vorgabe, dass der Ausbau dort erfolgen soll, wo das Marktpotenzial und die Kapazitätsengpässe für den öffentlichen Verkehr am größten sind. Ausgebaut wird die Bahninfrastruktur dort, wo dies aufgrund der geplanten Angebotsschritte zwingend ist. Wegen des knappen Finanzrahmens muss auf Großprojekte verzichtet werden.

Ziel von ZEB ist es, das Angebot im Personen- und Güterverkehr alle zwei bis vier Jahre schrittweise zu verbessern. Damit setzen die Bahnen die Bahn-2000-Philosophie fort, die einen Ausbau des Fahrplans in den Jahren 1997, 2001 und 2004 vorsah. Das modulartig aufgebaute ZEB-Programm bringt Angebotsverbesserungen für die gesamte Schweiz. Mit dem modulartigen Ausbau und der Aufteilung in kleinere Angebotsschritte weicht ZEB von der ursprünglichen Planung der 2. Etappe von BAHN 2000 ab. Sie stützte das Angebot stark auf die geplanten Ausbauten der Bahninfrastruktur bis ins Jahr 2022 ab. Die überarbeitete Angebotsplanung basiert auf dem heutigen Fahrplan, schließt aber bereits den 2007 in Betrieb gehenden Lötschberg-Basistunnel ein. Der Gotthard-Basistunnel sowie die bereits vom Parlament beschlossenen Ausbauten zur Verbesserung der Anschlüsse an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz bilden ebenfalls die Grundlage für die Gesamtplanung.

Im Personenverkehr setzt ZEB bei der 1. Etappe BAHN 2000 an. Das heutige Angebot wird vervollständigt und besser vernetzt. Weitere Bahnhöfe werden - analog zu Zürich, Bern und Basel - nach und nach zu Vollknoten ausgebaut. Dies ermöglicht Anschlüsse in alle Richtungen zur vollen und zur halben Stunde. Auf der Ost-West-Achse stärken schnellere Verbindungen durch das Mittelland und entlang dem Jurasüdfuss die Bahn im Verkehrsmarkt. Geplant ist auch eine Verdichtung des Angebots auf stark frequentierten Strecken. Der NEAT-Basistunnel am Gotthard bietet auf der Nord-Süd-Achse die Voraussetzung für einen schnelleren alpenquerenden Verkehr sowie für eine Optimierung des Taktfahrplans. Ziel ist es, mit den Ausbauten im Fernverkehr von Anfang an dem Regionalverkehr die gewünschten Entwicklungsspielräume zu ermöglichen. Die Module zum Ausbau der Bahninfrastruktur berücksichtigen auch die Bedürfnisse des Güterverkehrs. Die zusätzliche Schienenkapazität ermöglicht ein Wachstum und erlaubt gezielte Verbesserungen bei der Angebotsqualität. Mehr Netzkapazität, schnellere Strecken und eine Flachbahn durch die Alpen schaffen gleichzeitig die Voraussetzungen für eine höhere Produktivität und damit für die Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene. Die Planung des künftigen Güterverkehrsangebots basiert ebenfalls auf dem heutigen Fahrplan. ZEB soll sicherstellen, dass der Güterverkehr auch in bereits heute stark belasteten Räumen weiter wachsen kann und die heutigen Kundennetzwerke weiter verbessert werden können.

Stadler’s Gelenktriebwagen bald in Austin, Texas

(24.09.) BUSSNANG - Der Verwaltungsrat der Capital Metro in Austin, Texas, USA hat einstimmig die Stadler Bussnang AG als Gewinnerin der Ausschreibung für die Lieferung von 6 Gelenktriebwagen (GTW 2/6) plus eine Option von 12 Fahrzeugen erklärt. Das Auftragsvolumen beträgt 32.3 Millionen US-Dollar inklusive Ersatzteile. Die Züge werden auf der ersten Schienenpersonennahverkehrslinie in der texanischen Hauptstadt Austin eingesetzt werden. Die 52,5 km (32 Meilen) lange Strecke mit 9 Bahnstationen führt vom Zentrum von Austin bis zum Vorort Leander. Der erste Gelenktriebwagen für die Texaner soll im Herbst 2007 und der sechste im Frühjahr 2008 ausgeliefert werden.

Passagierkomfort, Attraktivität im Aussehen, Einsatz bewährter Komponenten und tiefen Betriebskosten der Fahrzeuge waren auch diesmal entscheidend für den Zuschlag. Für Capital Metro ist der diesel-elektrische Antrieb des GTW, eingebaut im Mittelteil zwischen den Passagierwagen einmalig und ein klarer Vorteil für den effizienten Unterhalt und den Betrieb der Fahrzeuge. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über tiefere Vibrations- und Lärmwerte als andere in den USA eingesetzte Regionalfahrzeuge. Jedes Fahrzeug besitzt zwei diesel-elektrische Antriebe und verfügt über deutlich bessere Beschleunigungs- und Bremswerte als vergleichbare Fahrzeuge. Der Austin GTW hat eine Passagierkapazität von 225 (108 Sitz- und 117 Stehplätze) und genügend Platz für Passagiere mit Rollstühlen, Kinderwagen oder Fahrrädern. Zusätzlich verfügt der GTW über ein visuelles und akustisches Passagierinformationssystem, eine Video-überwachung und ein Wireless LAN für Internetbenutzer. Die Fahrzeuge für Austin werden komplett in Bussnang gefertigt.

Der Gelenktriebwagen, der Bestseller vom Hause Stadler wurde bereits 390 Mal in folgenden Ländern verkauft: Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland (Olympische Spiele 2004), Österreich, Slowakei, Holland und der Schweiz. Ebenfalls hat Stadler im Konsortium mit Bombardier bereits 20 GTW für New Jersey produziert und geliefert, die auf der Strecke zwischen Camden und Trenton seit 2004 erfolgreich im Einsatz sind. Andere bekannte Fahrzeugfamilien der Stadler Rail Group sind der FLIRT (163 verkaufte Züge) und der Regio Shuttle RS1 (354 verkaufte Züge).

Wien - Budapest als erste grenzüberschreitende europäische Magistrale mit ETCS

(24.09.) WIEN - Am Donnerstag wurde im Beisein von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot, Vizekanzler Hubert Gorbach dem ungarischen Staatssekretär Dióssy und hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft, die erste europäische ETCS-Magistrale von Wien nach Budapest in einem festlichen Rahmen präsentiert. Das europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) kommt auf der 247 km langen Strecke zwischen Wien und Budapest europaweit erstmals grenzüberschreitend zum Einsatz. ETCS ermöglicht einen interoperablen Zugverkehr mit einheitlichen Sicherheitsstandards, wo bisher unterschiedliche nationale Regelwerke und technische Voraussetzungen an den nationalen Grenzen aneinander trafen. Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und die MÁV (Ungarische Staatsbahnen) haben die Magistrale Wien - Budapest gemeinsam mit den Partnerfirmen Alcatel Austria AG und Siemens AG ausgestattet.

Alcatel war von Anfang an treibender und gestaltender Partner der ETCS Lösungen und hat das erste ETCS weltweit in Betrieb genommen (Oktober 2001 Sofia - Burgas für den Betreiber BDZ in Bulgarien). Weiter unterstützte und gestaltete Alcatel die Erarbeitung des ETCS-Net Konzepts 2004 für den beschleunigten Ausbau entlang wichtiger Transportkorridore in Pan-Europa. Auch an der, nunmehr mit feierlichem Festakt begangenen, ersten europäisch durchgängigen ETCS interoperablen grenzüberschreitenden Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Donaumetropolen Wien und Budapest ist Alcatel bei der Realisierung federführend beteiligt, wobei Alcatel in Ungarn für die gesamte Strecken- und Fahrzeugausrüstung, in Österreich in Kooperation mit Siemens für die Streckenausrüstung, verantwortlich ist.

Auch Siemens arbeitet seit Jahren für ein Europa ohne Grenzen im Schienenverkehr. Auf der Ebene der Stromsysteme entwickelte Siemens die Mehrsystemlokomotiven mit bis zu vier verschiedenen Stromsystemen, die der ÖBB-Konzern bereits einsetzt. Bei der Zugsicherung wurden von der ersten Stunde an mit TRAINGARD ausgereifte ETCS-Lösungen für Level 1 und Level 2 angeboten. Die Lösungen werden in zahlreichen Ländern - Spanien, Deutschland, Griechenland, Niederlande, Belgien und Österreich bereits erprobt und installiert. Bei der ersten grenzüberschreitenden ETCS-Lösung Wien-Hegyeshalom rüstet Siemens die 65 km Strecke komplett mit Eurobalisen aus. Diese kleinen elektronischen Geräte im Gleis übertragen bei der Vorbeifahrt des Zuges Daten von der Strecke zum Fahrzeug. Hinzu kommt die Streckenausrüstung des Bahnhofs Parndorf und die ETCS - Ausrüstung von 13 Taurus-Lokomotiven. Generaldirektor Albert Hochleitner: "Diese moderne technische Entwicklung unterstützt den Lokführer, erhöht die Zugfrequenz pro Tag, senkt den Energieverbrauch und erhöht die Sicherheit der Reisenden. ETCS ist die grundlegende, innovative Investition in die Zukunft der europäischen Bahnen. Mich freut, dass wir gerade hier von Wien aus die "europäischen Korridore" eines grenzenlosen Europa mitentwickeln können."

"Spiegel": Fernzüge wieder unpünktlicher

(23.09.) BERLIN - Die Pünktlichkeitsquote bei Fernzügen ist in diesem Sommer wieder gesunken. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" waren im Juni und Juli 2005 21 Prozent aller Fernzüge mehr als fünf Minuten verspätet, im Vorjahr lag die Quote bei unter 15 Prozent. Im Juni und Juli hatten dem Bericht zufolge einige größere Baustellen auf wichtigen Verbindungen und Unwetter für Behinderungen gesorgt. Darunter litt vor allem die Pünktlichkeit bei IC- und ICE-Zügen. Die Nahverkehrszüge waren indes in den beiden Sommermonaten zu rund 92 Prozent pünktlich. Die S-Bahnen in Berlin und Hamburg konnten laut "Spiegel Online" ihr hohes Niveau von 98 Prozent Pünktlichkeit halten.

Studie: Kunden sind zufrieden mit dem Nahverkehr der DB

(23.09.) BERLIN - Eine aktuelle Infas-Umfrage hat ergeben, dass der Nahverkehr der DB von den meisten Kunden positiv bewertet wird. Wie die DB am Donnerstag in Berlin mitteilte, gaben 51 Prozent der Befragten der DB die Note Eins oder Zwei. Damit hat sich der positive Trend im Nahverkehr bestätigt, denn DB Regio konnte das stark verbesserte Ergebnis der Frühjahrsbefragung fortführen. Die gute Bewertung durch die Befragten führt die DB vor allem auf verbesserte Basisleistungen wie Information, Service, Pünktlichkeit sowie auf eine gestiegene Fahrzeugqualität zurück. Infas befragt zweimal jährlich Bahn-Passagiere im Nahverkehr zu ihrer Zufriedenheit. Für die aktuelle Befragung wurden im Frühjahr 2005 rund 11000 Interviews geführt. Befragt wurden sowohl Fahrgäste, die die Bahn täglich nutzen, als auch Reisende, die nur gelegentlich Bahn fahren. Kriterien sind unter anderem die Zufriedenheit mit der Zugausstattung, der Pünktlichkeit der Züge, dem Preisangebot und den Leistungen des Personals.

Bahnbranche fordert Neuausrichtung der Verkehrspolitik

(23.09.) BERLIN - Die Bahnbranche erwartet von einer neuen Bundesregierung die Neuausrichtung der Verkehrspolitik. "Stärker als bisher müssen in der Bundespolitik die arbeitsmarktpolitischen Chancen und die Energieeffizienzvorteile des Schienenverkehrs berücksichtigt werden", verlangte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende Norbert Hansen am Donnerstag in Berlin. "Wer vor dem Hintergrund der steigenden Benzin- und Dieselpreise die Abhängigkeit vom Öl verringern will, kommt an einer 'Pro-Schiene-Politik' nicht vorbei". Dies müssten "Jamaika-Koalitionäre genauso zur Kenntnis nehmen wie Großkoalitionäre". Nach Hansens Angaben entfallen 30 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland auf den Verkehrssektor, wobei die Bahn bei gleicher Leistung im Personenverkehr nur halb so viel Energie wie der Pkw benötigt und im Güterverkehr lediglich ein Viertel so viel Kraftstoff wie der Lkw. Auch müsse der Schienenverkehr in Deutschland stärker als Jobmotor gesehen werden. "900.000 Arbeitsplätze hängen an der Schienenbranche, die mit einem Jahresumsatz von 49 Milliarden Euro zu den Schlüsselbranchen Deutschlands gehört, aber bislang nicht immer als solche behandelt worden ist", sagte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende.

Der stellvertretende Allianz pro Schiene-Vorsitzende und Aufsichtsratsvorsitzende von Bombardier Transportation, Peter Witt, verwies auf die "weltweite Renaissance" der Schiene, bei der Deutschland nicht den Anschluss verlieren dürfe. In den USA betrage der Marktanteil des Schienengüterverkehrs mittlerweile 52 Prozent, China baue jährlich 1.800 Kilometer neue Bahnstrecken und Spanien investiere bis zum Jahr 2020 jedes Jahr 7 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur. Obwohl die Schienenverkehrstechnik "eine der wenigen Branchen" sei, "in denen Deutschland noch führend ist", habe die Bundesregierung in den vergangenen Jahren "alle konkurrierenden Verkehrsträger mit konzertierten Aktionen unterstützt, die Schiene aus unerklärlichen Gründen jedoch nicht". "Industriepolitisch muss die Schienenverkehrspolitik einen deutlich höheren Stellenwert bekommen", verlangte Witt, der auch Sprecher des aus 58 Unternehmen bestehenden Förderkreises der Allianz pro Schiene ist. Dieser höhere Stellenwert müsse sich unter anderem in Investitionen für Schienenwege niederschlagen. Witt: "Die neue Bundesregierung muss jährlich mindestens fünf Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur investieren. Bei den jährlichen Pro-Kopf-Investitionen würde die Bundesrepublik als Haupttransitland Europas dann immerhin zu Slowenien aufschließen".

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Adolf Müller-Hellmann, nannte das voraussichtliche Güterverkehrswachstum von 50 Prozent in den nächsten zehn Jahren "eine der wesentlichen Herausforderungen der Verkehrspolitik". Die von der bisherigen Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gleisanschlussförderung und die Förderung des Güterumschlags von Straße auf Schiene müssten "unbedingt fortgesetzt werden". Müller-Hellmann: "Durch die Fortführung dieser Förderprogramme kann die Politik mit geringem Mitteleinsatz nennenswert zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene beitragen." Priorität müsse in den nächsten Jahren dem bestehenden Schienennetz und dem Ausbau der so genannten Schienenverkehrsknoten eingeräumt werden. Damit das Schienennetz in Deutschland "nicht noch weiter schrumpft", forderte der VDV-Hauptgeschäftsführer die Politik auf, insbesondere bei der regionalen Schieneninfrastruktur "den betriebswirtschaftlichen Druck von Einzelstrecken zu nehmen". Solange die konkurrierenden Verkehrsträger Straße, Luft und Wasserstraße nicht eigenwirtschaftlich sein müssen, dürfe sich die ausschließlich betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise bei regionalen Bahnstrecken "allenfalls auf Teilnetze beschränken und nicht auf Einzelstrecken".

Der verkehrspolitische Forderungskatalog der Schienenbranche "Fahrplan Zukunft - 12 Punkte für einen fairen Wettbewerb der Verkehrsträger" kann zum Preis von 2,- Euro als Broschüre (Din-A-4, 20 Seiten, farbig) bei der Allianz pro Schiene bestellt oder kostenlos als pdf-Datei von der Homepage der Allianz pro Schiene heruntergeladen werden.

Gotthard: Neuartige Felssicherung besteht Bewährungsprobe

(23.09.) SEDRUN - Im Teilabschnitt Sedrun des Gotthard-Basistunnels wird zurzeit im Tavetscher Zwischenmassiv Nord eine bautechnisch schwierige Zone durchquert. Um dem enormen Gebirgsdruck zu begegnen beschritten die AlpTransit Gotthard AG und die ARGE TRANSCO neue Wege im Tunnelbau. In diesem Teilabschnitt mit druckhaftem Gebirge haben ausgebrochene Hohlräume die Tendenz, sich ohne Gegenmaßnahmen wieder zu schließen. Zur Offenhaltung des Ausbruchquerschnitts werden deshalb Stützmittel eingesetzt. Nach dem Ausbruch werden zwei ineinander liegende deformierbare Stahlbogen eingebaut. Diese bestehen aus je acht Segmenten, welche unter Anwendung von begrenzt nachgiebigen Verbindungen zu zwei ineinander liegenden Ringen zusammengefügt werden. Beginnt der Gebirgsdruck zu wirken, schieben sich die Ringe langsam zusammen bis zum Erreichen des maximalen Tragwiderstandes. Die angewandte Technik ist zwar aus dem deutschen Steinkohlebergbau bekannt, wurde aber in diesen Dimensionen weltweit noch nie eingesetzt. Dieses Verfahren hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. Die Vortriebsarbeiten sind sowohl in den Kosten wie in den Terminen auf Kurs. Von den rund 1'200 m sind bereits 450 m oder mehr als ein Drittel erfolgreich ausgebrochen.

Weniger Railbars in SBB-Zügen

(23.09.) BERN - Das Bahngastronomieunternehmen elvetino strukturiert seine Verpflegungsangebote in den Zügen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zum Fahrplanwechsel im Dezember um. Wie es in einer SBB-Pressemitteilung hieß, würden die Railbar-Dienste schrittweise auf wirtschaftlich rentable Strecken mit hohem Fahrgastaufkommen konzentriert. Insgesamt werden laut SBB täglich 319 Züge mit einer Railbar bedient (momentan sind es 489 Züge). In Zügen mit einem Restaurant werde künftig die elvetino-Railbar, der bequeme Getränke- und Snack-Service am Platz, direkt vom Speisewagen aus logistisch versorgt. Dadurch könne dank besserer Kühlmöglichkeiten namentlich das Sandwich-Angebot mit mehr Frische und Vielfalt verbessert werden, hieß es. Darüber hinaus soll es bei Zügen mit großem Fahrgastaufkommen weiterhin Railbars geben, die unabhängig vom Speisewagen verkehren. Dazu kommen saisonale Dienste auf touristischen Strecken und Serviceleistungen im Zusammenhang mit Großveranstaltungen. Ein neu designtes Railbar Modell mit einer batteriebetriebenen Kaffeemaschine wird demnächst ersten praktischen Tests unterzogen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es wegen den Kürzungen nicht geben.

Hoher Spritpreis treibt Deutsche in Busse und Bahnen

(23.09.) BERLIN (Reuters/ eig. Ber.) - Die stark gestiegenen Spritpreise bringen treiben immer mehr Deutsche zum Umstieg auf Busse und Bahnen. Im ersten Halbjahr hätten die Unternehmen ein Plus bei den Passagieren von 1,5 Prozent verzeichnet. Die Einnahmen seien um vier Prozent gestiegen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Verkehrsunternehmen (VDV), Adolf Müller-Hellmann, am Donnerstag in Berlin. Im zweiten Halbjahr erwarte man eine weitere Steigerung. "Die Benzinpreise werden sich weiter positiv auf den öffentlichen Verkehr auswirken", sagte Müller-Hellmann.

ICE 3 beendet Zulassungsfahrten in Frankreich

(22.09.) BERLIN - Mit einer Hochgeschwindigkeitsfahrt bis Tempo 320 ist am Mittwoch auf der 280 Kilometer langen Strecke zwischen Lyon und Aix-en-Provence der technische Teil für die Zulassung des ICE 3 in Frankreich erfolgreich zu Ende gegangen. Wie es in einer Pressemitteilung der DB hieß, habe die über fünf Jahre dauernde Testserie schließlich als wichtigste Erkenntnis ergeben, dass die Technik des ICE 3 den landesspezifischen Anforderungen in Frankreich gerecht werde. Während mehrerer Testphasen erfolgten kontinuierlich Anpassungen am Fahrzeug, um den Besonderheiten des französischen Betriebs gerecht zu werden. Inzwischen ergibt sich ein komplettes Bild über die ergänzenden Maßnahmen am ICE 3M. So wird für den Verkehr in Frankreich die Wirbelstrombremse erst oberhalb von 220 km/h wirksam gemacht und mit Rücksicht auf die Bauweise der Strecken dort in der Bremswirkung im Normalbetrieb um etwa die Hälfte verringert. Nachteile entstehen dadurch nicht, weil das französischen Netz generell auf geringere Verzögerungen ausgerichtet ist.

Anpassungen sind auch für die so genannte Phasen-Trennstellen im französischen Netz erforderlich – so genannte neutrale Zonen , die automatisch vom Zug "erkannt" und danach abgeschaltet durchfahren werden. Diese Automatismen beim Durchfahren der Trennstellen mussten am ICE 3M optimiert werden – eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Weiterhin müssen die elektronischen Steuerungen der Außentüren verändert und den französischen Anforderungen auch für niedrige Bahnsteige und bezüglich der Philosophie der Notöffnungsmechanismen angeglichen werden. Die Aerodynamik des Fahrzeugs bei hohen Geschwindigkeiten wurde im Unterflurbereich verändert. So werden einige der offen angebrachten Komponenten am Unterboden durch spoilerartige Anbauten verkleidet. Das verändert die Luftströmungen. Dadurch wird schädlicher Schotterflug unterbunden, der Komponenten an der Strecke und am Fahrzeug zerstören kann.

Eine besondere Herausforderung stellen die französischen Zusicherungssysteme dar. Völlig gegensätzliche Philosophien haben sich hier getroffen. Dank der umfassenden Unterstützung durch die SNCF konnten die Gerätschaften konfiguriert und integriert werden. Neben den in Deutschland bewährten Zugsicherungstechniken PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung) auf konventionellen Strecken sowie LZB (Linienzugbeeinflussung) im Hochgeschwindigkeitsbereich wird der ICE 3M für Frankreich nun auch mit den Systemen KVB ("contrôle de vitesse par balises") und TVM ("transmission voie-machine") ausgestattet sein. Darüber hinaus wird der Triebzug auch für ETCS, das künftige "European Train Control System", vorbereitet. Dabei ist nicht zu vergessen, dass natürlich auch die Systeme für die Niederlande und Belgien sowie die Schweiz in ihrer Funktion uneingeschränkt weiter verfügbar sein müssen.

Nach Aussagen der Bahnindustrie sollen sich die Gesamtkosten für die Anpassung der ICE 3M auf gut acht Millionen Euro pro Triebzug belaufen. Rund 28 Millionen Euro hat sich die DB bislang die Zulassung kosten lassen. Mit dem Ende der Zulassungsfahrten sei eine entscheidende Etappe auf dem Weg zum europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr abgeschlossen, betonte die DB am Mittwoch in Berlin. Nun beginnt für die Ingenieure der Bahn die Schreibtischarbeit. Dann werden die abschließenden Dokumentationen – in deutscher und französischer Sprache – erstellt und die Akten aus fünf Jahren Arbeit der SNCF übergeben. Diese wird die französische Aufsichtsbehörde, eine Unterdirektion des Verkehrsministeriums, informieren, damit die Zulassung verbindlich ausgesprochen werden kann. Rechtzeitig zur Aufnahme des Personenverkehrs zwischen Paris und Frankfurt 2007 soll dann das entsprechende Papier vorliegen, damit die Fahrzeit zwischen den Metropolen auf unter vier Stunden gedrückt werden kann. Was der ICE 3M jetzt im September 2005 endlich hinter sich gebracht hat, steht dem TGV POS (POS steht für Paris - Ostfrankreich - Süddeutschland) noch bevor. Ab Ende November 2005 wird die SNCF für ihren TGV in Deutschland die Zulassung betreiben.

Tschechische Bahn: Ab Dezember rollt der Pendolino

(22.09.) WIEN - Die Tschechische Bahn wird nach einem Bericht des "ORF" ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember - nach fünfjähriger Verspätung - erstmals Pendolino-Neigezüge einsetzen. Die Fahrzeit zwischen Prag und Wien werde sich dadurch um eine halbe auf vier Stunden verkürzen. Die ursprünglich geplante Durchbindung bis Berlin werde aber vorerst nicht kommen. Wie es auf dem Internetportal "Tschechien Online" heißt, solle der Zug auch auf den Verbindungen Prag - Ostrava (Mährisch-Schlesien) und Prag – Dìèín zum Einsatz kommen. Wie es weiter hieß, ist der Pendolino der erste Fernzug in Tschechien, in dem das Rauchen den Passagieren grundsätzlich verboten ist. Die tschechischen Pendolino-Züge werden laut "ORF" mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 160 km/h fahren, obwohl die Züge technisch auch Tempo 200 fahren könnten. Dafür müssten jedoch die Schienenstrecken erst umgebaut werden.

DB und China Airlines intensivieren ihre Partnerschaft

(22.09.) BERLIN - Zum Start des Winterflugplans am 30. Oktober werden die DB und ChinaAirlines ihre Zusammenarbeit mit einem Code-Share-Abkommen weiter ausbauen: Passagiere der führenden taiwanesischen Fluggesellschaft erreichen dann ihre Ziele via Frankfurt Airport noch bequemer und preiswerter. Durch die Bahnanreise, die gleich ins Flugticket integriert ist, entstehen keine Mehrkosten. Ab sofort sind die komfortablen Code-Share-Verbindungen mit dem Zug ab beziehungsweise zu den Bahnhöfen Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Köln, Nürnberg, Stuttgart und München in den Reservierungssystemen unter der Flugnummer von ChinaAirlines buchbar. Die Züge sind ideal auf die Nonstop-Flüge nach und von Taipeh abgestimmt. Vom Drehkreuz Taipeh sind Anschlussflüge in weitere Länder Asiens und nach Australien möglich, die ebenfalls durchgängig ab oder von einem deutschen Bahnhof buchbar sind.

DB modernisiert Station in Aldekerk

(22.09.) DÜSSELDORF - Die DB modernisiert die Station in Aldekerk. Bei der Maßnahme handelt es sich um ein Projekt aus der Modernisierungsoffensive NRW (MOF) an der Kursbuchstrecke (KBS) 495 Düsseldorf - Kleve. Der Hausbahnsteig am Gleis 1 in Richtung Kleve wird auf einer Länge von 150 Metern auf 76 cm über Schienenoberkante (SO) angehoben. Für den bestehenden Seitenbahnsteig zwischen den Gleisen der Richtungen Krefeld und Düsseldorf wird ein neuer Außenbahnsteig mit einer Länge von 150 Metern und einer Höhe von 76 cm SO gebaut. Beide Bahnsteige werden am nördlichen Ende durch eine Fußgängerüberführung verbunden. In einem ersten Schritt wird mit Aufnahme des Zugbetriebes am 28. September 2005 der neue Außenbahnsteig in Betrieb genommen. Für den Übergangszeitraum bis etwa Jahresende müssen Reisende und Kunden den vorhandenen Bahnübergang Bahnhofstraße/Bruchstraße südlich der Verkehrsstation als einzigen Zugang zum neuen Außenbahnsteig benutzen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1,3 Millionen Euro.

Fahrtziel Natur wirbt für Urlaub auf leisen Sohlen

(22.09.) WAREN/Müritz - Die Natur genießen und dabei die Natur schützen - dafür werben die Bahn und vier führende Umweltverbände in ihrer Kooperation "Fahrtziel Natur". Die Initiative ermuntert Urlauber und Ausflügler, deutsche Nationalparks und Großschutzgebiete ohne Auto zu besuchen, informiert über nachhaltige Mobilität in diesen besonders sensiblen Naturräumen und gibt Praxistipps für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. "Mit Fahrtziel Natur beweisen wir: Die Bahn fährt auch ins Grüne", sagt Bahnchef Hartmut Mehdorn. "Wir haben 180 Bahnhöfe, an denen man quasi direkt vom Zug in die Natur umsteigen kann. Nachhaltige Mobilität ist für die Bahn Realität." Mehdorn eröffnete in Waren an der Müritz die jährliche Fachtagung von Fahrtziel Natur, die sich in diesem Jahr den Themen "Nachhaltige Mobilität und nachhaltiger Tourismus in Großschutzgebieten" widmet. In einem anschließenden Spitzengespräch zogen die Kooperationspartner - neben der Bahn der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) e.V., der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) e.V., die Umweltstiftung WWF-Deutschland und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) - auch eine Zwischenbilanz von "Fahrtziel Natur".

Seit April 2001 wirbt die Kooperation für den Besuch von Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks und macht sich zugleich für die autofreie Mobilität von Urlaubern und Ausflüglern stark. Fahrtziel Natur bewirbt zur Zeit 15 Gebiete - die Zahl der beworbenen Gebiete hat sich seit der Gründung von Fahrtziel Natur damit mehr als verdoppelt. Geografisch reicht die Palette vom hohen Norden – dem Nationalpark Jasmund – bis an die Grenze Österreichs zum Nationalpark Berchtesgaden. Äußerst populäre Ausflugsziele wie der Nationalpark Sächsische Schweiz sind bei Fahrtziel Natur mit von der Partie, aber auch Geheimtipps wie Deutschlands einziger "Urwald", der Nationalpark Hainich in Thüringen. Bei Schutzgebietsverwaltungen und regionalen Tourismusorganisationen wächst das Interesse an "Fahrtziel Natur", nicht zuletzt weil in populären Nationalparks Naturschutzziele und die umweltbelastende PKW-Nutzung der meisten Besucher nur schwer miteinander in Einklang zu bringen sind. Fahrtziel Natur weist buchstäblich Wege aus diesem Dilemma: Mit Faltblättern, Plakaten und der Internet-Plattform www.fahrtziel-natur.de mit durchschnittlich 80.000 Seitenaufrufen pro Monat liefert die Kampagne zahlreiche Tipps über Alternativen zum Auto bei der Fahrt in die Großschutzgebiete.

Hinweise auf Attraktionen und Veranstaltungen in den Schutzgebieten fehlen ebenso wenig wie Adressen von Fahrradverleihen und Tourenvorschläge. In diesem Jahr wurden knapp eine Million Faltblätter verteilt. Durch die Verteilung in allen ReiseZentren der Bahn erreichen die Broschüren interessierte Naturliebhaber im gesamten Bundesgebiet. Neben Reisetipps für individuell anreisende Besucher hat sich Fahrtziel Natur darüber hinaus als Plattform für organisierte Reisen in die Großschutzgebiete etabliert. In dieser Saison wurden auf der Website 180 buchbare Reisearrangements verschiedener Veranstalter präsentiert. Beispielsweise bietet Ameropa, der Tourismus-Spezialist der Bahn, seit 2004 besondere Programme unter der Marke Fahrtziel Natur an. In Zusammenarbeit mit der BN Service GmbH, dem Reiseveranstalter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Bayern, hat Ameropa in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal den Spezialkatalog "Fahrtziel Natur und mehr" herausgegeben.

Wer Fahrtziel Natur individuell nutzt, findet auch auf der DB-Website www.bahn.de wertvolle Planungshilfen für Urlaubsreisen und Ausflüge in die Natur. In der erweiterten Reiseauskunft der DB-Website können nicht nur per Mausklick alle Zugverbindungen in Deutschland gesucht werden, sondern auch fast alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel. Auch die "adressenscharfe" Verbindungssuche ist möglich: Wie man von Bahnhof oder der Bushaltestelle zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter kommt, wird auf Wunsch auf einer Kartenskizze angezeigt. Fahrtziel Natur hat seit 2001 bereits tausenden Naturinteressierten umweltschonende Wege in die Großschutzgebiete gezeigt und sie für die sensiblen Lebensräume von Flora und Fauna sensibilisiert. Die fünf Träger arbeiten außerdem eng mit den Landesverwaltungen, Tourismusorganisa-tionen, Schutzgebietsverwaltungen, Verkehrsunternehmen und Gebiets-körperschaften zusammen. Bahn, Bund, Nabu, VCD und WWF wollen ihre gemeinsame Kampagne darum auch 2006 fortsetzen und ausbauen.

SüdostBayernBahn baut neue Zugheizanlage in Mühldorf

(21.09.) MÜHLDORF - Um den Reisekomfort für die Bahnkunden weiter zu verbessern, baut die SüdostBayernBahn eine neue Zugvorheizanlage am Bahnhof Mühldorf. Die alten Transformatoren werden durch neue ersetzt und die Leistung der Anlage an die mittlerweile vielen und langen Züge angepasst. Die neue Zugvorheizung wird ab Mitte November zur Verfügung stehen. "Damit können wir alle nachts in Mühldorf abgestellten Züge mit Strom für die Heizung versorgen", sagt Christian Kubasch, Leiter Betrieb und Technik bei der SüdostBayernBahn. Bisher war dies wegen der geringen Transformatorkapazität nur mit einer Intervall-Schaltung möglich. Übergangsweise wird die Bahn während der Bauzeit der neuen Anlage die Regionalzüge mit Hilfe der Zuglokomotiven vorheizen. Wegen der laufenden Motoren kommt es vorübergehend zu einer erhöhten Lärmentwicklung. Der Freistaat Bayern und die SüdostBayernBahn investieren gemeinsam rund eine Million Euro in die neue Zugvorheizanlage. Bei der Auswahl der beteiligten Baufirmen sind überwiegend einheimische Unternehmen zum Zuge gekommen.

Bahnhof Bruchsal nach Abschluss der Umbauarbeiten in neuem Glanz

(21.09.) BRUCHSAL - Am Montag ist der Bahnhof Bruchsal nach Umbauarbeiten mit einem Bahnhofsfest offiziell wieder eröffnet worden. Der Bahnhof Bruchsal wurde in den letzten Jahren schrittweise komplett umgebaut. Neben dem begehbaren Reisezentrum mit drei Verkaufs- und einem Touristikcounter entstanden ein neues Presse- und Buchzentrum, ein Backshop mit Stehcafe sowie ein neu gestaltetes Bahnhofsbistro mit Außenterrasse und eine Espressobar. Darüber hinaus wurde das Friseurgeschäft modernisiert. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes befindet sich seit Oktober 2001 eine Zahnarztpraxis mit zwei Behandlungsräumen. Ein Geldautomat rundet das vielfältige Angebot ab. Die komplett neue WC-Anlage erhielt ein Behinderten-WC und ist unter anderem durch den Einsatz von Edelstahl den heutigen Erfordernissen an Robustheit und leichter Reinigung angepasst. Alle Bedienelemente funktionieren aus hygienischen Gründen berührungslos.

Im Rahmen des Ausbaus der S-Bahn RheinNeckar erfolgte der Umbau von drei Bahnsteigen: Der Bahnsteig am Gleis 1 sowie der Mittelbahnsteig mit den Gleisen 2 und 3 wurden auf einer Länge von 160 Metern auf 76 Zentimeter erhöht, die restlichen Bahnsteighöhen betragen 55 Zentimeter. Bahnsteig 3 mit den Gleisen 4 und 5 wurde bereits vor einigen Jahren auf 76 Zentimeter erhöht. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt über die vorhandenen Treppen bzw. drei neue Aufzüge. Das Bahnhofsgebäude ist vom Vorplatz über eine neue, rollstuhlgerechte Rampe barrierefrei und vom Bahnsteig 1 her ebenerdig zugänglich. Aufzüge, Rampen sowie die Bahnsteighöhe von 76 Zentimeter ermöglichen heute allen Reisenden, vor allem aber mobilitätseingeschränkten Menschen, Eltern mit Kinderwagen und älteren Reisenden, einen bequemen Bahnsteigzugang und einen niveaugleichen Wechsel zwischen Bahnsteig und den neuen S-Bahn-Fahrzeugen sowie den Stadtbahnen des Karlsruher Verkehrsverbundes. Die Bahnsteige selbst haben eine moderne Ausstattung mit neuen Bahnsteigdächern, windgeschützten Wartebereichen, Sitzbänken, Informationsvitrinen und Fahrkartenautomaten. Das Ganze wird komplettiert durch eine helle Beleuchtung, Lautsprecher, Wegeleitsystem und eine moderne Fahrgastinformationsanlage. Ein Blindenleitsystem unterstützt sehbehinderte Reisende bei ihrem Weg von und zum Bahnsteig und zu den Zügen.

Einbau der 17 Meter langen neuen Fußgängerüberführung in Klanxbüll

(21.09.) HAMBURG - In Klanxbüll wird am kommenden Sonntag in der Nacht die neue Fußgängerbrücke eingebaut. Das Brückenteil aus Stahl hat eine Länge von rund 17 Metern und wird von einem Spezialkran eingehoben. Mitte August wurde bereits vor Ort mit dem Bau der Treppenzugänge begonnen. Ende Oktober soll die neue Fußgängerüberführung in Betrieb genommen werden. Die Überführung ermöglicht eine bessere und kürzere Verbindung vom neuen Außenbahnsteig zu den Parkplätzen. Anfang Oktober wird mit der Aufstellung der neuen Wartehalle begonnen. Die moderne aus Stahl und Glas gestaltete Wartehalle bietet den Reisenden bequeme Sitzmöglichkeiten und Schutz vor der Witterung. In die Wartehalle sind Infovitrinen und ein Fahrkartenautomat integriert. Die Kosten in Höhe von rund 480.000 Euro werden aus Landesmitteln finanziert. Bereits im Jahre 2003 und 2004 wurden in Klanxbüll die Bahnsteige erneuert und mit moderner Wegeleitung ausgestattet. Mit dem Bau der Fußgängerüberführung und der Aufstellung der neuen Wartehalle sind die Modernisierungsmaßnahmen im Bahnhof Klanxbüll abgeschlossen.

Studie: Frankreichs Bahngleise sind überaltert

(21.09.) PARIS (AFP) - Frankreichs überalterte Bahngleise müssen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts für Milliardensummen modernisiert werden. In den kommenden zehn Jahren seien landesweit 15,3 Milliarden Euro notwendig, um die Schienen auf Vordermann zu bringen - 5,5 Milliarden Euro mehr als von der Regierung geplant, berichteten die Zeitungen "Figaro", "Les Echos" und "La Tribune" am Montag unter Berufung auf eine Studie unabhängiger Schweizer Experten. Demnach kritisieren Gutachter der Technischen Hochschule Lausanne, dass die französische Staatsbahn SNCF und die für das Netz verantwortliche Gesellschaft RFF bisher nur im Kleinen reparieren und instand setzen, statt das Netz wirklich zu erneuern.

ÖBB: Barrierefreier Zugang zu Ticketautomaten

(21.09.) WIEN - Der Ticketkauf am Automaten war für Reisende im Rollstuhl und kleinwüchsige Passagiere bisher nur sehr schwierig möglich. Jetzt rüsten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) einen Teil der Ticketautomaten um und machen sie barrierefrei. Der derzeitige Geldeinwurf wird aus einer Höhe von 140 cm auf 125 cm herabgesetzt. Der Umbau erfolgt in Absprache mit den Behindertenverbänden, mit denen die ÖBB eine eigene Arbeitsgruppe haben, die alle Themen rund ums barrierefreie Reisen behandelt. An fünf Bahnhöfen in Österreich sind die Automaten bereits umgebaut - am Wiener Westbahnhof, am Wiener Südbahnhof, in Linz, Klagenfurt und Innsbruck. Die weiteren Landeshauptstädte sollen schon bald folgen. Bei Neu- und Umbauten von Bahnhöfen wird darauf geachtet, künftig auch barrierefrei zugängliche Ticketautomaten zu installieren.

Auch im Zug nehmen die ÖBB Rücksicht auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Passagiere. Ticketautomaten etwa, die in den Nahverkehrszügen "Desiro" eingebaut werden, haben einen Geldeinwurf in Höhe von 130 cm. Damit sind sie auch für kleinwüchsige Passagiere sowie für Passagiere im Rollstuhl einfach zu erreichen. Für mobilitätseingeschränkte Reisende im internationalen Verkehr hat die ÖBB-Personenverkehr AG noch eine weitere Neuerung. Die VORTEILScard spezial gibt es ab sofort auch für Bürger anderer Staaten. Eine Behinderung von 70 Prozent muss nachgewiesen werden, dann bekommen auch sie um 19,90 Euro die VORTEILScard spezial und alle ihre Vergünstigungen.

Berlin Hbf und der Bahnhof Moskva Belorusskaja schließen Partnerschaft

(21.09.) BERLIN - Die Deutsche Bahn und die OAO Russischen Eisenbahnen schließen eine Bahnhofspartnerschaft zwischen Berlin Hauptbahnhof und einem Moskauer Bahnhof. Damit wird das Partnerschaftsprogramm der Bahn erweitert. Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender DB Station&Service AG, übergab heute Vadim Morosov, Erster Vizepräsident der OAO Russischen Eisenbahnen, in Berlin eine Partnerschaftstafel für den Bahnhof Moskva Belorusskaja. Er ist einer von neun Bahnhöfen in Moskau und Ausgangspunkt für die Züge nach Berlin. In Berlin Hauptbahnhof wird das zweite Exemplar der Partnerschaftstafel angebracht. Im Rahmen der Partnerschaften wird es einen intensiven Erfahrungsaustausch in Fragen der Bahnhofsentwicklung, des Betriebs und der Bewirtschaftung auf zentraler und regionaler Ebene geben. Arbeitsgruppen sollen für einen Know-how-Transfer sorgen. "Die gute Zusammenarbeit zwischen den OAO Russischen Eisenbahnen und der Deutschen Bahn wird so besonders im Bereich der Bahnhöfe noch weiter ausgebaut. Durch den Austausch von Referenten sowie Mitarbeitern wollen wir aber auch das kulturelle Verständnis fördern", hob Vadim Morosov hervor.

Neben weiteren, auch regionalen Bahnhofspartnerschaften zwischen den OAO Russischen Eisenbahnen und der Bahn sind Kooperationen mit anderen bedeutenden europäischen Bahnhöfen geplant. Die erste Partnerschaft wurde im Mai 2005 mit dem französischen Bahnhof Gare du Nord in Paris geschlossen. Eine Wanderausstellung über den Hauptbahnhof soll die neue Verkehrsdrehscheibe Deutschlands einer breiten Öffentlichkeit in Europa bekannt machen. Angefangen bei der Historie, der Lage in der Mitte Berlins, über das Bau- und Verkehrsprojekt bis hin zur Fertigstellung wird den Besuchern die Bedeutung des Bahnhofs und der Stadt vermittelt. Die Ausstellung wird vom 18. bis 28. Oktober 2005 im Bahnhof Moskva Belorusskaja zu sehen sein.

EBA genehmigt erstmalig ETCS-Testfahrten unter voller Sicherheitsverantwortung

(20.09.) BONN - Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat am 15.09.2005 die Zustimmung zur Aufnahme von finalen Hochtastfahrten im Rahmen der laufenden Sicherheitserprobung von ETCS (European Train Control System) erteilt. Bei diesen Testfahrten auf der Pilotstrecke Jüterbog - Halle / Leipzig wird das neue europäische Zugsicherungssystem ETCS zunehmend in die Sicherheitsverantwortung bei der Sicherung der Zugfahrten mit einbezogen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei diesen Fahrten beträgt zunächst 160 km/h. Am Ende dieser Hochtastserie wird das ETCS unter Sicherheitsgesichtspunkten wie bei der danach vorgesehenen Zuverlässigkeitserprobung dieses Systems beansprucht.

Die DB Netz AG und ein Industriekonsortium unter Beteiligung der Siemens AG und der Alcatel SEL AG erproben derzeit auf einer ca. 140 km langen Pilotstrecke die europäische Nachfolgetechnik für das deutsche Zugsicherungssystem LZB. Für ETCS wurden ca. 1000 Balisen verlegt, 3 Radio Blocking Center (ETCS-Zentralen RBC) errichtet und 5 Fahrzeuge mit Fahrzeuggeräten ausgestattet. Wie es in einer Pressemitteilung des EBA hieß, habe Deutschland mit diesem Schritt industriepolitisch seine internationale Spitzenstellung im Bereich der Eisenbahn-Sicherungstechnik verteidigt. Auf Seiten des Eisenbahn-Bundesamtes begleiten insbesondere die Mitarbeiter des Sachgebietes 226 München und des Sachbereiches 3 Halle tatkräftig dieses Pilotvorhaben.

Ausbau der Strecke Rostock - Berlin gesichert

(20.09.) SCHWERIN - Die geplanten Ausbaumaßnahmen für die Strecke Rostock - Berlin werden durchgeführt. Ziel sei es, die mögliche Geschwindigkeit auf der Strecke auf 160 Kilometer pro Stunde zu erhöhen und die Reisezeit zwischen den beiden Städten zu verringern, hieß es in einer Pressemitteilung der DB. Dafür bestehe eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund. Die bereitgestellten EFRE-Mittel würden bis Ende 2008 planmäßig abgerufen. Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2005 wird der Streckenabschnitt Lalendorf/Ost – Kavelstorf – Dalwitzhof – Rostock für ein Jahr für die Erneuerungsarbeiten gesperrt. In diesen zwölf Monaten wird Schienenersatzverkehr angeboten. Im Jahr 2007 wird der Abschnitt unter eingleisigem Eisenbahnbetrieb vollständig fertiggestellt. Mit der Inbetriebnahme der Nord-Süd-Verbindung in Berlin im Mai 2006 reduziert sich die Reisezeit zwischen Rostock und Berlin um fünfzehn Minuten, ab Dezember 2006 um eine weitere Viertelstunde. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wird auf dieser Strecke wieder Fernverkehr angeboten und damit die Reisezeit um rund eine halbe Stunde verkürzt.

Keine Hindernisse mehr für ICE-Verbindung Trier - Berlin

(20.09.) TRIER - Der geplanten direkten ICE-Verbindung zwischen Trier und Berlin einmal pro Tag in jede Richtung ab Mitte Dezember steht laut einem Bericht des "SWR" nichts mehr im Wege. Eine Genehmigung vom Eisenbahn-Bundesamt für die Nutzung einer S-Bahn-Trasse durch einen Tunnel bei Köln-Porz sei doch nicht notwendig gewesen, zitierte der "SWR" einen Bahnsprecher. Die Bahn habe eine andere Lösung gefunden. In der Nähe des Tunnels habe es noch eine andere S-Bahn-Strecke ohne Genehmigungspflicht gegeben.

NOB stellt neuen Zug in Kiel vor

(20.09.) KIEL - In Frankfurt jagen die Medien derzeit dem Pkw-Modell der Zukunft hinterher – in Kiel konnte die Öffentlichkeit am heutigen Montag neue Maßstäbe in Sachen Schienenfahrzeuge kennen lernen: Die Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB), Bombardier Transportation und Vossloh Locomotives präsentierten den ersten 4-Wagen-Zug inklusive Lokomotive für die „Marschbahn“ Hamburg - Westerland (Sylt). Ab dem 11. Dezember 2005 übernimmt die NOB den Regionalverkehr auf dieser Strecke von der DB. „Wir werden Sie nicht enttäuschen - diese Fahrzeuge bieten Reisekomfort auf Fernverkehrsniveau“, versprach Karl-Heinz Fischer, Geschäftsführer der NOB, den zahlreichen Besuchern. Karl Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bombardier Transportation, ergänzte: "Dass wir heute nach nur 24 Monaten Lieferzeit einen innovativen und modernen Reisezugwagen auf die Schiene bringen können, ist eine hervorragende Leistung, die nur in guter partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der NOB und Bombardier erreicht werden konnte."

Der Hersteller Bombardier Transportation und die NOB haben bei der Entwicklung der Reisezugwagen besonderes Augenmerk auf den Komfort für die Fahrgäste gelegt: Klimaanlage, Audiomodule, Klapptische und Leseleuchten gehören zum Standard der Ausrüstung. Die neuen Wagen verfügen über breite Türen und sind durchgehend niederflurig, so ermöglichen sie an fast allen Bahnhöfen einen stufenlosen Einstieg – optimal für Rollstuhlfahrer, Fahrräder und Kinderwagen.

Von Hüsem bis Weesterlön/Söl - Bahnschilder in friesischer Sprache

(20.09.) WESTERLAND - Die acht Bahnhöfe zwischen Husum und Westerland auf Sylt sind ab kommendem Freitag zweisprachig ausgeschildert. Die Bahnhofsnamen sind dort künftig nicht nur in deutscher sondern auch in friesischer Sprache angegeben. So erhält der Bahnhof Westerland (Sylt) ein Schild mit der Aufschrift Weesterlön (Söl). Husum wird auch mit Hüsem beschildert, Bredstedt mit Bräist, Langenhorn mit e Hoorne, Niebüll mit Naibel, Klanxbüll mit Klangsbel, Morsum mit Muasem und Keitum mit "Kairem".

Zusätzlich erhalten diese Stationen eine Infotafel, die Informationen über die friesische Sprache und die Friesen gibt. Hierdurch soll die friesische Sprache und Kultur gefördert werden. Einheimische, Gäste und Durchreisende werden so auf diese sprachliche Besonderheit Nordfrieslands und der Insel Helgoland aufmerksam gemacht. In Nordfriesland und auf Helgoland sprechen rund 10.000 Personen Friesisch. Die Initiative, die Stationen des Kreises Nordfriesland mit friesischen Namen zu ergänzen, stammt aus Gesprächen der Deutschen Bahn mit dem Friisk Foriining und dem Frasche Rädj (Friesenrat). Die Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro werden größtenteils aus Bundesmitteln und durch die Landesverkehrsservicegesellschaft (LVS) getragen.

DB und Schweizer Post vereinbaren Joint Venture

(20.09.) BERLIN - Die DB und die Schweizerische Post arbeiten künftig beim Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement eng zusammen. Die 100prozentige Bahntochter DB Dienstleistungen GmbH und die Schweizerische Post haben heute in Bern einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Gemeinsam wollen beide Partner innovative Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und vor allem in den Bereichen Prozessmanagement sowie Marketing und Vertrieb die vorhandenen Synergien optimieren. Das Joint Venture ist offen für weitere Partner, bedarf aber noch der Zustimmung der jeweiligen Kartellbehörden in den beiden Länder. Ziele sind ein umfangreicher Know-how-Transfer sowie die gemeinsame Weiterentwicklung von Mobilitätsangeboten zwischen den im Mobilitätsmanagement tätigen Tochterunternehmen der beiden Partner, der DB FuhrparkService GmbH und der Mobility Solutions AG. Zugleich soll auch die Internationalisierung der gemeinsamen Produkte und Angebote vorangetrieben werden.

Hansen hofft auf Neueinstellungen bei der Bahn

(19.09.) BERLIN - Der Vorsitzende der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, rechnet "noch in diesem Jahrzehnt" mit Neueinstellungen bei der DB. "Das hängt schon allein mit der Liberalisierung des europäischen Eisenbahnnetzes zusammen", sagte Hansen im Interview mit der "Netzeitung". Dadurch ergäben sich "für die Bahn viele neue Möglichkeiten – nicht nur im Inland, sondern insbesondere im grenzüberschreitenden Güterverkehr". Der massive Stellenabbau der vergangenen Jahre sei jedenfalls abgeschlossen. Es gebe zwar noch Planungen, durch neue Technologien Synergien zu erzielen. "Aber im gesamten operativen Bereich ist kein Stellenabbau mehr möglich - und auch nicht mehr geplant."

Die zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember angekündigte Preiserhöhung der Bahn verteidigte Hansen wegen der teureren Energiekosten. Der Anstieg liege "weit unter dem, was Autofahrer schon heute an der Tankstelle verkraften müssen", zitierte die "Netzeitung" den Gewerkschaftschef. "Von daher bleibt es attraktiv, auf die Bahn umzusteigen." Die Bahn habe mit steigenden Energiekosten genau so zu kämpfen wie Autofahrer oder Gaskunden. Gleichzeitig plädierte Hansen dafür, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Bahn-Tickets zu erheben – oder die Steuer für Fahrscheine gleich "ganz abzuschaffen". "Das würde auch zur Harmonisierung des europäischen Steuerrechts beitragen", argumentierte er. Bleibe die aktuelle Situation bestehen, würden auch die Wettbewerbsnachteile für die Bahn insbesondere gegenüber dem Luftverkehr verlängert. Der aus der Steuerfreiheit von Flugtickets und -benzin resultierende Preisunterschied sei "nämlich immens: Allein bei Billigfliegern macht die Steuerbefreiung bei den Tickets 30 Prozent aus", rechnete Hansen vor. "Wenn die Bahn gleich behandelt würde, könnte sie auch attraktivere Angebote machen." (Zum Interview von Hansen mit der "Netzeitung").

Bahnindustrie rechnet mit weiterem Stellenabbau

(19.09.) BERLIN - Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland rechnet wegen schwacher Auftragslage für dieses Jahr mit einem deutlichen Personalabbau. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes, Michael Clausecker, sagte der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe), seit nunmehr zwei Jahren halte der negative Trend bei Inlandsaufträgen für die Bahntechnik-Unternehmen an. Die Bahnindustrie spüre insbesondere die Flaute bei der Bestellung neuer Fahrzeuge. Die Branche rechnet damit, dass der Umsatzrückgang eine Größenordnung von 10 bis 15 Prozent erreichen könne, was sich unmittelbar auf die Zahl der Beschäftigten niederschlagen werde. Falls der negative Trend bei Inlandsaufträgen anhalte, sei der Verlust von bis zu 6000 der bislang noch rund 40.000 Stellen in der Bahnindustrie zu befürchten.

Erneuter Wassereinbruch im Tunnel Engelberg nach Unwetter

(19.09.) BERN - Das Unwetter Mitte August hat nicht nur an der bestehenden Bahninfrastruktur der Zentralbahn große Schäden angerichtet, sondern auch den sich im Bau befindlichen Tunnel nach Engelberg in Mitleidenschaft gezogen. An der ungefähr gleichen Stelle wie im Jahr 2003 ergoss sich eine große Menge Wasser in den Tunnel und richtete massive Schäden an. Teile des Tunnels wurden überflutet und Felsbrocken ausgeschwemmt. Es entstanden auch Schäden am Gewölbe und an der Sohle, diverse Druck-, Wasser- und Stromleitungen wurden zerstört und die Baugrube für das Portalbauwerk hat sich mit Kies gefüllt.

Die Arbeiten am Betongewölbe wurden vom Südportal her oberhalb der Wassereinbruchstelle nach der Reparatur der Infrastruktur am 6. September bereits wieder fortgesetzt. Die Aufräumungsarbeiten und die Arbeiten am Betongewölbe unterhalb der Wassereinbruchstelle konnten nur unter strengen Sicherheitsauflagen und unter intensiver Beobachtung der Witterung und Wasserführung aufgenommen werden. Arbeiten in der Wasser führenden Zone sind erst im kommenden Winter nach Rückgang des Wassers wegen der Kälte im hochgelegenen Gebiet der Wassereintritte wieder möglich. Die Bauleitung rechnet mit zeitlichen Verzögerungen und entsprechenden Mehrkosten. Die Planungsarbeiten für die Projektanpassungen wurden aufgenommen, die Maßnahmen hängen unter anderem von den weiteren karsthydrologischen Erhebungen ab.

Neuer Unterrichtsfilm der Bahn

(19.09.) BERLIN - Die Begeisterung stand den kleinen Darstellern ins Gesicht geschrieben. Mit strahlenden Augen, großer Ernsthaftigkeit und stetig wachsender Professionalität haben die Schüler der Friedrich-de-la-Motte-Fouqué-Grundschule den Berliner Ostbahnhof besucht – begleitet von einem aufmerksamen Bahn-TV-Kamerateam. Das Ergebnis dieser Reise ist eine anschauliche und lebensnahe Unterrichtseinheit rund um das Bahnfahren. Im engen fachlichen Austausch mit Grundschulpädagogen hat die Bahn das schon länger bestehende Unterrichtsmaterial "Einfach Bahn fahren" aktualisiert. Entstanden ist eine inhaltlich kompakte und gleichzeitig sehr praxisnahe Unterrichtseinheit. Umfang: Eine Doppelstunde zur Einführung, ein Ausflugstag mit schülergerechter Führung durch den Ostbahnhof sowie eine Doppelstunde zur Nachbereitung. Nähre Informationen gibt es im DB Projektbüro "Klasse unterwegs" unter Telefon 030 / 85 95 65 39 oder im Internet unter www.klasse-unterwegs.de.

Mindestens ein Toter und 83 Verletzten bei Zugunglück in Chicago

(19.09.) CHICAGO (AFP) - Bei einem Zugunglück in der US-Metropole Chicago ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. 83 weitere Menschen wurden verletzt, als ein Vorortzug am Samstag in einem Wohngebiet entgleiste, wie örtliche TV-Sender berichteten. Mehr als 180 Menschen befanden sich demnach in dem Zug. Die Rettungskräfte mussten den Berichten zufolge einige Verletzte aus den Waggons herausschneiden. Mehrere Passagiere konnten durch die Fenster ins Freie gelangen. Die meisten Menschen wurden im zweiten und dritten der insgesamt fünf Waggons verletzt, weil bei dem Unglück zunächst ein Waggon in der Mitte des Zuges entgleist war.

Bahn- und Busangebot im Zillertal wird ausgeweitet

(17.09.) JENBACH - Das Bahn- und Busangebot im Zillertal wird nach einem Bericht der "Tiroler Tageszeitung" deutlich ausgeweitet. Ab dem Winterfahrplan 2007/08 fahre die Zillertalbahn ganzjährig im 30-Minuten-Takt. Die Busse, die als wichtige Ergänzung und Zubringer von den Bergregionen zur Zillertalbahn dienen, sollen laut "Tiroler Zeitung" optimal auf den Fahrplan der Zillertalbahn abgestimmt werden. "Mit ein Mal Umsteigen ist dann jede Ecke im Zillertal mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem erreichbar", zitierte die Zeitung den Chef der Zillertaler Verkehrsbetriebe, Wolfgang Holub. Insgesamt rund 15 Millionen Euro sind dem Bericht zufolge für die Angebotsausweitung vorgesehen: sieben Millionen Euro für drei neue Niederflurgarnituren und neue Lokomotiven sowie ein entsprechendes Sicherheitssystem und ein Infosystem für die Fahrgäste, sechs Millionen Euro für den zweigleisigen Ausbau der Zillertalbahn auf Teilstrecken sowie ein bis zwei Millionen Euro für die Bussparte.

In 20 Monaten fährt der TGV nach Basel und Zürich

(17.09.) BASEL - Ab Juni 2007 rückt Paris der Deutschschweiz um beinahe anderthalb Stunden näher. Mit der Eröffnung einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke wird Paris ab Basel in dreieinhalb und ab Zürich in viereinhalb Stunden erreichbar sein. Geplant sind täglich vier Verbindungen zwischen Paris und Basel, und drei Verbindungen zwischen Paris und Zürich ohne Umsteigen. Die TGV der Baureihe POS (Paris – Ostfrankreich - Schweiz) werden auf der Neubaustrecke in Frankreich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 320km/h verkehren statt wie bisher zwischen 270 und 300km/h. Ein komplett neues Innendesign des französischen Mode-Designers Christian Lacroix vermittelt den Reisenden ein futuristisches und bequemes Innendesign. Der erste TGV der neusten Generation wurde am Freitag in Basel vorgestellt.

Die SNCF und die SBB arbeiten gemeinsam daran, die Services für die Reisenden aufzuwerten. Dazu gehören grenzüberschreitende Zugbegleiter oder Grenzkontrollen am Sitzplatz. In der 1. Wagenklasse wird jeder Sitzplatz mit einer Steckdose ausgerüstet, damit die Reisezeit optimal genutzt werden kann. Die SNCF und die SBB werden die Betreuung der TGV Zürich – Basel - Paris ihrer gemeinsamen Tochter Lyria übergeben. Lyria SAS ist bereits verantwortlich für die Vermarktung der TGV-Verbindungen Lausanne und Zürich - Bern sowie Genf - Paris.

DB bestellt weitere Ticketautomaten bei Höft & Wessel

(17.09.) BERLIN - Die DB hat bei Höft & Wessel weitere stationäre Ticketautomaten zusätzlich zu den bereits im laufenden Jahr georderten Geräten bestellt. Die Bestellung erfolgt im Rahmen des zu Beginn des laufenden Jahres abgeschlossenen Rahmenvertrages zwischen Höft & Wessel und der DB. Dieser Abruf aus dem Rahmenvertrag hat ein Volumen von mehr als 4 Millionen Euro. Die Ticketautomaten werden voraussichtlich im Regionalverkehr der DB eingesetzt und sollen noch im laufenden Jahr geliefert werden. Die bestellten Geräte der neuesten technischen Generation zeichnen sich durch einen deutlich verbesserten Schutz vor Vandalismus aus.

Bombardier Transportation: "Königliche Direktion" in Berlin wird neues Headquarter

(17.09.) BERLIN - Bombardier Transportation, Weltmarktführer in der Schienenverkehrsindustrie, wird seine globalen Aktivitäten künftig aus einem Headquarters im Herzen Berlins führen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, soll die "Königliche Direktion" nahe dem Potsdamer Platz, die seit mehr als 100 Jahren unterschiedlichen Bahnunternehmen als Firmenzentrale diente, neuer Sitz des Konzerns werden. Bislang sind die Mitarbeiter der Zentrale über vier verschiedene Standorte in und um Berlin verteilt. Mit der Entscheidung für den neuen Hauptsitz werden künftig rund 350 Mitarbeiter unter dem Dach der "Königlichen Direktion", einem sorgsam restaurierten Baudenkmal im Stil der Neorenaissance, zusammengeführt. Der Umzug ist geplant für das Frühjahr 2006.

"Der Umzug in ein World Headquarters in dieser sympathischen Metropole", so André Navarri, President, Bombardier Transportation, "ist für uns von Bombardier Transportation ein klares Bekenntnis zum Standort Berlin." Das wunderschön restaurierte historische Gebäude, so Navarri weiter, stehe für eine perfekte Kombination: "Das Königliche Direktorat reflektiert die traditionsreiche Geschichte von Bombardier in der Schienenverkehrsindustrie, aber auch seine Position als weltweit führender Hersteller von hochinnovativen Schienenfahrzeugen. Damit fügt sich die neue Firmenzentrale ideal in die Kultur unseres Unternehmens."

3. Entdeckertag in Sachsen am kommenden Sonntag

(17.09.) LEIPZIG - Am kommenden Sonntag, 18. September 2005, laden die fünf sächsischen Verkehrsverbünde unter dem Motto "Erfahren, Entdecken, Erleben" zum 3. Entdeckertag in Sachsen ein. In allen Nahverkehrszügen gilt am Sonntag – "2 auf 1" – zwei Reisende fahren mit einem Verbund-Ticket. Partner aus Tourismus, Kultur und Wirtschaft bieten Nutzern des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zudem besondere Highlights. Dazu zählen unter anderem freier Eintritt für die ersten 200 Besucher im BELANTIS Vergnügungspark Leipzig und halber Eintrittspreis für alle weiteren Besucher mit ÖPNV-Ticket. Beim Zoo-Fest in Dresden erhalten alle Besucher mit einem ÖPNV-Ticket einen ermäßigten Eintrittspreis. Von 10 Uhr bis12 Uhr heißt es beim Flughafenfest in Dresden-Klotzsche für ÖPNV-Nutzer – zwei Besucher eine Eintrittskarte.

Brände nahe Hamburger S-Bahnhof behindern Bahnverkehr

(17.09.) HAMBURG - Brände nahe einem Hamburger S-Bahnhof haben am späten Donnerstag Abend zu Behinderungen im Bahnverkehr geführt. Der Strom bei der Fernbahn fiel aus, teilte die Feuerwehr mit. In einem Kabelschacht hatte sich ein Schwelbrand entwickelt. Fast zeitgleich kam es zu einem Feuer in einem nahe gelegenen Gleichrichterwerk. Die Ursache für beides war vorerst unklar. Die Bahn-Strecke zwischen Hamburg-Altona und Pinneberg wurde nach Angaben der Bahn gesperrt. Auch am ganzen Freitag kam es noch zu Behinderungen im S-Bahnverkehr. Fahrgäste der Linie S 3 mussten zwischen Elbgaustraße und Pinneberg auf Busse ausweichen. Wie S-Bahnsprecherin Britta Bürger sagte, müssten auf einer Länge von 500 Metern neue Kabel verlegt werden.

Bahnstrecke Hamburg - Lübeck - Travemünde wird elektrifiziert

(16.09.) LÜBECK - Am Donnerstag haben in Lübeck Angelika Mertens, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium und DB-Chef Hartmut Mehdorn im Beisein von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dietrich Austermann die Finanzierungsvereinbarung für die Elektrifizierung der Strecke Hamburg - Lübeck - Travemünde unterzeichnet. Gemeinsam investieren Bund, Land und Bahn insgesamt rund 154 Millionen Euro in das Projekt. Rund 85 Kilometer Strecke werden elektrifiziert, zwischen Schwartau-Waldhalle und Lübeck-Kücknitz wird auf sieben Kilometern das zweite Gleis gebaut. Mit ersten Baumaßnahmen kann im Jahr 2006 begonnen werden. Bis Ende 2008 wird die Bahnstrecke Hamburg - Lübeck - Travemünde elektrifiziert und bis Ende 2009 auch bis Lübeck-Kücknitz durchgehend zweigleisig sein. Mehdorn bezeichnete den Ausbau der Bahnstrecke als wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn vor allem im Güterverkehr. "Wir verbessern nicht nur die Verbindung von und zu den Lübecker Häfen, sondern schaffen auch die Voraussetzung für zusätzliche Güterströme durch Kooperation der Häfen Hamburg und Lübeck. Darüber hinaus wird die Elektrifizierung erhebliche Angebotsverbesserungen für unsere Fahrgäste im Personennahverkehr ermöglichen."

Im Zusammenhang mit der Elektrifizierung sind umfangreiche Arbeiten zur Herstellung des sogenannten Lichtraumprofils erforderlich. Mit dem Lichtraumprofil wird der notwendige Platz für die Oberleitung geschaffen. Unter anderem müssen vier Straßenbrücken neu gebaut und in einigen Bereichen die Gleise abgesenkt werden. Ein besonders markantes Bauwerk wird die neue St.-Lorenz-Brücke in Lübeck, eine Stabbogenbrücke mit 100 Metern Spannweite, sein. Für die Stromversorgung der Strecke entsteht ein neues Umrichterwerk in Lübeck. Für die Elektrifizierung des Streckenabschnittes Lübeck - Travemünde und den Neubau des zweiten Streckengleises zwischen Schwartau-Waldhalle und Lübeck-Kücknitz müssen noch Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechtes durchgeführt werden. Eine andere wichtige Voraussetzung für den Beginn der Bauarbeiten wurde bereits bis Ende letzten Jahres geschaffen: Die Signal- und Sicherungstechnik der Strecke wurde so umgerüstet, dass auf einem Gleis gebaut und auf dem anderen Gleis in beiden Richtungen gefahren werden kann. Diese Maßnahmen - Einrichtung des Gleiswechselbetriebes und Blockverdichtung - ermöglichen im Wesentlichen ein Bauen bei Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs.

Im Zusammenhang mit der Elektrifizierung steht noch ein weiteres Investitionsprojekt der Bahn: Derzeit wird der Lübecker Hauptbahnhof für rund 50 Millionen Euro von Grund auf unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte modernisiert. Die ersten neuen Bahnsteige und die ersten Stahlträger der neuen Dachkonstruktion stehen schon. Anfang 2008 wird die Modernisierung abgeschlossen sein.

Bahnhof Hamburg Hbf: Südsteg wird umgebaut

(16.09.) HAMBURG - Die DB baut ab der kommenden Woche den Südsteg im Hamburger Hauptbahnhof um. Mit der Umgestaltung wird das Erscheinungsbild einheitlich und für die Kunden besser überschaubar sein. Hierfür investiert die DB AG knapp fünf Millionen Euro. Zunächst werden alle Geschäfte bis Sonntag geschlossen und sind teilweise für die Bauzeit übergangsweise in Containern vor dem Bahnhof am Ausgang Steindamm untergebracht. In der kommenden Woche beginnt der Rückbau der Verkaufsflächen. Die elf Verkaufsflächen werden neu gestaltet und bekommen ein attraktives, modernes Design. Der ServicePoint wird von der gegenüber liegenden Seite in die Verkaufszeile integriert. Somit entsteht eine größere Übersichtlichkeit für die Bahnhofsnutzer. Neben der Neugestaltung der Verkaufsflächen wird auch die Fassade im Bereich des Südstegs und zu den Durchgängen Steindamm und Mönckebergtunnel umgestaltet. Hierfür wird ab Mitte Oktober die Fassade eingerüstet. Die Werbeflächen oberhalb des Südstegs werden neu geordnet. Sie werden in die Gesamtarchitektur der Bahnhofshalle integriert. Während der Bauphase kann es teilweise zur Beeinträchtigungen für Nutzer des Südsteges kommen. Bis zum Frühjahr 2006 wird sich der Südsteg den Bahnhofsbesuchern und Reisenden moderner, heller und freundlicher präsentieren.

Österreich testet DB-Fahrradmietsystem "Call a Bike"

(16.09.) LINZ - Das innovative Fahrradmietsystem der DB, "Call a Bike", wird jetzt zum erstenmal außerhalb von Deutschland angeboten. In der oberösterreichischen Universitätsstadt Linz startet heute die Bahntochter DB Rent zusammen mit der Wiener Unternehmensberatungsgesellschaft Aspect KEG einen sechswöchigen Feldversuch mit den silber-roten DB Mietfahrrädern. Dabei sollen insbesondere Erkenntnisse über Nutzung und Kundengruppen gewonnen werden. Die in der Marktstudie gewonnen Daten sollen auch als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, ob "Call a Bike" als Mobilitätsangebot auf weitere Städte in Österreich ausgedehnt werden kann. "Call a Bike hat sich in Deutschland als Mobilitätsangebot schon in vier Städten erfolgreich etabliert. Warum soll das innovative System nicht auch für Kunden in Österreich interessant sein?", so Rolf Lübke, DB-Rent-Geschäftsführer.

DB Rent stellt dem österreichischen Partner die DB-Mietfahrräder mit der dazugehörigen Computersoftware zu Verfügung. Das Ausleih- und Abrechnungsverfahren ist für die Kunden in Linz identisch mit dem in Deutschland bekannten "Call a Bike"-System. Während der Testdauer werden die Betreuung der "Call a Bike"-Kunden in Österreich sowie die Beantwortung aller Fragen rund um "Call a Bike" durch das KundenserviceCenter im sachsen-anhaltinischen Halle übernommen. Dazu gehört unter anderem auch das Steuern des gesamten Entleih- und Rückgabeprozesses für die Räder sowie die entsprechende Rechnungsstellung für die Mieter. Analog dem System in Deutschland können die "CallBikes" auch in Linz innerhalb eines festgelegten Kerngebietes rund um die Uhr an jeder beliebigen Straßenecke ausgeliehen und zurückgegeben werden. Die Freischaltung der Fahrräder erfolgt wie in Deutschland über einen Anruf per Mobiltelefon. Kunden können sich telefonisch oder über das Internet unter www.callabike.de registrieren lassen.

Das oberösterreichische Linz wurde für den Versuch ausgewählt, weil in der Universitätsstadt mehr als 20.000 Studenten immatrikuliert sind. Es bietet sich daher an, für die Wegstrecken auf dem Kampus oder zwischen Universität und Stadtzentrum die umweltfreundlichen und kostengünstigen "CallBikes" zu nutzen. Zudem gelten die Oberösterreicher in ihrem Land als ausgesprochene Radfans. Der Feldversuch mit den "CallBikes" in Linz endet am 1. November 2005. Erste belastbare Ergebnisse sollen bereits Ende November vorliegen.

Allianz pro Schiene fordert Maut für alle Lkw ab 3,5 Tonnen

(16.09.) BERLIN - Eigentlich sollte die seit Anfang 2005 für schwere Lastkraftwagen ab 12 Tonnen auf Autobahnen geltende Lkw-Maut helfen, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Nun gibt es laut dem Schienenbündnis "Allianz pro Schiene" erste Anzeichen dafür, dass die 12-Tonnen-Gewichtsgrenze sogar zu zusätzlichem Lkw-Verkehr auf Deutschlands Straßen führe. Immer mehr Spediteure entschieden sich für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 12 Tonnen, also für "mautfreie" Lkw, hieß es. "Was vorher in einem einzigen schweren Lkw transportiert worden ist, wird durch die 12-Tonnen-Maut-Grenze vermehrt auf kleinere Lkw verteilt. Die Zahl der Lkw-Fahrten nimmt dadurch zu. Umweltpolitisch ein Trend in die völlig falsche Richtung", kritisierte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege.

Die Allianz pro Schiene und das "Bündnis Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Europa" verweisen auf die aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Danach ist die Zahl der Neuzulassungen für mautfreie Lkw (7,5-12 Tonnen) im ersten Halbjahr 2005 um 36,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach oben geschnellt. Laut Bundesamt eine "auffallend deutliche" Steigerung. Die Gesamtzulassungszahl aller Lkw im Vergleichszeitraum stieg "nur" um 4,7 Prozent an. Angesichts des Zulassungsbooms für mautfreie Lkw und eines gleichzeitigen Zulassungsrückganges für mautpflichtige Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 12-18 Tonnen um 5,2 Prozent im ersten Halbjahr 2005 forderten beide Organisationen die Bundesregierung auf, "alle Lkw ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in die Lkw-Maut miteinzubeziehen". Was im EU-Land Österreich längst praktiziert wird, müsse auch in Deutschland möglich sein. Das Verstecken des Bundesverkehrsministeriums hinter angeblich fehlenden EU-Regelungen zieht nicht", sagte die Geschäftsführerin des "Bündnis Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Europa", Heike Aghte. Beide Organisationen appellierten an das Europaparlament, bei den aktuellen Beratungen über die so genannte "Eurovignetten-Richtlinie" (Lkw-Mautrichtlinie) an der 3,5 Tonnen-Gewichtsgrenze festzuhalten und sich nicht von der Lkw-Lobby "weichkochen zu lassen".

Transnet und GDBA bauen Zusammenarbeit aus

(16.09.) BERLIN - Die Zusammenarbeit zwischen den Bahngewerkschaften Transnet und der GDBA wird weiter ausgebaut. Beide Vorstände gaben grünes Licht für eine entsprechende Vereinbarung, die am Donnerstag in Köln unterzeichnet wurde. Die Gewerkschaften arbeiten bereits seit mehreren Jahren in der Tarifpolitik zusammen - im August wurde dazu die Tarifgemeinschaft Transnet/ GDBA gegründet. Künftig sollen auch die Themenfelder Mitbestimmung, Verkehrs- und Unternehmenspolitik sowie Internationales gemeinsam bearbeitet werden. Dies seien Bereiche, die "für beide Gewerkschaften von existenzieller Bedeutung sind", sagten Transnet-Chef Norbert Hansen und der GDBA-Bundesvorsitzende Klaus-Dieter Hommel. Um die gemeinsamen Aktivitäten zu koordinieren bilden beide Gewerkschaften einen Kooperationsvorstand, der sämtliche Vorgänge steuern soll.

Hansen und Hommel zogen ein positives Resümee der bisherigen Zusammenarbeit. Bei Aufsichtsrats-, Betriebsrats- und Jugend- und Auszubildendenvertreterwahlen habe es bereits eine enge Abstimmung gegeben. Zur Stärkung des Verkehrsträgers Schiene und im Streit um den integrierten Bahnkonzern seien Transnet und GDBA gemeinsam aufgetreten. Die GDBA sei inzwischen auch Mitglied der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF). Es dokumentiere die "Gestaltungskraft der Gewerkschaften, dass zwei Organisationen mit unterschiedlichen Dachverbänden - DGB und dbb - gemeinsam an einem Strang ziehen", konstatierten die beiden Gewerkschaftsvorsitzenden.

ÖBB-Jugendangebote - ein voller Erfolg

(16.09.) WIEN - Die Angebote der ÖBB-Personenverkehr AG für Jugendliche in den Ferien sind sehr gut angenommen worden. So kauften sich über 65.000 Jugendliche eine Feriennetzkarte, welche von 2. Juli bis einschließlich 10. September gültig war. Zusätzlich waren mehr als 23.000 Unternehmungslustige mit der AUSTRIA SOMMERcard<26 unterwegs. Insgesamt konnten mit den Aktionen dieses Sommers über 66.000 neue VORTEILcard<26-Kunden gewonnen werden. Die VORTEILScard<26 ist für Jugendliche unter 26 Jahren an jedem Bahnhofsschalter für 19,90 Euro für ein ganzes Jahr erhältlich. Die VORTEILScard<26 bietet bis zu 50 Prozent Ermäßigung beim Bahnfahren in Österreich sowie 25 Prozent Ermäßigung bei grenzüberschreitenden Fahrten. Die VORTEILScard<26 inkludiert nicht nur tolle Ermäßigungen beim Bahnfahren, sondern auch automatisch alle Vorteile der europäischen EURO<26-Jugendkarte.

Neue Debatte um Zukunft der Bahn

(15.09.) BERLIN - Kurz vor der Bundestagswahl ist die Debatte um die mögliche Trennung von Schienennetz und Betrieb bei einem Börsengang der DB neu entbrannt. Am Mittwoch sprach sich der Bahnbeirat, ein unabhängiges Gremium führender Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft, gegen eine Abtrennung des Gleisnetzes aus. "Der Strategieausschuss des BahnBeirats hält einstimmig das Integrationsmodell für das Modell der Wahl", fasste Prof. Horst Albach, langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre an der Berliner Humboldt-Universität, und ehemaliger Direktor des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), das Ergebnis der Beratungen des Gremiums zusammen. "Das erleichtert den Börsengang des Unternehmens und ist notwendig für die weitere Entlastung des Bundeshaushalts." Eine Herauslösung des Netzes aus dem Konzernverbund der DB bringe erhebliche Risiken und Synergieverluste mit sich und würde zudem auch wichtigen Zielsetzungen der deutschen Bahnreform wie einer Minimierung des Staatseinflusses auf die Bahn widersprechen, erklärte Prof. Gerd Aberle, Inhaber des Lehrstuhls für Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik und Transportwirtschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Die Trennung von Netz und Betrieb wäre mit Mehrkosten, betriebswirtschaftlichen und technischen Problemen verbunden, erläuterte der Bahn-Expertenkreis. Nur im integrierten DB-Konzern könnten Effizienzgewinne erwirtschaftet werden. Auch wettbewerbspolitische Gesichtspunkte sprächen nicht gegen einen integrierten Börsengang: Empirische Untersuchungen hätten gezeigt zeigen, dass es für den freien Zugang zum Netz keinen signifikanten Unterschied mache, ob in einem Land das Trennungs- oder Integrationsmodell zur Anwendung komme. Entscheidend für die Chancen privater Konkurrenten sei vielmehr eine effektive Regulierung. Das Integrationsmodell sei auf allen normativen Ebenen rechtsverträglich - für das einfache Bundesrecht ebenso wie für das europäische Gemeinschaftsrecht, vor allem aber für die Übereinstimmung mit den Vorgaben des Grundgesetzes. Mit Blick auf die politischen Entscheidungen zur Privatisierung der Bahn hielt Prof. Horst Albach fest: "Wir plädieren für schnelle Entscheidungen. Die Investitionskraft des gesamten DB-Konzerns hängt unmittelbar von einer verbesserten Eigenkapital-Ausstattung ab. Wachstumschancen in ihren Märkten lassen sich für die Bahn nur über einen Börsengang realisieren."

Unterdessen sind auch erste Details einer im Auftrag der Bundesregierung erstellten Studie zur Zukunft der DB, die eigentlich erst nach der Bundestagswahl veröffentlicht werden sollte, in die Öffentlichkeit gedrungen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" legt das Gutachten der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton die Trennung von Netz und Betrieb nahe. Besonders das so genannte kleine Trennungsmodell schneide gut ab, heißt es in "FTD" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf das Umfeld des Verkehrsministeriums. Im Gegensatz zu einer vollständigen Trennung des Netzbetriebes vom Schienenverkehr ginge das Netz bei einer solchen Lösung direkt in das Eigentum des Bundes über, die Bahn würde neben ihren Verkehrsaufgaben das Netz aber operativ weiter führen. Das Verkehrsministerium verwies darauf, dass die Studie nicht fertig sei und nicht vorliege. Spekulationen seien daher unsinnig, sagte eine Sprecherin. Der Verdacht, das Votum des Bahn-Beirats beeinflusse die Ergebnisse, sei absurd. Die Grünen hatten in diesem Punkt bei Verkehrsminister Manfred Stolpe protestiert. Auch der BahnBeirat wandte sich gegen diese Kritik. "Der Vorwurf einer Einflussnahme ist absolut unredlich", betonte Horst Albach. Der BahnBeirat sei unabhängig und überzeugt davon, dass sich die Kapitalmarktfähigkeit der Bahn mit dem integrierten Modell schneller und besser als mit jedem anderen Modell erreichen lasse.

Mit Blick auf die wieder entflammte Debatte um die Trennung von Netz und Betrieb klagte der Vorsitzende der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, im Gespräch mit der "Netzeitung" über "interessierte Kreise", "die das Thema im Wahlkampf-Endspurt noch einmal hochziehen wollen". Er warnte nachdrücklich davor, Fragen der Zukunft der DB in den Wahlkampf zu tragen. Von Minister Stolpe forderte Hansen, entweder das Ergänzungsgutachten allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen - oder dafür zu sorgen, dass "diese Debatte jetzt wirklich bis zum 18. September nicht weiter öffentlich geführt und erst danach konkret gesprochen wird".

Ausbau der Bahnstrecke München - Mühldorf - Freilassing

(15.09.) MÜNCHEN - Am Mittwoch haben Vertreter von Bundesverkehrsministerium und der DB die Finanzierungsvereinbarung zum zweigleisigen Ausbau des Schienenabschnitts von Ampfing nach Mühldorf im Zuge der Ausbaustrecke München - Mühldorf - Freilassing unterzeichnet. Der Bund übernimmt für den ersten Bauabschnitt mit 33,4 Millionen Euro fast die kompletten Kosten von 33,9 Millionen Euro. Die Gesamtkosten liegen bei 825 Millionen Euro. "Diese Strecke hat große Bedeutung für den Transit durch die Alpen. Durch den Ausbau können wir im Personen- und Schienengüterverkehr die Geschwindigkeit erhöhen und die Fahrzeiten deutlich verkürzen", betonte Ralf Nagel, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus von Mühldorf. Das zweite Gleis ermöglicht Fahrzeitverkürzungen im Reise- und Güterverkehr und führt zur Entspannung der Anschlusssituation im Knoten Mühldorf. Zudem wird eine bessere Anbindung der Region Mühldorf an das so genannte Chemiedreieck (Burghausen, Trostberg, Gendorf ) erreicht. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein, die Inbetriebnahme ist für Ende 2008 vorgesehen.

Bund und Bahn unterzeichen Sofortprogramm für Bahnhöfe

(15.09.) BERLIN - Zahlreiche kleinere Bahnhöfe in Deutschland sollen mit einem Millionen-Programm modernisiert werden. Dazu haben am Mittwoch das Bundesverkehrsministerium und die DB Station&Service AG in Berlin eine Finanzierungsvereinbarung über ein Sofortprogramm zur Sanierung von Bahnhöfen unterzeichnet. Wie der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Achim Großmann, mitteilte, stellt der Bund allein in diesem Jahr zehn Millionen Euro für die Ausrüstung und Sicherheit der Personenbahnhöfe sowie für die Sanierung denkmalgeschützter Bahnsteigdächer zur Verfügung. Für die kommenden Jahre bis einschließlich 2008 folgen weitere 40 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an zunächst 28 Bahnhöfen abgeschlossen werden, weitere 66 Stationen sollen im kommenden Jahr fertig gestellt werden.

Schweiz: Weitere Zugverbindungen wieder befahrbar

(15.09.) SCUOL/ BERN - Die Unterengadiner Linie der Rhätischen Bahn (RhB) zwischen Ardez und Scuol ist ab Donnerstag wieder offen. Die Tasnabrücke, die während der Unwetter im August zerstört worden war, wurde durch einen Neubau ersetzt. Bei den Unwettern war eine der 583 Brücken der RhB zerstört worden. Dabei hatte die Bündner Bahn viel Glück: Weggespült wurde genau diejenige, neben der eine fast vollendete neue bereit stand. Die Eisenbrücke über das Tobel des Tasnabaches wäre Ende September so oder so durch eine Betonkonstruktion ersetzt worden. Laut Mitteilung der RhB kann die neue Konstruktion nun zwei Wochen früher als geplant in Betrieb genommen werden. Der 600 Tonnen schwere Übergang war am Montag dieser Woche in Position gebracht worden. Am Mittwoch wurden die letzten Arbeiten an Gleisen und Fahrleitungen vorgenommen.

Ab Sonntag verkehren auch alle Züge der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über den Bahnhof Ziegelbrücke wieder ohne Einschränkungen. Durch die Niederschläge am 20./21. August 2005 war das Stellwerk Ziegelbrücke vollständig überflutet worden. Zugfahrten waren in den ersten Tagen nur noch bedingt möglich, außer den Schnellzügen Zürich - Chur fielen sämtliche Bahnverbindungen aus. Dank den sofort eingeleiteten Aufräum- und Reparaturarbeiten konnte die SBB nach drei Tagen den Zugverkehr Schwanden - Ziegelbrücke sowie am vergangenen Wochenende den Glarner Sprinter mit Umsteigen in Ziegelbrücke wieder aufnehmen. Jetzt sind diese Arbeiten vollständig  abgeschlossen, deshalb verkehren ab Sonntag, 18. September 2005 wieder alle Zugverbindungen über Ziegelbrücke gemäß Fahrplan.

Die Hälfte des Gotthard-Basistunnels ist ausgebrochen

(15.09.) AMSTEG - Vom Tunnelsystem des Gotthard-Basistunnels mit einer Gesamtlänge von 153,5 km ist die Hälfte ausgebrochen. Davon wurden je 50% mit Tunnelbohrmaschinen, bzw. im Sprengvortrieb aufgefahren. Der 57 km lange Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der neuen Gotthardbahn. Sie bildet die Infrastruktur, die es ermöglichen wird, die Verkehrsverlagerungspolitik der Schweiz umzusetzen. Das Tunnelsystem am Gotthard besteht insgesamt aus 153,5 km Tunnels, Schächten und Stollen. Davon waren gestern die Hälfte ausgebrochen. Das Bauwerk liegt damit im Gesamtterminprogramm. Aus heutiger Sicht werden die ersten fahrplanmässigen Züge Ende 2015 durch den Gotthard-Basistunnel fahren. Auf den fünf Baustellen des Gotthard-Basistunnels in Erstfeld, Amsteg, Sedrun, Faido und Bodio arbeiten zurzeit rund 1800 Personen aus 12 Nationen. Die Arbeiten am längsten Eisenbahntunnel der Welt begannen im Frühjahr 1996 in Sedrun. Auf der Nordseite wurden die Arbeiten im November 1999 in Amsteg aufgenommen, auf der Südseite in Bodio im Juli 2000.

Wartburgkurier trotz Umleitung ein Erfolg

(15.09.) STUTTGART - Pünktlich um 06:11 Uhr verließ der Dampfsonderzug Wartburg-Kurier mit der 01 1066 an der Spitze am Samstag, 10.9., den Stuttgarter Hauptbahnhof. Über Ludwigsburg, Bietigheim und Heilbronn, wo wie immer weitere Gäste zustiegen, sollte die Fahrt dann über Osterburken, Würzburg und Schweinfurt nach Meiningen gehen, wo Gäste das AW besichtigen oder mit dem Zug weiter nach Eisenach fahren konnten. Aber in Bad Friedrichshall-Jagstfeld war plötzlich Aufenthalt. Hektische Betriebsamkeit bei Reiseleitung, Telefonate, Besprechung mit dem Zugführer und dem Lokpersonal. Was war los? Nein, die zuverlässige 01 1066 machte prima Dampf lief klaglos, die historischen Wagen sind gut in Schuss, am Zug konnte es nicht liegen. Des Rätsels Lösung: Eine Streckensperrung wegen einer Entgleisung vor Würzburg machte eine planmäßige Weiterfahrt unmöglich. Kontakte mit den zuständigen Stellen der DB AG, Improvisation, Telefonate, das Improvisationstalent von Reiseleiter Ulf Haller war aufs Äußerste gefordert.

Dann, in relativ kurzer Zeit stand fest: Man würde die Route ändern, über das Neckartal nach Heidelberg und Weinheim fahren, von dort weiter nach Darmstadt, Frankfurt/M. und über Fulda und Bebra und die alte Stammstrecke der 01.10 direkt nach Eisenach. Gesagt getan, zum Glück hatte man auch für die längere Strecke den Zusatztender dabei und da auch zwei Lokpersonale eingeteilt waren, gab es auch in diesem Bereich keine Probleme. Und auch die gerade in Eisenach zur Überführungsfahrt nach Meiningen ausrückende 41 1144 konnte in letzter Sekunde gestoppt werden und erwartete in Eisenach den Sonderzug, anstelle in Meiningen den Zug zu übernehmen. Weitgehend reibungslos verlief dann die schöne, zügige Fahrt, auf der die bei solchen Langläufen zu Hochform auflaufende 1066 wieder einmal das ganze Potential der Dreizylindermaschine zeigen konnte. Fast wieder wie im ursprünglichen Plan vorgesehen, traf der Zug um 13:40 Uhr in Eisenach ein. Von dort unternahmen die meisten Gäste eine Besichtigungsfahrt zur Wartburg, diejenigen die nach Meiningen wollten, wurden mit dem Regelzug weiterbefördert.

Da die Strecke bei Würzburg für die Rückfahrt frei war, verließ der Zug pünktlich um 16:22 Uhr wieder die Wartburgstadt. Und die Dampflokfreunde kamen voll auf ihre Kosten, denn bis Meinigen leistete die 41 1144 der IG Werralbahn der 01 1066 Vorspann. Dort stiegen auch die AW-Besucher wieder zu und bis Würzburg lief der Zug im Plan. Hatten sich die DB-Stellen durchweg am Morgen noch lobenswert flexibel gezeigt, so kam es hier doch wieder zu einigen unliebsamen Verzögerungen, aber mit einiger Verspätung bremste Lokführer Jürgen Regler am späten Samstagabend dann Lok und Zug am Bahnsteig in Stuttgart Hauptbahnhof ab und zufriedenen Passagiere hatten eine ereignisreiche Fahrt erlebt, die so manche Überraschung brachte und den Vorschlag, doch einmal ganz programmgemäß eine "Fahrt ins Blaue" zu veranstalten.

Umfrage: Bahn als Alternative bei hohen Benzinpreisen

(14.09.) BERLIN - Einer im Auftrag der DB erstellten infas-Umfrage zufolge wollen 42 Prozent der Autofahrer bei anhaltend hohen Benzinpreisen häufiger Bahn fahren. Bei jüngeren Menschen (18-34 Jahre) liegt demnach die Bereitschaft zum Umsteigen auf die Bahn sogar bei 50 Prozent. Weiterhin ergab die aktuelle repräsentative Umfrage, dass Männer zögerlicher als Frauen beim Umsteigen sind: 47 Prozent der Frauen erwägen, künftig Bahn zu fahren, aber nur 38 Prozent der Männer.

Zentralbahn: Rund CHF 35 Mio. Schaden nach Unwetter vom August

(14.09.) LUZERN - Die starken Regenfälle Mitte August haben zu großen Schäden an der Infrastruktur der Zentralbahn geführt und beeinträchtigten die Transportleistungen tagelang massiv. Überschwemmte Bahnhöfe, beschädigte Trassen, zerstörte Brücken und Erdrutsche prägten das Bild der ersten Tage nach den Unwettern vom August. Die Transportleistungen des öffentlichen Verkehrs mussten umgehend mit Bahnersatz-Angeboten gewährleistet werden, was den Fahrplanmachern und Ressource-Planern viel Geschick und Improvisationskunst abverlangte. Zeitweise war in den Krisengebieten eine Flotte von 20 bis 25 Bussen gleichzeitig im Einsatz.

Der Bahnverkehr läuft nun wieder störungsfrei zwischen Luzern und Dallenwil (S4), Luzern - Sarnen (S5) und neu Brienz - Interlaken. Nach Engelberg, im Raum Sarnen - Giswil und über den Brünig sind zur Zeit noch Bahnersatz-Busse im Einsatz. Der aktuelle Planungsstand sieht folgende Terminierung für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs vor: Mitte September soll die Strecke Dallenwil - Wolfenschiessen wieder in Betrieb gehen, Ende September die Strecke Sarnen - Giswil - Meiringen, Mitte Oktober die Strecke Meiringen - Brienz und Mitte Dezember die Verbindung Wolfenschiessen - Engelberg (Brückenprovisorium). Die Experten schätzen die Schadensumme auf rund CHF 35.0 Mio., davon ca. CHF 12.5 Mio im Streckenbereich der Brüniglinie und CHF 22.5 Mio im Streckenbereich der Linie nach Engelberg. Die Zentralbahn ist im Versicherungsprogramm der SBB enthalten. Die Schäden sind somit gedeckt.

Modernisierungsschub für das Bahnwerk Mühldorf

(14.09.) MÜHLDORF - Am Dienstag haben mit einem symbolischen ersten Spatenstich die Bauarbeiten für ein elektronisches Rangierstraßen-Stellwerkbegonnen, das den enormen Rangierverkehr im Bahnhof Mühldorf in Zukunft flüssiger und wirtschaftlicher machen und damit die Zuverlässigkeit des Eisenbahnverkehrs insgesamt steigern soll. Das Rangierstraßen-Stellwerk wird 33 Weichen und 49 Signale stellen. Beim Bau kommen überwiegend regionale Firmen zum Zuge. Die Investitionen betragen rund 2,4 Millionen Euro und werden mit über 1,3 Millionen Euro vom Freistaat Bayern bezuschusst. Durch die Investition wird der Weiterbetrieb der Bahnwerkstätten in Mühldorf mit rund 80 Arbeitsplätzen nachhaltig gesichert. Voraussichtlich im Juni 2006 wird das Stellwerk in Betrieb gehen.

Die Technik des Rangierstraßen-Stellwerks in Mühldorf ist neuartig und denkbar einfach: Die Steuerung der Fahrwege kann über verschiedene Wege erfolgen. Der Bedienplatz des Stellwerks wird in das große Bahnhofsstellwerk integriert. Auf dem Monitor wird der aktuelle Betriebszustand visualisiert. Das Stellen von Weichen und ganzen Fahrwegen erfolgt per "Mausklick". In Schwachlastzeiten kann die Bedienung umgestellt werden. Rangieraufträge werden dann vom Werkdisponenten erteilt und der Lokführer kann selbst an örtlichen Bedientafeln seinen Fahrweg einstellen. Noch in dieser Woche beginnen die Kabeltiefbauarbeiten die bis Ende des Jahres 2005 andauern. Im Juni 2006 soll das Stellwerk nach neunmonatiger Bauzeit ans Netz gehen. Die SüdostBayernBahn betreibt in Mühldorf eine Werkstatt mit Fahrzeugbehandlungs- und Abstellanlagen sowie einer Dieseltankstelle. Bis zu 73 stündliche Rangierfahrten finden hier statt. Die Steuerung der 33 Weichen im Werkbereich erfolgt zur Zeit noch über ein elektromechanisches Stellwerk von 1942.

Der "7. Sinn" drehte neuen Film gegen Leichtsinn

(14.09.) DÜSSELDORF - Ort des Geschehens ist eine Landstraße in Nordrhein-Westfalen. Ein Auto nähert sich. In wenigen Metern wird es einen Bahnübergang erreichen, an dem sich gerade die Halbschranken senken. In Kürze wird ein Zug die Straße kreuzen. Trotz der geschlossenen Halbschranken will der Autofahrer den Bahnübergang noch überqueren. Plötzlich: ein lautes Quietschen von Bremsen. Um Haaresbreite donnert der Zug an der Stoßstange des Pkw vorbei. Der Fahrer sitzt mit klopfendem Herz im Auto: Das hätte schlimme Folgen haben können! Zum Glück ist diese Situation nicht real, sondern "nur" eine Szene für den neuen Spot der ARD-Fernsehsendung der "7. Sinn". Die Dreharbeiten, zu denen die Bahn Gleisanlagen, Züge und Personal zur Verfügung stellte, fanden am Freitag an verschiedenen Bahnübergängen in Nordrhein-Westfalen statt. Ein Kamerateam drehte an der Strecke Unna – Menden – Neuenrade mehrere Gefahrensituationen, um den Verkehrsteilnehmern das richtige Verhalten an Bahnübergängen nahe zu bringen.

Umfragen zeigen, dass vielen Verkehrsteilnehmern die Bedeutung von Andreaskreuz und Sicherungsanlagen nicht ausreichend bekannt sind. Mehr als ein Fünftel der Autofahrer kannten einer Befragung der Bahn zufolge die Bedeutung des roten Blinklichts an Bahnübergängen nicht. Darüber hinaus spielen auch Leichtsinn oder Unaufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer eine entscheidende Rolle. Eine beachtliche Zahl der Befragten gab an, geschlossene Halbschranken an Bahnübergängen gelegentlich zu umfahren, wenn keine Kinder und keine Polizisten in der Nähe seien. 14 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, Bahnübergänge auch nach dem Schließen der Schranken noch zu überqueren, wenn sie zu wissen glaubten, dass der Zug noch lange nicht komme. 15 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, einen Bahnübergang mit geschlossenen Halbschranken bisweilen noch schnell zu überqueren, wenn sie es eilig hätten und kein Zug zu sehen sei. Vor allem viele 18 bis 24 Jahre alte Verkehrsteilnehmer (zehn Prozent) kreuzten an, dass sie Bahnübergänge auch nach dem Schließen der Schranken noch überquerten, um zu zeigen, dass sie "auch kritische Situationen beherrschen" könnten. "Nach unseren Erfahrungen ereignen sich etwa 97 Prozent der Bahnübergangsunfälle aufgrund von Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung," erläutert Klaus Junker, Vorstand Betrieb der DB Netz AG. "Es ist aber keine Mutprobe sondern bodenloser Leichtsinn und schlicht lebensgefährlich, Lichtsignale, Halbschranken oder das Andreaskreuz nicht ernst zu nehmen." Das meint auch die bewährte TV-Sendung "7. Sinn" und will erneut in anschaulicher Weise über diese Gefahr informieren und dafür sensibilisieren. Das gleiche Ziel hat auch die langjährigen DB-Aktion 'sicher drüber'. Denn jeder Unfall an Bahnübergängen ist einer zuviel.

Unabhängig von Informationskampagnen arbeitet die Bahn daran, bundesweit – und damit auch in Nordrhein-Westfalen – die Zahl der Bahnübergänge weiter zu reduzieren bzw. mit technischen Sicherungen auszustatten. Derzeit gibt es bundesweit rund 23.000 Bahnübergänge im Streckennetz der DB AG. Knapp die Hälfte davon ist technisch gesichert. Auf Nordrhein-Westfalen entfallen 2.822 dieser höhengleichen Kreuzungen von Straße und Schiene. Zur Sicherung der Übergänge setzt die Bahn bundesweit jährlich rund 170 Millionen Euro ein. Hinzu kommen weitere 340 Millionen Euro, die der Bund und die Straßenbaulastträger investieren. Zudem verringert die Bahn die Zahl ihrer Übergänge stetig. Diese Investitionen und die bisherige Aufklärungsarbeit zeigen Wirkung. Seit Jahren sind die Unfallzahlen an Bahnübergängen deutlich rückläufig. Kam es 1994 noch zu 628 Unfällen, verzeichnete die Statistik 2004 an Bahnübergängen insgesamt noch 247 Verkehrsunfälle, 39 davon in Nordrhein-Westfalen. Die Mehrzahl der Unfälle betraf Fahrer von Personenwagen.

DB fördert das Projekt "WM-Schulen - Fair Play for Fair Life"

(14.09.) BERLIN - Die Bahn unterstützt das Straßenfußball-Projekt "WM Schulen - Fair Play for Fair Life". Im Einklang mit dem Motto der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland "Die Welt zu Gast bei Freunden" repräsentieren im Rahmen des Projekts 205 Schulen aus ganz Deutschland alle 205 FIFA-Mitgliedsländer. Im Namen der Stiftung Jugendfußball, der Jürgen Klinsmann, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, als Präsident vorsteht, übernehmen die Schulen eine Botschafterrolle in ihrer Region. Außerdem richten die Schulen lokale Fußballturniere aus und nehmen nach dem Vorbild der WM-Qualifikationsrunden für ihre "Nationen" an den vier Kontinentalmeisterschaften teil. Die Straßenfußballturniere stehen unter dem Motto "Straßenfußball für Toleranz". 32 Schul-Teams qualifizieren sich so für das WM-Schulfinale im Juni 2006 in Potsdam. Die Bahn als Sponsor des Projekts sorgt für die Mobilität der Schulklassen und bringt die Schüler im September und Oktober 2005 aus ihren Heimatorten in Zügen zu den vier Kontinentalmeisterschaften in Wittenberge, Halle, Ostfildern und Hamburg sowie zum WM-Schulfinale nach Potsdam.

Die Unterstützung des Sports, insbesondere des Fußballs sowie die Unterstützung sozialer Projekte zählen für die Bahn zu den Kernthemen ihrer Sponsoringstrategie. Im Rahmen des Engagements der Bahn als Nationaler Förderer der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist die Unterstützung des Projektes "WM-Schulen" ein bedeutender Baustein der geplanten Aktionen rund um das Sportgroßereignis der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im nächsten Jahr. Die Bahn will während der Weltmeisterschaft ihre Kompetenz als internationaler Mobilitäts- und Logistikdienstleister unter Beweis stellen. Dabei geht das Leistungsspektrum weit über das bekannte Reiseangebot hinaus - zum Beispiel mit einem Informationsservice für Reisende, der permanent über das WM-Geschehen auf dem Laufenden hält. In den WM-Städten wird die Bahn so genannte Welcome Desks einrichten. Insgesamt sind in das Projekt FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 alle Geschäftsfelder eingebunden, vom Personenverkehr über das Netz bis hin zu den Spezialisten für Transport und Logistik.

Bombardier und chinesisches Eisenbahnministerium bauen Zusammenarbeit aus

(13.09.) BERLIN - Bombardier und das chinesische Eisenbahnministerium (MOR) haben am Freitag in Ottawa eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit der der über zwanzig Jahre laufende Rahmenvertrag zwischen dem Unternehmen und dem Ministerium vom 27. Juni konkretisiert wird. Gegenstand des Rahmenabkommens war die Absicht des MOR, zusätzliche Hochgeschwindigkeits-Elektrotriebzüge von Bombardier und seinem Joint Venture Bombardier Sifang Power (Qingdao) Transportation Ltd. (BSP) zu kaufen. Mit der Kooperationsvereinbarung wird aus der Absicht eine Verpflichtung. Darüber hinaus wird damit auch bekräftigt, dass Unternehmen und Ministerium gemeinsam ein Wartungszentrum für die 200 km/h schnellen Züge bauen wollen, das eine Kapazität von 250 Zügen erreichen soll. Über das Abkommen vom 27. Juni hinaus wollen Bombardier und MOR einen neuen Hochgeschwindigkeits-Elektrotriebzug entwickeln, der Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen und sowohl über Schlafwagenabteile als auch über einen vollausgestatteten Restaurant-Wagen verfügen soll.

Berliner S-Bahn: Linienänderungen zum 12. September

(13.09.) BERLIN - Rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft wird die DB die wichtigsten Baumaßnahmen im S-Bahn-Netz abschließen. In diesem Zusammenhang sind bis zum Frühjahr 2006 Linienänderungen erforderlich, die zur Veränderung gewohnter Fahrwege führen. Im Bereich des Bahnhofs Pankow sind umfangreiche Arbeiten zur Stabilisierung eines Bahnsteiggleises erforderlich. Bis Mai kann daher nur ein eingleisiger Betrieb durchgeführt werden, der die bisherige Taktdichte nicht zulässt. Während die Züge der Linie S2 tagsüber unverändert im 10-Minuten-Takt zwischen Bornholmer Straße und Blankenburg fahren, gibt es für die Fahrgäste der Linie S8 Veränderungen. Seit dem gestrigen Montag sind die bisherigen Linien S25 und S8 am Bahnhof Bornholmer Straße zu einer durchgehenden neuen Linie S8 Hennigsdorf – Grünau/Zeuthen verknüpft. Der bisherige 20-Minuten-Takt wird unverändert beibehalten. Fahrgäste von/nach Hennigsdorf und Pankow können bequem am gleichen Bahnsteig in Bornholmer Straße umsteigen.

Zwischen Birkenwerder und Nordbahnhof wird die neue Linie S86 eingerichtet. Diese fährt zwischen Birkenwerder und Blankenburg im 20-Minuten-Abstand und verstärkt zwischen Blankenburg und Nordbahnhof alle 40 Minuten den 10-Minuten-Takt der Linie S2. Die Linie S85 zwischen Grünau und Waidmannslust fährt unverändert. Rechtzeitig vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft werden die Baumaßnahmen im Nord-Süd-Tunnel und in Pankow beendet und die ursprünglichen Linienführungen wieder hergestellt. Die Linie S25 fährt dann wieder durchgehend zwischen Hennigsdorf und Teltow Stadt bzw. die Linie S8 zwischen Birkenwerder und Grünau/Zeuthen.

Zur Gewährleistung eines dichten Zugabstandes von und zum Olympiastadion während der Fußball-WM wird die Sanierung der Bahnsteiggleise am Bahnhof Zoo begonnen und die Erneuerung des Streckenabschnittes zwischen Charlottenburg und Westkreuz mit Hochdruck fortgesetzt. Zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten wird durchschnittlich ein 5-Minuten-Takt mit den Linien S7, S75 und S9 angeboten. Zwischen Zoologischer Garten und Spandau fahren die Linien S75 und S9 (statt S5) im 10-Minuten-Takt. Die Linie S7 fährt im Westabschnitt nur noch zwischen Westkreuz und Wannsee. Ausführliche Informationen zu den Linienänderungen und den veränderten Fahrplänen gibt es im Internet unter www.s-bahn-berlin.de, in der neuesten Ausgabe der S-Bahn-Kundenzeitung "punkt3" und im neuen kostenlosen Fahrplanheft der S-Bahn Berlin GmbH, das kostenlos an Fahrkartenausgaben und Kundenzentren erhältlich ist. Für Fragen steht das S-Bahn-Kundentelefon unter 030 / 29 74 33 33 zur Verfügung.

Bayern: Aufräumarbeiten nach Hochwasser auf Hochtouren

(13.09.) IMMENSTADT - Die Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Hochwasser in Südbayern laufen immer noch auf Hochtouren. Auf Grund der Schäden ist die Strecke Immenstadt – Oberstdorf derzeit nicht befahrbar. Die Strecke Immenstadt – Oberstdorf bleibt vsl. bis Mitte Oktober auf weiteres gesperrt. Alle Züge werden durch Busse ersetzt, die nach einem festen Fahrplan verkehren. Die DB bittet die Fahrgäste, die geänderten Abfahrts- und Ankunftszeiten bei der Reiseplanung zu berücksichtigen. Rollstühle, Kinderwagen und Reisegepäck können auch in den Bussen mitgenommen werden, Fahrradbeförderung nur bei den im Ersatzfahrplan mit einem Fahrradsymbol gekennzeichneten Bussen. Die Fahrgastinformation erfolgt anhand von Aushängen, Handzetteln und Lautsprecherdurchsagen in den Zügen und an den Bahnhöfen. Außerdem sind die Fahrpläne im Internet unter www.bahn.de/hochwasser sowie im Bayerischen Rundfunk, Videotexttafeln 744–747, detailliert dargestellt. An den größeren Stationen informieren Reisendenhelfer zusätzlich über die Ersatzfahrmöglichkeiten. Auch die Tourismusbüros sind über die Ersatzfahrpläne informiert.

Baden-Württemberg: Maßnahmen zum Lärmschutz schreiten voran

(13.09.) KARLSRUHE - Die Maßnahmen zum Lärmschutz an bestehenden Bahnstrecken schreiten in Baden-Württemberg voran. So sind an der Bahnstrecke Darmstadt - Heidelberg in Weinheim die Arbeiten für den passiven Schallschutz weitgehend abgeschlossen. Dies sind schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden, wie beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern in Verbindung mit schallgedämpften Lüftern, die zu einer wesentlichen Lärmreduzierung in den betroffenen Wohn- und Schlafräumen beitragen. Kurz vor dem Abschluss stehen die Arbeiten für den passiven Schallschutz auch an der Bahnstrecke Mannheim - Karlsruhe in Oftersheim sowie am Knoten Mannheim-Friedrichsfeld. Die DB bittet daher alle am Programm teilnehmenden Eigentümer, die Rechnungen für den Einbau der Fenster wie vereinbart bis Ende Oktober 2005 beim Ingenieurbüro Obermeyer Planen + Beraten GmbH einzureichen. Eine spätere Finanzierung der Maßnahmen ist nicht möglich.

Für weitere Schallschutzmaßnahmen fällt im neuen Jahr der Startschuss: so beginnen in Efringen-Kirchen im Januar 2006 die Arbeiten für den Bau von Schallschutzwänden. Entlang der Bahnstrecke Karlsruhe - Basel sind insgesamt drei Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund 1.720 Meter vorgesehen. Die Wände sind zur Gleisseite hin hoch absorbierend ausgebildet, um Schallreflexionen zu vermeiden. Auch in Bad Schönborn wird ab Januar gebaut: Im Ortsteil Mingolsheim ist eine knapp 210 Meter lange Wand vorgesehen. Eine zweite Schallschutzwand wird im Ortsteil Langenbrücken entstehen. Fertiggestellt sollen die Projekte im Frühjahr 2006 sein.

Seit 1999 stellt die Bundesregierung für die "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes" jährlich Mittel in Höhe von 51 Mio. Euro zur Verfügung. Damit wurde erstmals die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Bei diesem Programm handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Die zu Beginn des Programms verwendete Dringlichkeitsliste umfasste die vordringlich zu sanierenden Ortsdurchfahrten und galt als Übergang in der Anlaufphase des Programms. Seit Ende April 2005 ist diese nun in eine Gesamtkonzeption für die Lärmsanierung eingeflossen, die das Bundesverkehrsministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn entwickelte. Bundesweit sind aktuell in über 600 Ortslagen Lärmsanierungsmaßnahmen in Planung bzw. im Bau. Mit der Realisierung ist bundesweit die DB ProjektBau GmbH beauftragt.

Nächster Halt: Wiesn-Haltestelle Hackerbrücke

(13.09.) MÜNCHEN - Das größte Volksfest der Welt beginnt in wenigen Tagen. Die Planungen der S-Bahn zum Oktoberfest laufen schon seit dem Frühsommer. Personaleinsatz und Fahrzeugumläufe mussten organisiert und die Fahrpläne erstellt werden. Mit einem guten Fahrplanangebot und dem kurzen Weg von der Wiesn-Haltestelle Hackerbrücke bietet die S-Bahn viele Vorteile für eine sichere Fahrt zum Oktoberfest, ganz ohne Führerscheinsorgen. Täglich ab 16.00 Uhr stehen am "Wiesn-Counter" an der Hackerbrücke bis zu fünf Mitarbeiter der S-Bahn München mit Rat & Tat den Fahrgästen zur Verfügung. Mit Zugverstärkungen, zusätzlichen Zügen und Verlängerungen der Züge bis an die Linienendpunkte stellt sich die S-Bahn auf das zu erwartende höhere Fahrgastaufkommen ein. An den Wochenenden bietet die S-Bahn ein um ca. 40 % erhöhtes Platzangebot an. Natürlich stehen auch die Nachtschwärmer-S-Bahnen an den Wochenenden und in der Nacht zum Feiertag (03.10) zur Verfügung. Spezielle Plakate informieren über die zusätzlichen Fahrmöglichkeiten.

An der Station Hackerbrücke wird die S-Bahn-Wache mit bis zu 25 Mitarbeitern präsent sein. Für den gesamten Wiesn-Einsatz verstärkt sich der Sicherheitsdienst mit 85 zusätzlichen Kräften, die vor allem in den Zügen mitfahren werden. Auch die Reinigungsintensität wird während der Wiesn in den S-Bahn-Zügen verstärkt. Am Ostbahnhof und in Pasing stehen Just-in-time-Kommandos bereit, die sich so schnell wie möglich um die Beseitigung von groben Verschmutzungen kümmern können. Mobile Reinigungstrupps überprüfen an den Endbahnhöfen die Züge und sorgen dafür, dass die Fahrgäste einen sauberen Zug vorfinden. Bei der Fundstelle am Münchner Hbf herrscht während dem Oktoberfest ebenfalls Hochkonjunktur. Dort werden nämlich auch alle Fundsachen aus den S-Bahn-Zügen gesammelt. Viele Handys, Aktenkoffer und auch Laptops haben dort wieder zu ihrem Besitzer gefunden. Wichtige Hinweise und Tipps für eine angenehme Fahrt zur Wiesn sind auch im Internet unter www.s-bahn-muenchen.de nachzulesen.

"Welt": Bahn rechnet mit 90 Millionen Euro aus Verkauf von Werbetochter

(12.09.) MÜNCHEN - Die DB wird nach einem Bericht der "Welt" (Montagsausgabe) mit dem Verkauf der Werbetochter Deutsche Eisenbahn Reklame GmbH (DERG) deutlich mehr erlösen, als die Kaufinteressenten ursprünglich bezahlen wollten. "Der Kaufpreis wird inzwischen auf mindestens 90 Millionen Euro gehandelt", zitierte die Zeitung einen Beteiligten. Auch ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag sei möglich. Vor Beginn der Verkaufsauktion zu Jahresanfang schätzte ein Bieter laut "Welt" den Wert der Firma noch auf bis zu 60 Mio. Euro. Für die attraktive Traditionsfirma, die unter anderem die Werbeflächen auf 6000 Bahnhöfen, 3600 Fernzügen, fast 15000 Nahverkehrszügen und rund 7000 Bahnbrücken vermarktet, seien die potentiellen Käufer nun aber gewillt, einen "satten strategischen Aufpreis" zu bezahlen, hieß es übereinstimmend in den Kreisen. Wie es weiter hieß, nehmen nur noch drei Unternehmen, nämlich die Kölner Ströer AG, der französische Werbekonzern JC Decaux und die britische Firma Viacom Outdoor, an der dritten und letzten Bieterrunde teil, die bis Ende September abgeschlossen sein solle. Die Bahn AG wollte sich am Sonntag zu dem Bericht nicht äußern.

Tag der offenen Tür bei den SBB

BERN - Am Sonntag haben mehrere Tausend Besucher die Rail-Expo der SBB in Yverdon-les-Bains besucht. Die Rail-Expo bildete den Abschluss der Feierlichkeiten rund um das 150-jährige Bestehen der Bahn in der Romandie. Die schweizerischen Bundesbahnen (SBB) präsentierten ihr modernstes Rollmaterial. Zudem wurde mit Ausstellungen, Vorführungen und Filmen viel Wissenswertes über die Bahn vermittelt. Großer Beliebtheit erfreuten sich die Führerstandsfahrten. Die eigentliche Hauptattraktion war der Dampf-Extrazug, der in der Romandie unterwegs war. Ebenfalls an diesem Wochenende luden außerdem elf Werkstätten des Fahrzeugunterhalts mit einem Tag der offenen Tür zur Besichtigung ein. In der Romandie waren die Betriebe in Genf und Lausanne am Sonntag für Besucher geöffnet. Bereits am Samstag waren in der Deutschschweiz die Standorte in Basel, Brig, Luzern, Oberwinterthur, Olten, Weinfelden, Zürich Altstetten und Zürich Herdern für die Öffentlichkeit zugänglich. In Olten wurde das neue Industriewerk "Tannwald" feierlich eingeweiht, in Basel war zum ersten Mal der neue Nahverkehrszug "Flirt" zu sehen. Lausanne lockte mit historischen Lokomotiven und in Oberwinterthur nutzten die Besucher die Gelegenheit, einen Gefängniszug von innen zu besichtigen. An verschiedenen Standortenwaren die Reinigungs- und Unterhalts-Equipen der SBB für die Besucher in vollem Einsatz.

Mit dem Tag der offenen Tür bei insgesamt elf Werkstätten des Fahrzeugunterhalts der SBB wurde der Öffentlichkeit die Bahnwelt näher gebracht. Über 20 000 Besucher nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der SBB zu blicken und erfuhren dabei, was alles nötig ist, um jeden Tag rund 800'000 Bahnreisende in 6500 Personenzügen zu transportieren.

Umweltverträglichkeit als wesentlicher Pluspunkt der Magnetschnellbahn

(12.09.) MÜNCHEN - Die Umweltverträglichkeit des Transrapids stand im Mittelpunkt des dritten Transrapid-Symposiums, das am Freitag in der Hanns-Seidel-Stiftung in München stattfand. Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaften diskutierten vor rund 300 Gästen die Umweltaspekte am Magnetschnellbahn-Projekt München Hauptbahnhof – Flughafen. Der Veranstalter und Projektträger DB Magnetbahn, eine Tochtergesellschaft der DB, konnte für das Symposium Fachreferenten gewinnen, die das Vorgehen bei der Umweltplanung für die Magnetschnellbahn erläutern. DB-Chef Hartmut Mehdorn unterstrich die große Bedeutung der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Magnetbahn und die daraus erzielbare Entlastung der Umwelt. "Kein anderes Verkehrsmittel wird so viele Kunden anziehen, wie die Magnetschnellbahn, weil sie unschlagbar in zehn Minuten zwei zentrale Verkehrsknoten, den Hauptbahnhof mit dem internationalen Flughafen, verbindet. Wer mit der Magnetschnellbahn unterwegs ist, fährt nicht Auto."

Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu vertrat nachdrücklich die Position der Bayerischen Staatsregierung: "Die Bayerische Staatsregierung steht voll hinter dem Projekt. Mit dem Transrapid schaffen wir die schnelle sowie wirtschaftliche Anbindung des dynamisch wachsenden Münchner Flughafens an das regionale und überregionale Schienennetz. Eine Referenzstrecke in Deutschland wirkt zudem als Türöffner für viele weitere Auslandsprojekte und verbessert dadurch spürbar die Exportchancen dieser Technologie. Es ist daher wichtig, dass die Bundesregierung das Projekt voll unterstützt. Das kürzlich genehmigte Weiterentwicklungsprogramm ist hierbei ein Schritt in die richtige Richtung, dem weitere folgen müssen. Jetzt kommt es darauf an, alle vertiefenden Planungen für die Münchner Strecke fortzuführen und abzuschließen." Ein Bekenntnis zum Magnetschnellbahn-Projekt gab auch Dr. Johannes Keil, Geschäftsführer der neu organisierten DB Magnetbahn GmbH ab: "Die Bahn wird den Transrapid bauen." Dabei versichert er: "Auf die Zeit der öffentlichen Auslage aller Planungsunterlagen in den Gemeinden bereiten wir uns sorgfältig vor. Hier werden wir wie bisher sachlich und offen kommunizieren."

China will 240 Milliarden in Bahn-Ausbau investieren

(12.09.) PEKING (AFP/ eig. Ber.) - China will Milliardensummen in den Ausbau seiner Bahn stecken. Geplant sei die Investition von rund 240 Milliarden Dollar (rund 200 Milliarden Euro) bis 2015, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Mit dem Geld sollen neun neue Hochgeschwindigkeitsstrecken für Bahnreisende gebaut werden, die Fahrten mit bis zu 300 km/h möglich machen. Diese Pläne gingen aus der Mittel- und Langfristplanung der chinesischen Regierung hervor, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Lu Dongfu. Das chinesische Schienennetz soll von bisher 74000 Kilometern bis 2020 auf 100000 Kilometer wachsen. China ist für die Beförderung von Millionen Pendlern und Frachtgütern wie Kohle über weite Strecken abhängig von der Bahn. Das System wird dem Bedarf derzeit aber bei weitem nicht gerecht.

ÖBB Senioren-Aktion ist wieder da

(12.09.) WIEN - Im Aktionszeitraum von 24. September bis 27. November fahren Inhaber einer VORTEILScard Senior jedes Wochenende von Samstag 0:00 Uhr bis Sonntag 12:00 Uhr - also 36 Stunden lang - für nur sieben Euro in der 2. Klasse mit den Zügen der ÖBB durch ganz Österreich. "Die Senioren-Aktion im Frühjahr war ein so großer Erfolg, dass wir uns entschieden haben, sie fortzusetzen", so Stefan Wehinger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG. Beworben wird die Aktion wieder mit einer eigenen Kampagne, bei der die beliebte Schauspielerin Ruth Drexel im Mittelpunkt steht. In diesem Herbst gibt es eine besondere Ergänzung der Aktion: mit dem sieben-Euro-Ticket können Inhaber der VORTEILScard Senior bequem über Machegg/ Kittsee bis nach Bratislava reisen, ohne aufzuzahlen. Die VORTEILScard Senior ist für Frauen ab 60 und für Männer ab 65 an jedem Bahnhofsschalter um nur 26,90 Euro für ein ganzes Jahr erhältlich. Mit der VORTEILScard Senior spart man mindestens 45 Prozent bei Bahnreisen im Inland und 25 Prozent bei Auslandsreisen. Spezielle Vergünstigungen gibt es auch in den ÖBB-Postbussen.

Mecklenburg-Vorpommern: Bahn mit Sommersaison 2005 zufrieden

(12.09.) SCHWERIN - Die DB hat sich mit der Sommersaison in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern zufrieden gezeigt. Viele Urlauber und Besucher nutzten das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn für ihre Fahrt nach Mecklenburg-Vorpommern. Für weitere Entfernungen wurden die InterCity-Züge, der DB NachtZug und der DB AutoZug noch stärker als im vergangenen Jahr genutzt. So wurden in den IC-Zügen aus Richtung Hamburg bis Ende August fast 3 Prozent mehr Reisende als im Vorjahr gezählt. Eine Nachfragesteigerung von 1,6 Prozent verzeichneten auch die IC-Züge aus Richtung Berlin. Immer mehr Reisende nutzten die Möglichkeit, ihr Fahrrad in den IC-Zügen nach Mecklenburg-Vorpommern mitzunehmen und reservierten rechtzeitig einen Stellplatz im Zug. Aus dem Raum Bayern und Nordrhein-Westfalen kamen über 20 Prozent mehr Urlauber mit dem DB NachtZug nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Anzahl der beförderten Fahrräder war um zehn Prozent höher als im vergangenen Jahr. Mit dem DB AutoZug umfuhren 10 Prozent mehr Urlauber die Staus auf den Autobahnen in Deutschland und kamen Huckepack in den Häfen in Rostock oder Sassnitz an.

Kurzurlauber aus dem Berliner Raum fuhren mit dem OstseeTicket an die Küste. Mit einem Preis ab 39 Euro und Rabattmöglichkeiten bei Übernachtungen und touristischen Angeboten an der Ostseeküste überzeugten sich fast 12 Prozent Berliner und Brandenburger mehr von dieser Leistung. Auf Grund der jährlich steigenden Nachfrage wurde dieses Jahr das Angebot erstmals nicht nur auf die Sommersaison begrenzt, sondern wird im Herbst und Winter mit einem der Jahreszeit angepassten Programm weitergeführt. Um fast ein Drittel erhöhte sich der Verkauf des Mecklenburg-Vorpommern-Tickets, dessen Gültigkeit für jeden Wochentag erweitert wurde. Mit seiner länderübergreifenden Gültigkeit bis Hamburg, Lübeck oder dem polnischen Szczecin kommen mit diesem Tagesticket ab 22 Euro für bis zu fünf Personen viele Besucher aus diesen Gegenden nach Mecklenburg-Vorpommern.

Die Bahn in Mecklenburg-Vorpommern bewährte sich auch in diesem Jahr als komplexer Verkehrsdienstleister bei Großveranstaltungen. So wurden für den Besucheransturm zur Hanse Sail 2005 in Rostock kurze S-Bahntakte und verlängerte Züge angeboten. Die RegionalExpress-Zügen von Berlin fuhren direkt bis Warnemünde. Zusätzliches Servicepersonal und mobiler Fahrscheinverkauf auf den Rostocker Bahnhöfen trugen zu einem reibungslosen Ablauf bei. Wegen des fehlenden Badewetters waren deutlich mehr Radler im Land unterwegs. Die Zahl der mitgenommenen Fahrräder stieg auch im Regionalverkehr. Beispielsweise beförderte die Usedomer Bäderbahn (UBB) elf Prozent mehr Fahrräder als im Vorjahr. Ermöglicht wurde dies durch den Umbau der Mehrzweckabteile zu Gunsten von bis zu 30 Fahrradstellplätzen pro Triebwagen. Besonders nachgefragt waren bei den Urlaubern die Tages- und Familienkarten der UBB "Usedom plus" für die Verbindung zwischen dem Festland und der Insel Usedom. Für das erwartete höhere Reisendenaufkommen aus Berlin in Richtung Mecklenburgische Seenplatte und Ostseeküste wurden bereits ab Mai die Züge der RE-Linie 5 nach Stralsund um einen Doppelstockwagen verstärkt. Damit standen den Reisenden pro Zug 120 Sitzplätze und etwa 20 Fahrradstellplätze zusätzlich zur Verfügung. Auch im RE "Warnemünde-Express", der an Wochenenden und zu den Feiertagen von Berlin nach Rostock und Warnemünde verkehrt, wurde ab Mai das Platzangebot erweitert.

Rechtsstreit um Bahn-Tickets bei Lidl beendet

(10.09.) STUTTGART - Der Rechtsstreit um den Verkauf von Billigfahrkarten der Bahn beim Discounter Lidl ist nach einem Bericht der "Welt" beendet. Lidl hatte im Mai für eine Bahnticket-Verkaufsaktion "vom 19. Mai bis 28. Mai" geworben. Wegen der starken Nachfrage waren nach kurzer Zeit sämtliche 550.000 Fahrkartenhefte ausverkauft, so dass das Angebot nicht über den angekündigten Zeitraum der Aktion gehalten werden konnte. Die Wettbewerbszentrale in Stuttgart hatte deshalb die Werbe-Ankündigung als irreführend beanstandet und eine Klage beim Landgericht Stuttgart eingereicht. Dem Bericht zufolge verpflichtete sich Lidl jetzt, künftig nicht mehr für derartige Aktionen mit Bahntickets unter Angabe eines Zeitraums zu werben, wenn die beworbenen Artikel bereits am ersten Verkaufstag ausverkauft sind. Ob der Discounter allerdings überhaupt noch einmal Bahntickets verkauft, ist mehr als ungewiss. Die DB hatte jedenfalls bislang die Lidl-Tickets als Einzelaktion bezeichnet und eine Wiederholung ausgeschlossen.

Berliner S-Bahn: Streiks zur Fußball-WM?

(10.09.) BERLIN - Während der Fußball-WM im nächsten Jahr wird möglicherweise bei der Berliner S-Bahn gestreikt. Wenn sich beim Thema Stellenstreichungen nichts bewege, sei ein Streik in dieser Zeit möglich, sagte der Betriebsratsvorsitzende der S-Bahn GmbH, Andreas Tannhäuser der "Berliner Zeitung". Der reibungslose Verlauf der WM könne nicht garantiert werden. Der Betriebsrat wehrt sich in einem Aktionsbündnis unter dem Motto "Berliner! Schützt eure S-Bahn!" gegen die Kürzungspläne der Geschäftsführung. Der Betriebsrat fordert, dass kein Personal von Bahnhöfen abgezogen wird und alle Rationalisierungsmaßnahmen eingestellt werden. Laut Betriebsrat ist geplant, nur noch 21 der 165 Berliner S-Bahnhöfe mit Zugabfertigern zu besetzen. Die restlichen Stationen sollen durch Kameras überwacht werden. Bisher gibt es Mitarbeiter noch auf 132 Bahnhöfen. Der Betriebsrat fordert statt Kürzungen eine Erweiterung des Angebots für die Kunden und die Einführung sozialverträglicher Tarife. Von Montag bis Mittwoch will das Aktionsbündnis, dem zahlreiche Organisationen und Politiker angehören, Unterstützungs-Unterschriften von Fahrgästen in den S-Bahnen sammeln.

Frankfurter Eintracht stürmt im ICE nach Hannover

(10.09.) FRANKFURT/Main - Die Frankfurter Eintracht hat am Freitag auf den Mannschaftsbus verzichtet und ist auf den Zug umgestiegen. Um 15:58 Uhr fuhr die Mannschaft vom Gleis 7 des Hauptbahnhofs Frankfurt zum morgigen Auswärtsspiel nach Hannover. Eigens für diese Fahrt sei der ICE 74 um einen Waggon mit der sonst standardmäßig ausgelassenen Wagennummer 13 erweitert worden, hieß es in einer Pressemitteilung der DB. Das Unternehmen ist Premium-Partner des Erstligisten Eintracht Frankfurt und engagiert sich als nationaler Förderer als offizieller Mobilitäts- und Logistikdienstleister bei der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Modernisierung des Frankfurter Hauptbahnhofes wird fortgesetzt

(10.09.) FRANKFURT/Main - Am Freitag Vormittag hat Hessens Verkehrsminister Alois Rhiel dem Vorstandsvorsitzenden der DB Station&Service AG, Wolf-Dieter Siebert, den Zuwendungsbescheid für die weitere Modernisierung des Frankfurter Hauptbahnhofes übergeben. Mit 3,6 Millionen Euro beteiligt sich das Land an der Erneuerung des Hallenbodens, der Bahnsteigkanten, des Wegeleitsystemes und der Bahnsteigmöblierung. Die Bahn wird Mittel in Höhe von 4,6 Millionen Euro investieren. Die Arbeiten sollen nach der Buchmesse beginnen.

Erst vor einer Woche war am erneuerten Dach des Hauptbahnhofs die letzte Glasscheibe eingesetzt worden. Nach dem Krieg waren die Hallendächer abwechselnd mit Glas und Holzschalungen bedeckt worden. Erst durch die Erneuerung des Daches wurde der seit 1972 unter Denkmalschutz stehende Hauptbahnhof wieder in seinen ursprünglichen Zustand von 1888 bzw. 1924 gebracht. Das wieder hergestellte Bahnhofsdach lässt durch die größeren Glasflächen 50 Prozent mehr Tageslicht ein. Insgesamt besteht das Dach des Frankfurter Hauptbahnhofes jetzt über 50.000 Quadratmeter Glas, das ist eine Fläche so groß wie sieben Fußballfelder. Eine der größten Herausforderungen des Projektes war es, den Zugverkehr nicht durch die Baumaßnahmen zu behindern. So bekam der Hauptbahnhof sein neues Dach, während unter der Montageplattform der Bahnhofsbetrieb mit über 350.000 Menschen und über 1.800 Nah-, Fern- und S-Bahn-Zügen täglich weiterlief. Im Herbst 2003 war mit dem Abriss der alten Dachhaut begonnen worden.

Generalinstandsetzung und Modernisierung des "Sonneberger Netzes" abgeschlossen

(10.09.) STEINACH - Mit einem Bahnhofsfest in Steinach wurde heute der Abschluss der Generalinstandsetzung und Modernisierungsarbeiten im so genannten "Sonneberger Netz" gefeiert. Zum Auftakt des Festes gab Thüringens Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter, gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Bahn AG (DB AG), der Süd●Thüringen●Bahn GmbH (STB), der Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE) sowie der Steinacher Bürgermeisterin, Maria Greiner, die erneuerten Bahnsteige für den Zugverkehr frei und tauften einen RegioShuttle der STB auf den Namen "Ski-Arena Silbersattel – Steinach/Thür." Ebenfalls in Betrieb genommen wurde der in Zentrumsnähe verlegte Haltepunkt Hüttengrund und der neu gestaltete Mittelbahnsteig in Ernstthal am Rennsteig. Damit sind alle 22 Stationen zwischen Eisfeld, Sonneberg und Neuhaus am Rennweg attraktiv und barrierefrei gestaltet . Alle Stationen wurden mit neuen Vitrinen, touristischen Informationstafeln, Wetterschutzeinrichtungen und einem einheitlichem Wegeleitsystem ausgestattet. Auch die Wege zu den Stationen wurden neu gestaltet, zumeist Parkplätze und Fahrradabstellanlagen geschaffen.

Völlig neu gestaltet und revitalisiert wurde das gesamte Bahnhofsareal in Neuhaus am Rennweg, verbunden mit der Schaffung eines Verknüpfungspunktes für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und einer Mobilitätszentrale. Nicht mehr benötigte Anlagen wurden abgebrochen und damit ein Beitrag zur Verschönerung des Ortsbildes geleistet. Neu errichtet wurden außerdem die Stationen Neuhaus-Igelshieb, Steinach Süd und Schalkau Mitte. In Bau und Erneuerung, einschließlich des Umweltbahnhofes Sonneberg (Thür.) Hbf., wurden mit großzügiger Unterstützung des Freistaates Thüringen insgesamt 21 Millionen Euro investiert.

Seit 2001 wurden durch die ThE als Pächter des Schienennetzes auf einer Länge von 61 Kilometern Schienen und Schwellen erneuert, 29 Brückenbauwerke und Durchlässe saniert sowie 25 Bahnübergänge technisch gesichert und ein Elektronisches Stellwerk in Sonneberg errichtet. Investiert wurden hier rund 25 Millionen Euro. Zwischen Neuhaus und Sonneberg verkehren seit 2002 moderne und vollklimatisierte Regioshuttle der STB im Stundentakt, wobei im Knoten Sonneberg Anschluss nach Coburg und Nürnberg sowie Grimmenthal, Meiningen, Eisenach und Erfurt besteht. Ein eingerichteter Bus-Shuttle-Verkehr zwischen Neuhaus am Rennweg und Cursdorf stellt den Lückenschluss zwischen dem "Sonneberger Netz" und der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (OBS) her. Dadurch können Thüringer Wald und Rennsteig bequem erlebt und erfahren werden. Erste Ansätze gibt es auch zur Belebung des Güterverkehrs, denn das Hartsteinwerk in Hüttengrund hat wieder Transporte auf die Schiene gelenkt.

Allianz pro Schiene: Schienennetz schrumpft jährlich um mehr als 400 km

(09.09.) BERLIN - Trotz vereinzelter Neubaumaßnahmen schrumpft das Schienennetz in Deutschland jährlich um mehr als 400 Kilometer. Dies hat das Schienenbündnis Allianz pro Schiene mit Hilfe neuester Daten von Bund und Ländern ermittelt. "Während in Deutschland das Straßen- und Flughafennetz in den vergangenen Jahren mit öffentlichen Geldern massiv ausgebaut worden ist, lässt die öffentliche Hand große Teile der regionalen Schieneninfrastruktur verkommen", kritisierte Allianz pro Schiene-Vorsitzender Norbert Hansen. "Deutschland wird dadurch Jahr für Jahr abhängiger vom Öl. Wo keine Gleise liegen, können keine energieeffizienten Bahnen fahren. Stattdessen werden immer mehr Menschen ins Auto gezwungen." Auch die Lkw-Kolonnen würden auf ein "unerträgliches Maß" anschwellen. Insgesamt schrumpfte das Schienennetz in Deutschland seit der Bahnreform 1994 laut Allianz pro Schiene um 5000 Kilometer auf knapp 40 000 Kilometer. Mitte der neunziger Jahre habe es einen ersten Schub gegeben, seit 2002 seien verstärkt Strecken stillgelegt worden.

Als Hauptgrund für die Streckenstilllegungen in ländlichen Räumen nannte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende "betriebswirtschaftlichen Druck". "Niemand verlangt von Regionalflughäfen oder Kreisstraßen, dass sie sich betriebswirtschaftlich rechnen, von regionalen Eisenbahnstrecken wird dies jedoch seit Jahren erwartet. Die Politik lässt die Bahnen allein", so Hansen. Der Allianz pro Schiene-Vorsitzende forderte Bund und Länder auf, bei der regionalen Schieneninfrastruktur "den betriebswirtschaftlichen Druck von Einzelstrecken zu nehmen". Solange die konkurrierenden Verkehrsträger Straße, Luft und Wasserstraße nicht eigenwirtschaftlich sein müssen, dürfe sich die betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise bei regionalen Bahnstrecken "allenfalls auf Teilnetze beschränken und nicht auf Einzelstrecken". Insbesondere die Bundesländer nehmen nach Hansens Einschätzung "ihren Gestaltungsauftrag bei der regionalen Schieneninfrastruktur bislang nicht an". In Sachsen-Anhalt ist von Anfang 1994 bis Ende 2004 mit 599 km bundesweit die meiste Schieneninfrastruktur stillgelegt worden. Auf Platz zwei der Länder, in denen seit der Bahnreform am meisten volkswirtschaftliches Infrastrukturvermögen vernichtet worden ist, befindet sich Nordrhein-Westfalen mit 574 Kilometer, gefolgt von Bayern mit 522 km.

Grafisch aufbereitete Übersichten zur Entwicklung der Schieneninfrastruktur von 1994-2004 in Deutschland und den Bundesländern hält die Allianz pro Schiene als pdf-Datei auf ihrer Homepage bereit.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bei der S-Bahn Berlin

(09.09.) BERLIN - Nach Protesten des S-Bahnbetriebsrat gegen den Abbau von 880 Stellen hat die S-Bahn Berlin GmbH ihre Strategie verteidigt. Der Sprecher der Geschäftsführung, Günter Ruppert, betonte erneut, der langfristige Erhalt des Unternehmens sei nur dann gesichert, wenn sich das Unternehmen auf die Bedingungen des Wettbewerbs einstelle: "Wenn ab dem Jahr 2008 erstmals Teilstrecken ausgeschrieben werden, müssen wir mindestens genauso günstig sein wie unsere Mitwettbewerber." Dazu habe die Geschäftsführung aus Bekenntnis zu ihrer sozialen Verantwortung ein Konzept zum Personalabbau vorgelegt, das ohne betriebsbedingte Kündigungen auskomme. Bis zum Jahr 2010 baut das Verkehrsunternehmen laut Ruppert 880 der derzeit 3700 Stellen ab. Neben altersbedingt ausscheidenden Mitarbeitern können ca. 250 Mitarbeiter von freiwilligen Vorruhestandsregelungen profitieren. Außerdem werden Wachdienst- und Reinigungsleistungen, die bisher von Drittfirmen erbracht werden, in den Bahnkonzern zurück geholt. Weitere Mitarbeiter werden im Rahmen von Outplacement in andere Unternehmen vermittelt bzw. erhalten Stellenangebote in anderen Unternehmensbereichen der DB.

Mehdorn und Austermann einig über Schienen-Projekte im Norden

(09.09.) KIEL (dpa) - Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn haben am Donnerstag in Kiel die Weichen für wichtige Vorhaben in Schleswig-Holstein gestellt. So soll die Finanzierungs- Vereinbarung für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck am nächsten Donnerstag unterzeichnet werden. Mehdorn sagte außerdem zu, dass künftig auch für die Fernzüge auf der Strecke Hamburg - Westerland der günstigere Schleswig-Holstein-Tarif gelten wird.

Stardesigner kleidet französisches Bahnpersonal ein

(09.09.) PARIS (AFP/ eig. Ber.) - Frankreichs Bahnangestellte erhalten ab 2007 Uniformen von Stardesigner Christian Lacroix. Das kündigte der Modemacher am Donnerstag in Paris an. "Es gab eine Ausschreibung, die wir so gut wie gewonnen haben", sagte Lacroix bei der Präsentation neu ausgestatteter Waggons des Hochgeschwindigkeitszugs TGV, an deren Gestaltung er sich ebenfalls beteiligt hatte. "Ich wollte mit dem Alltagsleben in Kontakt bleiben", erläuterte der Couturier, dessen Großvater Eisenbahner war, dazu. Lacroix entwarf bereits die neuen Uniformen der Fluggesellschaft Air France, die seit April getragen werden.

Brand von Güterzuglok behindert Bahnverkehr

(09.09.) OLTEN - Der Brand einer Güterzuglok hat am Donnerstag Morgen zu größeren Verspätungen im Bahnverkehr zwischen Basel und Olten geführt. Um 6.10 Uhr stellte der Lokführer eines Güterzuges von Olten in Richtung Basel eingangs des Hauensteintunnels ein Feuer auf der Lokomotive fest. Er brachte darauf seinen Zug zum Stehen und konnte das Feuer nach kurzer Zeit selbst löschen. Der ausgerückte Hilfszug der SBB schleppte den betroffenen Güterzug der BLS anschließend ab. Die Bahnstrecke zwischen Tecknau und Olten blieb zwischen 6.10 und 8.15 Uhr für den Zugsverkehr gesperrt. Im Reise- und Güterverkehr zwischen Basel und Olten kam es daher zu größeren Verspätungen. Reisende in Zügen, die vor dem Tunnel angehalten wurden, mussten mit Verspätungen bis zu einer Stunde rechnen. Die Züge der Regio-S-Bahn Basel verkehrten vorübergehend nur bis Sissach. Zwischen Sissach und Olten kamen Bahn-Ersatzbusse zum Einsatz. Die Fernverkehrszüge wurden teilweise über die Bözberglinie umgeleitet.

ICEs als Testsieger

(08.09.) BERLIN - Die ICEs der DB liegen bei Komfort und Service im europäischen Vergleich an der Spitze. Dies geht aus einer internationalen Studie der Marketingberatung Actima AG hervor, die am Mittwoch offiziell vorgestellt wurde (bahnnews.de berichtete bereits). 18 Monate hatte Actima 29 europäische Bahngesellschaften in 21 Ländern untersucht. Dabei wurden 33 Service- und Komfortkriterien identifiziert, wobei die Schwerpunkte auf der Bordgastronomie, der Kundeninformation, der Telekommunikation, der Sauberkeit, der Bequemlichkeit, dem Unterhaltungsangebot und dem Service für mobilitätseingeschränkte Reisende lagen. 128 Testfahrten und zahlreiche Interviews mit Fachleuten ergaben, dass die ersten drei Plätze die Service- und Komfortangebote im ICE 3, im ICE T und im ICE 2 der DB belegen. Die Unterbringung des Gepäcks von Reisenden und die Datenkommunikation mit Laptops seien aber verbesserungswürdig, heißt es in der Studie. Der ältere ICE 1 wurde nicht untersucht, da die Züge derzeit für 180 Millionen Euro modernisiert werden. Auf den weiteren Plätzen folgen Fernzüge aus Spanien, Schweden, Finnland und Portugal. Gesellschaften in Großbritannien und Schweden sind Vorreiter in Sachen drahtloser Internetzugang.

"Ein Resultat unserer Studie ist, dass deutsche Fernzüge im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viele Komfort- und Servicemerkmale aufweisen", so Thomas Manthei, Vorstand der Actima AG und Projektleiter der Studie. "Damit können diese durchaus als Vorbild für andere Bahnen gelten." Die Fahrkartenpreise wurden bei der Studie, die an Interessierte in der Industrie verkauft werden soll, nicht ausgewertet. Nach Einschätzung von Manthei, der selbst einen Teil der 128 Testfahrten quer durch Europa unternahm, liegen die Preise in Deutschland im mittleren Bereich, während sie in Großbritannien am höchsten und in Spanien besonders niedrig seien.

DB: Bestand des Werkes Paderborn ist nicht gefährdet

(08.09.) PADERBORN - Das Fahrzeuginstandhaltungswerk Paderborn bleibt bestehen - eine Schließung des Werkes strebt die Bahn weder kurz- noch mittelfristig noch langfristig an. Mit dieser Klarstellung reagierte die DB auf die Unruhe, die in den vergangenen Tagen unter die Mitarbeiter getragen wurde. Bahnchef Mehdorn sagte am Mittwochmorgen in Berlin: "Der Bestand des traditionsreichen Werkes in Paderborn ist nicht gefährdet. Es gibt keine Planungen, Leistung aus Paderborn in andere Werke zu verlagern." Panikmache sei völlig unangebracht, Spekulationen über Werkschließungen entbehrten jeder Grundlage. Im Werk Paderborn sind derzeit knapp 600 Mitarbeiter mit der Revision, dem Umbau und der Modernisierung von Güterwagen beschäftigt. Zu den Kunden gehören neben den konzerneigenen Töchtern Railion und DB Autozug u.a. auch die Bundeswehr sowie die großen deutschen Fahrzeugzulieferer und Eisenbahnunternehmen aus mehreren europäischen Staaten.

Rhb mit neuer "Strategie 2012"

(08.09.) CHUR - Mit der "Strategie 2012" will sich die Rhätische Bahn (RhB) nach einem Bericht der "Basler Zeitung" künftig stärker am Markt ausrichten und im Tourismus eine prägende Rolle spielen und damit prognostizierte Verluste der kommenden Jahre abfedern. Die neue Ausrichtung werde intern Anpassungen der Anforderungsprofile der Mitarbeitenden, der Prozesse und der Unternehmenskultur zur Folge haben, hieß es. Ein Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen. Im äußeren Erscheinungsbild will die RhB dem Bericht zufolge ihre Markt- und Kundenorientierung verstärken und sich als zukunftsorientierte Bahn positionieren. Das Rollmaterial soll modernisiert und den Kundenbedürfnissen angepasst werden. Bis Mitte nächsten Jahres sollten die wichtigsten Maßnahmen in Angriff genommen werden.

Gespräch zwischen DB und Stahlindustrie

(08.09.) DÜSSELDORF - Nach einem Spitzengespräch zwischen der DB und Verkehrsexperten der führenden deutschen Stahlunternehmen in Berlin haben sich alle Beteiligte zufrieden geäußert. "Wir haben wichtige Verbesserungen in der Zusammenarbeit zwischen Stahlindustrie und Deutscher Bahn vereinbart", so Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehrswirtschaft bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. "Für die Stahlindustrie sind flexible Produktkonzepte und ein spezielle Ausrichtung auf die Kundenanforderungen von besonderer Bedeutung." Beim grenzüberschreitenden Verkehr, vor allem nach Frankreich, sieht Welsch Handlungsbedarf. Hier müsse es zur Bildung internationaler Netzwerke kommen, damit diese kritischen Verkehre zügiger abgewickelt werden können. Bahnchef Hartmut Mehdorn betonte, dass die Bahn auch durch Investitionen in Lokomotiven und spezifische Güterwagen den hohen Transportanforderungen der Stahlindustrie gerecht werde. Bei dem Spitzengespräch wurde darüber hinaus vereinbart, sich gegen die geplante Anhebung der Trassenpreise in den Niederlanden einzusetzen, die den Transport vor allem von Erz und Brennstoffen vom Rotterdamer Hafen für die Stahlindustrie in Deutschland erheblich verteuern würden.

Norbert Bensel, Bahn-Vorstand für den Bereich Transport und Logistik, versprach der Stahlindustrie, dass die noch stärkere Kundenorientierung einer der wesentlichen Eckpfeiler der zukünftigen Marktstrategie der DB sei. Nach Meinung aller Beteiligten gilt es entscheidend auch im Sinne einer ökologischen Nutzung der Verkehrsträger, das Gesamtsystem Schiene in seiner Effizienz zu optimieren, um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Der Dialog zwischen DB und Stahlindustrie soll angesichts der positiven Perspektiven regelmäßig auf Führungsebene fortgeführt werden, hieß es in einer Pressemitteilung der "Wirtschaftsvereinigung Stahl" abschließend.

S-Bahn Stuttgart unter neuer Leitung

(08.09.) STUTTGART - Der neue Chef der S-Bahn Stuttgart der DB Regio AG heißt Hans-Albrecht Krause. Krause wurde am Dienstag durch Andreas Moschinski-Wald, Vorsitzender der Regionalleitung Baden-Württemberg der DB Regio AG, als Sprecher und kaufmännischer Leiter der S-Bahn Stuttgart und als neuer Leiter Marketing und Mitglied der Regionalleitung Baden-Württemberg offiziell begrüßt und in seine Aufgaben eingeführt. Er ist Nachfolger von Andreas Schilling, der zum 1. Juli 2005 die Leitung des Verkehrsunternehmens RheinNeckar in Mannheim übernommen hat. Hans-Albrecht Krause kommt von der Regional Bus Stuttgart GmbH RBS, die er als Geschäftsführer seit Mai 2002 leitete. Gleichzeitig war er Mitglied des Aufsichtsrates des Verkehrsverbundes Stuttgart und des Heilbronner Verkehrsverbundes. Davor war Krause seit Gründung der RBS im Jahre 1988 deren kaufmännischer Prokurist.

Schienengüterverkehr: Mit Sanierungsprogramm wieder zu Gewinnen

(07.09.) BERLIN - Mit einer Internationalisierung sowie mit Kosteneinsparungen durch strukturelle Veränderungen will die DB nach einem Bericht der "Verkehrsrundschau" den Schienengüterverkehr wieder in die Gewinnzone bringen. Im defizitären Einzelwagensystem solle ab 2006 das neue Produktionssystem 200X zu mehr Effizienz führen. Dabei sollen dem Bericht zufolge die Verkehre stärker gebündelt und zunehmend in Form von Shuttle-Zügen gefahren werden. Zudem solle die Qualität im Schienengüterverkehr verbessert werden, hieß es. Maßstab sei dabei der LKW: Bei Verkehren, wo die Zeit eine wichtige Rolle spielt, solle die Pünktlichkeit auf 90 Prozent, zum Teil auf 95 Prozent gesteigert werden, zitierte die "Verkehrsrundschau" den DB-Vorstand für Transport und Logistik, Norbert Bensel.

Stuttgart 21: EBA erlässt Planfeststellungsbeschluss

(07.09.) STUTTGART - Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat einen weiteren Planfeststellungsbeschluss für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart ("Stuttgart 21") erlassen. Gegenstand ist der Neubau des Fildertunnels (Planfeststellungsabschnitt 1.2) von Bahn-km + 0,4+32,0 – Bahn-km 10,0 + 30.0 in Stuttgart. Der Beschluss wurde der Vorhabenträgerin am Dienstag übergeben und ist mit den dazugehörigen Zeichnungen und Erklärungen vom 29.09.2005 bis zum 10.10.2005 im Stadtplanungsamt Stuttgart zur allgemeinen Einsicht ausgelegt. Ferner kann der Planfeststellungsbeschluss ab der Auslegung auch auf der Homepage der Eisenbahn-Bundesamt als PDF-Datei eingesehen und heruntergeladen werden. Der festgestellte Plan umfasst 18 Bände Planunterlagen, sowie 17 Bände (nachrichtlich) geologischer, hydrogeologischer, geotechnischer und wasserwirtschaftlicher Fachgutachten und Stellungnahmen sowie das Handlungskonzept Problemszenarien Wasserwirtschaft (Band 18 aus den geologischen, hydrogeologischen, geotechnischen und wasserwirtschaftlichen Fachgutachten und Stellungnahmen) mit den darin näher bezeichneten Anlagen. Gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes steht der Rechtsweg vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg offen.

Das Vorhaben umfasst im Zentrum der Landeshauptstadt Stuttgart im Wesentlichen nachfolgend aufgeführte Maßnahmen:

- 2 zweigleisige Tunnel (Maulprofil) von km 0,4+32 - 0,6+62 bzw. 0,6+56
- Verzweigungsbauwerk (Kreisprofil) von km 0,6+56 - 0,705 bzw. 0,720
- 2 eingleisige Tunnel Richtung Ober-/Untertürkheim (Kreisprofil) von km 0,7+05 - 1,1+55
- 2 eingleisige Tunnel in Richtung Ulm von km 0,7+05 - 9,9+00
- 2 eingleisige Trogbauwerke von km 9,9+00 - 10,0+20
- 10 Verbindungsstollen zwischen den eingleisigen Tunnelröhren mit Betriebsräumen für Niederspannungsverteilung
- Luftschächte aus Tunnelröhren im Bereich der offenen Bauweise am Filderportal
- Rettungsplatz Hauptbahnhof Süd mit Zufahrtsstollen aus der nördlichen Röhre des Wagenburgtunnels (ca. 1.500 m²)
- Rettungsplatz am Portal Filder (über 1.500 m²) auf der Südseite des Tunnels einschließlich und Zufahrtsrampe
- Einrichtungen zur Baulogistik
- Landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen

Internationale Architektur- und Design-Auszeichnungen für die SBB

(07.09.) BERN - Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben für die Architektur und das Lichtdesign des Bahnhofs Zug sowie für die Gestaltung der Station Bern Wankdorf von der Jury je einen Brunel Award zugesprochen bekommen. Bei der neunten internationalen Preisverleihung für Eisenbahn-Design wurden auch der Regionalzug "FLIRT" sowie vier weitere Gebäude mit Anerkennungen ausgezeichnet. Die SBB erhielt zudem - zum zweiten Mal nach 1994 - den erst fünf Mal vergebenen Spezialpreis der Jury für die beste Gesamtleistung. Insgesamt waren 157 Vorschläge von 44 Firmen aus 14 Ländern bei der Jury eingegangen, vergeben wurden 16 Awards und 21 Anerkennungen. Mit den alle zwei bis drei Jahre vergebenen Brunel Awards setzt sich die Watford Group zum Ziel, die Qualität von Bahnarchitektur und -design weiter zu verbessern. Die nach dem britischen Bahnpionier Isambard Kingdom Brunel benannten Auszeichnungen wurden 1985 erstmals vergeben. Die diesjährige Preisübergabe findet am 14. September anlässlich der Watford Conference an der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen statt.

Bis zu 70 Prozent Ermäßigung bei Bahnfahrten mit der ÖBB SCHULcard

(07.09.) WIEN - Mit einem Spezialangebot der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fahren Österreichs Schulen und Jugendorganisationen jetzt noch günstiger: Schülergruppen und junge Erwachsene erhalten für Fahrten mit der Bahn in Österreich bis zu 70 Prozent Ermäßigung auf den Standardpreis. Die SCHULcard ist eine spezielle Kundenkarte für Schulen und Jugendorganisationen. Sie ermöglicht es Jugendgruppen ab sechs Personen, preisgünstig quer durch Österreich zu reisen. Mindestens zwei Begleiter können jeweils noch gratis mitreisen. Tickets und Reservierungen für Jugendgruppenreisen innerhalb Österreichs werden bequem online gebucht. Die ÖBB SCHULcard ist kostenlos via Internet erhältlich und gilt für Bahn- sowie Sonderbusfahrten. Bezahlt wird immer im Nachhinein. Die Schule erhält eine übersichtliche Detailabrechnung.

SCHULcard-Besitzer erwarten außerdem attraktive Specials. So gibt es speziell zu Schulbeginn auf www.schulcard.oebb.at attraktive Ausflugspakete. Besonders günstig: bei unseren Kooperationspartner haben mindestens zwei Begleitpersonen freien Eintritt. Für alle Umsätze, die bis 31. Juli 2006 mit der ÖBB SCHULcard erzielt werden, erhalten die SCHULcard-Besitzer zehn Prozent Bonus in Form von Bildungsgutscheinen. Diese können für Dienstleistungen der ÖBB eingelöst werden. Benützer der SCHULcard haben die Möglichkeit, Sitzplatzreservierungen innerhalb Österreichs bis zu drei Monate im Vorhinein kostenlos via Internet vorzunehmen. Bei Auslandsreisen steht den Kunden das CallCenter 05-1717 (österreichweit zum Ortstarif) zur Verfügung. Weiter können Tickets bereits bis zu 30 Tage vor Reisetermin bestellt werden.

Transnet warnt vor Zerschlagung der DB

(06.09.) BERLIN - Die Verkehrsgewerkschaft Transnet hat auf einer Konferenz mit 180 Bahn-Betriebsräten in Berlin noch einmal nachdrücklich vor einer möglichen Zerschlagung der DB gewarnt. Der Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen lehnte am Montag eine Trennung von Netz und Betrieb erneut strikt ab und bezeichnete derartige Pläne als "unbegründet, unsinnig und irreführend". Bei einem solchen Schritt würde seiner Ansicht nach das System Schiene ebenso Schaden nehmen wie der Industriestandort Deutschland. "Hinzu kommt, dass dann rund 50.000 Arbeitsplätze gefährdet sind", warnte der Transnet-Vorsitzende. Es sei zu befürchten, dass der kürzlich vereinbarte Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag "dann nicht mehr zu halten ist". Dieser Tarifvertrag sichert die Beschäftigten bis Ende 2010 vor betriebsbedingten Kündigungen.

Für den Fall, dass eine neue Bundesregierung entsprechende Pläne anschieben oder umsetzen werde, drohte Hansen mit "zivilem Krawall". Transnet werde dann alle Mittel einsetzen, um Arbeitsplätze zu erhalten und den Konzernverbund zu sichern. "Dazu gehören dann auch Streiks", kündigte der Gewerkschaftsvorsitzende an. Insbesondere der FDP warf er vor, "in einem seltsamen Wettbewerbs-Wahn zu leben". So wollten die Liberalen die Transportgesellschaften privatisieren und das Netz abtrennen: "Das Netz soll dann als Aktiengesellschaft zunächst im Mehrheitseigentum des Bundes bleiben", zitierte Hansen aus einer Antwort der FDP auf eine Wahl-Checkliste der Gewerkschaft. Damit sei klar, "dass die FDP die Total-Privatisierung des Netzes vorantreiben wolle". Man habe aus England nichts gelernt, so Hansen.

Auf der gleichen Veranstaltung sprach sich auch DB-Chef Hartmut Mehdorn für den Erhalt des DB-Konzerns aus. Die Bereiche Netz und Dienstleister seien "die Spange" für beide Transportgesellschaften, Personen- und Güterverkehr. Der integrierte Betrieb sei "alternativlos." Er erteilte Aussagen, es würde ein hohes Diskriminierungspotenzial bestehen, eine klare Absage: "Wir wollen und wir werden nicht diskriminieren, das haben wir nicht nötig", stellte Mehdorn klar. Dennoch sei die Schaffung einer Regulierungsbehörde sinnvoll. Es sei damit eine Instanz geschaffen, die neutral begutachten könne, wie Wettbewerb auf der Schiene in Deutschland funktioniere. Insgesamt sei der DB-Konzern "auf einem guten Weg." Es habe in den letzten Jahren Wachstum in allen Segmenten gegeben. An die Politik appellierte der DB-Chef, die Wettbewerbsbedingungen der Schiene zu verbessern. So ließe sich tatsächlich mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Besonders im Vergleich zu Straße und Luftfahrt sei die Schiene im Nachteil. "Die Politik hat es in der Hand. So genannte Verkehrsexperten, die immer nur an uns herummäkeln, helfen uns nicht weiter", konnte sich Mehdorn Seitenhiebe nicht verkneifen.

10 Jahre ICE-Werk München

(06.09.) MÜNCHEN - Seit zehn Jahren gibt es in München einen Hightech-Boxenstopp für ICE-Züge. Das ICE-Werk hat sich seit der Eröffnung im September 1995 zu einem bedeutenden Eckpfeiler in der ICE-Wartung in Deutschland entwickelt. Modernste Technik und effektive Arbeitsabläufe in einer der größten Werkshallen Münchens gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit der schnellen Züge. 110 ICE-Züge der Baureihen 411 (ICE-T) und 403 (ICE 3) haben ihre Heimat im ICE-Werk München. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands sollten auch die neuen Bundesländer und insbesondere die Hauptstadt Berlin an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angeschlossen werden. Auf Grund dieser politischen Entwicklung wurde 1993 u. a. die ICE-Verbindung zwischen München und Berlin über Stuttgart und Frankfurt am Main in Betrieb genommen. In diesem Jahr musste in äußerst kurzer Planungs- und Bauzeit der erste Bauabschnitt des ICE-Werkes in München mit zwei Hallengleisen umgesetzt werden. Wegen der Nähe zum Münchner Hauptbahnhof und der Möglichkeit, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen, kristallisierte sich das Gelände zwischen der Friedenheimer- und Donnersbergerbrücke als der beste Standort heraus. Bis September 1995 wurde die Halle auf sechs Gleise ausgebaut.

Den Kern des ICE-Werkes bildet die ca. 460 Meter lange, ca. 60 Meter breite und 14,50 Meter hohe ICE-Triebzughalle. Zusammen mit dem Untergeschoss, in dem die umfangreichen Versorgungseinrichtungen untergebracht sind, ist die Halle rund 360 000 Kubikmeter groß. Die Außenansicht der Triebzughalle entspricht einer modernen, hochtechnischen Industriearchitektur. Durch die großflächige Glasfassade auf der Nordseite erhält die Triebzughalle eine Transparenz, die für die vorbeifahrenden Zugreisenden die eindrucksvolle Funktion der Werkstätte sichtbar macht. Alle sechs Hallengleise sind in einer Höhe von 95 cm aufgeständert. Hierdurch entstanden ergonomisch optimal gestaltete Arbeitsplätze für Arbeiten im Unterflur- bzw. im Schürzenbereich der Fahrzeuge. Alle Arbeiten an Drehgestellen, Radsätzen, Bremsen und Wagenböden sowie die Entsorgung der Toiletten erfolgen von dieser Arbeitsebene aus. Gleichzeitig ist auf dieser Ebene der Radsatz- und Drehgestelltausch möglich. Eine Ebene tiefer sind die Unterflurarbeiten an Bremsbacken und den sonstigen am Wagenboden angeordneten Bauteilen möglich.

Von den Bühnen der dritten Arbeitsebene aus werden die Züge ver- und entsorgt, die Türen gewartet sowie die Fenster und Innenräume gereinigt. Ganz oben, 3,80 Meter über den Schienen, befinden sich bewegliche Arbeitsstände und fest montierte Bühnen. Von hier werden alle Reparaturen am Fahrzeugdach, zum Beispiel an den Stromabnehmern durchgeführt. Zur Ausstattung des ICE-Werks gehört auch die vor zwei Jahren eingebaute Hebebockanlage. 32 Hebeböcke ermöglichen, dass ein Zug in ganzer Länge angehoben werden kann. Diese Anlage wird benötigt, wenn bei Revisionen, alle Drehgestelle und andere Großkomponenten getauscht werden müssen. Durch die Verzahnung der Arbeiten auf den verschiedenen Ebenen kann der Boxenstopp aus dem laufenden Zugbetrieb heraus im Werk auf etwa 60 Minuten begrenzt werden. Dieses Wartungskonzept gewährleistet eine hohe Laufleistung der ICE-Züge. Ein ICE-Zug fährt am Tag durchschnittlich 1 500 Kilometer. Das entspricht knapp 500 000 Kilometer im Jahr.

Diagnoseberichte, die auch Komfortmängel einschließen, werden dem ICE-Werk schon während der Fahrt per Funk übermittelt. Dadurch können die erforderlichen Reparaturen arbeits- und werkstatttechnisch im Zulauf auf München vorbereitet werden. Durch das so übermittelte "Krankenblatt des Zuges" können die benötigten Ersatzteile schon vor Ankunft im Werk bereitgestellt werden. Dadurch wird die Reparaturzeit zusätzlich verkürzt. Seit der Inbetriebnahme des ICE-Werkes München vor zehn Jahren hat sich der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland deutlich verändert. Neben weiteren ICE-Linien folgten dem ICE 1 auch die neuen Fahrzeuggenerationen des ICE 2, ICE 3 und ICE-T. Deshalb mussten auch die Halleneinrichtungen, die für die erste ICE-Generation (Langzugkonzept) ausgelegt waren, an die Halbzugversion angepasst werden. Heute können alle ICE-Baureihen in München gewartet und repariert werden. Alle 7500 Kilometer wird eine Lauffähigkeitskontrolle als Sicherheitscheck (etwa alle vier bis fünf Tage) und nach 21 000 km eine umfassende Nachschau durchgeführt (etwa alle zehn bis 12 Tage).

Neben den planmäßigen Fristarbeiten werden im ICE-Werk auch kurzfristige Reparaturen, Radsatzwechsel, Innenreinigung, Wasserbefüllung, WC-Entsorgung, notwendige Prüfungen und gesetzlich vorgesehene Revisionen durchgeführt. Etwa 570 Mitarbeiter sind im ICE-Werk München beschäftigt. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze bei der Zulieferindustrie. Zum ICE-Werk München gehören auch eine Außenreinigungs-, eine Radsatzdiagnoseanlage an der Donnersbergerbrücke sowie eine Unterflurdrehmaschine zum Berichtigen des Radprofils in München-Pasing, auf der auch Fahrzeugen des Regionalverkehrs behandelt werden. München war nach Hamburg der zweite Standort für ein ICE-Werk in Deutschland. Inzwischen gibt es auch in Berlin, Dortmund und Frankfurt entsprechende Werkstätten, die aber nur über eine Werkhalle mit vier Gleisen und einer Länge von 230 Meter (Halbzugversion) verfügen.

ICE-Anbindung für Berliner Flughafen Schönefeld

(06.09.) BERLIN - Der geplante Hauptstadt-Flughafen Berlin Schönefeld soll eine ICE-Anbindung erhalten. Darauf einigte sich der Bund mit den Ländern Berlin und Brandenburg. Die Kosten für die Anbindung ans Schienennetz belaufen sich laut Verkehrsminister Manfred Stolpe auf rund 500 Millionen Euro, wovon der Bund mit 436 Millionen Euro den Hauptanteil übernimmt. Berlin und Brandenburg beteiligen sich mit jeweils 30 Millionen Euro. Der neue Hauptstadt-Flughafen soll 2011 auf dem Gelände des heutigen Flughafens Berlin-Schönefeld in Betrieb gehen.

ÖBB bieten wieder Last-Minute-Tickets nach Deutschland an

(06.09.) WIEN - Vom 12. September bis 4. Dezember bieten die Österreichischen Bundesbahnen(ÖBB) wieder Last-Minute-Tickets in Nachtzügen für Bahnreisende nach Deutschland an. 18 deutsche Städte wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Hannover oder Köln sind mit günstigen ÖBB SparSchiene Tickets ab 29 Euro erreichbar. Wie die ÖBB mitteilten, startet der Verkauf der Last-Minute-Tickets ab zwei Tage vor dem gewünschten Reisetag und endet kurz vor Abfahrt des Zuges. Alle in diesem Zeitraum im jeweiligen Zug noch verfügbaren Sitzplätze seien dann zum ÖBB SparSchiene Tarif für 29 Euro im Sitzwagen, für 39,- Euro im 6er-Liegewagen und für 49,- Euro im 4er Liegewagen erhältlich, hieß es.

Neue Bahnsteige und eine Fußgängerbrücke für den Bahnhof Haren (Ems)

(06.09.) HANNOVER - Der Bahnhof Haren (Ems) wird in den kommenden Monaten kundenfreundlich ausgebaut. Die Kosten von rund 1,7 Millionen Euro stellt das Land Niedersachsen aus dem gemeinsam mit der DB aufgelegten Programm "Niedersachsen ist am Zug!" bereit. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Frühjahr 2006 abgeschlossen. Künftig werden in Haren (Ems) zwei Außenbahnsteige mit jeweils 140 Meter Länge und einer Höhe von 76 Zentimetern ein bequemes Ein- und Aussteigen ermöglichen. Beide Bahnsteige werden über Rampen und den vorhandenen Bahnübergang zu erreichen sein und damit auch mobilitätseingeschränkten Fahrgästen einen bequemen und sicheren Zugang zu den Bahnsteigen gewähren. Eine Fußgängerbrücke wird zusätzlich den Zugang vom Ortsgebiet zu beiden Bahnsteigen ermöglichen – unabhängig vom Bahnübergang.

Im Rahmen des Umbaus erhält der Bahnhof moderne verglaste und beleuchtete Wetterschutzhäuser, ein neues Wegeleitsystem sowie einen neuen Bodenbelag mit integriertem Blindenleitsystem. Eine neue Lautsprecheranlage und ein neues Beleuchtungssystem vervollständigen die Erneuerung der Bahnstation. Der Bauablauf sieht vor, dass bis zum 25. September ein neuer Bahnsteig am Gleis 3 (Richtung Leer/Emden) entsteht. Voraussichtlich ab Montag, 26. September, halten vorübergehend alle Züge beider Fahrtrichtungen an diesem neuen Bahnsteig 3, Zugang über die Heinrichstraße. Zeitgleich geht der bisherige Bahnsteig 1 (Fahrtrichtung Meppen/Münster) außer Betrieb und wird neu gebaut.

Flöhe und Wanzen rauben Bahn-Reisenden in Frankreich den Schlaf

(06.09.) MARSEILLE (AFP/ eig. Ber.) - Wegen Ungeziefer im Nachtzug vom italienischen Vintimille nach Paris mussten die Fahrgäste einen mehrstündigen Zwangsaufenthalt in Marseille hinnehmen. "Flöhe, Zecken und Wanzen" hätten den Passagieren in einem der Waggons den Schlaf geraubt, berichtete der Bahnreisende Damien Daret am Montag. In Marseille wurde der Zug bis zum frühen Morgen von Experten untersucht und der betroffene Waggon schließlich versiegelt, wie die Bahngesellschaft SNCF mitteilte. 80 Passagiere weigerten sich aber, wieder in denselben Zug zu steigen und buchten auf einen TGV-Schnellzug um. Daret zufolge wurde den Reisenden von den zugezogenen Experten geraten, ihr Gepäck zu desinfizieren.

"FTD": Bahn drohen Auflagen bei RAG-Geschäft

(05.09.) BERLIN - Der Kauf der Logistikgeschäfte des Energiekonzerns RAG wird für die DB nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" offenbar schwieriger als gedacht. Der DB drohten Auflagen des Bundeskartellamtes, hieß es unter Berufung auf das Umfeld der Behörde. Um möglichen Forderungen der Kartellwächter zuvorzukommen, habe der Konzern nun angeboten, 200 Kohlewaggons zu veräußern, erfuhr die "FTD" aus Bahnkreisen. Zwei Studien, die die Bahn in Auftrag gegeben habe, sollten die Kartellwächter außerdem davon überzeugen, dass der Konzern auch nach der Akquisition keine Monopolstellung habe. Sprecher von Bahn, RAG und Kartellamt wollten sich nicht äußern. Der Essener Energiekonzern und die Bahn hatten das Geschäft bereits im 17. Januar bekannt gegeben. Die Bahn hat für die Sparte mit rund 950 Mitarbeitern, zu der 2300 Güterwagen, 110 Loks, Schienennetz und Hafenbetriebe gehören, 85 Mio. Euro geboten.

Wieder Bahnverkehr zwischen Bludenz und Bregenz

(05.09.) WIEN - Nach dem schweren Hochwasser in der Österreich Ende August kann am heutigen Montag der Schienenverkehr zwischen Bludenz und Bregenz wieder aufgenommen werden. Vorarlberg ist daher wieder vollständig auf Schiene. An der Wiederherstellung der Gleisanlagen bei Ludesch haben in den letzten Tagen 70 Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gemeinsam mit Partnerfirmen, teilweise rund um die Uhr, mit Hochdruck gearbeitet. Dazu musste eigens eine 350 Meter lange und 4 Meter breite Baustraße, sowie eine Abstellfläche für Schwerkräne für die Bergung der Waggons im Ausmaß von 2000 Quadratmetern errichtet werden. Für die Unterbauarbeiten wurden rund 3.000 Kubikmeter Material ab- und antransportiert. Ca. 700 Bahnschwellen und ca. 800 Meter Schienen wurden mit Hilfe eines Eisenbahnkrans mit rund 100 Tonnen Hubkraft verlegt. Über 500 Meter Fahrleitung musste neu hergestellt werden.

Die Arlbergbahn ist die einzige direkte Bahnverbindung zwischen Tirol und Vorarlberg. Sie bleibt für zwei bis drei Monate im Bereich Strengen - Flirsch unterbrochen. Die geologischen Gutachten haben gezeigt, dass die Arlbergbahn durch die schweren Unwetter Ende August doch schwerer in Mitleidenschaft gezogen wurde als ursprünglich angenommen. Im Bereich Strengen - Flirsch auf der Ostrampe der Arlbergstrecke sind sehr aufwändige Arbeiten am Bahnkörper notwendig. "Mit der Wiederherstellung der Dämme samt Uferverbauung wurde am Freitag, 02.09.2005 begonnen und es wird mit Hochdruck an der Sanierung gearbeitet", so der Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur Bau AG, DI Thomas Türinger.

Mit Ausnahme der Arlbergbahn im Bereich Strengen - Flirsch, konnten in den letzten eineinhalb Wochen seit den schweren Regenfällen, alle betroffenen Streckenabschnitte wieder befahrbar gemacht werden, das sind in Vorarlberg die Strecken Bregenz - Lindau zur DB, Bregenz - St. Margrethen zur SBB, Feldkirch - Buchs zur SBB, Strecke Bludenz - Bregenz (mehrere Unterbrechungen: Wolfurt - Dornbirn, Rankweil - Götzis, Frastanz - Feldkirch, Unterspülung bei Ludesch) und die Arlbergbahnstrecke bei Klösterle sowie auf Tiroler Seite die Verbindungen Ötztal - Landeck, Innsbruck Hbf - Mittenwald, Reutte - Ehrwald - Garmisch, und Reutte - Vils.

Siemens muss sich bei Auftrag der russischen Bahn gedulden

(05.09.) PETERSBURG (dpa/ eig. Ber.) - Nach dem Führungswechsel bei der russischen Eisenbahn muss Siemens sich bei einem Mrd.-Auftrag zum Bau von Hochgeschwindigkeitszügen in Geduld fassen. Auf einem Treffen der europäischen Eisenbahn-Gesellschaften am Samstag in St. Petersburg verlautete von russischer Seite, dass nach dem Wechsel an der Bahnspitze sämtliche Investitionsprojekte überprüft würden. Die russische Bahn hatte auf der Hannover Messe im April im Beisein von Präsident Wladimir Putin 60 Hochgeschwindigkeitszüge für insgesamt 1,5 Mrd. Euro bei Siemens bestellt. Putin hatte im Juni Fadejew entlassen und seinen Vertrauten Wladimir Jakunin zum Chef der staatlichen Eisenbahn ernannt.

Bahnhof Bremen-Lesum wird kundenfreundlich umgebaut

(05.09.) HANNOVER - Die DB modernisiert den Bahnhof Bremen-Lesum. Die Kosten für den kundenfreundlichen Umbau der Station an der Strecke Bremen Hbf - Bremen-Vegesack betragen rund 1,5 Millionen Euro, davon trägt das Land Bremen knapp 1,3 Millionen Euro. Die Arbeiten beginnen am heutigen Montag und werden voraussichtlich im Frühjahr 2006 abgeschlossen sein. Im Rahmen der Renovierung entstehen auf beiden Bahnsteigen moderne Wartehäuschen mit geschützten Sitzgruppen, übersichtlichen Schaukästen für Fahrgastinformationen sowie DB-Automaten. Die Bahnsteige, jeweils 170 Meter lang, erhalten einen neuen Bodenbelag mit integriertem Blindenleitsystem. Ein modernes Wegeleitsystem und eine neue Lautsprecheranlage vervollständigen die Erneuerung der Station. Beide Bahnsteige sind künftig über Rampen zu erreichen und bieten damit auch mobilitätseingeschränkten Fahrgästen einen bequemen und sicheren Zugang zu den Zügen.

Letzte Glasscheibe am Dach des Frankfurter Hauptbahnhofes eingesetzt

(03.09.) FRANKFURT/Main - Am Freitag Vormittag wurde am Frankfurter Hauptbahnhof die letzte Glasscheibe in das erneuerte Hallendach eingesetzt. Klaus Stortz, der leitende Bauüberwacher der Bahntochter DB ProjektBau setzte die noch fehlende Scheibe ein. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist damit die Erneuerung der Daches abgeschlossen. "Insgesamt verfügt das Dach des Frankfurter Hauptbahnhofes jetzt über 50.000 Quadratmeter Glas, das ist eine Fläche so groß wie sieben Fußballfelder", erläutert Stortz. Jeweils 25.000 Quadratmeter entfallen dabei auf die Dachoberfläche und die Glasflächen auf dem Dach. Weitere 25.000 Quadratmeter Glas wurden an den sogenannten Hallendachschürzen verbaut, die das Bahnhofsdach am Querbahnsteig und in Richtung Gleisfeld abschließen. Der Frankfurter Hauptbahnhof verfügt über insgesamt fünf Hallenschiffe, die auf einer Länge von 186 Meter die Bahnsteige überdachen. Der mittlere Hallenkomplex besteht aus drei großen Hallenschiffen, die von 1884 bis 1888 gebaut worden sind und jeweils 56 Meter breit und 28 Meter hoch sind. 1912 wurde begonnen, den Bahnhof durch zwei kleinere Hallenschiffe mit einer Breite von 31 Metern und einer Höhe von 20 Metern zu erweitern. Seit 1924 besteht der Bahnhof aus diesen fünf Hallenschiffen.

Nach dem Krieg waren die Hallendächer abwechselnd mit Glas und Holzschalungen bedeckt worden. Erst durch die derzeitige Erneuerung des Daches wurde der seit 1972 unter Denkmalschutz stehende Hauptbahnhof wieder in seinen ursprünglichen Zustand von 1888 bzw. 1924 gebracht. Das wieder hergestellte Bahnhofsdach lässt durch die größeren Glasflächen 50 Prozent mehr Tageslicht ein. Eine der größten Herausforderungen des Projektes war es, den Zugverkehr nicht durch die Baumaßnahmen zu behindern. So bekam der Hauptbahnhof sein neues Dach, während unter der Montageplattform der Bahnhofsbetrieb mit über 350.000 Menschen und über 1800 Nah-, Fern- und S-Bahn-Zügen täglich weiterlief. Dazu hatte man am Ende der Bahnsteighallen in Richtung Gleisfeld über die ganze Länge des Bahnhofes die sogenannte Verteilerplattform errichtet. Diese Verteilerplattform auf Stelzen bildete die Ausgangsbasis für den Vorbau der Montage- und Transportplattform in die einzelnen Hallen hinein. Nacht für Nacht, wenn keine Züge mehr fuhren, wurden diese schrittweise bis zum Querbahnsteig vor- und dann wieder zurückgebaut. Im Herbst 2003 war mit dem Abriss der alten Dachhaut begonnen worden und der Hauptbahnhof bekam sein neues Dach während unter der Montageplattform der Verkehr unbehindert weiterlaufen konnte. Am Montag beginnt auch der Rückbau der Verteilplattform. "In zwei Monaten wird sie weg sein", sagt Stortz, "noch bevor das neue elektronische Stellwerk für den Hauptbahnhof in Betrieb geht".

7-TageNacht: ab 199 Euro in einer Woche durch Europa

(03.09.) HAMBURG - Mit der 7-TageNacht halten DB NachtZug und EuroNight im Oktober ein einmaliges Angebot für einen besonderen Europatrip bereit. Für nur 199 Euro pro Person im Liegewagenabteil (maximal 5er-Belegung) und für 399 Euro im Schlafwagenabteil inklusive Frühstück (maximal 3er-Belegung) starten Nachtzugreisende zu einer einwöchigen Europa-Tour. Sie wachen jeden Morgen in einer anderen Stadt auf, ohne ein Hotelzimmer zu benötigen, denn die Schlafenszeit wird zur Reisezeit und der Nachtzug zum rollenden Hotelzimmer.

Vom 1. bis zum 31. Oktober 2005 gibt es von Hamburg, Berlin, München und Köln jeweils ein kombiniertes Angebot von DB NachtZug und EuroNight für die Nachtzugreise durch Europa. Folgende Routen können ab dem 5. September gebucht werden: Hamburg - Paris - München - Mailand - Köln - Warschau - Brüssel - Hamburg, Berlin - Paris - München - Mailand - Köln - Warschau - Brüssel - Berlin, München - Paris - Berlin - Brüssel - Warschau - Köln - Kopenhagen - München und Köln - Kopenhagen - München - Paris - Berlin - Brüssel - Warschau - Köln. Durch die frühe Ankunft in den Zentren der Städte und die späte Abfahrt haben Globetrotter viel Zeit für die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Metropolen. Steht der Eiffelturm in Paris noch und strahlt der Mailänder Dom im neuen Glanz? Wie europäisch ist Brüssel und wie sieht es in Polens Hauptstadt Warschau aus? München lockt mit Weißwurst und Viktualienmarkt, Köln mit dem Dom und Hamburg mit seinem Hafen. Weitere Informationen zum Angebot im Internet unter www.nachtzugreise.de. Buchung nur telefonisch über das Buchungszentrum Frankfurt/Neu Isenburg unter 06102 839018.

Höhere Preise auch beim DB-Güterverkehr?

(03.09.) BERLIN - Nach dem Personenverkehr will die DB offenbar auch im Güterverkehr die Preise wegen der stark gestiegenen Energiekosten anheben. "Wir wollen die Preise im niedrigen einstelligen Prozentbereich anheben", sagte ein Bahn-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur "Reuters". Er verwies darauf, dass die Energiepreise etwa 20 Prozent der Kosten bei der Güterbahn-Tochter Railion ausmachen. Die Bahn schließt im allgemeinen mit ihren Güter-Kunden Verträge über ein Jahr ab. Wenn diese auslaufen, sollten bei Neuverträgen entsprechend höhere Preise durchgesetzt werden, sagte der Sprecher. Diese würden aber wegen der individuellen Verträge von Kunde zu Kunde unterschiedlich aussehen.

Betriebsräte diskutieren über Zukunft des integrierten Bahnkonzerns

(03.09.) BERLIN - Rund 180 Betriebsräte der DB kommen am Montag in Berlin zusammen. Sie wollen über die Zukunft des integrierten Bahnkonzerns diskutieren. Diesem Thema kommt angesichts der aktuellen politischen Lage besondere Bedeutung zu. Mehrere Politiker, insbesondere von Union und FDP, haben sich für die Trennung von Netz und Transport ausgesprochen. Die Verkehrsgewerkschaft Transnet wird auf der Zusammenkunft noch einmal deutlich Positionen beziehen: "Wir wehren uns gegen jede Bestrebung, den DB-Konzern zu zerschlagen", erklärte Gewerkschaftschef Norbert Hansen. Wer so etwas fordere, gefährde das System Schiene in Deutschland, schädige den Wirtschaftsstandort und vernichte Arbeitsplätze. "Sollte so etwas auf die Tagesordnung kommen, werden wir uns zu wehren wissen", kündigte Hansen an. An der Konferenz nehmen neben Hansen auch der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Günter Kirchheim, DB-Chef Hartmut Mehdorn und DB-Personalvorstand Margret Suckale teil.

Behinderungen im Bahnverkehr nach heftigen Gewittern

(03.09.) BERLIN - Heftige Gewitter haben am Freitag den Bahnverkehr in Deutschland behindert. In Thüringen sorgten Blitzeinschläge in die Stellwerkstechnik dafür, dass auf der Bahnstrecke zwischen Erfurt und Eisenach über Stunden lang gar nichts mehr ging. Weichen ließen sich nicht stellen, Signale standen auf Rot. Pendlerzüge waren bis zu zwei Stunden verspätet. Bis Freitagmittag seien in Thüringen rund 90 Fern-, Nah- und Güterzüge von Verspätungen betroffen gewesen, teilte die Bahn mit. Auch auf der ICE-Strecke zwischen Hannover und Hamburg kam es zu Verspätungen, nachdem am frühen Morgen ein Blitz die Signaltechnik nahe der niedersächsischen Stadt Celle lahm gelegt hatte. In Bayern musste die Bahnstrecke Berchtesgaden - Bad Reichenhall nach heftigen Regenfällen gesperrt werden.

"FTD": DB lässt Investitionsmittel für 2005 verfallen

(02.09.) BERLIN - Die DB wird im laufenden Jahr nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" die Investitionsmittel des Bundes, die ihr zur Verfügung stehen, nicht in vollem Umfang Anspruch nehmen. Unter Berufung auf das Umfeld des Bundesverkehrsministeriums hieß es, der Konzern habe bereits zwei Tranchen in Höhe von insgesamt mehr als 450 Mio. Euro an den Bund zurückgegeben. Ein erstes Paket sei im Frühjahr abgesagt worden, das zweite vor wenigen Tagen. Das Ministerium wolle das Geld nun für den Straßenbau einsetzen. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Das Verkehrsministerium war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Schon 2004 hatte die DB laut "FTD" die verfügbaren Infrastrukturmittel nicht aufgebraucht. Damals seien mindestens 286 Mio. Euro auf die folgenden drei Jahre übertragen worden. Kritiker werfen dem Bericht zufolge dem Unternehmen vor, es halte sich bei notwendigen Investitionen derzeit zurück, um die Bilanz schnell auf Börsenreife zu trimmen. Denn auch wenn der Bund den größten Teil der Mittel zuschieße, müsse die Bahn bei Bauprojekten einen Eigenanteil von bis zu 20 Prozent leisten, heißt es in dem Bericht.

Die Berichterstatterin im Haushaltsausschuss, Franziska Eichstädt-Bohlig, kritisierte den Kurs der DB. Mehdorn setze die falschen Prioritäten, hieß es in einer Erklärung. Statt das Bahnnetz zu optimieren, wolle der Bahnchef durch den Verzicht auf Investitionen das Unternehmen börsenreif machen. Und das, nachdem sich Mehdorn wiederholt bei der Bundesregierung über angeblich zu niedrige Investitionsmittel beschwert habe. Leidtragende seien die Bahnkunden. Solange die Bahn nicht bereit sei, ihre Hausaufgaben zu machen, sollten die Bemühungen der Bahn um den Börsengang ausgesetzt werden, forderte Eichstädt-Bohlig. Die Entscheidung von Verkehrsminister Stolpe, die zurückgegebenen Haushaltsmittel für den Straßenbau auszugeben, sei falsch und müsse korrigiert werden. "Wir haben in den vergangenen Jahren gegen viele Widerstände die Gleichstellung von Schienen- und Straßeninvestitionen vorangetrieben", so Eichstädt-Bohlig. Dieses Ziel darf jetzt nicht den Börsenträumen von Mehdorn und Stolpe geopfert werden.

Neue ICE-Verbindung soll Trier mit Berlin verbinden

(02.09.) TRIER (dpa/ eig. Ber.) - Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember will die DB einmal pro Tag in beiden Richtungen eine direkte ICE-Verbindung von Trier nach Berlin über Koblenz, den Flughafen Köln/Bonn und Köln anbieten. Das teilte die DB am Donnerstag in Frankfurt mit. Allerdings stehe noch eine Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes aus, das einen Tunnel bei Köln-Porz für den Fernverkehr freigeben müsse, sagte ein Bahn-Sprecher. Durch den 92 Meter langen Tunnel fahren bisher ausschließlich S-Bahn-Züge. Der Antrag auf eine Ausnahmeregelung solle "in Kürze" dem Amt vorgelegt werden. Dann werde geprüft, ob es Sicherheitsbedenken bei der Nutzung des Tunnels gibt. Die Züge in die Hauptstadt starten voraussichtlich kurz vor 6.00 Uhr in Trier. Von Berlin aus fahren sie um kurz vor 16.00 Uhr ab. Die Fahrzeit soll etwa sieben Stunden dauern.

Schon 100000 für bahn.bonus angemeldet

(02.09.) BERLIN (AP/ eig. Ber.) - Zum Start des Prämienprogramm "bahn.bonus" am Donnerstag haben sich bereits 100000 Kunden angemeldet. Das teilte die DB in Berlin mit. Mit dem Programm, das sich an alle BahnCard-Besitzer bzw. Jahreskarteninhaber mit bahn.comfort-Status wendet, wird pro Euro Umsatz ein Punkt gutgeschrieben. Die Prämienreife beginnt bei 750 Punkten, erst nach drei Jahren verfallen ungenutzte Punkte. Die Prämien, die ab Dezember erstmals eingelöst werden können, sind durchweg reisebezogen: Freifahrten, Speisewagen-Gutscheine oder Upgrades in die 1. Klasse zum Beispiel. Die DB erwartet, dass sich rund zwei Millionen der 3,2 Millionen Bahncard-Kunden anmelden. Weitere Infos zum neuen Prämienprogramm gibt es im Internet unter http://www.bahn.de/bahnbonus/.

Weiterführung der Neubaustrecke Köln-Rhein/Main im Stadtgebiet Köln

(02.09.) KÖLN - Im Streckenabschnitt von Köln-Messe/Deutz (tief) bis nach Köln-Mülheim schreiten die Arbeiten für die Weiterführung der Neubaustrecke Köln-Rhein/Main im Kölner Stadtgebiet zügig voran. Wie es in einer Pressemitteilung der DB vom Donnerstag hieß, wurden aktuell am Donnerstag morgen zwei weitere Großteile für die Brücke gegenüber dem S-Bahn-Haltepunkt K-Buchforst mit Schwertransportern aus Nordhausen/Harz angeliefert. Ein 500-t-Autokran hievte die 60 t schweren Teile an ihren Montageplatz. Dieses Brückenbauwerk ist Hauptbestandteil des Streckenausbaus und ist erforderlich um Kreuzungen im Bahnhofsbereich K-Mülheim zu vermeiden. Nach der Lieferung und Montage von weiteren Großteilen wird die gesamte Brücke mit einer Stützweite von 80m und einem Gewicht von ca. 650 t im Jahre 2006 über die bestehenden Gleise in Höhe K-Buchforst geschoben.

Im einzelnen ist der Stand der Bauarbeiten wie folgt: Die Eisenbahnüberführungen Frankfurter Straße (bekannt geworden durch unzählige Zwischenfälle mit LKW-Fahrern, die die eingeschränkte Durchfahrtshöhe nicht beachtet haben) und Sonderburger Straße sind fertiggestellt. Im Bau befindet sich die Überführung Waldecker Straße; hier werden gerade die Brückenwiderlager hergestellt. An der Kalk-Mülheimer Straße sind die Baufirmen schon etwas weiter und stellen dort den Überbau der Brücke her. In Vorbereitung ist das Brückenbauwerk über den Pfälzischen Ring; dort werden zur Zeit Bohrpfähle in der Erde erstellt, auf denen später die Widerlager der Brücke betoniert werden. Die Arbeiten im insgesamt 2,2 km langen Abschnitts beinhalten auch den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen K-Mülheim und der Kreuzung mit der Deutz-Mülheimer Straße. Umfangreiche Gleisbauarbeiten sind auch im Bereich zwischen K-Buchforst und K-Mülheim erforderlich. Die Anwohner profitieren von aktiven (Lärmschutzwände) und passiven (Lärmschutzfenster) Schallschutzmaßnahmen. Die Investitionen in die Verbesserung der Betriebsqualität im Knoten Köln betragen 60 Mio. €. Die Inbetriebnahme ist im Dezember 2006 geplant.

EU-Richtlinie für Fahrpersonal in Kraft

(02.09.) BERLIN - Die EU-Richtlinie für die Einsatzbedingungen des Fahrpersonals im grenzüberschreitenden Schienenverkehr ist in Kraft getreten. Sie wurde im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Bis zum 27. Juli 2008 haben die Mitgliedsstaaten nun Zeit, die Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen. Die Richtlinie ist das Ergebnis eines Abkommens zwischen der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) und der Gemeinschaft Europäischer Bahnen (CER). An dessen Ausarbeitung war die Verkehrsgewerkschaft Transnet maßgeblich beteiligt. "Mit dieser Richtlinie ist wieder ein Stück gelebtes europäisches Zusammenwachsen gelungen", stellte Transnet-Chef Norbert Hansen fest. Er appellierte an die Bundesregierung, sie "umgehend" in nationales Recht umzusetzen. "Die Richtlinie schützt die Beschäftigten auf der Schiene vor Zuständen, wie sie auf der Straße bald schon Gang und Gäbe sind", sagte Hansen. Wettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten werde so ein Riegel vorgeschoben. Besonders aus Reihen von Union und FDP hatte es zuletzt massiven Widerstand gegen die Richtlinie gegeben.

Im Kern werden die Arbeitszeiten von Lokführern und Zugbegleitern auf ein Höchstmaß festgeschrieben. So stehen den Beschäftigten beispielsweise pro Jahr 104 Ruhezeiten von 24 Stunden zu. Außerdem muss auf eine auswärtige Ruhezeit eine tägliche Ruhezeit am Wohnort folgen. Bislang galt das Abkommen zwischen ETF und CER nur für Mitgliedsunternehmen der CER. Durch die Richtlinie werden die Bestimmungen nun für alle Eisenbahnunternehmen in der EU verbindlich. ETF und CER hatten sich zuvor bereits auf die Einführung eines Europäischen Lokführerscheins verständigt. Dieser regelt Sozial- und Sicherheitsstandards.

DB-Tarifverträge: Ost-West-Mauer fällt

(02.09.) BERLIN - Die Trennung zwischen Ost- und West-Bezahlung bei der DB ist am 31. August beendet worden. Zum 1. September fiel die so genannte Entgelttabelle Ost weg. Es gibt dann für alle Beschäftigten nur eine einheitliche Tabelle. "Damit fällt auch die letzte Tarifmauer bei der Deutschen Bahn AG", stellten Transnet-Vorstand Alexander Kirchner und GDBA-Vize Heinz Fuhrmann fest. Die Zulagen seien bereits seit Jahren identisch. Betroffen sind mehr als 36.000 Beschäftigte im Osten des Landes. Durch die jetzige Vereinheitlichung erhöhen sich die Einkommen der Beschäftigten im Osten um bis zu sieben Prozent. Bisher existieren im DB-Konzern zwei Entgelttabellen parallel. Sie enthalten gleiche Gruppen, diese sind in der Ost-Tabelle jedoch geringer dotiert. Den maßgeblichen Tarifabschluss hatten Transnet und GDBA im März 2003 ausgehandelt. Danach wurden die Ost-Einkommen im September 2003 zunächst auf 93 Prozent des West-Niveaus angehoben.

"HarzWeserBahn" mit neuen Fahrzeugen

(02.09.) HANNOVER - Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) und die Deutsche Bahn AG haben am Donnerstag in Northeim gemeinsam die neuen Fahrzeuge für die HarzWeserBahn vorgestellt. In einer Sternfahrt mit diesen neuen Triebwagen vom Typ VT 648 kamen die Ehrengäste aus Richtung Bad Harzburg, Braunschweig, Göttingen, Holzminden, Nordhausen und Ottbergen nach Northeim. Auf den Fahrzeugen prangte neben dem bereits bekannten Schriftzug "Niedersachsen ist am Zug" erstmals auch das Logo der HarzWeserBahn. Alle 27 Fahrzeuge werden ab Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres auf dem Harz-Weser-Netz eingesetzt, zu dem die Strecken Bad Harzburg - Kreiensen, Holzminden - Kreiensen, Ottbergen - Göttingen/Northeim, Nordhausen - Göttingen und Braunschweig - Salzgitter - Herzberg gehören. Auf den beiden letztgenannten Strecken beginnt der Probebetrieb mit voraussichtlich 10 neuen Fahrzeugen bereits ab dem 2. September.

Mit 131 Sitzplätzen, einem vergrößerten Mehrzweckbereich und Klimaanlage bieten die VT 648 den Fahrgästen deutlich mehr Komfort. Die Niederflurkonstruktion ermöglicht einen bequemen Einstieg, für Rollstuhlfahrer gibt es mechanische Einstiegshilfen. Die Toiletten sind behindertengerecht ausgestattet und große Panoramascheiben geben den Blick frei in die Landschaft. Ab Fahrplanwechsel werden nach Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten die Fahrgasträume per Video überwacht. Die DB hat 27 dieser 120 km/h schnellen Triebwagen beschafft. Die Kosten dafür betragen rund 60 Millionen Euro. Die Investitionen beruhen auf einer Zusage der DB im Verkehrsvertrag mit dem Land Niedersachsen aus dem Jahr 2003.

Deutschland bei Bahn-Investitionen abgehängt

(01.09.) BERLIN - Deutschland droht im europäischen Vergleich den Anschluss bei den Schieneninvestitionen zu verlieren. Während nach Informationen der "Allianz pro Schiene" in etlichen Nachbarländer massiv Gelder in die Schieneninfrastruktur fließen, sinken im Haupttransitland Europas die Investitionen in Schienenwege dramatisch. "Im vergangenen Jahr sind die Schieneninvestitionen auf den zweitniedrigsten Wert seit der Bahnreform im Jahr 1994 geschrumpft", so Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Flege sagte vor Pressevertretern in Berlin, der Rückgang bei den Investitionen in Höhe von 22 Prozent auf lediglich 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2004 lasse den "Investitionsstau" für die Schiene hierzulande auf 14 Milliarden Euro anwachsen. Gleichzeitig seien die Investitionen in Bundesfernstraßen mit 4,9 Milliarden Euro auf Rekordhöhe hochgeschraubt worden.

"Etliche Länder Europas stärken dagegen den umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger Schiene ganz gezielt", so Dirk Flege. So investierten Frankreich (plus 71 Prozent) und Großbritannien (plus 23 Prozent) beispielsweise deutlich stärker in neue Gleise als in Nationalstraßen. "Der Schienenverkehr erlebt weltweit eine Renaissance und Deutschland koppelt sich ab", warnte Flege. Während die deutsche Regierung die Investitionen in die Schiene entgegen ihrer Ankündigung, Straße und Schiene gleich zu behandeln, runterfahre, hätten Frankreich, Finnland, Italien und Schweden ihren Schienen-Etat zweistellig angehoben. Flege: "Selbst Slowenien investiert mit 41 Euro pro Einwohner und Jahr mittlerweile mehr in die Schieneninfrastruktur als Deutschland (39 €)". Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer forderte von der nächsten Bundesregierung, "eine Aufholjagd zur europäischen Spitzenklasse", in der sich neben Italien (6,5 Milliarden Euro pro Jahr für Schieneninfrastruktur) auch Spanien (bis 2020 jährlich 7 Milliarden Euro) befindet.

Eine grafische Übersicht zu Verkehrsinfrastruktur-Investitionen in Deutschland und Europa steht auf der Homepage des Schienenbündnisses als pdf-Datei zum Download bereit. Hier kann auch das Hintergrundpapier "Der Blick über die Grenzen" downgeloadet werden.

Bahn und Architekt streiten vor Gericht

(01.09.) BERLIN - Das Landgericht Berlin beschäftigt sich nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" ab dem 18. Oktober mit dem Rechtsstreit zwischen der DB und dem Stararchitekten Meinhard von Gerkan. In der Verhandlung geht es um den Bau der unterirdischen Halle des neuen Berliner Hauptbahnhofs. Das Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner verlangt den Rückbau der Decke in der Halle. Gerkan sieht sein Urheberrecht durch Platten verletzt, die sein Entwurf nicht vorsah. Offenbar haben sich der Architekt und die Bahn heillos zerstritten, schreibt das Magazin weiter. Insgesamt neun Verfahren zwischen den Parteien sollen mittlerweile beim Landgericht anhängig sein.

Gipfeltreffen der Spezialisten für Bahntransporte nach Russland

(01.09.) FRANKFURT/Main - Zu einem deutsch-russischen "Schienen-Gipfel" trafen sich kürzlich Vertreter des Logistikdienstleisters Railog, hochrangige Repräsentanten der Russischen Bahn, der DB und des Rail-Carriers Railion mit den Logistikexperten der Claas-Gruppe im westfälischen Harsewinkel. Ziel war es, die Schienenlogistik für den Güterverkehr zwischen beiden Ländern technisch zu vereinfachen und kostengünstiger zu gestalten. Für die Claas-Gruppe als einem führenden Hersteller von Mähdreschern, Traktoren, Pressen, Teleskopladern und Futtermittel-Erntemaschinen sind Russland und die zentralasiatischen agrarisch geprägten Staaten wichtige Absatzmärkte. Alexander Tumanov, Leiter der Abteilung Spezialtransporte der Russischen Bahn, und Jörg Siedenbiedel, Generalvertreter der DB in Russland, waren sich gemeinsam mit Spezialisten von Railog und Railion und den Logistikexperten der Claas-Gruppe einig: Die Verladung von Groß-Mähdreschern etwa der Lexion-Baureihen kann deutlich vereinfacht werden. Transportverpackung und Transportsicherung können zukünftig verbessert; die Lademaßüberschreitung von der Stufe 3 auf die Stufe 2 gesenkt werden.

Mit Zollstock und Maßband gingen die Bahn-Experten hoch oben auf den versandfertigen Mähdreschern auf die Jagd nach den entscheidenden Millimetern - und wurden fündig. Der Lohn der Mühe: Heinrich Flaßkamp, Leiter der Abteilung Versand und Verladung bei Claas, bestätigte als Resultat der konzertierten Aktion eine deutliche Kostenersparnis zu Gunsten von Claas. Die Schienenlogistik-Experten brachten zudem eine vorauseilende Datenübertragung zur Übermittlung der Frachtdaten auf den Weg, um den Grenzaufenthalt zwischen Polen und Weißrussland in Malaszewice/Brest weiter zu verkürzen und eventuelle Fehler bei der Zollabfertigung auszuschalten.

Alle Regionalzüge in Unterfranken ab sofort rauchfrei

(01.09.) WÜRZBURG - Das letzte Raucher-Abteil hat in Unterfranken ausgedient. Am Mittwoch morgen brachte Tanja Popp, Geschäftsleiterin von Regio Unterfranken, gemeinsam mit Würzburgs Bürgermeisterin Marion Schäfer die letzten Nichtraucher-Piktogramme an einem Personenwagen des Regionalverkehrs an. In den letzten Wochen wurden die rund 170 noch bestehenden Raucherabteile in den Regionalzügen von Regio Unterfranken schrittweise durch Nichtraucherabteile ersetzt. Ab sofort heißt es in allen Regionalzügen: "Danke, dass Sie hier nicht rauchen!". Denn auch Passivrauchen ist gesundheitsgefährdend, und Tabakrauch führt zu einer erheblichen Schadstoffbelastung von Innenräumen. Dazu kommt die starke Verschmutzung und die Schäden. Ein weiterer Vorteil der Umstellung ist das höhere Platzangebot in den Zügen: Sitzplätze in Raucherabteilen waren erfahrungsgemäß schlechter ausgelastet. Auch in den übrigen Regionen Bayerns sind bald alle Regionalzüge rauchfrei, ähnlich wie bereits in mehreren anderen Bundesländern realisiert.

Mehr Service im Bahnhof Burgdorf

(01.09.) HANNOVER - Nach siebenmonatiger Bauzeit ist am Mittwoch der renovierte Bahnhof Burgdorf wieder eröffnet worden. Der Bahnhof ist nun mit einem DB ServiceStore ausgestattet. Im Rahmen der Renovierung des Bahnhofs hat die DB die Innen- und Außenwände neu verputzt und angestrichen sowie das Dach teilweise erneuert. Der Fußgängertunnel wurde ebenfalls neu gestrichen und teilweise mit Kunststeinen verkleidet. Die Bahnhofshalle wurde in hellem Blau neu gefliest und die Holzdecke erhielt eine neue Oberfläche. Die völlig neue Beleuchtung und neues Bahnhofsmobiliar geben dem Bahnhof ein freundliches Erscheinungsbild und schaffen ein hohes Sicherheitsgefühl. Im Interesse der Gesundheit der Fahrgäste und der Sauberkeit der Anlagen hat die Bahn den Bahnhof Burgdorf zum "Rauch-freien Bahnhof" gemacht. Rauchen ist nur in speziell gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Der DB ServiceStore wurde im Rahmen des Franchise-Konzeptes der DB eingerichtet. Hier erhalten Fahrgäste und Anwohner werktags zwischen 6.30 und 19 Uhr neben Fahrkarten und Reiseberatung auch Backwaren, Getränke, Tabakwaren, Zeitungen und Reisebedarf sowie ein kleines Imbissangebot. An Samstagen ist der DB ServiceStore von 7 bis 16 Uhr geöffnet, an Sonntagen von 8 bis 14 Uhr. Die Renovierung des Bahnhofs sowie die Einrichtung des DB ServiceStores hat rund 300.000 Euro gekostet, wovon das Land Niedersachsen knapp 200.000 Euro übernommen hat.

"Die Renovierung des Burgdorfer Bahnhofs ist Teil der landesweiten Modernisierungsoffensive. Wir wollen attraktive Bahnstationen schaffen, denn wer ungern im Bahnhof ist, wird auch nicht gern mit der Bahn fahren", sagte Matthias Görn von der LNVG. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen, des Bundes, der Region Hannover und des Zweckverbandes Großraum Braunschweig modernisiert die Deutsche Bahn insgesamt 188 Bahnhöfe in Niedersachsen. Bis 2007 werden fast 100 Millionen Euro investiert.

Elektrifizierung der Strecke Angermünde - Schwedt beginnt

(01.09.) SCHWEDT - Die DB beginnt am 3. September mit der Elektrifizierung der rund 23 Kilometer langen Regionalstrecke Angermünde - Schwedt. Wie die "Märkische Oderzeitung" berichtet, investiert das Land Brandenburg in das Projekt 7,4 Millionen Euro. Während der Streckensperrung vom 3. September bis 13. November werden im Regionalverkehr zwischen Schwedt und Angermünde Busse eingesetzt. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten um 20 bis 25 Minuten. Wie es in dem Bericht weiter heißt, sollen nach Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Angermünde und Schwedt am 14. November zunächst noch weiter Dieseltriebwagen rollen, damit die Elektrifizierungsarbeiten bis Anfang Dezember weitergeführt werden können. Der elektrische Zugbetrieb soll demnach zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember aufgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt werden auch Direktverbindungen von Schwedt nach Berlin angeboten.